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    Clinton macht den Fehler, dass sie Wahlkampf gegen Trump macht, aber nicht für sich selber.

    Es ist undenkbar, dass sie ähnlich auf den Putz haut wie Trump. Was bei ihm markig daherkommt, würde man ihr anlasten. Die Amerikaner mögen keine schnoddrige Frau an der Spitze. Die Latte liegt für sie höher, einfach weil sie eine Frau ist. So kann sie nur versuchen, das Großmaul zu entlarven, wie gestern, als Trump herausposaunte, er sei ein Siegertyp. Clinton darauf sinngemäß: "Und so einer soll den Daumen am roten Knopf haben?"

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    Das muss sich erst noch zeigen, denn Trump hat einen dicken Pluspunkt: Seine Anhängerschaft, die ihm alles abkauft, so wohl auch, dass man ihm angeblich ein defektes Mikrofon vor die Nase gesetzt hatte. Sie werden das als weiteres Indiz für eine Verschwörung sehen. Er konnte sie bisher überzeugen, dass Obama in Kenia geboren wurde (er kam auf Hawaii zur Welt), dass der Moslem ist, dass seine Geburtsurkunde gefälscht ist, dass Clinton ein Geheimnis um ihre Religion macht (tut sie nicht, sie ist Methodistin), u.v.m.

    LOL!!!


    jeder, absolut jeder, auf den deine beschreibung zutrifft, ist doch schon lääängst im team trump. das wählerpotential, das durch solchen bullshit überzeugt werden kann, ist schlichtweg ausgeschöpft. diese wähler plus die stockkonservativen, die trump wählen werden weil er für sie das deutlich kleinere übel ist, hat trump sicher, aber das reicht noch nicht. er bräuchte noch mehr wähler, und ich sehe aktuell nicht, wie er die aus eigener kraft überzeugen sollte. solange clinton keine ganz großen schnitzer begeht, wird trump bei den wechselwählern und unentschlossenen nicht nennenswert an boden gewinnen.


    im endeffekt ist das was wir mit der trump-kandidatur sehen nur das endresultat eines jahrelangen versagens der konservativen. (ähnlich wie die entwicklung in europa!) was innen- und gesellschaftpolitik angeht ist trump für einen republikaner sogar ziemlich moderat. er hat weit weniger politische substanz als zb ein jeb bush oder ein ted cruz. der einzige grund, warum "einer wie trump" die republikanischen vorwahlen gewinnen konnte, der einzige grund, aus dem er bisher in den umfragen halbwegs mit hillary mithalten konnte, ist, dass er den frust der massen über das korrupte establishment kanalisiert und der wut über deren unwillen, eine antwort auf die schattenseiten von globalisierung und armutsmigration zu finden, eine stimme gibt. würden diese richtigen und wichtigen punkte von jemand "besserem" als trump vertreten, hätte clinton keine chance und es könnten mal wirkliche lösungen im sinne der amerikanischen bürger gefunden werden. so deutet nun doch einiges darauf hin, dass clinton das rennen machen wird und die USA vier weitere jahre zementierung des status quo, vier weitere jahre stillstand erleben werden.

    Trumps Auftritt bei diesem Duell war genauso peinlich wie fast alle seiner Auftritte. Sollten die US-Bürger diesen selbstherrlichen und verlogenen Knallkopf wählen, haben sie es wirklich nicht anderes verdient. Die Clinton (ich mag die auch nicht) hat wenigstens Hirn im Schädel.

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    Es ist undenkbar, dass sie ähnlich auf den Putz haut wie Trump. Was bei ihm markig daherkommt, würde man ihr anlasten. Die Amerikaner mögen keine schnoddrige Frau an der Spitze. Die Latte liegt für sie höher, einfach weil sie eine Frau ist. So kann sie nur versuchen, das Großmaul zu entlarven, wie gestern, als Trump herausposaunte, er sei ein Siegertyp. Clinton darauf sinngemäß: "Und so einer soll den Daumen am roten Knopf haben?"

    Entlarven bringt ihr persönlich aber nichts, weil sich dadurch keine Trump-Anhänger davon abhält ihn zu wählen und gleichzeitig keine Menschen mobilisiert für sie zu wählen. Sie hatte gestern die Möglichkeit ihr Programm vorzustellen und deutlich zu zeigen warum das ein Schritt nach Vorne wäre, aber sie hat sich zu sehr an Trump aufgerieben, was sie zwar geschickt gemacht hat, aber keine Bedeutung hat.


    So wird die Wahl z.B. nicht darüber entschieden ob Trump glaubte, dass Obama nicht in den USA geboren wurde oder doch. Wirtschaft interessiert und Sicherheit. Da glänzte Clinton nicht so sehr, wie in den Scharmüzeln mit Trump. Das ist aber der Punkt, man muss selber Substanz mitbringen wenn man gewählt werden will.

    Diese Gerüchte, dass Obama nicht in den USA geboren wurden, hat doch Clinton 2008 schon ausgegraben, als sie sich bei den Vorwahlen der Demokraten nicht gegen ihn durchsetzen konnte.


    Clinton wirft Trump vor für den Irak-Krieg gewesen zu sein. Das mag ja sein, aber sie war damals selbst für den Irak-Krieg. Und anders als Trump hatte sie damals ein politisches Amt und hat im Kongress dafür gestimmt und Trump war da nur Privatmann.


    Dass der nahe Osten seit der Amtzeit von Clinton als US-Aussenministerin im Chaos versinkt und der Aufstieg des IS unter Aussenministerin Clinton begann als Folge des schnellen Abzugs der US-Truppen aus dem Irak.


    Ich fand Trump in dem TV-Duell besser, obwohl er sich stark zurückgehalten hat. Wahrscheinlich wollte er sich noch einige Pfeile im Köcher aufheben für die nächsten Duelle.

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    Und Trump hat Substanz? :-o Tatsächlich. ]:D

    Nein, dass habe ich nicht gesagt! Trump hat keine Substanz, die braucht er aber auch nicht, weil er seine Anhänger nicht durch Substanz mobilisiert, sondern durch Emotionen. Bei Clinton ist dies genau anders herum, sie kann nicht durch Emotionen mobilisieren. Clinton ist niemand in den man sich "verliebt"; das ist bei Trump anders, er polarisiert sicherlich, wird gehasst oder geliebt. Jene die ihn lieben, die werden im November wählen. Aber jene die ihn hassen, werden nicht unbedingt für Clinton wählen, sondern im Zweifel wählen sie überhaupt nicht oder eine dritte Partei. Clinton muss es schaffen genau jene Wähler zu mobilisieren, welche unentschlossen sind oder dazu neigen Trump abzulehnen und das hat sie gestern in der Diskussion nicht geschafft.

    Problem für Clinton ist nur, dass sie der unbeliebteste demokratische Präsidentschaftskandidat aller Zeiten ist. Sie gilt als abgehoben, eiskalt, berechnend, unehrlich und verlogen. Sie steht wie kein zweiter Politiker der USA für das verhasste politische Establishment in Washington und ist der Idealtypus des korrupten, bürgerfernen Karrierepolitikers.

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    Sie gilt als abgehoben, eiskalt, berechnend, unehrlich und verlogen. Sie steht wie kein zweiter Politiker der USA für das verhasste politische Establishment in Washington und ist der Idealtypus des korrupten, bürgerfernen Karrierepolitikers.

    Wie gesagt, ich liebe sie nicht, aber den reichgeborenen, mindestens ebenso verlogenen Trump, der zudem noch in Teilen regelrecht irre wirkt, als Gegenpol zu sehen, gelingt mir leider auch nicht.

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    Dass der nahe Osten seit der Amtzeit von Clinton als US-Aussenministerin im Chaos versinkt und der Aufstieg des IS unter Aussenministerin Clinton begann als Folge des schnellen Abzugs der US-Truppen aus dem Irak.

    na na, man sollte nicht vergessen, dass es die kriegsgeile truppe von george w. bush war, die durch die auf lügen aufgebaute invasion im irak die büchse der pandora geöffnet hat. clinton hat die lage während ihrer amtszeit nur noch verschlimmert, aber da ist sie in guter gesellschaft mit so ziemlich jedem amerikanischen aussenpolitiker der vergangenen 40 jahre.

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    Ich fand Trump in dem TV-Duell besser, obwohl er sich stark zurückgehalten hat. Wahrscheinlich wollte er sich noch einige Pfeile im Köcher aufheben für die nächsten Duelle.

    er hat sich für seine verhältnisse sicherlich zurückgehalten, aber das war auch bitter nötig. selbst mit dieser zurückhaltung hat er durch seine ständigen unterbrechungen und sein ständiges die stimme erheben einen unsympathischen, rüpelhaften eindruck hinterlassen.

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    Ich fand Trump in dem TV-Duell besser, obwohl er sich stark zurückgehalten hat. Wahrscheinlich wollte er sich noch einige Pfeile im Köcher aufheben für die nächsten Duelle.

    War er besser, weil er besser fabuliert hat? Die ganze Welt hatte zugesehen, und jede Aussage der beiden Kandidaten konnte nachgeprüft werden. Das www macht es möglich. So waren vorgestern 73 Prozent der Sätze Trumps unrichtig. 23 Prozent waren es bei Clinton.


    Trump wirkte bei allen Themenkomplexen unsöuverän, unvorbereitet und sogar verwirrt. Er kann es einfach nicht besser. Bleibt zu hoffen, dass die Wähler das als sein wahres Gesicht erkennen und nicht auf den "finalen Pfeil" warten, den er im Köcher haben könnte. Ein Beispiel für seine Verwirrtheit:


    Sein zehnjähriger Sohn sei sehr flink und kundig im Umgang mit Computern, sagte Trump, um direkt anzufügen, dass eine künftige Regierung gegen die Internetkriminalität vorgehen muss. Da passt nichts zusammen bei ihm - und er soll Präsident der Weltmacht USA werden?

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    "Ich fand Trump in dem TV-Duell besser, obwohl er sich stark zurückgehalten hat. Wahrscheinlich wollte er sich noch einige Pfeile im Köcher aufheben für die nächsten Duelle."

    Einige vergiftete Pfeile? Glaube ich nicht, auch wenn er reichlich davon im Köcher hat. Er wirkte überfordert, schlicht und einfach. 90 Minuten face to face kennt der Mann nicht, Hillary sehr wohl.

    Dafür, dass jemand den teilweise nervös und unsicher wirkenden Trump in dem Duell besser finden konnte, brauchte es aber schon eine sehr mit ihm sympathisierende Sicht!


    Meine Lieblingsstelle war übrigens: ]:D Auf die Frage der Gegegnung von Hackern von seinem 10jährgen Sohn zu faseln, der sich "gut am Computer auskennt". War das pure Konfusion oder eine seiner irren Reaktionen?

    bezeichnend ist wohl, dass auf breitbart-news, der nachrichtenwebsite, die von trumps wahlkampfmanager herausgegeben wird, in einer umfrage nach der debatte trump nur mit 75% als sieger gesehen wurde, d.h. 25% haben clinton vorne gesehen.


    das wäre so ähnlich wie wenn in deutschland nach einem tv-duell zwischen merkel und petry 25% der nutzer auf pi-news merkel vorn sahen...

    Angeblich plant er für die nächste Diskussion schon, Clinton wegen ihres untreuen Mannes anzugreifen: dass sie zu ihm, statt zu der Geschlechtsgenossin gehalten hat, mit der er sie betrog. ":/ ??? Wenn das stimmt: wie verdreht kann man eigentlich denken? :[] Davon abgesehen, dass er sich selbst kaum als leuchtendes Beispiel amerikanischer Moral darstellen kann mit seinen drei Ehen. Der Mann ist einfach ein Elend.

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    wie verdreht kann man eigentlich denken?

    Nur verdreht! Er hatte ja auch eine Journalistin, die ihn argumentativ in die Enge getrieben hatte, mit der Vermutung abgekanzelt, sie habe momentan wohl nicht ihre beste Woche.

    @ haven't_waited

    der Angriff ist so verkehrt nicht und sicher nicht unbegründet: publik, weil bewiesen und durch die Presse gegangen ist der Fall Monika Lewinsky, in dem es um einvernehmlichen Sex ging.


    Aber es gab da auch die Fälle Paula Jones, Kathleen Willey und Juanita Broaddrick, in denen es um sexuelle Übergriffe, in letzterem Fall sogar um Vergewaltigung begangen von Bill Clinton ging. Diese Fälle sind alle aussergerichtlich beigelegt worden, daher ist es natürlich schwer zu beurteilen, welchen Wahrheitsgrad die Anachuldigungen jeweils hatten...


    Fakt ist jedenfalls, dass Hillary Clinton in allen Fällen zu ihrem Mann gehalten hat und gegen die jeweiligen Anklägerinnen Stimmung gemacht hat!


    Das wäre für sich genommen noch keine relevante Information, wäre da nicht eine der Argumente, mit denen für Hillary geworben wird, nämlich dass sie für weibliche Wählerinnen besonders wählbar sei, da sie sich als erste weibliche Präsidentin der USA für die Belange von Frauen einsetzen werde.


    Aus ihrem Verhalten in den aufgeführten Fällen wird aber deutlich, dass sie im Zweifelsfall sich eher für den eigenen Machterhalt als für das Schicksal von anderen Frauen interessiert...


    Und in diesem Sinne halte ich die Argumentation für nachvollziehbar und richtig: Hillary Clinton wird, sollte sie Präsidentin werden, genauso viel oder eher wenig für die Stellung der Frau in der Gesellschaft tun wollen und tatsächlich bewegen und erreichen wie zuvor Margaret Thatcher oder derzeit Angela Merkel für Frauen tun und erreichen...

    der schuss kann aber auch gewaltig nach hinten gehen. wer will in einem land, das "family values" noch hoch hält, einer frau ernsthaft vorwerfen, dass sie zu ihrem mann gehalten hat und bei unklarer faktenlage geneigt war, ihm statt fremder frauen zu glauben? ausserdem wirkt es doch reichlich kleinlich, im jahr 2016 persönliche affären aus den frühen 90ern aufzukochen.


    vor allem: wären aus den damaligen vergewaltigungsvorwürfen gegen bill clinton irgendein berechtigter zweifel ihm gegenüber zu ziehen gewesen, hätten das schon damals seine politischen gegner genutzt, um ihn zu fall zu bringen. soll heißen: diese "munition" ist erwiesenermaßen ein blindgänger.