Sanders eigene Anhänger wussten und wissen, dass er Hillary unterstützen muss und das von der Partei auch von Ihm erwartet wird, das wurde Ihm in Hinterzimmern schon klar gemacht wie er nun zu ticken hat. Aber er ist ein schlauer Mann, darauf ist er auch selbst gekommen, denn es geht in den USA um etwas viel größeres, nämlich die Protestbewegung die er losgetreten hat und die hochaktiv ist. Er weiß genau was medial passieren würde, wenn er nicht Hillary unterstützt, die ganze Medienmaschinerie würde die Protestbewegung und an der Spitze Ihn dafür verantwortlich machen, wenn Trump ins weiße Haus einzieht und da er aber erst gestern selbst gesagt hat, dass die Bewegung erst angefangen hat und nun weiter getragen werden muss, ist Ihm dies viel viel wichtiger, als sein eigenes befinden. Deshalb ordnete er sich unter, weil er weiß wie viel diese Bewegung dem Land bringen kann, wenn sie über die nächsten 4 Jahre noch anwächst. Ich meine er hätte ja nun wirklich 1000 Gründe gehabt nach den geleakten emails zu sagen "f**kt euch alle, ihr habt mir meine Kandidatur geklaut mit euren Absprachen und fiesen Methoden, aber das große Ganze ist Ihm wichtiger und dabei ist das Große ganze nicht Trump zu verhindern (was er vor der Kamera sagen muss), sondern die von Ihm geschaffene Protestbewegung am Laufen zu halten, denn die ist in der Lage das Land mehr zu verändern als Trump es in einer Amtszeit je könnte.

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    Mal was ganz anderes: Hat Hillary eigentlich sowas wie einen Frauen-Bonus? Wenn ich recht erinnere, wäre sie die erste Frau in diesem Amt,,,,

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    Schwer zu sagen. Ich befürchte eher, dass es ein Handicap ist, da viele eine Frau nicht so Ernst nehmen. :-/

    das denke ich nicht. die einstellung "frauen sind kleine dummchen, die in die küche statt ins weiße haus gehören" dürfte nur in solchen staaten in relevanter zahl vertreten sein, die ohnehin die republikaner wählen werden.


    umgekehrt habe ich aber das gefühl, dass clinton die 'frauenkarte' überreizt und sich damit selbst ins knie schießt. statt "wählt mich weil ich der bessere kandidat bin" zu sagen "wählt mich, weil ich die erste frau im weißen haus wäre und meine präsidentschaft daher historisch", ist ein ziemlich armseliges argument. damit motiviert sie vor allem junge frauen nicht ansatzweise so sehr wie sie vielleicht glaubt, verschreckt aber männliche wähler umso mehr.


    es gibt einfach viele männer, die die entwicklungen in den letzten jahren sehr kritisch sehen. die es leid sind, auf stellenausschreibungen zu lesen, frauen würden bei "im wesentlichen" gleicher eignung bevorzugt eingestellt. die es leid sind zu hören, dass man bei den begehrten topjobs im aufsichtsrat oder vorstand per brechstange/quote einen gewissen frauenanteil erzwingen will, ungeachtet des frauenanteils in der gesamten belegschaft. die es leid sind, von """"feministinnen"""" stories darüber zu hören, wie wichtig frauen in führungspositionen zur verbesserung der "gleichstellung" sind, dass es aber "selbstverständlich" kein innerer widerspruch dieser agenda sei, wenn die """"feministinnen"""" keine frauenquoten in typisch männlichen scheissjobs (soldat, schlachter, bau) fordern. gewisse analogien zum mantra von der 'trickle down economy' drängen sich auf.


    ebenso gibt es viele männer, die es leid sind, zu sehen wie die kollegin mit der schwächeren wissenschaftlichen bilanz direkt im anschluss an ihre promotion eine juniorprofessur aus einem frauenförderprogramm zugesteckt bekommt, während man selbst sehen kann wo man bleibt. als mal eine stelle an unserem institut neu besetzt werden musste (in einem klassisch männerlastigen sub-fachbereich), fanden sich unter den bewerbern keinerlei auch nur ansatzweise für die stelle qualifizierten frauen. als unser institut es daraufhin wagte, eine rangliste ohne frau zu erstellen, wurden wir natürlich sofort von 'oben' ausgebremst, man hat sehr klar bedeutet, dass eine frau auf der liste zu sein habe, scheiss egal wie unqualifiziert für die stelle.


    viele männer sind es einfach leid, dass eine feministisch-durchgegenderte clique mit staatlicher unterstützung der gesellschaft einen gedanken von "gleichstellung" aufzwingt, der sich nicht um echte chancengleichheit bemüht (was dringend notwendig wäre!), sondern nur nutzlose symbolpolitik betreibt und über quoten und einseitige förderprogramme ergebnisgleichheit erzwingen will. ebenso sind es viele männer leid, von einer abgehobenen clique aus progressiven politikern, linksliberalen medien und kunst- und kulturschaffenden aus berlin-kreuzberg oder aus washington und san francisco als unsensible, reaktionäre fossile diffamiert und nach möglichkeit ausgegrenzt zu werden... und das nur weil sie ein mulmiges gefühl dabei haben, wenn ein biologischer mann dieselbe toilette wie ihre tochter benutzen darf, bloss weil er sich als transgender bezeichnet. oder weil sie sich wundern, ob es wirklich sinnvoll ist, abermillionen auszugeben um alle öffentlichen toiletten in new york genderneutral umzugestalten.


    kurzum: in den acht obama-jahren wurde die """"feminismus"""" & gender-agenda sehr weit vorangetrieben. in den meisten gegenden weit über das niveau hinaus, für das die dortige bevölkerung bereit gewesen wäre. man hat es ihnen mehr oder weniger in den rachen gestopft, ob sie wollten oder nicht. abseits der liberalen streifen entlang der ost- und westküste überwiegt die skeptische bis ablehnende sicht auf diese agenda. der widerwille gegen diese agenda ist durch dieses "gewaltsame vorpreschen" unter obama massiv gefüttert worden, und genau diesen widerstand mobilisiert clinton, wenn sie die frauenkarte spielt. auch mobilisiert sie dadurch diejenigen männlichen wähler, die in donald trumps kampagne sowas wie den "last stand of the angry white man" sehen. wie sagt man im englischen noch gleich? "to open a can of worms". deshalb ich bin mir sehr sicher, dass sich hillary in den wahlentscheidenden swing states selbst ins knie schießt, sobald sie versucht dort die frauenkarte auszuspielen.

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    Das ist nun wirklich ein hanebüchenes Argument.

    hört man von clintons anhängern aber häufig. ihre kampagne lässt wenige gelegenheiten aus, zu betonen, dass das sozusagen ein weiterer vorteil einer präsidentin clinton wäre. sie selbst spricht das natürlich nicht so plump und direkt aus.

    Die Argumente, die ich in die Waagschale werfen würde (und das habe ich ja bereits angedeutet) sind, dass sie viel Erfahrung mit den Strukturen und dem operativen "Geschäft" in der Politik hat.


    Mit einem Satz: Sie weiß, wo der Hase lang läuft. Das ist doch ein Bonus, den sie im Vergleich zu DT hat.


    Das hat nichts damit zu tun, das sie Frau ist, aber sie hat als Frau eines einflussreichen Politikers und auch in später in ihren eigenen politischen Ämtern viel mitgekriegt und inzwischen doch einen Erfahrungsschatz "erwirtschaftet" (blödes Wort :-/ ), der doch positiv ist und sie kennt nicht nur die Strukturen und Verflechtungen, sondern maßgebliche Politiker. Darauf lässt sich doch gut aufbauen.

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    Die Argumente, die ich in die Waagschale werfen würde (und das habe ich ja bereits angedeutet) sind, dass sie viel Erfahrung mit den Strukturen und dem operativen "Geschäft" in der Politik hat.


    Mit einem Satz: Sie weiß, wo der Hase lang läuft. Das ist doch ein Bonus, den sie im Vergleich zu DT hat.


    Das hat nichts damit zu tun, das sie Frau ist, aber sie hat als Frau eines einflussreichen Politikers und auch in später in ihren eigenen politischen Ämtern viel mitgekriegt und inzwischen doch einen Erfahrungsschatz "erwirtschaftet" (blödes Wort :-/ ), der doch positiv ist und sie kennt nicht nur die Strukturen und Verflechtungen, sondern maßgebliche Politiker. Darauf lässt sich doch gut aufbauen.

    tja, genau damit verkennst du die dynamik des diesjährigen wahlkampfs. ja, hillary hat viel erfahrung, ist gut vernetzt. in einem wahlkampf, in dem "establishment" und "gut vernetzt" ein synonym für "weiter so", "korrupt" und "klüngelwirtschaft" geworden ist, werden aus diesen vermeintlichen vorteilen plötzlich nachteile.


    auch hier gilt wieder: "politische erfahrung" ist kein wert für sich, sondern wird erst dann zu einem pluspunkt, wenn die ergebnisse der langjährigen politischen arbeit unterm strich positiv sind. und genau das ist bei clinton mehr als zweifelhaft.

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    und genau das ist bei clinton mehr als zweifelhaft

    Die Frage ist doch: hätte es ein anderer wirklich besser gemacht? Für gewissen Umstände, sind die Möglichkeiten oft sehr begrenzt.


    In der Tat habe ich auch schon oft beobachten können (in verschiedenen Bereichen), dass Menschen den "neuen Besen" bevorzugen. Hat alles seine Berechtigung. Ich denke nur, irgendwann (und oft sehr bald) kommt der neue Besen auch in der Realität an.

    genau meine rede:


    http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika/hillary-clinton-nominiert-der-grosse-riss-in-der-glaesernen-decke-14360175.html#/elections

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    Die Frage ist doch: hätte es ein anderer wirklich besser gemacht? Für gewissen Umstände, sind die Möglichkeiten oft sehr begrenzt.

    klar ist das die frage. das ist aber nicht der springende punkt. entscheidend ist: clinton hatte 40 jahre zeit, die dinge zum besseren zu verändern. nach ansicht vieler wähler ist ihr dies unterm strich nicht gelungen.


    wählt man clinton, hat man die gewissheit, dass sie den status quo in etwa fortführt. in den usa ist aber mittlerweile eine kritische masse der wähler so unzufrieden mit diesem status quo, dass sie bereit sind das risiko einzugehen, dass die dinge unter einem president trump noch schlechter werden - nur um eine gewisse hoffnung haben zu können, dass es ein president trump (wider erwarten) doch besser hinbekommt.

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    dass es ein president trump (wider erwarten) doch besser hinbekommt.

    Ja klar, das ist alles psychologisch nachvollziehbar. Ich befürchte nur, dass er die Erwartungen nicht einlösen kann - beim besten Willen nicht. Dann ist man wieder ent-täuscht... %-| :|N Ach nee und das verschlingt wieder unnötig viel Geld (das ganze Wahlkampf-Gedöns %-| )...

    Die Leute werden ihn hinterher mit großen Augen anschauen und sagen: "Aber Sie haben doch versprochen, Mr. Präsident - Mr. Donald Stong! Aber wir haben doch gedacht...Und nu?" Und er wird mit den Achseln zucken...

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    wählt man clinton, hat man die gewissheit, dass sie den status quo in etwa fortführt. in den usa ist aber mittlerweile eine kritische masse der wähler so unzufrieden mit diesem status quo, dass sie bereit sind das risiko einzugehen, dass die dinge unter einem president trump noch schlechter werden - nur um eine gewisse hoffnung haben zu können, dass es ein president trump (wider erwarten) doch besser hinbekommt.

    Genau so seh ich das auch. Ich habe nur Bauchschmerzen wenn ich mir vorstelle was für Gefühle hochkommen wenn klar wird das auch er nichts ändern wird am grundsätzlichen Problem. Denn das er das kann und will, daran zweifele ich ganz massiv. Erstens wegen der Einschränkungen durch die realen Umstände weil er eben nicht einfach machen kann was er will und dann weil er persönlich auch gar kein Interesse daran hat die Sozialstruktur zu ändern. Und last but not least: weil ein Mensch der glaubt das man den idealen Menschen züchten kann (und das hat, nämlich ihn und in logischer Folge seinen Sohn) einfach nicht den Blick für irgendwas anderes als sein Ego hat.

    so in etwa stelle ich mir den ausgang der wahl vor. und dann, oh schock: ein gleichstand!!


    http://www.270towin.com/maps/w172D


    dann müsste das repräsentantenhaus den präsidenten wählen und der senat den vize. wobei aber jeder staat im house nur eine stimme hat, d.h. man bräuchte die stimme von mindestens 26 staaten. mit anderen worten: die wahl trumps wäre damit sicher. im gegenzug könnte ihm aber der von den demokraten dominierte senat tim kaine als vize vor die füße setzen oO