Der zitierte Text enthält allerdings nichts was direkt unethisch wäre. Eher im Gegenteil - eine Investmentgesellschaft muss ja auch verantwortungsvoll mit den Geldern ihrer Kunden umgehen, weswegen so ein System durchaus begrüßenswert ist. Investoren sind ja auch keineswegs nur gierige Kapitalisten sondern auch Kleinanleger, Fondssparer und Rentenkassen etc. Ich finds moralisch gesehen nicht einfach, sowas zu bewerten.

    Na, wir verdanken Black Rock eine Menge von der Nullzinspolitik der letzten Jahre die gerade Renten, Versicherungen und Spareinlagen vernichtet. Die haben nämlich den Draghi persönlich beraten. vielen dank dafür schonmal. :-| Aber klar, Pensionskassen und Co haben ja nun stattdessen bei Black Rock investiert. Ein Schelm wer böses dabei denkt.


    Ihr Einfluß weltweit wird zunehmend kritisch diskutiert, weil sie eben so große Teile des Vermögens halten, welches weltweit verfügbar ist, dass alleine ihre Einschätzung reich um Börsengänge crashen zu lassen. Die verwalten derart viel Vermögen, dass es sich im grunde niemand leisten kann ihren Rat in Bezug auf Maßnahmen innerhalb der Firma länger zu ignorieren. Wenn die sagen:"Spring" fragen alle anderen nur "wie hoch?". Und die Leute von Black Rock sitzen ja auch in Verwaltungsräten.


    Nebenbei verdanken wir Black Rock Gründer Fink die Hypothekenpapiere die zur aktuellen Finanzkrise führten. Und wer hat an dieser am meisten verdient? Der überraschte leser wird denken:"Nein, Black Rock? Wirklich?!" Genau. Immerhin hatten sie ja die Expertise. Höhö. Andere Finanzexperten sehen in den ETFs ein noch höheres Risikopotential. Alle hängen am Einschätzsystem von Black Rock. Wenn da irgendwo eine Verkaufswelle losbricht, dann werden derart viele Aktien mit einem Schlag auf den Markt geworfen, dass ganze Bereiche sich quasi über Nacht in Luft auf lösen könnten. Und auch wenn das Geld digital und ohne realen Gegenwert sein mag, wenn es mit einem "puff" entschwindet, dann hat das verdammt reale Folgen.


    Eine Schattenbank im besten Sinne. Quasi DIE Schattenbank. Faktisch unreguliert und sehr sehr einflußreich. Das allein lässt mich schon die Augenbrauen hochziehen. Ich finde nichts was so im Schatten passiert besonders vertrauenserweckend. Und da sie nun ja auch zusehen Leute in die Verwaltungsräte zubekommen, Apple hat ja nun eine Black Rock Gründerin in ihrem und ich wage zu bezweifeln, dass sie die einzigste ist die in einer großen firma sitzt, werde ich nicht ruhiger. Die laufen sich gerade erst warm. Und die Chefs der deutschen Bank bestimmen sie ja schon mit. Da ist sicher noch Luft nach oben.


    http://www.zeit.de/2015/33/bla…inanzkonzern-banken-krise


    http://www.faz.net/aktuell/wir…te-investor-13114399.html


    http://www.spiegel.de/wirtscha…zen-riesen-a-1052320.html

    danae87, danke, das klingt gut. Offenbar sollte man direkt BlackRock-Aktien kaufen :D


    https://www.onvista.de/aktien/BLACKROCK-INC-Aktie-US09247X1019


    ja, schwierig schwierig.. wusste aber in der Tat nicht dass der Laden so groß und bedeutend ist. Danke für die Infos.

    Aber wie soll man sein Geld ethisch korrekt anlegen?


    Man landet dann ja auch schnell bei Kapitalismuskritik im Allgemeinen: Das finde ich auch schwierig. Letztlich ist der Kapitalismus schlecht, aber er funktioniert in der Praxis besser als alle anderen System weil er die menschliche natur reflektiert (die halt ebenfalls schlecht ist). Das ist so in etwa meine Meinung. Trotz aller Schlechtigkeit gehts den Menschen in kapitalistischen Systemen imme rnoch besser als in allen anderen.

    Zitat

    Aber wie soll man sein Geld ethisch korrekt anlegen?

    Z.B. in entsprechende Bürgerbeteiligungen oder eigene Investitionen, sofern diese möglich sind (ich habe in Solaranlagen investiert, in Heizungseinsparung investiert). Man kann auch entsprechend konsumieren.


    Oder man investiert bei entsprechenden Banken, z.B. hier

    Zitat

    aber er funktioniert in der Praxis besser als alle anderen System weil er die menschliche natur reflektiert

    Die menschliche "Natur" wird maßgeblich durch dieses Wirtschaftssystem bestimmt. "Die" menschliche Natur gibt es an sich nicht. Mensch wird vor allem das, wodurch er in seinen ersten Lebensjahren geprägt wird- da ist das Gehirn sehr flexibel. Und in diesem System geht es stark um Konkurrenz, um Geld und Gewinn und weniger um Zusammenarbeit und Vernunft.


    Das derzeitige System erscheint sinnvoller gegenüber vorangegangenen Systemen, weil durch die Freiheiten des 19. Jhdts. (gegenüber religiöser Beschränktheit) sich die Produktion, Technik und Wissenschaft maßgeblich entwickeln konnten- das hat eher weniger mit dem Wirtschaftssystem an sich zu tun. Und wenn man sich in der Welt umschaut, ist es mit dem Erfolg eher relativ. Ich sehe dennoch eine Weiterentwicklung hin zu weniger Dominanz durch Konkurrenz. Das wird auch notwendiger sein und es wird sich so entwickeln, je weniger der Mensch produziert und je mehr das Technik übernimmt.


    Die Menschen dachten im 19. Jhdts auch, dass es bessere Fahrzeuge als Pferdefuhrwerke nicht geben könne.


    Irgendwann wurde das durch Dampfschiff, Bahn und Auto abgelöst. Es gibt immer ein Besser. Das gilt auch für gesellschaftliche Entwicklungen.

    Das seh ich nun ganz anders. Der Mensch ist neugierig und will streben und für das Streben belohnt werden (Geld/Macht -> Dopamin). Das scheinen mir ganz grundlegende Mechanismen zu sein. Und das reflektiert der Kapitalismus. Man kann streben und wird dafür belohnt.

    Zitat

    Der Mensch ist neugierig und will streben und für das Streben belohnt werden (Geld/Macht -> Dopamin). Das scheinen mir ganz grundlegende Mechanismen zu sein. Und das reflektiert der Kapitalismus.

    In welche Richtung das Streben geht und wofür ist kapitalismusdefiniert nicht menschendefiniert.


    Schon Kinder werden auf dieses System vorbereitet.


    (ab 2:19 min. oder besser ab 6:50 min. - ca.12:00 min.)


    Ich bin auch neugierig (und das sogar extrem), belohnen tue ich mich auch selbst- durch Erkenntnis und erweiterte Möglicheiten, mein Leben zu gestalten.


    Jedes Problem, das ich erfolgreich löse, ist für mich Belohnung- die schönste Belohnung.


    Geld /Macht spielt für mich eine eher untergeordnete Rolle und ist auch weniger Antrieb für mein Handeln (höchstens im Sinne von Gerechtigkeit). Macht anderer Menschen empfinde ich als störend, genauso etwas des Geldes wegen tun zu müssen.


    Bin ich kein Mensch? Bin ich unnatürlich?

    Ich glaube dass Du vor allem nicht wirlich ehrlich Dir selber gegenüber bist.


    Aber die reine Statistik spricht doch auch eine klare Sprache. In den kapitalistischen Staaten ist Wohlstand, Gesundheit und Lebenserwartung sowie auch der Zustand der Umwelt und der Menschenrechte mit großem Abstand führend in vergleich zu allen anderen. Und auch da, wo Diktatur herrscht, ist überall da, wo zunehmen das Geld regiert (z.B. in China gerade zu beobachten, Shanghai etc) eine Verbesserung der Lebensumstände festzustellen.

    Zitat

    Ich glaube dass Du vor allem nicht wirlich ehrlich Dir selber gegenüber bist.

    ":/ ???


    Oder du glaubst nicht an das, was du nicht kennst?

    Zitat

    In den kapitalistischen Staaten ist Wohlstand, Gesundheit und Lebenserwartung sowie auch der Zustand der Umwelt und der Menschenrechte mit großem Abstand führend in vergleich zu allen anderen.

    Ist das trotz oder wegen des Wirtschaftssystems? Mit der Umwelt habe ich große Zweifel- derzeit hat das Wirtschaftssystem die Umwelt keineswegs im Griff, sondern fügt schweren Schaden zu.


    Kriege gehen auch maßgeblich in Folge des Wirtschaftssystems aus. Große Unterschiede im sozialen und wirtschaftlichen Bereich werden ebenfalls durch das Wirtschaftssystem produziert.


    Die Menschenrechte sind kein Ergebnis des Wirtschaftssystems, sondern eher der Demokratie.


    Es ginge jedenfalls besser.


    Siehe dir den Link an.

    Zitat

    Der Mensch ist neugierig und will streben und für das Streben belohnt werden (Geld/Macht -> Dopamin). Das scheinen mir ganz grundlegende Mechanismen zu sein. Und das reflektiert der Kapitalismus.

    Also da bin ich etwa zu 50% bei dir. Ja, unser Gehirn ist hungrig und braucht immer mehr, aber was genau damit verknüpft ist, also was positiv besetzt ist, hängt ja massgeblich damit zusammen was wir uns als Lolly vorhalten. Da ist das Gehirn ziemlich mobil. Jahtausendelang war Geld von nachrangiger Bedeutung und Naturalientausch lag vorne. Einfach weil man Geld nicht essen kann und auch nicht anziehen. Das es bei uns eine so hohe Bedeutung hat liegt daran, dass man damit alles andere bekommen kann und wie schnell sich das ändern kann, davon erzählen all die Tauschmärkte der Welt die da entstehen wo niemand mehr für den Wert des Geldes gerade steht und damit einen Tauschwert garantiert der über den Materiallwert hinausgeht.


    Ob also der Typ mit dem dicksten Konto oder den besten Fallenstellfertigkeiten der Held ist, ist eine Sache der Gewohnheit. Wir sind es gewohnt nach Geld zu urteilen, aber das ist anerzogen.


    Und ähnlich ist es bei Macht. Macht ist immer interessant, dass kann man schon kleinen Kindern ansehen wenn sie entdecken, dass sie Licht machen können. Da wird Licht an - Licht aus über Stunden gespielt und das Kleinkind ist berauscht von seiner Macht. ;-D ;-D


    Nun ist die Frage wie man Macht erlangt, wie man sie verdient und da gibt es durchaus unterschiedliche Ansätze und gab es auch immer und man kann nicht sagen, dass die eine zwangsläufig länger gehalten hätte als die andere. So ist Macht durchaus daran koppelbar wie gut man sich in Punkto "Allgemeinwohl" verhält. Wenn es verpöhnt wäre die Ellenbogen auszufahren und sozial sanktioniert würde, dann würden andere Verhaltensweise eintrianiert, eben weil alle Macht wollen, denn Macht sichert überleben und unser Stammhirn interssiert sich vorallem dafür.


    Und ja, es gibt dafür Beispiele, so ist beispielsweise die Aufopferung für das Wohl aller in asiatischen Gesellschaften weit verbreitet. Man muss dann halt genau gucken wer so unter "alle" fällt, aber grundsätzlich sind Menschen so gebaut, dass sie beides können.


    Der Kapitalismus ist in Reinkultur genau so ein Bullshit wie der Kommunismus Unsinn ist. Beide gehen nämlich von unrealistischen Vorraussetzungen aus und das unterhaltsame ist, dass sich das Menschenbild beider Überzeugungen am Ende ziemlich gleicht. Vergleicht man den sozialistischen Jugendkult mit dem heutigen Jugendwahn muss man schon reichlich blind sein um die Paralellen nicht zuerkennen.


    Was es braucht ist ein System welches die Stärken der Menschheit als Spezies unterstützt und ihren negativen Seiten Zügel anlegt und das dürfte in einer Mischung beider Systeme am besten gelingen, jedenfalls wenn man ein paar grundlegende Werte als Basis nimmt, deren Anlagen in allen religionen und auch in den humanistischen Werten zu finden sind. Da geht schon was.


    Das die kapitalistischen Länder derzeit so erfolgreich scheinen liegt ja nur daran, dass sie ihre Probleme munter exportieren. Was glaubst du wie es in deutschland bei den derzeitigen Löhnen aussähe wenn die Leute den wirklichen gegenwert der Produkte zahlen müssten und nicht dumpingpreise die nur auf Leid anderswo fussen hätten? Aber das kollabiert gerade. Das Leid anderswo ist so unterträglich geworden, dass es sich auf Schustersrappen auf den Weg zu uns zurück macht und zugleich müssen die großen Firmen anfangen hier alles rauszupressen, denn die Länder die vorher wie Zitronen ausgepresst wurden kann man nicht noch mehr Rendite quetschen, aber Rendite ist der Imperativ.


    Wir verdanken die derzeitgen Spannugen im Lande vorallem dem kapitalistischen System. Wenn wir es nicht üebrdenken behalten die Militärs recht und die üben vorallem Häuserkampf in europäischen Städten, weil deren Strategen davon ausgehen, dass das die nächsten Konflikte sind die auszutragen sein werden. Bürgerkrieg in der westlichen Welt ist das was sie für am wahrscheinlichsten halten. Und ich persönlich würde es vorziehen wenn wir ihre Prognose im Rüückblick als Irrtum erscheinen lassen.

    "Geld" und "Macht" ist doch letztlich das gleiche. Geld ist ja nur ein Transportmittel, was dahinter steht, ist eigentlich Macht und Freiheit.

    Zitat

    Was es braucht ist ein System welches die Stärken der Menschheit als Spezies unterstützt und ihren negativen Seiten Zügel anlegt und das dürfte in einer Mischung beider Systeme am besten gelingen

    Das ist doch eigentlich genau das, was die "soziale Marktwirtschaft" sein will, oder?


    Wobei bei der konkreten Umsetzung natürlich Mängel festzustellen sind.

    Zitat

    Das die kapitalistischen Länder derzeit so erfolgreich scheinen liegt ja nur daran, dass sie ihre Probleme munter exportieren

    das "nur" möchte ich in Frage stellen. Wenn man es durch "teilweise" ersetzt, ist es sicherlich so.

    Zitat

    Wir verdanken die derzeitgen Spannugen im Lande vorallem dem kapitalistischen System

    Ich denke eher, die Spannungen liegen weniger am System, sondern an der fehlerhaften Umsetzung. Diese erwähnte Entgleisung mit "gier" und "Billig" und "geiz ist geil" ist in der Tat sehr problematisch. Aber es steht keinesfalls fest, dass es nicht auch funktioniern würde, wenn man tatsächlich den realen Gegenwert zaheln müsste (z.b. ein inländisches fair trade-Siegel für kostendeckend hergestellte Milch?).


    Die Entgleisung liegt dann zum einen ander Blindheit der Massen (kurzfristig-affektiv das billige kaufen, anstatt nachhaltig und langfristig weise die fair trade Sachen kaufen), zum anderen an der Gier und dem Machtwillen einzelner, die das System egoistisch zu ihren Gunsten manipulieren und damit den Untergang aller billigend in Kauf nehmen.


    Aber was tun da!?

    Zitat

    "Geld" und "Macht" ist doch letztlich das gleiche. Geld ist ja nur ein Transportmittel, was dahinter steht, ist eigentlich Macht und Freiheit.

    Nicht ganz. Geld steht ja erstmal dafür seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Nicht verhungern, wohnen können und soweiter. Macht ist ja erst der Bonus ab einer gewissen Menge.


    Und wenn wir heute reale Preise zahlen müssten, dann könnten viele viele Leute nicht einmal mehr ihren Lebensunterhalt von ihrem Gehalt bestreiten, von selbstverständlich gewordenem Luxus wie rechner und telephon mal ganz zu schweigen.


    Und ja, soziale Marktwirtschaft ist ein gutes Grundknzept an dem gefeilt werden muss, aber die haben wir ja spätestens seit der Agena 2010 nicht mehr.

    Naja, wenn das Preisgefüge ein anderes wäre, wäre auch das Einkommensgefüge anders. Da ändert sich ja nicht nur ein Parameter singulär sondern man würde von einer grundsätzlich anderen Konstellation ausgehen.


    Vielleicht würde man auch einfach generell weniger konsumieren, dafür wären die einzelnen Güter teurer (ggf auch hochwergier).


    Also, gehen würde das bestimmt. Wäre halt ganz anders als jetzt und für "Geiz ist Geil" Kampagnen und viel sinnlosen Konsum aus reiner Freude weniger Platz.

    Wir befinden uns in einer visions- und orientierungslosen Epoche, gefühlt zwischen dem spät-viktorianischen Zeitalter und den Weltkriegen. Der Zusammenbruch des Ostblocks hat nicht zur Verbesserung des Lebens in den westlichen Demokratien geführt, sondern zum Gegenteil. In den Ländern des ehemaligen Ostblocks ist nach der Euphorie nunmehr die Ernüchterung angekommen. Da man nicht mehr von ideologischen Gut- /Böse-Lagern sprechen kann, spricht man von "unterschiedlichen Interessen". Für Kriege hat das allemal gereicht.

    Genau darauf wollte ich doch hinaus. Wenn die Dinge teurer wären kannst du dir sicher sein, dass die Gehaltsverhandlungen der letzten zehn Jahre anders geführt worden wären. Die derzeitige situation ist nur deshalb möglich, weil die Dumpingpreise die Leute nicht haben spüren lassen wie sehr sie über den Tisch gezogen werden. Die Konflikte um Lohn und Arbeitsbedingungen wurden also auf diese Weise nach aussen verlagert. Man hat sie hier nicht geführt sondern durch Dumping überall sonst nach aussen verlagert.


    Andernfalls hätten wir hier schon ganz anders Party gehabt. So aber wurden wir wie der berühmte Frosch um im Wasser langsam gewöhnt und halten diese Löhne für gerecht oder angemessen und so geht die Schere zwischen arm und reich weiter und weiter auf. Und so laden wir das Konto für eine dicke Explosion weiter und weiter auf.

    @ Kulturschaffender

    Zitat

    In den Ländern des ehemaligen Ostblocks ist nach der Euphorie nunmehr die Ernüchterung angekommen

    das hat aber mehr mit der subjektivem Wahrnehmung zu tun als mit der objektiven Realität. Die Lebensbedingungen in diesen Ländern haben sich durchaus erheblich verbessert. Aber der Mensch ist halt undankbar und sieht immer eher nu das negative.


    danae - und was schlägst Du nun vor, was sollen wir tun?


    Ich muss ja zugeben dass ich in der Tat so ein resigniertes "das resultiert letztlich aus der menschlichen Natur und ist nicht zu ändern" empfinde. Ich habe nicht das Gefühl, dass man viel machen kann.

    Zurück zu einer sozialen Marktwirtschaft und schön wäre auch sich europaweit auf Standards zu einigen. Und bis dahin kann man ja im Privatkonsum darum bemüht sein entsprechend zu handeln. ;-)


    Ich erwarte keine Wunder, meine Perspektive hat so ein paar hundert Jahre inklusive fieser Rückschritte vor Augen. ;-D ;-D


    Und in russland geht es schon siet geraumer zeit wieder bergab für das gros der Bevölkerung.

    Ich hab allerdings auch Momente, wo ich mich frage, ob es sowas wie ein "übergeordnetes Ziel" überhaupt gibt. Also so nach dem Motto "das Ziel der Menschheit ist es, faire und gute Lebensbedingungen für alle zu schaffen". Das klingt zwar gut, aber vielleicht ist das ja gar nicht so.


    Vielleicht existieren wir alle nur vor uns hin und die Umstände sind, wie sie sind, weil die Menschen sind, wie sie sind, und die Dinge schicksalshaft passieren, die nunmal passieren, und so ist das halt, und irgendwann hat der Spuk auch ein Ende (z.B. wenn unsere Sonne kollabiert).


    Ich befürchte, mehr ist es eigentlich nicht.

    Na, nur weil es kein vom Schicksal bestimmtes, übergeordnetes Ziel gibt, bedeutet das doch nicht, dass man sich ein solches nicht geben kann. Wir sind Tiere und existieren so vor sich hin, aber wir haben die Möglichkeit in weiteren zeitlichen Dimensionen zu denken und deshalb können wir uns Ziele setzen. Welche das sein sollen, welche es wert sind, dass muss man zusammen diskutieren und erarbeiten. Immer wieder neu, weil immer wieder neue Argumente aufs Tableu kommen, oder auch alte Argumente in neuem Gewand.


    Bis vor einigen Jahren schien es einen Konsens über das wünschenswerte Ergebnis zu geben und darauf wurde hingearbeitet. Beispielsweise in dem Vergewaltigung in der Ehe zur Straftat wurde oder Homosexualität aus der Illegalität in den normalen Alltag gehoben wurde. In den letzten Jahren wurde dieser Konsens in Frage gestellt und nun wäre, demokratischerweise, wieder Diskurs dran. Scheinen so einige ein wenig eingerostet zu sein in dieser Disziplin.