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    Sollte man die USA nicht mal zu Reparationszahlungen bewegen ?

    Es so zu formulieren, muss man

    etwas vorsichtig sein...


    Was aber durchaus political correct wäre, die USA an ihre Verantwortung für ihr weltpolitisches und militärisches Handeln zu erinnern und in die Pflicht zu nehmen.


    Dies geschieht, zumindest auf offener Bühne, meines Erachtens zu wenig. Wahrscheinlich deshalb, weil man dann sofort als Nestbeschmutzer, Linker, Destabilisierer, Russlandfreund etc. niedergemacht wird. :=o

    naja, sie nur an ihre verantwortung zu erinnern ist eine ziemlich hohle sache, solange man keine konstruktiven alternativen aufzeigen kann und solange man sich selbst seiner verantwortung für die welt entzieht.


    hussein nach dem golfkrieg der 90er an der macht zu lassen war angeblich ein fehler, in afghanistan einzumarschieren war angeblich ein fehler, verfrüht aus afghanistan abgezogen zu sein war angeblich ein fehler. das chaos im nahen osten ist wahlweise die folge des fehlgeleiteten irakkriegs von george dablju, oder die folge von obamas zaudern und inkonsequenz in syrien. clinton wird die intervention in lybien vorgeworfen, aber hätten die amis dabei zugesehen, wie gaddafi in einem blutigen bürgerkrieg all seine militärs und polizisten in die waagschale wirft, um den aufstand seines volks niederzuknüppeln, hätte man den amis genau dieses nicht-eingreifen auch wieder als herzloses dem-leid-zusehen kritisiert.


    wie die amis es auch machen, ist es falsch. dass sie dann irgendwann die schnauze voll haben von den besserwissern in europa und san francisco, wundert mich nicht. wäre die welt wirklich besser dran, wenn sie nach dem vorbild der russen oder chinesen geführt würde, denen alle kriege und verbrechen gegen die menschlichkeit egal welchen ausmaßes unverhohlen am arsch vorbei gehen, solange diese nicht ihre wirtschaftlichen oder geostrategischen interessen tangieren? dass auch hinter den interventionen der amis meist solche interessen stehen, bezweifle ich nicht. ich kaufe den amis aber wenigstens ansatzweise ab, dass ihnen menschenrechte und leid zwar nicht so wichtig sind wie sie immer gerne behaupten, aber eben auch nicht völlig egal.

    Ich weis nicht, ob Hillary die erste Wahl ist... DT wäre auf jeden Fall die letzte.... ich drücke Hillary alle meine Daumen, und wenn es tatsächlich jemanden gibt, der die Geschicke unseres Planeten steuert... so möge er oder sie auf jeden Fall verhindern, dass dieser Made-by-Daddy-Milliardär Präsident wird... das kann einfach nur in die Hose gehen. G8-Treffen waren bis jetzt schon eine Show-Veranstaltung, man stelle sich vor.. DT mit seiner Plastik-Ehefrau kommt zu so einem Gipfel dazu ... der letzte Rest jeglicher Seriösität wäre dahin. Dieser Mensch hat keine Ahnung von Politik und wie man sich auf internationalem Parkett bewegt.. Lächeln und Winken wird da nicht ausreichen.

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    der letzte Rest jeglicher Seriösität wäre dahin

    Exakt. Ich empfinde ihn als Unseriös.

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    Dieser Mensch hat keine Ahnung von Politik und wie man sich auf internationalem Parkett bewegt.

    Exakt. Aber das hat Hillary Clinton und hat daher einen unschätzbaren Vorteil. Ich hoffe, dass das die Wähler auch so sehen...vielen imponiert aber das für meine Begriffe "starke" Großmaul... :-/ %-|

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    und wie man sich auf internationalem Parkett bewegt.

    Okay. Er würde es allmählich auch lernen. Aber Hillary beherrscht es schon. Außerdem weiß man nicht, ob er in seiner tumben Art nicht dabei Porzellan zertreten würde... :-/ das würde ich nämlich befürchten.


    Die Presse müsste sich indes im Sommerloch keine Sorgen mehr machen, Trump würde sie vermutlich jederzeit beliefern, mit verbalen und sonstigen "Schmankerl"... :-X

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    ich kaufe den amis aber wenigstens ansatzweise ab, dass ihnen menschenrechte und leid zwar nicht so wichtig sind wie sie immer gerne behaupten, aber eben auch nicht völlig egal.

    Ich kaufe das der Bevölkerung ab, der Regierung nicht. Dafür gehen sie schon mit ihren eigenen Leuten zu beschissen um. Allein die Fürsorge für Veteranen, die medizinische Versorgung nach Verletzungen im Kriegseinsatz (nimm noch ein paar Schmerzmittel), von der psychischen Versorgung der Kinder die sie da in den Krieg geschmissen haben mal ganz zu schweigen.


    Wenn ihnen Menschenrechte wichtig wären dürften sie als Gesellschaft nicht ganze Teile ihrer eigenen Leute als "Trash" abqualifizieren.


    Ich glaube das sie glauben das ihnen das alles wichtig ist, aber sie scheinen den Sinn nicht mal wirklich verstanden zu haben.


    Und natürlich wirft es sich immer leicht mit Dreck, so aus der Deckung heraus und hinterher ist man immer klüger. Aber es würde sicherlich schon sehr helfen wenn man sich mit seinen Verbündeten mal absprechen würde und dann ein gemeinsames Konzept verwirklichen würde, statt immer alleine durchzuziehen was einem gerade passend dünkt.


    Nehmen wir Afghanistan. Man kann über die Sinnhaftigkeit des Einsatzes sicher streiten, aber wenn man sich dafür entscheidet, dann sollte man es schon richtig machen. Dann muss man von Anfang an klar kommunizieren das es mehr als einen Durchmarsch braucht um ein Land zu stabilisieren und zu demokratisieren, dass jahrzehntelang von Warlords regiert wurde. Und wenn einem klar ist das man wirklich lange da bleiben wird, sollte man sein eigenes Verhalten entsprechend abstimmen und sich nicht wie die Axt im Wald aufführen. Dann sollte man darauf verzichten mit Drohnen rumzuballern, besonders wenn die Verbündeten das nicht so tolle finden. Langfriste Aufbauprogramme.


    Und Syrien wurde deshalb zum Problem weil man sich weder entschließen konnt was zu tun, noch dazu nichts zu tun. Einfach irgendwo Geld reinstecken ohne den Durchblick zu haben ist einfach in der heutigen Politik so häufiger kurzfristiger Aktionismus, nur zahlen halt andere hier für den Wahlkampf und die politischen Streitigkeiten in einem ganz anderen Land die Rechnung.


    Ich hätte ja die Einrichtung bewachter, entmilitarisierter Gebiete am Rand bevorzugt. Plätze in die geflohen werden kann, wo die Versorgung gesichert ist, vielleicht, wenn möglich Fluchtkorridore in diese Gegenden. Dann hätte man was getan ohne irgendwelche undurchsichtigen Strukturen zu stützen, hätte den Krieg nicht durch Waffen verlängert, darauf hätte man sich wohl auch mit den Russen einigen können und die Flüchtlingskrise wäre kein solches Thema geworden.


    Also, noch nicht, denn irgendwann werden die Klimaflüchtlinge uns da eh vor interessante Herausforderungne stellen.


    Alles in allem wäre die Devise im Ausland noch mehr als im Innland, und egal ob EU oder USA, erst denken, dann machen. Weniger Werbung für sich selbst, mehr reale und handfeste Arbeit. Gott wäre das schön!

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    G8-Treffen waren bis jetzt schon eine Show-Veranstaltung, man stelle sich vor.. DT mit seiner Plastik-Ehefrau kommt zu so einem Gipfel dazu ... der letzte Rest jeglicher Seriösität wäre dahin. Dieser Mensch hat keine Ahnung von Politik und wie man sich auf internationalem Parkett bewegt.. Lächeln und Winken wird da nicht ausreichen.

    Ich fürchte, dass solche Überlegungen bei amerikanischen Wählern wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen.


    Fremdschämen ist nicht so sehr das Ding eines US-Bürgers. Aber das ist jetzt nur ein Vorurteil von mir, ähnlich dem, dass für die meisten US-Amerikaner der Rest der Welt eh nicht so wichtig ist, weil die haben ihren eigenen "Weißwursthorizont".

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    Einfach irgendwo Geld reinstecken ohne den Durchblick zu haben ist einfach in der heutigen Politik so häufiger kurzfristiger Aktionismus, nur zahlen halt andere hier für den Wahlkampf und die politischen Streitigkeiten in einem ganz anderen Land die Rechnung.

    das in syrien war in meinen augen kein aktionismus sondern ein völlig absurder, vollends gescheiterter plan: man dachte, man könne sich dank finanzieller unterstützung und waffenlieferungen eine art "franchise-armee aus der lokalen bevölkerung" rekrutieren, die die drecksarbeit für einen erledigt und alle risiken trägt. man wollte sich den zu teuer und in der eigenen bevölkerung zu unpopulär gewordenen einsatz von bodentruppen sparen... indem man allen möglichen islamisten und halsabschneidern waffen liefert. nannte sich dann in der offiziellen sprachregelung "moderate opposition" - gemeint waren so herzchen wie die nusra-front. jetzt ist die situation noch schlimmer verkackt als jemals zuvor.


    wobei man aber nicht nur den amis die schuld dafür geben sollte. gerade im irak und syrien ist auch der uralte konflikt zwischen schiiten und sunniten eine der haupttriebfedern der konflikte, mit tatkräftiger unterstützung durch teheran, katar, ankara und riad.

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    Fremdschämen ist nicht so sehr das Ding eines US-Bürgers. Aber das ist jetzt nur ein Vorurteil von mir, ähnlich dem, dass für die meisten US-Amerikaner der Rest der Welt eh nicht so wichtig ist, weil die haben ihren eigenen "Weißwursthorizont".

    man frage zufällige amis mal, ob sie den unterschied zwischen austria und australia kennen. oder bitte sie, auf einem globus zu zeigen wo der irak liegt - um dann zu prüfen, ob wenigstens die grobe weltgegend getroffen wurde. ]:D

    Und wenn man den außenpolitischen Aspekt einmal weiter betrachtet, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es eine Menge US-Bürger gibt, die von Außenpolitik erst mal die Schnauze voll haben. Denn alles was die USA, mit welch ehren- oder unehrenwerten Zielen auch immer, die letzten Jahre unternommen haben, ist mehr oder weniger in die Hose gegangen. Ein Grund mehr für einige Leute, Clinton nicht zu wählen.

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    man frage zufällige amis mal, ob sie den unterschied zwischen austria und australia kennen. oder bitte sie, auf einem globus zu zeigen wo der irak liegt - um dann zu prüfen, ob wenigstens die grobe weltgegend getroffen wurde.

    HA, meine Freundin arbeitet gerade in Texas und die sagt sie ist froh wenn die Leute schonmal von der EU gehört haben und sie nicht mit den Asian Staaten verwechseln. Und ich hab hier einen Offizier der Amis getroffen der völlig baff war als mein Mann ihm erläuterte das die Mittelstreckenraketen nicht reichen um von Bagdad bis nach NY zu kommen. Der war stinksauer als er es auf einer Karte gezeigt bekam, weil er sich fragte wieso genau seine Freunde dann da sterben. :-|

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    das in syrien war in meinen augen kein aktionismus sondern ein völlig absurder, vollends gescheiterter plan

    Formulierungssache. Ich würde dieser deppigen Idee nicht die Ehre antun es einen Plan zu nennen. Es musste halt irgendwas gemacht werden damit man nicht schwach rüber kam, vorallem vor Russen und den eigenen Leuten, aber Bodentruppen nochmal einsetzen war auch unbeliebt. Und bevor man den eigenen Leuten ehrlich sagt das man nur die Wahl zwischen zwei doofen Optionen hat zieht man halt so einen Pseudoplan aus dem Hut.

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    gerade im irak und syrien ist auch der uralte konflikt zwischen schiiten und sunniten eine der haupttriebfedern der konflikte, mit tatkräftiger unterstützung durch teheran, katar, ankara und riad.

    Sicher, aber wenn man noch mehr waffen reinschmeißt wird es den Krieg nicht abkürzen. Wenn man eine Lage nicht überblickt steht einem auch mal ein Posten am Rand zu und die Leute vor Ort müssen das offenbar so blutig lernen wie die Europäer. Deshalb war ich ja für humanitäre Hilfe und es ansonsten laufen lassen.

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    Sicher, aber wenn man noch mehr waffen reinschmeißt wird es den Krieg nicht abkürzen. Wenn man eine Lage nicht überblickt steht einem auch mal ein Posten am Rand zu und die Leute vor Ort müssen das offenbar so blutig lernen wie die Europäer. Deshalb war ich ja für humanitäre Hilfe und es ansonsten laufen lassen.

    ich auch, aber die europäer haben erst bei der humanitären hilfe geknausert und dann die probleme und konflikte der region nach europa geholt. dümmer konnte man es kaum machen.


    ohne jetzt die immergleiche diskussion hier anstoßen zu wollen: ich denke der fall "deutschland seit september 2015" ist für viele amis ein sehr abschreckendes beispiel und spielt trumps antiimmigations- und antimoslem-rhetorik voll in die karten. zusammen mit den militärischen fehlschlägen im nahen osten, egal was man auch versucht hat, wirkt trumps isolationistische agenda daher durchaus stimmig und sinnvoll. ob sie das wirklich ist, weiss ich nicht mit sicherheit, aber auf viele wähler wird es definitiv so wirken. clinton hingegen ist teil dieser endlosen serie von militärischen und vor allem auch von strategischen fehlschlägen im nahen osten.

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    wirkt trumps isolationistische agenda daher durchaus stimmig und sinnvoll

    Sagen wir mal, sie wirkt verlockend einfach und klar. Die Erfahrung lehrt das die Dinge höchst selten so einfach und monkausal sind und bei so einfachen und klaren Ansätzen erstmal die Hälfte bis 2/3 ausgeblendet werden muss, damit es stimmig wirkt.