Zitat

    In Ordnung, du warst ja sehr davon überzeugt, dass es eher gemäßigt wird. Wie siehst du denn die bisherigen Benennungen? Sieht für mich nicht sehr gemäßigt aus, so in Sachen Rassismus.

    ich war davon überzeugt, dass trump eine deutlich gemässigtere politik betreiben wird new york times, cnn und süddeutsche zeitung glauben. ich denke er wird politik betreiben, die für meinen geschmack an der grenze zwischen gemässigt und konservativ liegt. mir ist natürlich klar, dass viele leute, die politisch weiter links stehen als ich, das als rechte hardlinerpolitik werten werden.


    die benennungen dieses wochenendes finde ich aber in der tat enttäuschend und etwas fragwürdig.


    michael flynn als nationaler sicherheitsberater steht für harte kritik am islam, was ich gut finde. auch wenn er für meinen geschmack manchmal übers ziel hinausschießt und mir seine wortwahl nicht immer gefällt. und er ist keiner von denen, die einen rhetorischen rüstungswettlauf mit russland antreiben. das finde ich ausgesprochen positiv. was mir nicht gefällt sind seine geschäftlichen kontakte nach russland und in die türkei. insgesamt aber eine personalie, mit der ich ganz gut leben kann.


    jeff sessions als justizminister halte ich für eine fehlentscheidung. einen harten, konservativen law-and-order mann im justizministerium fände ich nicht übel. aber gerade bei diesem amt, das großen einfluss auf die strafverfolgung hat, kommt es imho sehr auf die persönliche integrität und neutralität an. jemand der sich sein ganzes leben lang so gravierenden rassismusvorwürfen ausgesetzt sah wie jeff sessions ist daher imho eine fehlbesetzung. und es sendet zudem ein ungutes signal an die minderheiten in den usa - deren sorge, es unter trump mit einer staatlich sanktionierten rassistischen diskriminierung zu tun zu bekommen, wird durch diese personalie gefüttert. nicht gut.


    ich hatte ja auf trey gowdy als justizminister gehofft. ":/


    mike pompeo als cia-direktor ist bereitet mir auch bauchschmerzen, weil dieser für die aushöhlung bzw die missachtung des datenschutzes steht.

    nachtrag:

    Zitat

    Ich finde es auch ein wenig bizarr, dass nach einem Interview Bilder von Ivankas Schmuck als Werbung dienen. Nach Trennung von Geschäft und Politik sieht das in meinen Augen nicht aus.

    dazu kann ich nur eins sagen: kinderkacke. sorry, ist nicht abwertend dir gegenüber gemeint, aber sich über solchen kinderkram aufzuregen finde ich völlig lächerlich. wenn ivanka auf einer benefizveranstaltung mit schmuck aus ihrer eigenen kollektion auftritt, würde so mancher wohl auch motzen "wie kann sie nur eine gemeinnützige veranstaltung missbrauchen, um ihr schmuckgeschäft zu bewerben". %-|

    ja mei... trumps kritik an clinton bezog sich vor allem auf die käuflichkeit der politik. ivanka ist keine politikerin und wird wenn überhaupt dann nur indirekt einfluss auf die politik ihres vaters nehmen. inwiefern dieses bild die politik ihres vaters dem verdacht der käuflichkeit aussetzen soll, erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht.

    Na ja, ivankas Mann ist ja durchaus direkter involviert und indirekt ist Ivanka schon die ganze Zeit nicht involviert, sondern ziemlich stets und ständig und direkt. Ich schreib ja auch nur das ich es etwas bizarr finde, ganz generell und besonders im Kontext gerade. Ein weltverbrechen ist es sicher nicht, nur nicht gerade taktvoll.

    Zitat

    dass nach einem Interview Bilder von Ivankas Schmuck als Werbung dienen. Nach Trennung von Geschäft und Politik sieht das in meinen Augen nicht aus.


    dazu kann ich nur eins sagen: kinderkacke.

    Schon seltsam, mit welch unterschiedlichen Maßstäben gemessen wird. Ob Vetternwirtschaft schon im Vorfeld, ob Schleichwerbung - alles egal! Ist ja Trump, nicht Clinton. :(v

    Nur der guten Ordnung halber zu meinem Beitrag von 13.37 Uhr:

    Zitat

    Wie ein vor der Wahl aus bestimmter Richtung so beklatschter Jounalist ( Rudolf Augstein) nun so ganz andere Töne anschlägt:

    Der Gemeinte heißt natürlich mit Vornamen nicht "Rudolf"; das war reine irrtümliche Nostalgie meinerseits. :=o

    Zitat

    Schon seltsam, mit welch unterschiedlichen Maßstäben gemessen wird. Ob Vetternwirtschaft schon im Vorfeld, ob Schleichwerbung - alles egal! Ist ja Trump, nicht Clinton. :(v

    ein niedriges maß an nepotismus ist bei hohen politischen ämtern fast unvermeidlich...


    aber ja, ich habe kein großes problem damit, wenn ivanka trump fotos von einem politischen pressetermin für die werbung ihrer schmuckkollektion nutzt. und ja, ich habe ein großes problem damit, wenn eine hillary clinton millionenspenden aus saudi-arabien, aus katar oder von george soros bekommt. genauer gesagt 20-30 millionen $ aus den golfmonarchien und 7-10 millionen $ von soros.


    in meinen augen ist es einfach ein unterschied, ob ein politischer führer seine machtposition ausnutzt, um sich selbst und seinen clan zu bereichern oder ob ein politiker von milliardenschweren geldgebern abhängig ist, die über ihren gekauften einfluss die richtung der politik beeinflussen.


    sagen wir mal hypothetisch trump verabschiedet ein infrastrukturprogramm und ""zufällig"" gehen die aufträge daraus in new york allesamt an enge geschäftspartner seines schwiegersohns jared kushner. fände ich scheisse und nicht gut. fände ich aber um mehrere größenordnung weniger schlimm als wenn eine präsidentin clinton im sinne saudi-arabiens nur halbherzig und der publicity wegen gegen den IS vorgeht; oder andere islamisten in der gegend als sogenannte "moderate opposition" mit amerikanischen waffen ausrüstet. oder wenn eine präsidentin clinton im sinne von george soros regime changes unterstützen lässt oder die europäischen staaten in richtung eines europäischen superstaates drängt.


    solange persönliche bereicherung und vetternwirtschaft kein obszönes level erreichen (sagen wir mobuto-mäßig), halte ich sie für nicht gut aber für weniger schlimm als ein änderung der politikrichtung, die nicht im interesse der breiten massen liegen kann.


    falls ich wegen dieser einstellung mit unterschiedlichen maßstäben messe.. bitteschön, dann ist das halt so.

    Die Linke in einem noch sehr tiefer und grundsätzlicherem Sinn selber verantwortlich.


    Das gesamte politische Streben der Linken … jede einzelne ihre politischen Aktivitäten … jede Forderung die sie erheben … jedes Gesetz das sie einbringen ... die gesamte Ideologie den Linken ... alles ist immer darauf ausgerichtet, einen möglichst mächtigen Staatsapparat zu schaffen. Einen Apparat der in Lage ist, alles Mögliche zu regeln, zu gestalten und zu regulieren: Die Banken, die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Kultur, das Klima, …


    Die Linke schafft erst diesen mächtigen Apparat…
    … und dann scheisst sie sich in die Hose, wenn jemand wie Trump diesen Apparat in die Finger bekommt. ;-D


    Natürlich ist so ein Machtmensch daran interessiert, so einen mächtigen Apparat in die Finger zu bekommen. Mit je mehr gestalterischer Macht der Staat ausgestattet ist, desto höher der Anreiz

    Zitat

    in meinen augen ist es einfach ein unterschied, ob ein politischer führer seine machtposition ausnutzt, um sich selbst und seinen clan zu bereichern oder ob ein politiker von milliardenschweren geldgebern abhängig ist, die über ihren gekauften einfluss die richtung der politik beeinflussen.

    Ich findes beides unfassbar gruselig und es für unabdingbar, dass die persönliche Bereicherung ein obszönes Mass erreicht. Das ist wie mit der Lügerei. Die Leute wurden schleichend an Lügen in der Politik gewöhnt, besonders im Wahlkampf und nun gehen handfeste Lügen problemlos durch, wie man im Zuge des Brexit-Kampfes und der Wahlkampfes in den USA sehen konnte. Wenn man sich schleichend daran gewöhnt, dass die Leute im Amt sich und ihren Clan bereichern, dann werden wir irgendwann bei Muboto rauskommen.


    Das gilt auch für die Parteispenden und den Einfluß der Wirtschaft oder anderer Staaten. Wenn die Tür ein Spalt aufgeht, dann geht sie danach auch weiter auf...


    Diese Abwälzerei auf die Linken finde ich nervtötend. Ehrlich. Wo waren die Stimmen all der wütenden zuvor? Ich erlebe das in meinem Umfeld gerade life. Es war den meisten Leuten alles so lange wurscht, wie sie ihre Pfründe nicht in Gefahr sahen. Überfahren fühlen sie sich erst seit sie Angst um ihr Hab und Gut haben und plötzlich wird alles in Bausch und Bogen abgelehnt.


    Die Leute hätten ja auch vorher schon demonstrieren können. Hat sie niemand abgehalten. Habe gerade erst gelesen das noch in den 90gern eine Frau ihren Posten verlor, weil sie den Wunsch äußerte ihre Freundin zu hieraten. Will heißen, man war nicht nur mit rechten Positionen immer dem Risiko ausgesetzt, dass die Gesellschaft die offene Haltung abstraft und genug haben sich ja deshalb auch, verständlicherweise, nicht geoutet. Aber genug haben sich gefunden, denen die Sache wichtig genug war um das Risiko zu tragen. Bisher war das wohl beim sehr konservativen Spektrum oft nicht so. Die NPD hatte jedenfalls nie diesen Erfolg.

    Zitat

    Das gesamte politische Streben der Linken … jede einzelne ihre politischen Aktivitäten … jede Forderung die sie erheben … jedes Gesetz das sie einbringen ... die gesamte Ideologie den Linken ... alles ist immer darauf ausgerichtet, einen möglichst mächtigen Staatsapparat zu schaffen.

    Das ist ganz generell meist ein Anliegen eines Teils der Regierung, ein gewisses "Grundbestreben", bei dem gegengehalten werden muss. Ich empfinde diesen Impuls aber grundsätzlich ziemlich deutlich als eher "rechten" denn als "linken".

    Zitat

    Das ist wie mit der Lügerei. Die Leute wurden schleichend an Lügen in der Politik gewöhnt, besonders im Wahlkampf und nun gehen handfeste Lügen problemlos durch, wie man im Zuge des Brexit-Kampfes und der Wahlkampfes in den USA sehen konnte.

    na komm, lügen in der politik sind nichts neues und auch nichts, das sich in den letzten jahren gesteigert hat. das einzige was sich geändert hat ist, dass immer mehr menschen wegen des internets und der sozialen medien in der lage sind, die lügen zu erkennen.


    "niemand hat vor eine mauer zu bauen"


    "die rente ist sicher"


    "scheitert der euro scheitert europa"


    aus dem cdu-wahlkampf 99 ein plakat, das ein echter brüller ist:


    http://theintelligence.de/wp-c…8/cdu_wahlplakat_1999.jpg


    oder aus dem wahlkampf 2013: "sie kennen mich"


    oder während dem kita-streik im zweiten quartal 2015, da hieß es allerorten: "dafür ist kein geld vorhanden":


    https://www.welt.de/regionales…-kein-Geld-vorhanden.html (als lüge entlarvt wenige monate später, als plötzlich aus dem nichts milliardenspielräume in den staatlichen budgets frei waren.)


    möglicherweise werden sich "we will make america great again" und "we will build this wall" in einigen jahren auch in die lange liste erlogener wahlversprechen einreihen. wer weiss. :=o

    Zitat

    Ich findes beides unfassbar gruselig und es für unabdingbar, dass die persönliche Bereicherung ein obszönes Mass erreicht. [...] Wenn man sich schleichend daran gewöhnt, dass die Leute im Amt sich und ihren Clan bereichern, dann werden wir irgendwann bei Muboto rauskommen.

    mag sein, und ich bin auch kein fan von dreister selbstbereicherung und vetternwirtschaft im amt. aber wie gesagt: ein gewisses, niedriges mindestmaß an nepotismus ist ab einer gewissen stufe kaum noch zu vermeiden. und ich bleibe dabei: fürs erste ist mir im zweifelsfall ein geschäftsmann, der sich selbst bereichert, deutlich lieber als eine profipolitikerin, die durch ihre politik prioritär george soros und die golfmonarchien glücklich gemacht hätte.


    und nicht vergessen: das alles ist aktuell noch spekulation, mehr nicht. noch hat trump weder sich noch seinen clan bereichert. kann noch kommen, aber bis dahin halte ich es für unangebracht, über die hypothetische korruption trumps zu diskutieren als sei sie schon real geworden und ein unumstößlicher fakt.

    Ich glaube kaum das die Frage nach der Notwendigkeit staatlicher Regulierung etwas mit "rechts/link" oder "religiös/athesistisch" oder so zu tun hat. Das ist ja eher ein ganz eigenes Feld und es wäre ja nicht so, dass die Trump-Wähler nun gewählt hätten damit die Regeln aufgehoben werden, es geht ja vielmehr darum das die Regeln geändert werden sollen. Eigentlich ist Trump ja der Schrei nach einem starken Mann der alles wieder ins Lot bringt und das ist ja so ziemlich das Gegenteil dessen, was du normalerweise befürwortest, Tourist. Und es wäre ja auch nicht so, dass die republikanischen Regierungen ein Hort libertärer Werte gewesen wären, ich sage nur "Patriot Act".

    Black Gun


    Ich beobachte ja auch nur und stelle fest das seine Worte und die Handlungen nun gerade nicht sonderlich zusammen passen.

    Zitat

    möglicherweise werden sich "we will make america great again" und "we will build this wall" in einigen jahren auch in die lange liste erlogener wahlversprechen einreihen. wer weiss.

    Jup, aber das die Kandidaten schon vorher massiv häufig beim Lügen erwischt wurden und dennoch gewählt wurden, dass ist neu.