Die politische Bedeutung des Fußball Weltmeisters

    Heute ist der letzte Tag an dem wir noch feiern können, weil wir amtierender Fußball Weltmeister sind.


    Ab morgen wird es ein anderer sein. Welche politische Bedeutung hat das?


    Eure Meinung?

  • 36 Antworten

    Nachdem wir 1954 Weltmeister geworden waren, war der Spruch verbreitet: "Wir sind wieder wer".


    Von daher würde ich schon sagen, das der Titel auch eine politische Bedeutung haben kann.


    Ähnlich könnte es sein, falls morgen Kroatien Weltmeister wird.

    Ich glaube schon, dass solche Ereignisse eine relevante Bedeutung in der Gesellschaft haben können und daher auch politisch genutzt werden. Es muss ja nicht der WM-Titel sein, es kann auch das Abschneiden / Auftreten des eigenen Teams in Zusammenhang mit der Gastgeberrolle sein. 2006 war in Deutschland doch auch eine super Stimmung, man feierte sich und das Land (und den Fussball), ohne dass diese Art des Patriotismus ernsthaft in Verdacht war, eine schlimmere Variante des Nationalismus zu sein. Damals war die Finanzkrise noch nicht ausgebrochen, 2014, als die deutsche Mannschaft den Titel holte, war sie noch immer nicht überwunden... auch da wurde natürlich gefeiert.

    Ich meine, dass diese Dinge politisch auch als Ablenkung oder Verschleierung wirksam waren. Es geht ja um Identität, das kann gut oder auch schlecht sein, je nachdem worin sich das politische Programm gerade bestätigt sieht.

    Ich weiss nicht, wie es in den Ländern, die für den Titel in Frage kommen, also Frankreich und Kroatien, da genau aussieht. In Frankreich scheint zumindest die Masse zu feiern. Vielleicht würde ein Titelgewinn sich positiv auf den Zusammenhalt der Leute auswirken?

    Ich bin allerdings der Meinung, dass die meisten Probleme, die wir in Europa haben, wirtschaftlich verursacht sind und sehe daher die politische Bedeutung nicht groß.

    Vielleicht gibt Erdogan angesichts des schlechten Abschneidens der deutschen Mannschaft inklusive seiner Kicker mit Migrationshintergrund die beiden Trikots zurück. Das hätte allerdings politische Brisanz. :=o

    Mir machen die Geldmengen ein wenig Sorgen, die dabei umgewälzt werden - das steht für mich in keinem Verhältnis zum Nutzen, der für die Völker dabei entsteht. (Unsere "Freien Marktwirtschaftler" sehen dies gewiss anders ]:D). In anderen Sportarten trainieren die Aktiven auch leidenschaftlich. -

    Die Gegenbewegung im Volk ist längst da. Nicht umsonst beklagt man in der FIFA und im IOC die schwindende Bereitschaft der klassischen Demokratien, solche Groß-Events auszurichten , sodass diese fast nur noch in Autokratien stattfinden. - "Stell Dir vor, es ist Fußball, und keiner schaut hin". Mehr davon, bitte. Sonst normalisiert sich das nie.

    Kulturschaffender schrieb:

    Mir machen die Geldmengen ein wenig Sorgen, die dabei umgewälzt werden - das steht für mich in keinem Verhältnis zum Nutzen, der für die Völker dabei entsteht. (Unsere "Freien Marktwirtschaftler" sehen dies gewiss anders ]:D). In anderen Sportarten trainieren die Aktiven auch leidenschaftlich. -

    Die Gegenbewegung im Volk ist längst da. Nicht umsonst beklagt man in der FIFA und im IOC die schwindende Bereitschaft der klassischen Demokratien, solche Groß-Events auszurichten , sodass diese fast nur noch in Autokratien stattfinden. - "Stell Dir vor, es ist Fußball, und keiner schaut hin". Mehr davon, bitte. Sonst normalisiert sich das nie.

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    Mal allgemein gesprochen - der heutige Profi-Fußball ist das, was im alten Rom "panem et circensis" (Brot und Spiele) hieß - ein Instrument der Herrschenden, das Volk gefügig zu halten. Ein gut unterhaltenes Volk und ein paar kleine Wohltaten sorgen dafür, dass niemand aufmuckt. Das hat man sich auch damals schon einiges kosten lassen - wer mal eine Doku über das Colosseum in Rom gesehen hat, weiß das.

    Nun mag A.M. zwar behaupten, dass sie Fußballfan sei (das Gegenteil könnte nur ihr Mann beweisen), ich halte ihre Anwesenheit bei bestimmten Spielen jedoch für eine Form der Staatsräson, der sie zu folgen hat. Wie kann man es sich sont erklären, dass sie persönlich Uli Hoeness ihren Respekt aussprach, weil dieser - als verurteilter Straftäter - seine Haftstrafe antrat?

    Ein Argument ist ja auch, dass Fußball der beliebteste Sport der (Sofa-)Deutschen sei. Ich halte das nun wiederum für ein Henne-Ei-Problem (monothematische Konditionierung des Publikums-Geschmacks).

    Timbatuku schrieb:
    Souha schrieb:

    Maradonas Stinkefinger waren die einzige Attraktion.

    Wenn du dem seinen Finger bereits für eine Attraktion hältst, dann solltest du mal meine Finger kennenlernen. ]:D;-)

    Äh, ok, mein Kopfkino ist jetzt hoffentlich spannender als manches der vergangenen Fußballspiele.8-)