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    Wer will denn den Ehebegriff neu definieren?


    Es geht lediglich darum, dass Menschen heiraten können, dies gleichberechtigt, egal welchen Geschlechts. Was muß da Deiner Meinung nach neu definiert werden?

    Ich will das überhaupt nicht.

    Zitat

    Bei der ganzen Diskussion werden aber mit Sicherheit einige Leute neuen Antrieb bekommen die vorher eher kein Gehör fanden und das macht mir schon Sorgen wenn ich ehrlich bin.

    Was genau macht Dir Sorgen? Verstehe ich nicht....

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    Wer will denn den Ehebegriff neu definieren?

    Die Befürworter der "Ehe für alle" tun das, ob sie wollen oder nicht.


    Wenn sie von einer Ehe für Homosexuelle sprechen, meinen sie eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft.


    Damit haben sie das Wort Ehe umdefiniert, wohl teilweise ohne es zu merken.

    Naja... unsere Regierung ist eher nicht für gelungene Gesetze bekannt und ich könnte mir vorstellen dass die bei der "Neubewertung" der Ehe irgendeinen Haken einbauen den Winkeladvokaten zu ihrem Vorteil nutzen könnten. Da bin ich (obwohl ich es nicht zugeben möchte) echt altmodisch und möchte dass das was ich unter "Ehe" verstehe und jahrtausende bestand eben hatte nicht aufgeweicht wird.

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    Das war mit Absicht völlig absurd aber wenn wir den Ehebegriff neu definieren wollen und nicht mehr nur Mann und Frau darunter verstehen wollen dann steht die beiderseitige Einverständniserklärung doch auch zur Disposition.

    Und wo genau wird der Begriff "Ehe" neue definiert? Nirgends. Er wird nur einem "breiterem Publikum" zugänglich. Am Grundprinzip des "Ja Worts" ändert sich durch die "Ehe für alle" rein garnichts. Wie genau wird daraus denn bitte der Gedanke dass man möglicherweise auch Zwangsehen (was es ja wäre wenn nicht alle Beteiligten ihre Zustimmung geben können) erlauben sollte? Das ist doch schon sehr weit hergeholt.

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    Bei der ganzen Diskussion werden aber mit Sicherheit einige Leute neuen Antrieb bekommen die vorher eher kein Gehör fanden und das macht mir schon Sorgen wenn ich ehrlich bin

    Und warum macht dir die Hetero-Ehe keine Sorgen? Auch jetzt schon können Leute damit argumentieren "Wenn die da heiraten dürfen, dann will ich das auch können". Warum ist es ausgerechnet die "Homo Ehe" die dir da sorgen macht?


    Übrigens: Natürlich läuft in der deutschen Politik bei weitem nicht alles optimal, aber trotzdem muss man sagen dass unsere Politker nicht vollkommen bescheuert sind. Dass die "Ehe für alle" dazu führt dass Argumente für "Ehe mit Objekt / Tier" ernster genommen werden ist mehr als nur unrealistisch.

    m+s


    Wieso definieren sie es damit um?


    Wenn ich gleichgeschlechtliche Partnerschaften auf derselben Ebene sehe wie verschiedengeschlechtliche Partnerschaften, dann respektiere ich beide Ehen ebenfalls gleichermaßen. Da gibt es für mich nicht ein Fünkchen "umzudefinieren" - inwiefern denn?


    Was hat das Leben innerhalb einer Ehe mit dem Geschlecht zu tun?

    Nur der Vollständigkeit wegen:

    Zitat

    Da bin ich (obwohl ich es nicht zugeben möchte) echt altmodisch und möchte dass das was ich unter "Ehe" verstehe und jahrtausende bestand eben hatte nicht aufgeweicht wird.

    Wieviele "Jahrtausende" meinst du denn genau? Selbst wenn man nur im "lokalen Raum" (also Deutschland + Umgebung) und den letzten 1000 Jahren bleibt gibt bzw gab es sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten wie eine Ehe definiert war, sowohl rechtlich als auch "moralisch". Welche dieser Definitionen ist denn nun "die Richtige" die nicht aufgeweicht werden soll?

    doomhide


    Mal Butter bei die Fische:

    Zitat

    Da bin ich (obwohl ich es nicht zugeben möchte) echt altmodisch und möchte dass das was ich unter "Ehe" verstehe und jahrtausende bestand eben hatte nicht aufgeweicht wird.

    Was genau wird denn in Deinen Augen "aufgeweicht", wenn Mann/Mann oder Frau/Frau, den Ehevertrag eingehen, mit genau denselben Rechten und Pflichten wie es Mann/Frau auch tun?


    Kannst Du mir das konkret erklären?

    Zitat

    Und wo genau wird der Begriff "Ehe" neue definiert? Nirgends.

    Natürlich wird er das. Es bedeutet in Zukunft nicht mehr "Mann & Frau" sondern kann auch "Mann & Mann" oder "Frau & Mann" oder "Gender & Gender" bedeuten.

    Zitat

    Wie genau wird daraus denn bitte der Gedanke dass man möglicherweise auch Zwangsehen (was es ja wäre wenn nicht alle Beteiligten ihre Zustimmung geben können) erlauben sollte? Das ist doch schon sehr weit hergeholt.

    Weil sich im Moment immer mehr Menschen hierherbegeben die genau das fordern könnten bei denen das total normal ist.

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    Dass die "Ehe für alle" dazu führt dass Argumente für "Ehe mit Objekt / Tier" ernster genommen werden ist mehr als nur unrealistisch.

    Findest du nicht? "Eine Ausnahme" zu schaffen bei etwas das vorher ganz klar definiert gewesen ist führt nicht dazu noch eine weitere Ausnahme hinzuzufügen?

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    Da bin ich (obwohl ich es nicht zugeben möchte) echt altmodisch und möchte dass das was ich unter "Ehe" verstehe und jahrtausende bestand eben hatte nicht aufgeweicht wird.

    Es hindert dich ja niemand dran das weiter im eng gesteckten Rahmen zu praktizieren.

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    "Eine Ausnahme" zu schaffen bei etwas das vorher ganz klar definiert gewesen ist führt nicht dazu noch eine weitere Ausnahme hinzuzufügen?

    Naja, früher waren die Begriffe FRAU und MANN in der Definition anscheinend wichtig? Das hat sich mit der Zeit zum Glück geändert. Nennt man übrigens Fortschritt. Liebe ist Liebe, egal ob Mann/Frau, Frau/Frau, Mann/Mann oder am besten gesagt Mensch/Mensch. Ich kann nicht verstehen, wie man da nicht drüber wegkommen kann.


    Auch das Argument: mimimi, das passiert nur um vor der Wahl noch Stimmen abzugreifen. Ja, klar, passiert es (u.a.)deswegen genau jetzt, aber ES PASSIERT. Ich frage mich, ob das die Leute auch sagen würden, wenn der Beschluss käme, jeder Deutsche bekommt mit 1.7. eine einmalige Bonuszahlung von 5000€.

    Zitat

    "Eine Ausnahme" zu schaffen bei etwas das vorher ganz klar definiert gewesen ist führt nicht dazu noch eine weitere Ausnahme hinzuzufügen?

    Und noch was: ich sehe es nicht als Ausnahme sondern laaange überfälligen Schritt Richtung Umsetzung der Menschenrechte. :)=

    doomhide

    Zitat

    Natürlich wird er das. Es bedeutet in Zukunft nicht mehr "Mann & Frau" sondern kann auch "Mann & Mann" oder "Frau & Mann" oder "Gender & Gender" bedeuten.

    Das bedeutet aber keine Neudefinierung des Begriffs, des Vertrags an sich.


    Was ändert sich denn dadurch an der Sache selbst?


    Wie haben dann immer noch zwei Menschen, die sich in gewisser Weise, rechtlich zusammenschließen.

    Zitat

    Dass die "Ehe für alle" dazu führt dass Argumente für "Ehe mit Objekt / Tier" ernster genommen werden ist mehr als nur unrealistisch.

    Ich würde sagen, das ist eine Frage des zeitlichen Rahmens, in dem man denkt.


    Wenn dieses Jahr aus der Ehe eine Lebenspartnerschaft für zwei Personen geworden ist, dann könnte man sich als nächstes Gedanken darüber machen, ob nicht auch eine Gemeinschaft von drei oder mehr Personen denkbar wäre.


    Also, die Ehe für Bisexuelle könnte von mir aus auf der Agenda 2025 stehen.


    Auf die Agenda 2050 kommt dann die Möglichkeit für Hundeliebhaber, ihren Hund zu heiraten.


    ;-D


    Dafür braucht man dann doch noch einiges an Überzeugungsarbeit. Aber es sind ja auch noch einige Jahre bis dahin...


    :)D

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    Bei manchen frage ich mich echt, ob sie hier satirisch schreiben oder das echt ernst meinen, was sie von sich geben.

    Ja, das kann ich verstehen. Ich halte schon die Propaganda "Ehe für alle" für Realsatire.

    Und, doomhide:

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    Wie genau wird daraus denn bitte der Gedanke dass man möglicherweise auch Zwangsehen (was es ja wäre wenn nicht alle Beteiligten ihre Zustimmung geben können) erlauben sollte? Das ist doch schon sehr weit hergeholt.

    Weil sich im Moment immer mehr Menschen hierherbegeben die genau das fordern könnten bei denen das total normal ist.

    Ist etwas völlig Anderes.


    Denn das würde in der Tat die "Ehe" wie wir sie bisher kennen neu definieren.

    m+s

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    Wenn dieses Jahr aus der Ehe eine Lebenspartnerschaft für zwei Personen geworden ist,...(...)...

    Die Ehe war und ist eine Lebenspartnerschaft für zwei - inwiefern ist sie dieses Jahr erst "geworden"???

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    Endlich kommen auch Schwule und Lesben in den Genuss des Steuervorteils der für die gedacht war die in der Lage sind Kinder zu bekommen.

    Richtig, denn Schwule und lesbische Menschen sind schließlich genau so in der Lage Kinder zu bekommen :-)

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    Wenn die nicht wollen dann wollen die eben nicht. Nicht können ist aber etwas anderes und die (hetero) Paare die es nicht können dürften Anteilig im Vergleich zu (homo) Paaren eher gering sein.

    Nicht WOLLEN ist doch in dem Zusammenhang (Förderung) aber viel entscheidender. Denn was nutzt es dem Sozialstaat die zu fördern, die könnten, aber nicht wollen? KÖNNEN tun es homosexuelle Menschen wie gesagt genau so. In meinem Bekanntenkreis sind inzwischen die meisten Homosexuellen Eltern und das nicht durch Adoption, sondern künstliche Befruchtung. Wenn man nun noch die Versuche genau so unterstützen würden wie bei unfreiwillig kinderlosen heterosexuellen Paaren, wäre m.E. alles bestens.


    Ansonsten finde ich die "Ehe für alle" gut, würde Kinder(kriegen und großziehen) aber unabhängig davon noch viel stärker fördern. Das sind schließlich zwei unterschiedliche Paar Schuhe: Zwei Menschen, die gegenseitig Verantwortung füreinander übernehmen möchten, gilt es m.E. zu fördern, ganz unabhängig davon, ob sie sich fortpflanzen (können und wollen) - so wie man es in diesem Staat schon immer tut, wenn es sich bei den Personen um Mann und Frau handelt. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist es, Familien zu fördern.


    Es wäre aber tatsächlich nur konsequent, die Ehe für mehr als nur zwei Menschen zu öffnen. Wenn Menschen Verantwortung füreinander übernehmen möchten, finde ich das grundsätzlich begrüßenswert und ich sehe keinen Grund, das Modell auf zwei Personen zu begrenzen.

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    Richtig, denn Schwule und lesbische Menschen sind schließlich genau so in der Lage Kinder zu bekommen :-)

    Entschuldige wenn ich so blöd frage... aber wie soll das genau bei z.b. Schwulen funktionieren? Wenn du von Leihmutterschaft redest dann ist dir aber klar dass das in Deutschland verboten ist? Soll das auch gleich erlaubt werden damit homosexuelle nicht benachteiligt werden?