EFH Bauen mit dem Bauträger: Eure Tipps und Erfahrungen

    Hallo zusammen!


    Wir bauen bald und werden mit einem regionalen Bauträger bauen. Wir waren auch in Kontakt mit Architekten, haben uns aber letztendlich gegen den Bau mit einem Architekten entschieden.


    Mich würde interessieren, wer von euch schon gebaut hat und wie eure Erfahrungen waren? Mit wem habt ihr gebaut (Architekt, Bauträger)? Wie habt ihr gebaut (massiv, Holzhaus, Fertighaus)?
    Was würdet ihr im Nachhinein anders machen? Welche Probleme gab es?


    Wir stehen nun kurz vor der Vertragsunterzeichnung.
    Wir werden das Vertragswerk des Bauträgers vorher natürlich von einem Juristen prüfen lassen und alle Nebenabreden ebenfalls schriftlich festhalten, um auf der sicheren Seite zu sein. Für die Baubegleitung würden wir einen unabhängigen Dritten beauftragen.

    Die Finanzierung ist abgesegnet und wir bringen auch nicht unser gesamtes Eigenkapital ein, sodass wir noch einen komfortablen Puffer für Unvorhergesehenes haben.


    Über Tipps und Erfahrungen freue ich mich! @:)

  • 20 Antworten

    Vor allen Dingen eine Versicherung gegen Baupleite abschließen.


    Hätten Bekannte das Risiko einer Insolvenz abgedeckt, hätten sie nun keine Bauruine.

    Und ihr gesamtes Geld wäre nicht futsch.

    Wir haben mit einem bekannten, lange existierenden Fertighausanbieter gebaut. Richtige Probleme gab es eigentlich keine, aber trotzdem ist die Bauphase stressig. Mit der Firma würde ich jederzeit wieder bauen, beim 2. Mal weiß man ja besser wie das geht. ;-D


    Anders machen würde ich ein paar Dinge schon, sind aber eher Kleinigkeiten bei der Gestaltung. Perfekt wird erst das dritte Haus hat mir mal jemand gesagt. ;-)

    Ich würde mir auf jeden Fall einen Bausachverständigen an die Seite holen, der bei der Abnahme der einzelnen Gewerke dabei ist und auch mal zwischendurch nach dem rechten sieht. Die Chance, dass dann gepfuscht wird, ist wesentlich geringer, wenn die Handwerker wissen, dass da jemand ist, der ihnen auf die Finger guckt.

    Das ist mit Sicherheit gut angelegtes Geld.

    Wir haben mit Bauträger und Bauwerkvertrag 1998 gebaut. Die Erfahrung war positiv (sofern man beim Hausbau überhaupt von "positiven Erfahrungen" reden kann - die Zeit ist nun mal per se stressig und chaotisch).


    Vorteile: Viel Erfahrung, bewährte Partner für die einzelnen Gewerke, zügiger Baufortschritt, ein einziger Ansprechpartner bei Mängeln ohne Schwarzer-Peter-Spiel.


    Für die Bonität kann man bei der Schufa eine Unternehmensauskunft anfordern, aber eine Garantie ist das auch nicht. Die beste Garantie ist, wenn der Bauträger in der Region schon viel gebaut hat - einfach nach Referenzobjekten der letzten 2 Jahre fragen und dort auch einfach mal klingeln und ins Gespräch mit ehemaligen Kunden kommen. Man sollte sich im Zweifel auch an Firmen halten, die unter gleichem Namen schon länger als 10 Jahre aktiv sind. Viele liquidieren die Firma wieder nach 2-3 Jahren, um aus den lästigen Gewährleistungen auszusteigen. Parallel taucht eine neue GmbH auf, der Geschäftsführer ist der gleiche. Ist auch unseren Nachbarn passiert, die Gewährleistung war nicht mehr einzuklagen.


    Probleme gab's laufend, das ist aber bei einem Hausbau normal. Muss man halt dranbleiben. Wenn man Glück hat, gibt es danach noch 1 Jahr Kinderkrankheiten, und dann gibt die Substanz vermutlich 30 Jahre Ruhe. Bei uns ist in den letzten 20 Jahren nichts passiert.


    Was würden wir anders machen? Nochmal bauen ;-D.


    An Reserven hatten wir 10% des Bauwerkvertrages und der kalkulierten Eigenleistungen vorgehalten. Und das war auch ratzfatz aufgebraucht. Es reicht schon, sich für schönere Fensterbänke mit Aufpreis zu entscheiden. Bei solchen Dingen sollte es nicht auf paartausend Euro ankommen, denn man lebt ja Jahrzehnte in dem Haus. Und man würde sich immer fragen: "Ach, hättste doch damals ...". Also was bezahlbar ist und gut investiert erscheint: Macht es.

    Danke für eure Erfahrungen!


    Wir fühlen uns gut aufgehoben bei dem Bauträger. Über Google und diverse Bauforen haben wir bisher auch hauptsächlich nur gute Erfahrungen gefunden. Klar, kleine Mängel wurden beanstandet aber auch schnell beseitigt. Der Bauträger sprang auch häufig schon bei Bauherren ein, deren Bauträger Pleite gegangen ist und verlangte keine horrenden Preise dafür.


    Der Tipp mit der Schufa ist gut. Da werden wir noch eine Auskunft einholen. Die 30 Euro sind wohl gut investiertes Geld.


    Versicherung gegen Baupleite sagt mir jetzt erstmal nichts. Ich habe bisher nur gelesen, dass Bauträger eine entsprechende Versicherung haben können und dies im Bauträgervertrag stehen sollte, sodass im Falle einer Insolvenz die Versicherung für die Fertigstellung des Hauses aufkommt.

    In Bezug auf unsere Sonderwünsche haben wir klare Prioriäten gesetzt. Wir haben auf Schickschnack, der uns persönlich wenig Mehrwert bringt, verzichtet und dafür die Dinge reingenommen, die unsere Wohnqualität steigern reingenommen (hohe Decken, große Fensterfront ins Grüne, etc.). Alle Dinge, die täglich angefasst werden, müssen hochwertig sein.


    Wir haben demnächst nochmal ein finales Gespräch mit der Bank. Je nachdem, was da rauskommt, würden wir die eine oder andere Eigenleistung doch noch an den Bauträger abgegeben, wobei wir aktuell nur bei den „Endarbeiten“ (Böden, Wände, Außenanlagen) selbst was machen wollen, da wir damit schon Erfahrung haben.

    Der Rat, einen Bausachverständigen hinzu zuziehen, ist goldrichtig. Schnell sind auf dem Bau Fehler mit Mörtel überdeckt.


    Ich habe mir zum Bau unseres Hauses eine dicke Klatte gekauft und alle Besprechungen darin festgehalten, alle Baufortschritte fotografiert - ein Bautagebuch geführt.


    Aussage eines Handwerkers (war nicht für meine Ohren bestimmt).... wenn ich die mit ihrem Buch schon kommen sehe...


    Vor Baubeginn sind wir "Haus und Grund" beigetreten. Die bieten u.a., wenn es notwendig werden sollte, Beratungen in Rechtsfragen an und wir haben über Haus und Grund auch eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, die alles mit dem Bau Zusammenhängendes abgeckt. Google mal.


    Noch während der Planungsphase habe ich mich auf 2 Fertighausausstellungen (in Hannover und Fallingsbostel) informiert. Viele tolle Ideen sind in unser Haus eingeflossen. Viele interessante Details und neue Materialien gesehen, von denen ich sonst nichts erfahren hätte.


    Und noch einen guten Rat: Was in den Planungen festgeschrieben ist, niemals ändern. Bei Änderungen nach der Ausschreibung greifen die Handwerker unbarmherzig zu auf Deinen Geldbeutel.


    Alles Gute, Gelassenheit und keinen Streit wünscht

    Stichling

    An zwei Dinge habt Ihr sicherlich gedacht:

    1) Ausreichende Größe des Grundstückes mit der Möglichkeit zur großzügigen Begrünung und der Schaffung ruhiger Schattenplätze. Leider sieht man immer mehr Siedlungen, wo der Abstand zum nächsten Haus kaum 5 Meter ist.

    Mein Vater wohnt in Ostwestfalen. Da ist es verpönt, auf dem Grundstück zu grillen oder gar Musik zu hören. Ebenso spielende Kinder. Da kann man auch gleich ins Mehrfamilienhus ziehen.

    2) Wurde bei der Erschließung des Grundstückes auf Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg geachtet?

    Noch ein Tipp:

    Ich bin vor dem Kauf des Grundstückes zum Bauamt gegangen und habe die Bauplanungen für das Gebiet angeschaut, erfragt.

    Nicht dass da evtl. ein Hochhaus, eine Autobahn oder ähnliches geplant ist.

    Hier gab es in diversen Neubauten Vandalismus.

    Die Fenstergummis bei neu eingesetzten Fenstern wurden entfernt.

    Das Bad mit schwarzer Farbe "verschönert", im Rohbau ein Lagerfeuer gemacht.

    Bei einem Bauherrn wurden Heizkörper eingebaut, die später wieder ausgebaut wurden, weil noch Rechnungen offen waren.

    Das sind nur ein paar Beispiele was alles passieren kann.

    Hier wurden wirklich gute Tipps gegeben, wenn ihr die beherzigt solltet ihr vor größeren Katastrophen gefeit sein.

    Zitat


    In Bezug auf unsere Sonderwünsche haben wir klare Prioriäten gesetzt.

    Was meinst du mit "Sonderwünsche"? Den Begriff kenne ich nur von komplett angebotenen Häusern vom Bauträger (also nicht bauen auf eigenem Grund und Boden, sondern Kauf vom Bauträger Haus samt Grundstück). Auch, weil du von Bauträger und nicht Bauunternehmen schreibst, hört sich das für mich so an.

    Stichling schrieb:

    Ich habe mir zum Bau unseres Hauses eine dicke Klatte gekauft und alle Besprechungen darin festgehalten, alle Baufortschritte fotografiert - ein Bautagebuch geführt.

    Das ist ein toller Rat. Ein Bautagebuch hatten wir noch gar nicht auf dem Schirm, macht aber natürlich Sinn, da der Bausachverständige nicht täglich auf der Baustelle sein wird, sondern je nach Fortschritt der Gewerke nur zu bestimmten Zeitpunkten.


    Stichling schrieb:

    Vor Baubeginn sind wir "Haus und Grund" beigetreten. Die bieten u.a., wenn es notwendig werden sollte, Beratungen in Rechtsfragen an und wir haben über Haus und Grund auch eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, die alles mit dem Bau Zusammenhängendes abgeckt. Google mal.

    Ja, da werden wir uns schlau machen und uns entsprechend absichern.


    Stichling schrieb:

    Noch während der Planungsphase habe ich mich auf 2 Fertighausausstellungen (in Hannover und Fallingsbostel) informiert. Viele tolle Ideen sind in unser Haus eingeflossen. Viele interessante Details und neue Materialien gesehen, von denen ich sonst nichts erfahren hätte.

    In Fallinbostel waren wir auch. Der Musterhauspark war wirklich toll, um ein Gefühl für Raumgrößen zu bekommen. Die eine oder andere Einrichtungsidee haben wir uns auch abgeguckt.


    Stichling schrieb:

    Und noch einen guten Rat: Was in den Planungen festgeschrieben ist, niemals ändern. Bei Änderungen nach der Ausschreibung greifen die Handwerker unbarmherzig zu auf Deinen Geldbeutel.

    Das haben wir auch schon häufiger gehört und gelesen. Das wollen wir vermeiden, auch wenn uns der Bauträger ständig versichert, dass kleinere Änderungen auch während des Baus noch kostenneutral wären, sofern sich nichts an den Außenmaßen des Hauses verändert. Bevor wir unterschreiben, wollen wir ein finales und komplettes Angebot haben.

    Kulturschaffender schrieb:

    An zwei Dinge habt Ihr sicherlich gedacht:

    1) Ausreichende Größe des Grundstückes mit der Möglichkeit zur großzügigen Begrünung und der Schaffung ruhiger Schattenplätze. Leider sieht man immer mehr Siedlungen, wo der Abstand zum nächsten Haus kaum 5 Meter ist.

    Mein Vater wohnt in Ostwestfalen. Da ist es verpönt, auf dem Grundstück zu grillen oder gar Musik zu hören. Ebenso spielende Kinder. Da kann man auch gleich ins Mehrfamilienhus ziehen.

    2) Wurde bei der Erschließung des Grundstückes auf Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg geachtet?

    Zu 1.) Das Grundstück ist mit 900 qm ausreichend groß und hat nur einen direkten Nachbarn (Osten). Im Süden und Westen ist Naturschutzgebiet und zum Norden die Zufahrt/Straße. Es ist kein typisches Neubaugebiet. So eine Kaninchenstall-Siedlung wäre auch nichts für uns.

    Zu 2.) Die Erschließung ist quasi abgeschlossen. Der Boden wurde im Baufeld aufwendig aufbereitet (tief ausgekoffert und verdichtet). Da die Erschließung noch über den Verkäufer lief und man hier bei uns in der Stadt rechtlich zur Anzeige von solchen Arbeiten verpflichtet ist, gehe ich davon aus, dass alles rechtens und komplikationslos lief und keine Blindgänger gefunden wurden.

    Stichling schrieb:

    Noch ein Tipp:

    Ich bin vor dem Kauf des Grundstückes zum Bauamt gegangen und habe die Bauplanungen für das Gebiet angeschaut, erfragt.

    Nicht dass da evtl. ein Hochhaus, eine Autobahn oder ähnliches geplant ist.

    Den Bebauungsplan haben wir eingehend studiert. Aktuell ist das Gebiet hinter unserem Grundstück als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ich weiß allerdings nicht, wie "sicher" so ein "Titel" ist. In unmittelbarer Nähe wurde vor Kurzem nach jahrzehntelangem Hin und Her Grünfläche zu Bauland umgewidmet, allerdings weiß ich gar nicht, ob das früher tatsächlich Naturschutzgebiet war oder einfach nur öffentliche Grünfläche und es hat auch rd. 20 Jahre gedauert, bis eine Entscheidung getroffen wurde.


    Oh je, wo wohnst du, wenn ich fragen darf? %:|

    Die "Siedlung" in der wir bauen, hat noch sehr dörflichen Charakter. Wir waren da nun häufiger Spazieren und fühlten uns sehr wohl. Man grüßt freundlich, obwohl wir ja noch gar nicht da wohnen und ich schätze die Nachbarschaft auch so ein, dass da aufeinander und das Eigentum des anderen geachtet wird. Aber ich kann mich natürlich auch täuschen.

    Lian-Jill schrieb:
    Zitat


    In Bezug auf unsere Sonderwünsche haben wir klare Prioriäten gesetzt.

    Was meinst du mit "Sonderwünsche"? Den Begriff kenne ich nur von komplett angebotenen Häusern vom Bauträger (also nicht bauen auf eigenem Grund und Boden, sondern Kauf vom Bauträger Haus samt Grundstück). Auch, weil du von Bauträger und nicht Bauunternehmen schreibst, hört sich das für mich so an.

    Wir bauen über einen Bauträger, der allerdings auch Häuser "schlüsselfertig" auf mitgebrachten Grundstücken plant und baut. Der Bauträger baut mit einem definierten Standard und wir wollten von diesem Standard abweichen, das sind dann die Sonderwünsche (in unserem Fall: besserer Energiestandard, höhere Decken, Fußbodenheizung, größere Fenster, etc.), die natürlich extra kosten.

    • Neu

    Die Siedlung in der der Vandalismus stattfand liegt an einem Wald.

    Dort wohnte zu dem Zeitpunkt kaum jemand, da fühlten sich die Täter wohl sicher.

    Ein Bauplatz direkt an einem Naturschutzgebiet ist super.

    Da dürftest du auf lange Zeit sehr ruhig wohnen.

    • Neu
    Zitat

    Der Bauträger baut mit einem definierten Standard und wir wollten von diesem Standard abweichen,

    Also ein Haus von der Stange oder ein Fertighaus?

    • Neu

    Ich frage nur, weil ich das so kenne, dass individuell gebaut wird, oder, im Fall von Doppelhäusern oder Reihenhäusern, eine Bemustgerung stattfindet, aus der dann ausgesucht werden kann. Das ist dann aber auch kein Abweichen von irgendeinem Standard. Die Geschmäcker sind doch verschieden?