1.Januar 1876. Dieses Datum sollte interessieren, wenn man über Eheschließung diskutiert. Vor diesem Datum konnte nur kirchlich geheiratet werden, erst ab diesem Datum gab es Standesämter. Überrascht?


    Was sagt uns das? Der Begriff Ehe ist historisch, kirchlich, religiös besetzt, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Ehe wird nämlich, zumindest von der Kirche, als eines der christlichen Sakramente betrachtet.


    So ist es kein Wunder, dass die "Homo-Ehe" für die Kirche quasi ein No-go ist, denn dies würde ja ein Sakrament entheiligen.


    Bei der rein kirchlichen Vorstellung der Ehe dürfen wir jedoch nicht stehenbleiben, zumindest nicht dann, wenn es darum geht, die kleinste Einheit in unserer Gesellschaft zu betrachten, nämlich die Familie. Traditionell ist dies dieses Vater-Mutter-Kind-Dingens.


    Von ihrer christlichen Gesinnung fallen die Leute immer mehr ab, die Ehe wollen sie aber mit Zähnen und Klauen verteidigen.


    Warum eigentlich? Die Argumentation klingt immer so, als würde der traditionellen, christlichen Institution Ehe etwas weggenommen oder in irgend einer Weise eine Entwertung vorgenommen. Nun, man möge sich den Begriff Ehe als christliche Marke schützen lassen und gut.


    Worum es aber eigentlich geht, ist ein Mini-Gesellschaftsvertrag zwischen zwei Menschen

    .


    Dieser Mini-Gesellschaftsvertrag definiert Rechte und Pflichten, gegenseitige Verantwortlichkeiten und Sorgepflichten etc etc.


    In diesem Sinne müsste es dem Staat nur recht und billig sein, wenn Menschen solche "Mini-Gesellschaftsverträge" schließen und damit die Sozialkassen entlasten! Dass der Staat dies nicht längst befürwortet hat mit Sicherheit keine monetären Gründe, vielmehr leistet er sich hierbei seit langem einen säkularen Kostenfaktor um, ja wem eigentlich, zu gefallen.


    In diesem Sinne eine weiterhin frisch fröhlich religionsfreie Debatte!


    Und wer gegen die "Homo-Ehe", oder wie immer dieses Dingens heißen soll, ist, der möge dies bitteschön auch begründen!

    Ich bin dafür, den Unterschied zwischen einer Ehe und einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft im Gesetz abzubilden.


    Das ist meine (wenig originelle) Meinung zu dem Thema.


    Ich toleriere nicht nur andere Meinungen zu dem Thema, sondern ich finde es auch wichtig, dass andere Meinungen zu dem Thema geäußert werden, weil das eine Demokratie am Leben erhält.


    Das bezieht sich sowohl auf Personen, die gänzlich gegen juristische Regelungen für die Homo-Ehe sind, als auch auf Personen die für die juristische Gleichstellung der Homo-Ehe mit der Ehe sind.

    @ Isabell

    Zitat

    Wieso definieren sie es damit um?

    Früher war eine Ehe eine Lebenspartnerschaft zwischen Mann und Frau, und ich vermute, in dieser Bedeutung steht das Wort bis heute im Wörterbuch.


    Dem Slogan "Ehe für alle" liegt eine andere Bedeutung des Wortes zugrunde. In diesem Zusammenhang wird unter einer Ehe eine Lebenspartnerschaft zwischen zwei Personen verstanden, die auch das gleiche Geschlecht haben dürfen.


    Insofern wurde das Wort umdefiniert. Es wurde eine Bedingung abgeschafft, um den Stempel vom Standesamt zu bekommen.


    Das ist eine ganz einfache Sache, die Du Dir auch selbst hättest überlegen können. Ich verstehe nicht, woran es hakt.


    Wolltest Du eventuell gar keine Antwort auf Deine Frage? Ging es Dir darum, mir etwas zu sagen? Was?

    @ Imma

    Zitat

    nun möchte ich von den Gegnern der Ehe für Alle bitte stichhaltige Argumente, warum meine Partnerin und ich (und unzählige andere Paare auch) benachteiligt werden sollten?

    Ihr sollt nicht benachteiligt werden. Ihr seid gegenüber einem Ehepaar benachteiligt, weil ihr beide zusammen keine Kinder bekommen könnt.


    Wer ist dafür verantwortlich? Sollte man etwas dagegen tun? Ist es sinnvoll neidvoll zu einem Ehepaar hinüberzusehen, weil ihr ihm gegenüber benachteiligt seid?


    Wie geht es Dir? Wie geht es Deiner Partnerin? Gibt es etwas, was Euch fehlt, wenn ihr mir und Euch Euren [...] Blick zu den Ehepaaren erspart?

    m+s

    Zitat

    In diesem Zusammenhang wird unter einer Ehe eine Lebenspartnerschaft zwischen zwei Personen verstanden, die auch das gleiche Geschlecht haben dürfen.


    Insofern wurde das Wort umdefiniert. Es wurde eine Bedingung abgeschafft, um den Stempel vom Standesamt zu bekommen.

    Die Bedingung, dass dieser Vertrag nur von Mann/Frau geschlossen werden kann? Inwiefern ändert sich dadurch inhaltlich etwas an diesem Vertrag?


    Er, also ein allgemeingültiger, rechtlicher Vertrag, wird dahingehend lediglich erweitert, dass nun nicht mehr nur Frau/Mann, sondern auch Mann/Mann sowie Frau/Frau ihn nutzen können.

    Zitat

    Das ist eine ganz einfache Sache, die Du Dir auch selbst hättest überlegen können. Ich verstehe nicht, woran es hakt.

    Der ist gut ;-D. Du sagst mir damit, ich hätte mir auch selbst überlegen können doch mal eben Deine Meinung anzueignen, denn dann wären wir uns einig? ;-)


    Es "hakt" an gar nichts, außer, dass ich nicht Deiner Meinung bin.


    Für mich wird die Institution der Ehe nicht neu definiert, nur wenn der Vollzug auf Mann/Mann, Frau/Frau, erweitert wird.

    Zitat

    Wolltest Du eventuell gar keine Antwort auf Deine Frage? Ging es Dir darum, mir etwas zu sagen? Was?

    Sorry, meine Frage stand da und es ging mir rein darum. Deswegen nennt man sowas wie hier auch "Diskussion"/"Austausch" etc..

    @ mond+sterne!

    Es gibt auch genug gegengeschlechtliche Paare,die zusammen keine Kinder bekommen können.


    Einen Lebensbund,egal ob zwischen Mann und Frau,oder zwischen zwei Frauen oder zwischen zwei männlichen Partnern sollte man allgemeingültig Ehe nennen.Basta.Klare Definition,keine Unterschiede!

    Den Ausführungen von Evoluzzer kann ich voll zustimmen. Warum in aller Welt musste es immer um den Begriff "Ehe" gehen? Nennt Ehe nur noch das, was sowohl auf dem Standesamt wie auch in der Kirche geschlossen wurde und dem Rest gebt einen anderen Namen! Wenn sich die Kirchen dann unterscheiden und sich fragen wie sie die alte Lehre neu auslegen müssen oder auch nicht, dann ist es Sache der Kirche. Wenn es die eine Kirche nicht übernimmt, dann ist es eben so. Glaube wird mit dem Lebenslauf erworben, da muss ein Wechsel möglich sein.

    Isabell, der Wunsch nach dem Namen "Ehe" für alles ruft dann Begriffsverwirrungen hervor. Was ist gemeint wenn jemand von "Ehe" spricht? Vor 1945 geschlossen, danach, ??? in BRD, DDR (Scheidung sehr unterschiedlich!!!); nach 1990? Mit Vertrag, ohne? Aus der bloßen Angabe: "dies ist mein Ehepartner" ist was herzuleiten? Welcher Name, welche Rechtsbeziehung? Es wird Jahrzehnte dauern bis jeder Außenstehende relativ sicher einzuordnen weiß, wie er mit einer solchen Partnerschaft umzugehen hat.

    Zitat

    Aus der bloßen Angabe: "dies ist mein Ehepartner" ist was herzuleiten? Welcher Name, welche Rechtsbeziehung?

    Wofür ist die Angabe relevant?


    Bei Formularen ist es jetzt schon eindeutig.


    Im Gespräch ist der genaue Unterschied unwichtig.


    Ich nenn meinen Mann oft im Gespräch mit anderen Mitbewohner, Kerl, "der Mann"...weiß auch niemand, wie unsere Rechtsbeziehung ist. Interessiert aber auch niemanden.

    @ Isabell

    Ich hatte mir in meinem vorangehenden Beitrag Mühe gegeben, eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu schaffen. Ist das rüber gekommen?


    Jedenfalls ist es mir nicht gelungen.


    Also, mir ist das zu blöd.

    @ Alfredo C.

    Zitat

    Es gibt auch genug gegengeschlechtliche Paare,die zusammen keine Kinder bekommen können.

    Ja, das stimmt, diese Paare sind individuell benachteiligt. Gleichgeschlechtliche Paare sind grundsätzlich benachteiligt.

    Zitat

    Einen Lebensbund,egal ob zwischen Mann und Frau,oder zwischen zwei Frauen oder zwischen zwei männlichen Partnern sollte man allgemeingültig Ehe nennen.Basta.Klare Definition,keine Unterschiede!

    Ja, das ist Deine Meinung. Ich bin dafür, die Bedeutung des Wortes Ehe so zu lassen, wie sie bisher im Wörterbuch stand. Eine gleichgeschlechtliche Ehe bezeichne ich auch kurz als Homo-Ehe.


    So hat jeder seine eigene Sprache. Warum nicht?

    @ Mond+Sterne,

    mir und meiner Partnerin fehlt persönlich nichts, wir sind glücklich und zufrieden und bestens akzeptiert.


    Wir werden ohne große Probleme Spendersamen bekommen und wahrscheinlich auch Kinder, wenn wir uns dafür entscheiden. Selbst wenn eine von uns unfruchtbar wäre, könnte immer noch die andere das Kind austragen.


    Darum geht's also gar nicht - ich will lediglich aufzeigen, dass das Argument "Ihr könnt nicht auf natürlichem Wege zu zweit Kinder zeugen und solltet daher auch nicht die gleichen Rechte haben" Schwachsinn ist. Weil eben auch nicht jedes verheiratete heterosexuelle Paar Kinder hat.


    "Wir" (ich kann natürlich nicht für alle sprechen) wollen einfach die gleichen Rechten und Pflichten wie andere Paare auch. Weil bei uns nichts anders ist, wie bei anderen Paaren auch.

    aug233

    Zitat

    Isabell, der Wunsch nach dem Namen "Ehe" für alles ruft dann Begriffsverwirrungen hervor. Was ist gemeint wenn jemand von "Ehe" spricht? Vor 1945 geschlossen, danach, ??? in BRD, DDR (Scheidung sehr unterschiedlich!!!); nach 1990? Mit Vertrag, ohne? Aus der bloßen Angabe: "dies ist mein Ehepartner" ist was herzuleiten? Welcher Name, welche Rechtsbeziehung? Es wird Jahrzehnte dauern bis jeder Außenstehende relativ sicher einzuordnen weiß, wie er mit einer solchen Partnerschaft umzugehen hat.

    Aber darum geht es doch gar nicht?


    Es geht darum, dass Mann/Mann und Frau/Frau gleichberechtigt den rechtlich festgesetzen partnerschaftlichen "Vertrag" einer "Ehe" eingehen können.


    Um einen zusätzlichen Ehevertrag geht es dabei gar nicht.


    Sondern, dass die Paarungen Mann/Mann und Frau/Frau gleichberechtigt den Paarungen Mann/Frau sind. Nicht mehr und nicht weniger.


    Schnurzegal was "Die Ehe" als Solches insgesamt nun sein mag.


    m+s

    Zitat

    Ich hatte mir in meinem vorangehenden Beitrag Mühe gegeben, eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu schaffen. Ist das rüber gekommen?

    Offenbar sieht eine gemeinsame Gesprächsgrundlage bei Dir so aus, dass Dein Gegenüber Dir zustimmt.


    Für mich ist eine Gesprächsgrundlage die, dass ich meinem Gegenüber auch Fragen stellen darf zu dem was er äußert und er dann willens ist diese zu beantworten, im Gegenzug dann im Fall der Fälle selbst Fragen stellt usw....aber nicht, dass der eine Gesprächspartner die Wahrnehmung/Meinung/Einstellung des Anderen annehmen muß damit überhaupt erst mal eine Grundlage da ist.....


    Von daher:

    Zitat

    Also, mir ist das zu blöd.

    Dito.

    Zitat

    Darum geht's also gar nicht - ich will lediglich aufzeigen, dass das Argument "Ihr könnt nicht auf natürlichem Wege zu zweit Kinder zeugen und solltet daher auch nicht die gleichen Rechte haben" Schwachsinn ist. Weil eben auch nicht jedes verheiratete heterosexuelle Paar Kinder hat.

    Nein, das ist kein Schwachsinn. Du hältst dieses Argument nicht für stichhaltig.


    Ich halte es für stichhaltig. Wenn Du verstehen willst, warum man dieses Argument für stichhaltig halten kann, wirst Du Dir einen anderen Austauschpartner suchen müssen. Ich möchte mich nicht weiter dazu äußern, weil mir Dein Diskussionsstil nicht gefällt.


    Mit Deiner beleidigenden Wortwahl zeigst Du mir lediglich auf, dass Du andere Meinungen nicht gelten lässt.


    Und darum geht es mir. Um Meinungsfreiheit.

    Fizzlypuzzly

    Zitat

    Sorry, auch die toleranten User haben sich schon zu Wort gemeldet. Diese Meinungen gehen leider nur etwas unter, was ich sehr schade finde. Aber Hoffnung behalten, Tee trinken und abwarten.

    Ja, ich wollts auch nicht so hinstellen, als ob nur negatives gekommen wäre. Bin froh um jeden, der hier aufgeschlossen und tolerant ist. :)^


    Ich hatte meine Jugend in den 90ern und damals stand regelmäßig in der Bravo, dass Homosexualität genauso normal ist wie Heterosexualität und genauso akzeptiert werden sollte. Auch im Bio-Unterricht wurde das im Sinne des Aufklärungsunterrichts von unseren Lehrern betont. Und dann findet man sich 20 Jahre später in einem Forum wieder in dem nicht wenige User entsetzt sind, weil homosexuelle wohl demnächst heiraten dürfen. %:| Als ich gestern Nacht gelesen hatte, dass die Ehe für Alle kommen soll, war ich sehr erfreut (auch wenns mich nicht betrifft). Ja mir war auch klar, dass da der Wahlkampf mit rein spielt, aber dennoch mal eine tolle Sache. :)^ Ich kenne auch ein Männer-Pärchen, die warten schon seit Jahren drauf, dass sie heiraten können. Mir wurde sogar schon erzählt, was sie zur Trauung anziehen wollen. Ich freue mich für die beiden, wenn es dann möglich ist. :-)

    Zitat

    Einen Lebensbund,egal ob zwischen Mann und Frau,oder zwischen zwei Frauen oder zwischen zwei männlichen Partnern sollte man allgemeingültig Ehe nennen.Basta.Klare Definition,keine Unterschiede!

    keine Unterschiede? Von wegen.


    Mit dieser diskriminierenden Definition werden alle Menschen ausgegrenzt, die eine Ehe zu dritt führen wollen.


    Was soll diese durch nichts zu rechtfertigende Einschränkung auf "zwei" Personen?

    Planetenwind


    Hätte niemals gedacht, das mich Meinungen so schlauchen können. Dein Post macht mir das gerade so richtig bewusst. Einfach schön um kurz vor 00.00 Uhr eine Meinung lesen zu können, die auch eine wirkliche Meinung ist :)^ .


    Ja ich hatte meine Jugend in den sechzigern. Da wurden Menschen, die nicht der sexuellen Norm entsprachen, an den Pranger gestellt und erhielten dafür auch nicht selten einen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen. Schlichweg hieß das Knast. So ca. 1978 wurde dann der § 175 - glaube ich - dann endlich gecäncelt. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, nach der ich mich wirklich nicht sehne. Umso unverständlicher, ne im Grunde bin ich entsetzt darüber, wie im 21. Jahrhundert teilweise Meinungen gepostet werden, die ich in jenen Jahren so extrem nicht wahrgenommen habe. Nun ja, es gab auch im Grunde nur die stille Post. Wenn ich nicht so lange für meine Schreiben brauchen würde, hätte ich gerne noch ein wenig mehr gepostet. So beschränke ich mich darauf - ja es wird allerhöchste Zeit das jeder Mensch heiraten darf mit allen Rechten und Pflichten wie sie z. Zt. gültig sind. Das überhaupt noch von "schwul" oder "lesbisch" gesprochen wird, ist mMn schon diskriminierend.


    So habe ich damals auch schon Menschen kennen gelernt, die anders veranlagt waren. Tolle Menschen, die ich in ihrer Toleranz immer bevorzugt habe. Da hatten dann ganz andere den Pfurz im Kopp. Oh ich glaube ich muss aufhören, sonst kommt noch was falsch rüber - erschöpft bin.


    Nur noch soviel, auch mich betrifft es nicht und der Wahlkampf machts möglich. Irgendwer hat hier gepostet - aber dadurch passiert wenigstens was. Waren zwar nicht genau diese Worte, ich fand die Äusserung aber super. Der User, die Userin möge sich bitte melden zwecks :)_ . Auch für dich eine :)_ und eine gute Nacht.