Ja nun, aber eine ist es. ;-) Es gibt übrigens in Österreich ehemals katholische Pfarrer, die wegen Beziehungen aus ihrer Kirche ausgeschloßen wurden und nun auf privater Basis Ehen schließen, Taufen und soweiter. Ihre alten Schäfchen bleiben ihnen treu, denen ist ganz egal was die Kirche dazu sagt.


    Ich glaube bei diesem ganzen Bereich gibt es soviele Verflechtungen und Befindlichkeiten, die haben etwas mit zu Hause, gewohntem, Sicherheit und und und zu tun. Der Einfluß der Mutterkirche ist da wirklich nicht riesig. Er ist nicht gar nicht da, aber es ist ein enges Geflecht aus Grenzen die der Spitze von oben gesetzt werden ebenso wie Wirkung von oben nach unten. Ist der Papst zu progressiv oder zu reaktionär verliert sein Verein haufenweise Mitglieder in die eine oder andere Richtung.


    Kurz: Ich glaube das viele Leute Homosexuelle nicht akzeptieren wollen. Ob sie da nun pseudobiologische Begründungen wählen wie Rassisten das taten (und tun), religiöse, philosophische oder was immer ist am Ende egal. Sie finden das kacke und wollen ihre Meinung auch gar nicht ändern.

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    Ja nun, aber eine ist es. ;-) Es gibt übrigens in Österreich ehemals katholische Pfarrer, die wegen Beziehungen aus ihrer Kirche ausgeschloßen wurden und nun auf privater Basis Ehen schließen, Taufen und soweiter. Ihre alten Schäfchen bleiben ihnen treu, denen ist ganz egal was die Kirche dazu sagt.

    Hm. Ist jetzt natürlich OT, aber ob das so einfach geht ? ":/ Gelten zB von ausgeschlossenen Priestern getaufte Kinder im Sinne der Kirche als getauft ?

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    Kurz: Ich glaube das viele Leute Homosexuelle nicht akzeptieren wollen. Ob sie da nun pseudobiologische Begründungen wählen wie Rassisten das taten (und tun), religiöse, philosophische oder was immer ist am Ende egal. Sie finden das kacke und wollen ihre Meinung auch gar nicht ändern.

    Sehe ich auch so. Und genau das ist ja in der Hinsicht mein Anliegen - diese Pseudobegründungen Stück für Stück als genau das zu entlarven um zum Kern der Sache zu kommen.

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    Für die letzten 50 Tausend Jahre ist belegt, dass der Mensch über Raum und Zeit hinweg Kontakt zu seinen Ahnen sucht und hält.

    Vaterschaftstests gibt es jetzt noch nicht so lange. So gesehen kann niemand belegen, dass sein Stammbaum auch der tatsächlichen Blutlinie entspricht. Sicher ist nur, das die jeweiligen Ahnen als Eltern fungiert haben, ob nun leiblich oder nicht... ":/

    Ein warmes Nest ist sicher das wichtigste, was die Frage "Woher komme ich?" aber nicht auflöst. Von meiner Ur-Ur-Großmutter habe ich nur ein Sechzehntel der Gene, aber meine Brüder und ich wissen etwas über sie, und so schießen bei bierseligen Familientreffen die Spekulationen ins Kraut :-D . Einiges konnten wir bei der Nachforschung über ihren Heimatort in Schlesien erfahren. Es gab Migrationen, ein Einwanderungsstrang kam aus dem Elsass (Namensrumpf "Kutte"). Mit diesem einen Burschen als Namenstäger bin ich nicht enger verwandt als mit einem möglichen Stiefvater. Die Blutlinie der Voreltern verliert sich zugunsten einer Traditionslinie. Die Ahnen sind dann nur die Alten.

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    Hm. Ist jetzt natürlich OT, aber ob das so einfach geht ? ":/ Gelten zB von ausgeschlossenen Priestern getaufte Kinder im Sinne der Kirche als getauft ?

    Ich weiß nicht wie das kirchenrechtlich aussieht. Also wenn die Eltern nicht wüssten, dass der entsprechende Pfarrer ausgeschloßen ist, dann gibt es da, glaube ich mich zu erinnern, eine uralt Regelung die besagt das die gegebenen Sakramente dennoch Gültigkeit haben. Genau wie die eines sündigen Pfarrers der noch nicht ausgeschloßen wurde. Aber wie das in dem Fall ist, weiß ich nicht. Ich glaube aber das es den Leuten wurscht ist, weil es ihnen eben um das Ritual und nicht wirklich um die Kirche geht.

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    Kurz: Ich glaube das viele Leute Homosexuelle nicht akzeptieren wollen. Ob sie da nun pseudobiologische Begründungen wählen wie Rassisten das taten (und tun), religiöse, philosophische oder was immer ist am Ende egal. Sie finden das kacke und wollen ihre Meinung auch gar nicht ändern.

    Das denke ich auch.


    Es gibt zum Beispiel noch immer viele Leute, die Homosexualität als Phase oder postpubertäre Macke abtun. Meine Schwester, bald 30, wird bis heute von irgendwelchen Tanten bequatscht, wann sie denn endlich mal einen Mann mitbringen würde. Verkupplungsversuche und Kandidaten-Vorschläge für potentielle Ehegatten werden meiner Einschätzung nach mindestens bis zum Weltuntergang stattfinden. Aber natürlich akzeptieren die Tanten sie voll und ganz, sind total tolerant und haben rein gar nichts gegen ihre langjährige Beziehung einzuwenden. %-|

    Jedesmal auf's neue schön, wenn Tante Gerda Schwester plus Freundin mit typischem Tantengehabe (Küsschen, Parfumwolke, entzückendem "Ach, wie schöööhööön euch Herzchen zu sehen"-Geflöte) begrüßt, nur um dann anzumerken, dass der Neffe der Nachbarin so ein gut aussehender, toller Mann wäre, vor allem aber zufälligerweise gerade single und ihrer Meinung nach hervorragend zu meiner Schwester passend. Dabei darf das große und mehrfach gemaulte "Jammerschade, dass das wahrscheinlich nichts wird" selbstverständlich auf keinen Fall vergessen werden. ;-D %:|

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    Und damit ist das Kennen der leiblichen Eltern ein Instrument zur Stillung eines Grundbedürfnisses (sich selbst irgendwie verorten zu können), aber es ist nicht das Grundbedürfnis selbst.

    Ok. Den entscheidenden Punkt sehe ich dann darin: Dieses Instrument soll den Menschen weggenommen werden mit dem Argument, es sei kein natürliches Bedürfnis.


    Ich finde das Argument alles andere als stichhaltig. Mit demselben Argument könnte man den Leuten auch ihr Smartphone wegnehmen.



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    Kurz: Ich glaube das viele Leute Homosexuelle nicht akzeptieren wollen.

    Kannst Du mir sagen, was Du damit meinst, Homosexuelle zu akzeptieren?


    Ich bin wie gesagt für Respekt und für Minderheitenschutz.


    Und Akzeptanz? Weiß ich nicht. Mir ist nicht so ganz klar, was die Gleichstellungsbefürworter da von mir fordern. Ich habe diese Frage deshalb vor einiger Zeit schon einmal gestellt. Es ist wohl kein Zufall, dass ich darauf keine Antwort bekam.


    Wenn Akzeptanz bedeutet, ich muss mir von den Gleichstellungsbefürwortern sagen lassen, was ich zu denken zu fühlen und zu sagen hab, insbesondere welche Wörter ich in welcher Bedeutung zu benutzen hab, dann, nein, in dem Sinne bin ich jedenfalls gegen Akzeptanz.


    Mit Homosexualität hat das alles nichts zu tun.

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    Gelten zB von ausgeschlossenen Priestern getaufte Kinder im Sinne der Kirche als getauft ?

    Zunächst handelt er nicht mehr im Namen der Kirche, aber auch wenn er seinen klerikalen Stand verliert, bleibt sein Weihesakrament unauflöslich. Also, er darf weiterhin taufen, und diese Taufe ist im Sinne als Siegel auf Christus gültig. Dieser Täufling kann auch weder "enttauft" noch ein weiteres Mal getauft werden. Wenn der Papst die in den zahlreichen evangelikalen Kirchen weltweit vollzogene Taufen anerkennt, dann wohl auch diese eine. Freiwillig.

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    Ich glaube das viele Leute Homosexuelle nicht akzeptieren wollen. Ob sie da nun pseudobiologische Begründungen wählen wie Rassisten das taten (und tun), religiöse, philosophische oder was immer ist am Ende egal. Sie finden das kacke und wollen ihre Meinung auch gar nicht ändern.

    Wer zwingt denn jemanden, eine bestimmte Meinung zu ändern? Wenn jemand beispielsweise Homosexuelle nicht mag, aus welchen Gründen auch immer, dann ist es dessen gutes Recht. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit eines Homosexuellen wird damit überhaupt nicht berührt.

    Chomsky


    Der Stoff aus dem Loriot Sketche geschrieben sind. Funktioniert auch wenn man Archideefächen studiert oder gar, schreck lass nach, polyamore lebt. ;-D ;-D


    mond+sterne


    Vielleicht bist du ja gar nicht gemeint?


    Belafonte


    Danke, so ähnlich dachte ich es mir auch, aber ich war mir nicht sicher.

    Schrund

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    Wer zwingt denn jemanden, eine bestimmte Meinung zu ändern? Wenn jemand beispielsweise Homosexuelle nicht mag, aus welchen Gründen auch immer, dann ist es dessen gutes Recht. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit eines Homosexuellen wird damit überhaupt nicht berührt.

    Niemand. Es ging ja nur um die Wirkmächtigkeit der Kirchen in diesem Punkt. Ich halte sie für relativ gering. Die freie Entfaltung wird halt nur da berührt, wo aufgrund dies "mag ich nicht" Zugang zu staatlichen Instiutionen oder ähnlichem verwehrt wird. Wie das ja seitens einiger Gegner der Ehe für alle durchaus angestrebt wird.

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    Ich glaube das viele Leute Homosexuelle nicht akzeptieren wollen. Ob sie da nun pseudobiologische Begründungen wählen wie Rassisten das taten (und tun), religiöse, philosophische oder was immer ist am Ende egal. Sie finden das kacke und wollen ihre Meinung auch gar nicht ändern.

    Das muss nichts bedeuten. Viele haben unschöne Bilder im Kopf von einschlägigen Homo-Treffs wie den in Köln, wo die sich öffentlich unter aller Sau benehmen. Das ist nicht homo-typisch, aber dennoch prägend. Ich würde auch nie als Gast beim Christopher-Street-Day mitlaufen. Das würde ich nicht akzepieren, weil ich nicht als Homo angesehen werden möchte. Also, die da, und ich hier!

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    Ich finde das Argument alles andere als stichhaltig.

    Dass es nicht stichhaltig ist, wundert mich übrigens nicht, es kommt ja auch von dir. Alles, was Danae und ich schrieben, war mitnichten ein Argument für [hier irgendeine praktische Umsetzung einsetzen], sondern nur eine Erläuterung, weshalb leibliche Elternschaft nicht zwingend und in unseren Genen verwurzelt die ultimative und einzig denkbare Quelle menschlicher Selbstverortung sein muss; dass das eher kulturell bedingt ist als genetisch.
    Für den Einzelfall ist das erst mal aber belanglos - meiner Psyche ist es egal, ob etwas aus genetischen oder aus kulturellen Gründen wichtig für mich ist. Nur muss man das ja wohl trotzdem ein bisschen differenzierter betrachten, gerade dann, wenn irgendwelche Leute das Argument ins Feld führen, etwas sei "unnatürlich", und dabei eben so tun, als sei etwas kulturell Bedingtes quasi allgemeinmenschlich festgelegt und in unseren Genen verankert.