• Donald Trump der nächste amerikanische Präsident?

    Der Betreff sagt schon alles :-) Was meint Ihr(Versteckter Text)
  • 11 Antworten

    Zudem:


    Der Mann befand sich weit über 20 Jahre lang in Haft, bereute seine zweifellos ekelhaften Taten und hatte sich bei der Familie des Opfers auch entschuldigt. In Deutschland und Österreich hätte die lebenslange Strafe bei guter Führung nach 15 Haftjahren zur Bewährung ausgesetzt werden können.


    Warum das Todesurteil für Orlando Hall ausgerechnet jetzt, nach Trumps Abwahl vollstreckt wurde, erschließt sich mir nicht. So etwas gab es meines Wissens noch nie.

    Monsti schrieb:

    In Deutschland und Österreich hätte die lebenslange Strafe bei guter Führung nach 15 Haftjahren zur Bewährung ausgesetzt werden können.

    Ja in Deutschland geht Täterschutz über alles und den Opfern bzw. dessen Angehörigen wird noch ins Gesicht gespuckt. In den USA ist das zum Glück anders.


    Zitat

    Warum das Todesurteil für Orlando Hall ausgerechnet jetzt, nach Trumps Abwahl vollstreckt wurde, erschließt sich mir nicht. So etwas gab es meines Wissens noch nie.

    Der Termin für die Hinrichtung stand schon seit längerem fest. Es sind in diesem Jahr schon mehrere Mörder hingerichtet worden. Trump hatte verfügt, dass auf Bundesebene gefällte Todesurteile wieder vollstreckt werden können. Zwei weitere Hinrichtungen stehen in diesem Jahr auch noch aus.

    DieZauberfee schrieb:

    In den USA ist das zum Glück anders.

    Dann frage ich mich, warum bist du hier - sowohl tatsächlich als auch virtuell - wenn dort alles so toll ist (war).

    Monsti schrieb:

    @DieZauberfee


    Da Du ja immer so auf gläubig tust, habe ich dies für Dich:

    Zitat

    Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! (Mt 7,1)

    Die Zauberfee ist in ihrem Glauben eher alttestamentarisch unterwegs. Etwas weniger "Liebt eure Feinde und betet für jene, die euch verfolgen" miht christlicher Nächstenliebe und Vergebung, dafür mehr "Die Rache ist mein" mit Regen aus Feuer und Schwefel für die Gottlosen.

    DieZauberfee schrieb:

    Ja in Deutschland geht Täterschutz über alles und den Opfern bzw. dessen Angehörigen wird noch ins Gesicht gespuckt. In den USA ist das zum Glück anders.

    Seit wann denn das? Man gesteht einem Menschen aber durchaus zu, dass er sich im Verlauf seiner Haft besinnt, seine Taten zutiefst bereut und bereit ist, künftig ein sozial verträgliches Leben zu gestalten.


    Natürlich gibt es auch andere Fälle, bei denen auch noch nach Jahrzehnten keine Einsicht besteht. Solche Leute werden i.d.R. aber nicht zur Bewährung freigelassen, sondern bleiben hinter Schloss und Riegel bzw. landen in der Sicherungsverwahrung, was auf Dasselbe rauskommt.


    Darf ich fragen, ob Du oder Deine Angehörigen jemals Opfer eines schweren Verbrechen waren, die Dich zu obiger Schwachsinnsaussage hinreißen lassen? Oder ist das nur wieder ultrarechtes Gesülze ohne Beweise?


    Aber, wie oben schon angedeutet, solltest Du vielleicht in die USA auswandern - natürlich nur in einen republikanisch dominierten Staat, weil nur dort (neben Corona) Recht und Ordnung herrscht.

    enigmatic1606 schrieb:

    Die Zauberfee ist in ihrem Glauben eher alttestamentarisch unterwegs.

    Scheint mir auch so, doch lobte sie die gläubige, anständige Katholikin Amy Coney Barret mit ihren 7 Kindern ja erst kürzlich in den Himmel. Dass auch Joe Biden bekennender Katholik ist, scheint hingegen ohne Bedeutung zu sein, da er in ihren Augen ja ein Linksradikaler ist.:_D

    Alfredo C. schrieb:

    Ich hätte diesem Orlando Hall keine Bewährung zugestanden,nicht bei dem,was er getan hat.

    Nun, ich bin strikte Gegnerin der Todesstrafe. Für mich ist sie nichts anderes als Mord. Ich finde, lebenslänglich genügt doch, oder? Klar ist teurer, muss man einem Kriminellen bis zu seinem Lebensende ein Dach über dem Kopf, Nahrung und noch ein paar andere Dinge liefern.


    Außerdem: Ausnahmslos jeder Mensch (sofern nicht massiv persönlichkeitsgestört, wie z.B. Trump, um wieder aufs Thema zurückzukommen) kann sich ändern. Ist man über 20 Jahre lang inhaftiert, sollten die Verantwortlichen eigentlich beurteilen können, ob die inhaftierte Person rückfällig werden könnte oder nicht. Normalerweise befinden sich in den Gefängnissen ja auch Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten. Naja, in den Todeszellen der USA womöglich nicht, was ein großes Armutszeugnis wäre.


    Aber das alles war jetzt OT. On topic war eigentlich nur mein Hinweis darauf, dass die Vollstreckung eines Todesurteils zwischen Wahl(ergebnis) und dem neuen Präsidenten nicht der US-amerikanischen Tradition entspricht.

    Ich bin auch gegen die Todesstrafe.Ich hab auch nicht davon geredet,ihn hinzurichten.Aber er hätte im Gefängnis bleiben müssen.

    Monsti schrieb:

    Klar ist teurer, muss man einem Kriminellen bis zu seinem Lebensende ein Dach über dem Kopf, Nahrung und noch ein paar andere Dinge liefern.

    Man meint, dass das klar ist, weil es logisch klingt. Tatsächlich ist es aber andersrum:

    Zitat

    Wie teuer den Staat das Recht zu töten kommen kann, das zeigen inzwischen zahlreiche Studien aus den Einzelstaaten. Einmütiges Ergebnis: Die Todesstrafe kostet den Staat mehr als eine lebenslange Haft ohne jede Möglichkeit der Bewährung.

    https://www.welt.de/print-wams…ine-lebenslange-Haft.html

    Ah, Timba ist mir zuvorgekommen. Jap, stimmt. Die Todesstrafe ist tatsächlich in der Regel teurer als lebenslange Haft. Zugegeben, die Tatsache, dass die Haftbedigungen in den USA oft... naja... unterirdisch sind, hilft dabei sicher. Aber so oder so, Exekutionen sind kein adäquates Mittel, um dem Staat Geld zu sparen. Das mit der abschreckenden Wirkung ist auch Käse. Was bleibt also? Befriedigung von Vergeltungssucht. Niedere Beweggründe. Höhlenbewohner-Echenshirnzeugs. Mehr ist das nicht. Wie ich sagte... Vengeance is mine und so.


    Nunja... nicht, dass ich den Drang nach vermeintlicher Genugtuung nicht verstehen würde oder nachvollziehen könnte. Dieses "Auge um Auge"-Ding erscheint auf archaische Weise ja Gerechtigkeit herzustellen. Und erscheint es nicht paradox, jemanden, der sich durch von ihm begangene, abscheuliche Taten so unmenschlich wie nur irgendwie möglich verhalten hat, menschlich behandeln zu müssen? Die Sache ist halt die... ich persönlich bin überzeugt davon, dass sich der Charakter eines Menschen darin zeigt, wie er mit Leuten umgeht, die in einer wie auch immer gearteten Hierarchie unter ihm stehen oder seiner Gnade aus welchen Gründen auch immer ausgeliefert sind. Und analog gilt das auch für Gesellschaften, würde ich sagen. Und aus dem Verkehr gezogene Gefangene, die in diesen Situation oft am niedersten Punkt ihres Lebens angekommen sind, umzubringen... nunja. Wirft meienr Meinung nach kein gutes Licht auf eine Gesellschaft.

    Und man fragt sich, warum sich keiner der Pro-Lifer, die ironischerweise oft auch zu den Befürwortern der Todesstrafe gehören, über all die ungeborenen Kinder Sorgen macht, wenn diese Konservativen beim Vollstrecken einer Exekution Millionen potentieller ungeborener Kinder in ihre Shorts schießen. :=oOder warum ach so religiöse Bürger plötzlich kein Problem damit haben, eben nicht Gott richten zu lassen, sondern meinen, das selber in die Hand nehmen zu müssen.

    enigmatic1606 schrieb:

    Und aus dem Verkehr gezogene Gefangene, die in diesen Situation oft am niedersten Punkt ihres Lebens angekommen sind, umzubringen... nunja. Wirft meienr Meinung nach kein gutes Licht auf eine Gesellschaft.

    Du sagst es. Aber nicht nur das. Ich glaube außerdem, dass das staatliche Töten die Hemmschwelle fürs Töten insgesamt herabsetzt, ergo also das Gegenteil erreicht wird von dem, was angestrebt ist. Es ist einfach wenig glaubhaft und überzeugend zu sagen, hey, Töten ist Kacke, außer wenn ich es mache, dann ist es gut. Der Unterschied wird zwar im Gesetz erklärt, aber ob das Unterbewusstsein der Menschen da immer mitgeht, da habe ich meine Zweifel. Vielleicht ein Grund dafür, dass im Amiland mehr gemordet wird als anderswo.


    enigmatic1606 schrieb:

    Oder warum ach so religiöse Bürger plötzlich kein Problem damit haben, eben nicht Gott richten zu lassen, sondern meinen, das selber in die Hand nehmen zu müssen.

    Na, das ist einfach erklärt: Sie sind selbstverständlich fest davon überzeugt, dass Gott unter ihnen und nicht über ihnen steht. Der dient ihnen nur als eine Art Strohmann. So können sie jeden Mist, den sie anrichten, auf Gott schieben.