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    Er hat auch nie gesagt:"Macht doch alle was ihr wollt, anything goes, es gibt keine Regeln und Gebote."

    Lies die Bergpredigt. Er war verdammt klar und deutlich hinsichtlich der Ansage an die Gäubigen. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ist erste Pflicht eines jeden Christen. Das beinhaltet zwei riesen Klopper die zusammen mit einem einzigen Gott nahtlos reichen um jeden Menschen ein Leben lang zu beschäftigen. Nämlich "Liebe dich selbst" undzwar auf die offene und ehrlich weise, nicht die sich selbstüberhöhende Weise, da ist der Rest der Predigt sehr eindeutig. Sehr schwer, weil man ja weiß wie scheiße man selbst manchmal ist, wieviel Zweifel man hat, wieviel böse Gedanken, Neid, Wut und Hass man in sich trägt. Und wenn man diese Mammutaufgabe einigermaßen klar hat kommen auch noch die nächsten dran, die man in derselben Weise lieben soll. Und das "Nächste" alle sind und nicht nur die Leute die zu der eigenen Gruppe gehört ist ja wohl eine der deutlichsten Botschaften aus Jesus Nachlass. Gleichnis des Samariters und so.


    Die Äußerungen von Scheidung und Trennung stellten damals eine klare Verbesserung der Situation von Frauen da die zuvor einfach durch ihre Männer rausgeworfen werden konnten, ohne finanzielle Absicherung. Allerdings verteidigt er ja auch die Ehebrecherin vehement, er verwehrt allen anderen Anwesenden das Recht über sie zu urteilen und zu richten. Wenn die das nicht durften, so steht es uns heute nicht mehr zu. Demut ist nicht umsonst eine der Kardinalstugenden und ist schon deshalb angebracht, weil niemand ausser Gott alle Herzen, will heißen Beweggründe und hintergründe kennt. Auch in dem Punkt ist Jesus ausgesprochen eindeutig.


    Und Paulus ist ein Eiferer. Er war es als Saulus im Kampf gegen die Christen vorher und wir alle wissen was Konvertiten auszeichnet. %:| %:| Er geht in seinen Briefen an vielen Stellen über Christus Botschaft hinaus und nimmt sich dies Recht auch hinaus, weshalb, keiner weiß es. In jedem Fall ist seine Abneigung Homosexualität und Frauen gegenüber eindeutig seiner kulturellen Herkunft und politischen Agenda zuzuschreiben. Ob man das als Teil der chirstlichen Botschaft betrachten will? ich für mich geh mal lieber davon aus, dass in jedem Nest auch ein faules Ei liegt und bis auf seine Beschreibung der Liebe und was sie ist, habe ich wenig sinniges bei ihm gefunden. Dafür gibts in den Apokryphen ein paar tollte Texte.


    Nie vergessen: die Zusammenstellung der Bibel ist in weiten Teilen eine politische Frage und Lösung gewesen. Der Herr gab ein Hirn und das war sicher nicht nur als Wasserkühlung gedacht, auch wenn manch einer es zu dieser degradiert.


    Willkommen im modernen Christentum, Zauberfee.

    @ DieZauberfee

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    Und wenn der Staat sein Institut namens "Ehe" so umgestaltet und umdefiniert, dass es nichts mehr mit dem eigentlichen Ehebegriff zu tun hat

    Hat er ja nicht. Er hat endlich dafür gesagt, dass etwas mehr Gerechtigkeit dadurch entsteht, dass mehr Leute (im Übrigen nach wie vor nicht alle; Intersexuelle sind weiterhin ausgeschlossen) Zugang zur Ehe haben. Ein Vorgang der keineswegs einmalig ist, sondern sich beständig wiederholt, wie ich weiter vorn aufzeigte.


    Zu deiner spät-römischen Dekadenz: Im späten Rom gab es nur die Muntehe. Aber heute wirft man weibliche Babys ja auch nicht mehr einfach weg (im Gegensatz zum alten Rom). Daher erschließt sich mir dein Hinweis nicht.


    Niemand - außer dir - hat bislang inzestuöses heiraten gefordert; in Verwandschaftsbeziehungen hat man die für das führen einer vertrauten Beziehung notwendigen Rechte sowieso.

    @ Che

    Zitat

    Oder wie erklärst Du Dir sonst, daß die allermeisten Paare, die sich kirchlich trauen ließen (und damit Mann und Frau waren), dann noch zum Standesamt gingen und die (staatliche) Ehe schlossen?

    Na ja, kirchliche Voraustrauung war lange Zeit schlicht verboten. Aber in der Tat würden mich die Zahlen nach 2009 mal interessieren; neugierig wäre ich da schon. Hast du einen Ansatz zur Quellenfindung?

    @ Chomsky

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    Das juckt offenbar niemanden und kein Mensch stellt seine eigene Ehe in Frage, nur weil das Verhalten anderer Paare nicht mit den eigenen Vorstellungen einer Ehe einher geht. Außer natürlich sie sind homosexuell. %-| Geht mir auf den Keks.

    Mir auch. Zumal das _nur_ bei homosexuellen geht. Die Leute, die das mit Homosexuellen tun, sollten mal versuchen, dieselbe Abwertung mit Ausländern, PoCs oder mit nichtchristlichen Religionsgruppen (Muslimen, Juden etc) zu versuchen - da wäre aber (völlig zu Recht!) was los. Aber mit Homos kann man's ja machen - da ist Diskriminierung nach wie vor sozial akzeptiert. Wird noch lange dauern.

    @ LilaLina

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    ob früher Befürworter des Frauenwahlrechts ähnliche Diskussionnen geführt haben?

    führen sie leider immer noch. Aber da ist immerhin die gesamtgesellschaftliche Ächtung klar und eindeutig.

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    Ob es so auch mal mit der Ehe für Homosexuelle aussehen wir

    Klar, ich frag mich schon jetzt, warum das so lange gedauert hat.

    @ sensibelmann99

    Zitat

    Naja, Paulus tat das nicht.

    Na, ich nehme dem LovHus schon ab, dass Jesus das dennoch anders gesehen hätte. Unabhängig davon gilt für bibel-basierte Diskussionen zu diesem Thema:


    "Die Bibel enthält 6 Ermahnungen an Homosexuelle und 362 Ermahnungen an Heterosexuelle. Das heißt aber nicht, dass Gott die Heterosexuellen nicht liebt. Sie müssen nur strenger beaufsichtigt werden." (Lynn Lavner)

    Marvin,

    Zitat

    Hast du einen Ansatz zur Quellenfindung?

    Nee. Hast Du meine Aussage ggf. missverstanden?


    Ich schrieb, daß die allermeisten nach der kirchlichen Trauung noch zum Standesamt gehen.


    Braucht das Belege? Oder hänge ich hier vergangenen Zeiten nach?

    Zitat

    Geht jetzt alles wieder von vorne los ???

    Ja, nur diesmal habe ich mich rausgehalten.


    Denn wenn ich für Die Zauberfee Partei ergriffen hätte, hätte ich nur zur Eskalation beigetragen. Auf der anderen Seite finde ich es nicht in Ordnung, wie hier mit ihr umgegangen wurde.


    Wie siehst Du, bzw. Ihr das?



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    In der Philosophie hat Edmund Husserl die Methode der eidetischen Reduktion eingeführt: Man erhält den Wesenskern eines Phänomens, wenn man sich alle Aspekte weg denkt, bei denen das Phänomen erhalten bleibt. Jene Aspekte, die weggenommen das Phänomen verschwinden lassen, sind Wesensmerkmale. Das ist ein enorm entlarvendes Verfahren.


    Angewandt auf Ehe würde man feststellen, dass Ehe gar kein Phänomen ist. Es ist reine Konvention.

    Interessantes Konzept, und ich stimme Dir in Deiner Schlussfolgerung zu: Ehe ist reine Konvention.


    Das Phänomen, das ich in diesem Zusammenhang sehe: Die Menschheit gibt es schon seit tausenden von Jahren, obwohl kein einzelner Mensch tausend Jahre alt wird.


    Dieses Phänomen erkläre ich mir durch den Zeugungsakt.


    Für meine Begriffe ist die Ehe ein kultureller Rahmen für diesen Akt.

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    Für meine Begriffe ist die Ehe ein kultureller Rahmen für diesen Akt.

    Lies mal marvins interessanten geschichtlichen Abriss der Ehe! Sie war wohl eher ein Konstrukt zur Sicherung des Eigentums (als es nennenswertes erstmal überhaupt gab) und der Erbfolge (Treuegebot/ keine Kuckuckskinder).


    *:)

    Zitat

    Das Phänomen, das ich in diesem Zusammenhang sehe: Die Menschheit gibt es schon seit tausenden von Jahren, obwohl kein einzelner Mensch tausend Jahre alt wird.

    Mein Gott! Das ist ein unglaublich spannender Gedanke! Was für ein Rätsel! ;-D

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    Denn wenn ich für Die Zauberfee Partei ergriffen hätte, hätte ich nur zur Eskalation beigetragen. Auf der anderen Seite finde ich es nicht in Ordnung, wie hier mit ihr umgegangen wurde.


    Wie siehst Du, bzw. Ihr das?

    Nachdem sich Zauberfee wiederholt sehr abwertend und respektlos über Homosexuelle und Homosexualität geäußert hat, mal unterschwellig und geschickt verpackt, mal direkt und hau-raus-mäßig, finde ich es nicht verwunderlich, dass sie das von Leuten, die anderer Ansicht sind und manche ihrer Aussagen nicht in Ordnung finden, auch genauso gesagt bekommt.


    Allerdings ist das in einer Diskussion, in der Teilnehmer unterschiedlicher Meinung sind, normal. Warum ist es in dem Fall nicht in Ordnung? Weil sie die einzige auf weiter Flur ist, die sich so herabwürdigend äußert? Tja, auch das könnte Stoff zum Nachdenken geben.

    @ Chomsky

    Meine Frage war etwas anders gemeint. Mir ging es darum, was Belafonte und Die Zauberfee davon halten, dass ich mich diesmal nicht in Eure Auseinandersetzung eingemischt habe, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.


    Wenn Du willst, kannst Du selbstverständlich ebenfalls etwas dazu schreiben.

    Mancherorts stellt die Ehe für alle immer noch ein Problem dar. Ein befreundetes männliches Paar wollte jetzt über die Restplatzbörse ein Doppelzimmer respektive Suite buchen für einen Urlaub in der Türkei. Ihr Ansuchen wurde zurückgewiesen, mit der Begründung, diese Zimmer würden nur an Paare vergeben werden. Öhm, sie sind ein Paar. Nochmal versucht, das selbe Spiel-zwei Männer bekommen dort kein gemeinsames Zimmer, höchstens ein überteuertes Einzelzimmer, denn sie gelten nicht als "herkömmliches" Paar. Ich frage mich ja, wie reagiert worden wäre, wenn sie Kinder dabei gehabt hätten.

    Also so rein von meinem Bauchgefühl her überrascht es mich jetzt weniger, dass in der Türkei ein gleichgeschlechtliches Paar mit mehr Widerstand zu kämpfen hat, als in Deutschland (wo es bestenfalls gar keinen geben sollte ^^).


    Die sehr fortschrittliche Türkei macht in den letzten Jahren ja leider (so vom Eindruck von außen her) eher wieder ein paar Rückschritte.

    Dann hatte ich das falsch verstanden... würde ich aber noch mal "testen". Ich dachte es könnte auch daran liegen, dass sie von dem Hotel in der Türkei die Rückmeldung haben, dass das dort nicht gemacht wird... wenn generell ist das schon sehr sehr fraglich von der Restplatzbörse.