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    summa summarum ist dieses gesetzesvorhaben also trotz einiger guter ansätze ein ziemlicher murks, von dem die öffentlichkeit IMHO völlig zu recht annimmt, dass es hauptsächlich die reichen entlastet.

    Ich war 1994 mal in New York. Die Stadt hat abschnittsweise ausgesehen wie nach einem Bombenangriff. Und zwar Mitten in Manhattan, nicht in der Bronx oder Harlem. Dort war es noch etliche Klassen erbärmlicher. Obwohl zu diesem Zeitpunkt schon fast fünf Jahre vergangenen waren, waren das immer noch die Folgen der sog. Reagonomics. Um deren Auswirkungen zu verstehen, war es nicht nötig, langwierige Untersuchungen über Lafferkurven und ähnlichen Quatsch zu veranstalten. Da genügte der schiere Augenschein um einen Begriff dessen zu bekommen, was öffentliche Armut bei gleichzeitig explodierendem privatem Reichtum bedeuten kann.


    Da es Bush I bekanntlich nicht gelungen war, die gröbsten Auswüchse der Reagonomics zu korrigieren, war auch fünf Jahre danach alles noch außerordentlich mies. Und das war New York, das bekanntlich nicht mit den USA gleichzusetzen ist. Ich habe den Eindruck, dass die Wirtschaftspolitik des GröGraZ drauf und dran ist, auf die Reagonomics noch einen draufzusetzen. Wenn das zutreffend ist, dann werden die Amerikaner, insbesondere diejenigen, die den Trump gewählt haben, ihr blaues Wunder noch erleben.

    @ schrund:

    du wirst doch wohl nicht allen ernstes das kriminalitätsproblem, das es in new york seit den 70er jahren bis in die 90er hinein gab, den reaganomics in die schuhe schieben wollen?! ich bitte dich....


    der aufschwung new yorks setzte übrigens genau dann ein, als der republikaner, konservative und "hardliner" rudy giuliani, bürgermeister von 1994 bis 2001, durch eine null toleranz politik die kriminalität in den griff bekam. zu welchen "kosten"/sozialen kollateralschäden sei mal noch dahingestellt, aber er bekam das problem in den griff.


    die reaganomics waren scheisse, keine frage. aber an dem was du ihnen hier vorwirfst waren sie nicht schuld.

    Ich hab kein Wort zu irgendwelchen Verbrechen geschrieben. Stattdessen ging es um eine völlig heruntergesaute Infrastruktur, die nicht nur mir aufgefallen ist. Das haben Männer und Frauen, mit denen ich darüber gesprochen habe, mit dem Namen Reagan in Verbindung gebracht. Daher habe ich mir erlaubt, hier eine Verbindung herzustellen.

    die infrastruktur war heruntergesaut, weil kein geld in der stadt war. und es war kein geld in der stadt, weil die verbrechensraten zu hoch waren. stichwort "white flight".


    wie gesagt: dieser verfall new york city's ging schon in den 70ern los und war bereits in den frühen 80ern, noch vor reagan's tax cuts, voll sichtbar. erst als unter giuliani die kriminalitätsrate in new york zurück ging, setzte die gentrifizierung der stadt ein.

    Was war das für ne Peinlichkeit heute mit Trumps Richterkandidat. Der hat aber auch eine besondere Gabe bei Personalentscheidungen in den Fettnapf zu geifen.


    https://www.welt.de/politik/ausland/article171737551/Donald-Trumps-Bundesrichter-Kandidat-blamiert-sich-bei-Anhoerung.html

    Zitat

    Der hat aber auch eine besondere Gabe bei Personalentscheidungen in den Fettnapf zu geifen.

    Ich wollte darauf schon antworten, bevor ich den Artikel gelesen habe (weil ich die News schon kannte, wenn auch nicht aus der Welt) und habe dann gesehen, dass der Artikel meinen Kommentar im Grunde schon beinhaltet:

    Zitat

    Kritiker sahen Petersens Nominierung als weiteren Beweis dafür, dass für Trump bei Personalentscheidungen nicht die Kompetenz der Kandidaten, sondern deren politische Ausrichtung ausschlaggebend ist.

    So siehts nämlich aus.

    @ Schrund

    man kann Reagonomics viel vorwerfen, das war sicher keine gute oder vernünftige Politik, aber die runtergekommenen Innenstädte, die dysfunktionale Infrastruktur, die quasi nicht existente öffentliche Versorgung in einigen Stadtteilen, das waren alles Dinge, die viel, viel älter sind und mit Reagonomics nicht das geringste zu tun haben!


    Uns Westdeutschen wurde ja nach dem Krieg auf allen Kanälen erzählt, wie wundertoll doch die USA seien, wie reich, wie schön, wie überlegen. Gestimmt hat das nie! Im Gegenteil, viele Industrieregionen hatten sich nach dem Krieg und haben sich sogar bis heute nicht von dem Niedergang im Rahmen der Weltwirtschaftskrise 1929 erholt, die Armut und Slums im Süden der USA bevölkert von ex-Sklaven, aber genauso bettelarmen weissen Kleinfarmern, waren vielleicht noch bis Anfang der 60er regional beschränkt, aber spätestens dort setzte eine Wanderungsbewegung dieser Armen nach Norden ein, mit der Hoffnung, dort eine bessere Zukunft frei von rassistischen Gesetzen zu finden, tatsächlich aber mit dem einzigen Erfolg der Bildung neuer Slums!


    Dazu kamen gescheiterte Social Housing Projekte. Auch wenn das St. Louis und nicht New York betrifft, die Geschichte der Siedlung Pruitt-Igoe ist sehr lehrreich:


    https://www.youtube.com/watch?v=xKgZM8y3hso


    Vergleiche auch mal Deine eigenen Erfahrungen mit diesen Bildern von New York in den 1970ern, also vor Reagonomics:


    http://all-that-is-interesting.com/1970s-new-york-photos


    War das, was Du gesehen hast, wirklich schlimmer?

    Zitat

    Kritiker sahen Petersens Nominierung als weiteren Beweis dafür, dass für Trump bei Personalentscheidungen nicht die Kompetenz der Kandidaten, sondern deren politische Ausrichtung ausschlaggebend ist.

    Damit ist er nun wahrlich nicht alleine ;-)


    Das macht der neue Sächsische Ministerpräsident nicht anders. :-/

    Man sehe sich unsere tolle neue Ministerriege an...wobei, in Österreich habe / hatte ich das Gefühl im Prinzip bei allen Parteien, zumindest bei der Bundes- und Wiener Stadtregierung ;-D . Lauter Kompetenzgranaten am Werk %-|

    nicht dass ich trumps nominierung einer offenkundig völlig unqualifizierten person gutheißen will, aber alleine ist er mit dieser vorgehensweise wirklich nicht.


    was qualifiziert beispielsweise eine ursula von der leyen als verteidigungsministerin? ":/

    Zitat

    was qualifiziert beispielsweise eine ursula von der leyen als verteidigungsministerin? ":/

    Sie kann mit den Soldaten im Auslandseinsatz Weihnachtslieder singen.


    Ist das keine Qualifikation? :-D


    https://www.tagesschau.de/ausland/leyen-afghanistan-105.html