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    Und dieser Lebensstil ist gefährdet, wenn Moskau die Ölfelder kontrolliert.

    Naja, ein Führerschein macht noch keine Aussage darüber, wieviel jemand Auto fährt. Zudem ist auch das Fahren eines Elektroautos, das z.B. mit Solarstrom betrieben und hergestellt wird, nur mit Führerschein möglich. Meines Wissens nach ist statistisch gesehen der Anteil der Nichtautofahrer, der Fahrradfahrer, der ÖPNV-Nutzer oder Geringautofahrer bei den Grünen besonders hoch.


    O-)


    Auch wenn ich nicht zu den Grünen gehöre: Meine Frau und meine Kinder, die alle erwachsen sind, besitzen alle keinen Führerschein, ich selbst hatte meine Führerschein mit über 40 Jahren gemacht (und fahre eher selten Auto) ... So einfach ist das nicht mit dem Wasser und Wein ... und es gibt einen statistischen Trend gegen den Führerschein ...

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    Und dieser Lebensstil ist gefährdet, wenn Moskau die Ölfelder kontrolliert.

    Nun macht euch mal nicht in die Hosen wegen etwas mehr oder weniger Öl. In den 70erJahren gab es schon mal Sonntags-Fahrverbote, die wurden allerdings mitnichten durch die Russen ausgelöst, sondern durch die Arber, denen man heute fleißig Waffen verkauft - wahrscheinlich um sie bei Laune zu halten. Uns täte nicht besser, wenn wieder einmal jemand den Ölhahn zudreht, im Nu würden wir uns auf neue Technologien stürzen, die mit weniger Öl auskommen.

    @ Souha

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    waren die endgültigen Beweise, die Frankreich angeblich besitzt.

    Diese "Beweise" sind streng geheim... ;-)

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    Nur weil die USA es nicht verwinden kann, dass die Russen vor Ort die Hauptrolle spielen und ihren Einflußbereich ausbauen. Wenn schon fremde Kräfte in einem arabischen Land sein müssen(was mir schwer gegen den Strich geht), dann russische.

    :)^

    @ Bater W.

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    Geht es in diesen Kriegen nämlich nicht letztendlich um Öl? Also um unsere Tankfüllung? Um unseren Arbeitsplatz in der Automobilindustrie? Um unseren Wohlstand?

    Hat Hitler den Osten nicht auch wegen Öl angegriffen? ;-)

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    In den 70er Jahren gab es schon mal Fahrverbote ...

    Die Ölpreiskrise hat eine wirtschaftliche Rezession ausgelöst und hat gezeigt, wie sehr man doch abhängig ist.


    Wie gesagt, sich den Amis wegen der Ölkriege moralisch überlegen fühlen und dann aber fünf Minuten später zur nächsten Tankstelle fahren und volltanken ...


    Wir segeln doch ganz gut im Windschatten der USA ... Ich möchte, das es so bleibt.

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    Aber es waren gerade die Trumpfreude, die behauptet hätten, unter Trump gäbe es keine unbedachten kriegerischen Auseinandersetzungen mehr, schon gar nicht im Nahen Osten, weil "America First" und so. Das gäbe es alles nur unter Hillary Killton, der ollen Kriegstreiberin. Joa ... nö, nä ?

    Wer sollen diese Trumpfreunde sein? Eine solche homogene Gruppe gibt es nicht. Aber wenn das Thema war, wurde meist nicht gesagt, nur unter Killary sei dies zu befürchten, sondern es wurde lediglich entgegengehalten, dass es falsch ist, sie als Friedenstaube zu sehen, sondern dass es auch unter ihr so wäre.

    als ob es hier nur um öl ginge. das ist eine viel zu einfältige betrachtungsweise.


    beim syrienkonflikt gibt es 3 hauptkonfliktlinien, die sich überlappen:


    1. Der innersyrische Konflikt: assad und die von ihm vertretenen alawiten, die den großteil der macht im land innehaben, gegen die benachteiligte sunnitische bevölkerungsmehrheit. hier spielt auch der über 1000 jahre alte konflikt zwischen sunniten und schiiten rein.


    2. Der muslimische Stellvertreterkrieg: saudi-arabien als schutzmacht der heiligen stätten des islam und als selbsternannte führungsmacht der sunniten bekriegt sich schon seit langem mit dem iran, der führungsmacht der schiiten, um die vormacht im nahen osten. beide führen in syrien über von ihnen finanzierte söldnerbanden einen stellvertreterkrieg. hinzu kommt noch erdogan, der sein eigenes süppchen kocht und sich kaum mühe gibt, seine neoosmanischen, imperialistischen bestrebungen zu verbergen. er will sich zum sultan krönen, und dazu muss er im nachbarland syrien seine macht ausbauen.


    3. Der geostrategische Konflikt: Russland und die USA kämpfen noch immer um einfluss und macht im nahen osten. es geht dabei nicht nur um politischen einfluss sondern auch um ressourcen. assad's syrien und der iran sind verbündete moskaus. moskau wollte wohl vor allem seinen einfluss in nahost und seine militärbasen in syrien schützen. die iraner sind daran interessiert, einen schiitischen verbündeten wie assad zu halten, und vor allem mit seiner hilfe einen "schiitischen sperrriegel" von syrien über den irak bis zum iran zu schaffen. mit diesem sperrriegel können sie pipelines jeder art von den golfstaaten zur türkei oder nach europa blockieren oder ausbremsen, was sehr im interesse der iraner ist. die golfstaaten wiederum wollten genau das vermeiden, und es hätte ihnen natürlich auch in den kram gepasst, ein schiitisches, eher säkulares regime in syrien durch ein sunnitisch-islamistisches zu ersetzen.




    die amis wiederum wollen in nahost nicht an einfluss verlieren, wollen ihr gesicht wahren und ihren verbündeten in saudi-arabien nicht das gefühl vermitteln, sie vollends im stich zu lassen. konkret um öl oder gas geht es in syrien eher weniger. und man sieht schon, dass die amis von allen akteuren diejenigen sind, die am wenigsten interesse daran haben, in diesen konflikt politische oder wirtschaftliche ressourcen zu investieren. vor diesem hintergrund muss man obama's zaudern sehen, vor diesem hintergrund muss man trump's raketenshow im april 2017 und nun im april 2018 interpretieren: dadurch wahrt trump, wahren die usa ihr gesicht, haben die selbstgezogenen linien - im gegensatz zu obama - "verteidigt" und klar gemacht, dass sie noch immer ein gewichtiger player in nahost sind. wie es nikki haley heute gesagt hat: "When our President draws a red line, our President enforces a red line." um genau diesen eindruck und nichts anderes ging es hier, und nicht etwa darum, wie damals im irak unter fadenscheinigen gründen einen großen krieg mit bodentruppen anzuzetteln.


    daran, dass man in syrien den russen und iranern das feld überlassen hat, weil diese dort einfach größere interessen zu verteidigen hatten als die usa, ändern die raketen genau gar nichts. und das wissen auch alle seiten. unterm strich ist das wohl auch das beste ergebnis: der westen versucht eben nicht, mit der brechstange plötzlich doch noch etwas am eigentlich längst entschiedenen ausgang des syrienkonflikts zu ändern, sondern wahrt nur halbwegs sein gesicht. die russischen interessen werden davon nicht wirklich tangiert, aber sie können mal wieder auf der UN-bühne die usa beschimpfen, wie sie das eh so gerne tun.


    und falls assad der urheber des giftgasangriffs von vor einer woche sein sollte, weiss er, dass er es damit nicht übertreiben darf, wenn er nicht doch noch den amerikanischen drachen wecken will. falls der angriff jedoch eine false flag aktion der islamisten/weißhelme gewesen sein sollte, kann assad und der rest der welt froh sein, dass trump sich davon eben nicht in einen großen einsatz reinziehen ließ sondern nur eine PR-show abzog.

    @ Black Gun

    Ich bin ja vor allem gespannt, wie die Chinesen zukünftig auf solche geopolitischen Spielchen reagieren werden. China hat sich in der Vergangenheit meistens zurückgehalten und beobachtet, aber jetzt wo China von Jahr zu Jahr seinen Einfluss auf der ganzen Welt verstärkt ausbaut und auch die militärischen Kapazitäten expandiert... die zukünftigen Konflikte dürften interessant werden.


    Was ich an China so interessant finde, ist die Tatsache, dass sie in Dekaden denken und deren Wirtschaften und Politik dementsprechend ausgerichtet sind...

    ich denke nicht, dass china sich auf absehbare zeit in nahost militärisch engagiert. china ist traditionell eher eine handels- denn eine militärmacht. ausserdem haben die chinesen mit dem versorgen und dem ruhigstellen ihres riesenvolkes schon genug zu tun. mit den großmächten indien und russland ist man sich auch in vielen dingen nicht grün.


    wo der westen ein machtvakuum lässt, wie zb in afrika, stoßen die chinesen rein, aber ich sehe sie auch in 10 oder 20 jahren noch nicht als imperialistische macht, die in fernen erdteilen militärische interventionen durchzieht. (in ihrer unmittelbaren nachbarschaft in ostasien sieht das natürlich anders aus.)

    Bei all dem hast du Israel vergessen, das natürlich nicht will, dass sich der Iran in Syrien festsetzt oder Waffenlieferungen an die Hisbollah den ungehinderten Weg über Syrien nehmen. Das könnte sich durchaus aufschaukeln. An der israelisch syrischen Grenze gibt es seit einiger Zeit ständig Zwischenfälle, zuletzt eine angeblich bewaffnete Drohne des Iran, die auf israelisches Gebiet vordrang.

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    um genau diesen eindruck und nichts anderes ging es hier, und nicht etwa darum, wie damals im irak unter fadenscheinigen gründen einen großen krieg mit bodentruppen anzuzetteln.

    Bruch des Völkerrechts war es trotzdem und es war diesmal nicht Trump allein, der den Angriff durchführte, sondern Großbritannien und Frankreich klebten wieder am Rockzipfel der USA. Zwar nicht in so großem Ausmaß wie im Irakkrieg, aber Anklänge hatte es schon. Wieso hat man nicht die Untersuchungsergebnisse abgewartet? Nein, man wollte losschlagen und suchte dafür einen Vorwand. Ich bin beileibe keine Assad Sympathisantin, aber irgendwas stinkt hier. Und "Mission Accomplished!" war auch genau das was Bush während des Irakkriegs gesagt hatte.

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    kann assad und der rest der welt froh sein, dass trump sich davon eben nicht in einen großen einsatz reinziehen ließ sondern nur eine PR-show abzog.

    Naja, wenn es wirklich Assad war, nutzt die PR Show wenig. Denn wie man sieht, hat der Angriff von 2017 nichts gebracht. Dann ist die Besorgnis über Giftgasangriffe doch auch nur reinste Heuchelei und Trump ist es eigentlich scheißegal. Er will nur den Macher spielen. Stattdessen werden weiter Fassbomben und ähnliches eingesetzt. Das juckt den Westen wenig. In Wirklichkeit ist es doch so, er hat keine wirkliche Strategie. Aber wie man liest, wollte Trump sehr wohl einen größeren Angriff, nur Mattis hat gebremst.

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    Bei all dem hast du Israel vergessen, das natürlich nicht will, dass sich der Iran in Syrien festsetzt oder Waffenlieferungen an die Hisbollah den ungehinderten Weg über Syrien nehmen.

    stimmt, das habe ich vergessen in meiner aufzählung. @:)

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    Zwar nicht in so großem Ausmaß wie im Irakkrieg, aber Anklänge hatte es schon.

    jap, hatte es. und darüber bin ich auch nicht sonderlich glücklich. aber die begrenzten raketenschläge, die mehr PR denn ernsthafte militäraktion sind, halte ich in der verfahrenen situation eben noch für die beste option.

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    Naja, wenn es wirklich Assad war, nutzt die PR Show wenig. Denn wie man sieht, hat der Angriff von 2017 nichts gebracht.

    falls es beide male, 2017 und 2018, assad war - wer sagt denn dann, dass er ohne den raketenangriff 2017 nicht schon viel früher wieder seine chemiewaffen eingesetzt hätte?

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    In Wirklichkeit ist es doch so, er hat keine wirkliche Strategie.

    korrekt, hat er nicht. genauso wie obama vor ihm und die EU schon die ganze zeit über hat keiner im westen eine wirkliche strategie für syrien. wie von mir ausgeführt liegt das einfach daran, dass syrien für den westen nicht interessant genug ist, um eigene bodentruppen dorthin zu schicken, aber zu nah und zu gefährlich um komplett ignoriert zu werden. der versuch, alle möglichen lokalen söldnertruppen zu bewaffnen, war ein schuss in den ofen: erstens hat man damit auch islamisten groß gemacht, zweitens sind solche truppen einer echten armee wie der russischen oder nun auch der türkischen nicht gewachsen.


    unterm strich hätte der westen den kriegsverlauf in syrien nur dann nachhaltig in seinem sinne verändern können, wenn er dazu bereitgewesen wäre, zehntausende seiner soldaten auf jahre hinaus dorthin zu schicken. seit der russischen intervention 2015 ist die sache de facto gelaufen, und trump konnte schon von anfang an, schon bei seinem amtsantritt, rein gar nichts tun um daran noch etwas zu ändern. gut, ausser er bricht wirklich den ganz großen krieg vom zaun, der den ganzen nahen osten in brand steckt und uns wirklich an den rande eines heißen krieges mit russland bringt. aber das kann natürlich keiner wollen.

    Noja, wird nicht mehr lange dauern, dann geht mir der ganze Nahe Osten am Arsch vorbei. Jeder hatte seine Chance seine Interessen in angemessener Weise zu artikulieren. Der Sunniten-Schiiten-Scheiß erinnert mich gerade an die Zeit bei uns vor 500 Jahren...


    Weiß man überhaupt noch, wer welche Interessen zu welchem Zweck verfolgt? Gut möglich, dass der Westen sich gegenüber Putin zuletzt ein wenig wie Arschloch aufgeführt hat. Die Leidtragenden sind mal wieder die Kleinen ganz weit unten, aber das kümmert Leute wie Putin und Assad ganz weit oben leider überhaupt nicht. Stände Putin oder Assad vor mir, ich würde jedem so kräftig es geht in die Eier treten.