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    Könntest du mal bitte gerade ausführen, wie? Es wird doch niemand in Elternzeit gezwungen. Wenn ER seine 8k im Monat heinbringt und SIE halt die Kinder organisiert, können die beiden doch einfach so weitermachen. Sie kriegen dann halt nur 12 statt 14 Monate staatliche Unterstützung, stehen netto aber erheblich besser als wenn ER seine 2 Monate auch nehmen würde.

    Nein, Dein Beispiel kann ich zumindest nicht nachvollziehen. Du sprichst anscheinend gerade von einem Mann, der als Single 150.000-200.000€ im Jahr verdienen müsste. Solche Gehälter sind jenseits meines Vorstellungsvermögens, und staatliche Stütze sollte da in meinen Augen keine Rolle mehr spielen.

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    Was ist denn mit Frauen die auch gerne vollzeit erwerbstätig sein und Karriere machen möchten? Dürfen die das nicht?

    Hä? Ich bin für eine freie Wahl des Lebensentwurfs.


    Deshalb bin ich für eine Politik, die gute Rahmenbedingungen für jeden Lebensentwurf schafft. (Das ist übrigens auch der Tenor eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts von 1998, das vermutlich bis heute nicht umgesetzt wurde und immer stärker missachtet wird.)


    Die amtierende Bundesregierung will die Bevölkerung jedoch durch staatliche Anreize in Richtung gleichgestellte Vereinbarung von Beruf und Familie schieben. Dagegen spreche ich mich aus.


    Eine Frau, die Karriere machen möchte, muss vom Staat gleichermaßen gute Rahmenbedingungen bekommen, egal ob sie zugunsten ihrer Karriere auf Kinder verzichtet oder nicht.


    Aber Karrierefrauen (also Frauen, die zugunsten ihrer Karriere auf Kinder verzichten) haben sowieso schon ein schlechtes Image und werden von der Politik auch noch links liegen gelassen. Das finde ich nicht fair.

    m+s

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    Dein Beispiel kann ich zumindest nicht nachvollziehen.

    Naja, du sprachst doch von Karriere und so. EineR verdient, einE macht das mit den Kindern. Wenn natürlich beide zum Mindestlohn Supermarktregale einräumen, fällts nicht so ins Gewicht. Dann läuft aber auch mit der Karriere was schief, und dann kann man sich das Absinken eines Gehalts um 1/3 vielleicht insgesamt auch nicht so leisten. Punkt ist: Je lukrativer die Karriere, desto weniger attraktiv das Elternzeit-Angebot (weil bei 1800 gedeckelt).


    Ganz offen: Ich käm mir blöd vor, wenn ich sagen würde "Wegen meiner tollen Karriere kann ich dummerweise keine Elternzeit nehmen, wenn meine Frau aber die zwei Zusatzmonate nicht vom Staat subventioniert wird, können wir leider die Miete nicht mehr zahlen". Da ist doch irgendwo ein Denkfehler. Finde den.

    Das eine ist die Politik und das andere ist ihre Wirksamkeit.


    Die Politik, die gemacht wird, zielt darauf ab, mehr Männer dazu zu bewegen, Elternzeit zu nehmen. (Mein politisches Ziel wäre es, jedem die Freiheit einzuräumen, seinen Lebensentwurf selbst zu wählen.) Die Frauen hier vertreten die Theorie, dass die Männer es so wollen. Ich vertrete die Theorie, Frauen gefällt es, wenn ihnen unangenehme Tätigkeiten abgenommen werden.


    Das andere ist die Wirksamkeit von Politik. Wenn Du meinst, sie ist nicht besonders wirkungsvoll, dann kann das sein.

    m+s

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    Die Politik, die gemacht wird, zielt darauf ab, mehr Männer dazu zu bewegen, Elternzeit zu nehmen.

    Wie tut sie das denn? Und wen bewegt sie?

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    Mein politisches Ziel wäre es, jedem die Freiheit einzuräumen, seinen Lebensentwurf selbst zu wählen.

    Was müsste dafür getan werden?


    Ich glaub ja ganz persönlich, du schwurbelst nur so rum. Zurück zu höcke? Da schwurbelt die AfD nämlich auch nur so rum. Überhaupt wird "mal konsequenzfrei tröten" langsam Poilitikstil. Findest du das gut?

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    Die Politik, die gemacht wird, zielt darauf ab, mehr Männer dazu zu bewegen, Elternzeit zu nehmen.

    Wie tut sie das denn? Und wen bewegt sie?

    Sie erlässt Gesetze, die es beispielsweise attraktiver machen, wenn der Mann ein Jahr Erziehungszeit nimmt und die Frau ebenfalls, als wenn einer von beiden zwei Jahre Erziehungszeit nimmt.


    Wenn es so ist, wie Du schreibst, bewegt sie damit niemanden, weil die Gesetze nichts bringen.

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    Mein politisches Ziel wäre es, jedem die Freiheit einzuräumen, seinen Lebensentwurf selbst zu wählen.

    Was müsste dafür getan werden?

    Gute Frage. Man müsste sich Gesetze überlegen, die jeweils im Interesse der Lebensbedingungen von Singles(m/w), kinderlosen Paaren und den unterschiedlichen Familienmodellen sind (d.h. für jeden Lebensentwurf entsprechende Gesetze).

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    Ich glaub ja ganz persönlich, du schwurbelst nur so rum. Zurück zu höcke? Da schwurbelt die AfD nämlich auch nur so rum. Überhaupt wird "mal konsequenzfrei tröten" langsam Poilitikstil. Findest du das gut?

    Nein, ich finde es nicht gut, und nein, ich schwurbel nicht nur so rum, und ja, es läuft auf konsequenzfrei tröten hinaus, weil Du es so interpretierst.


    Ich bin dafür, dass möglichst jeder seinen persönlich gewünschten Lebensentwurf leben kann.


    Andere sind für Gleichstellung.


    Das sind einfach nur zwei verschiedene politische Meinungen.


    Aber Dir erscheint es anscheinend schwurbelig, weil Du nur eine Meinung ertragen kannst. Ist es das?




    Ok, zurück zu Höcke. Ich wüsste nicht, warum seine Rede ein Parteiausschlussverfahren rechtfertigt (habe allerdings auch nur wenige Sätze daraus gehört). Andererseits muss die Afd sich nach rechts abgrenzen, damit sie nicht irgendwann ins undemokratische Lager abdriftet.


    Das wäre natürlich blöd für die Medien, die mit der Aufregung über die AfD Geld verdienen.

    Grundsätzlich ist es mir ja egal, ob der Höcke beim Scheißen vom Blitzgetroffen wird, aber hier wird er zum Bauernopfer gemacht, um der AfD einen volksnaheren Anstrich zu verpassen. Als würde das irgendwen darüber hinwegtäuschen, dass der Großteil der Partei mindestens genauso denkt wie er. Ziemlich lächerlich. Aber man kann es ja versuchen. Immerhin sinken die Umfragewerte und man will ja nicht enden wie die Piraten. ;-D

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    Ok, zurück zu Höcke. Ich wüsste nicht, warum seine Rede ein Parteiausschlussverfahren rechtfertigt (habe allerdings auch nur wenige Sätze daraus gehört). Andererseits muss die Afd sich nach rechts abgrenzen, damit sie nicht irgendwann ins undemokratische Lager abdriftet.


    Das wäre natürlich blöd für die Medien, die mit der Aufregung über die AfD Geld verdienen.

    Wenn die AfD strategisch die Provokation als Wahlkampfelement nutzen will, muss sie sich über die gewünschte negative Publicity nicht wundern. So was kann auch zum Bumerang werden. Vor allem darf sich kein AfDler der Illusion hingeben, dass man innerhalb einer Partei am gleichen Strang ziehen würde. Schließlich geht es um Machtausbau auf allen Ebenen. Und da wird auch mal intern gestochen. Siehe Elena Roon. Es ist natürlich doppelt doof, wenn man Hitler-Cartoons intern verschickt und sich dann offen distanzieren muss, nur weil jemand meint, dass er dies eben von einer internen WhatsApp-Gruppe in die Öffentlichkeit tragen muss. Eine Partei ist keine Safe-Zone. Solche Risiken sind absolut realistisch und auch vorhersehbar. Für mich ist das auch eine Art politische Evolution, dass Dummheit gestraft wird.

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    Wenn die AfD strategisch die Provokation als Wahlkampfelement nutzen will, muss sie sich über die gewünschte negative Publicity nicht wundern.

    Das stimmt. Sie hat sich dazu entschieden, die Provokation als strategisches Mittel einzusetzen. Dazu gehört auch, wieder zurückzurudern, wenn es geklappt hat. Damit ist sie jetzt gerade beschäftigt.


    Die Journalisten, die diese Strategie kennen, können sich überlegen, inwieweit sie sich provozieren lassen.


    Wenn sie es tun, finde ich das nicht professionell, auch wenn es geeignet ist, um Umsätze zu generieren.


    Dennoch hat die traditionelle Presse und das öffentlich rechtliche Fernsehen in Deutschland immer noch eine hohe Qualität.

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    Für mich ist das auch eine Art politische Evolution, dass Dummheit gestraft wird.

    Ja. Ist es für Dich ausgemachte Sache, wer die Dummen sind?


    Für mich nicht. (s.o.) Am Ende könnten sich auch beide Seiten als die Dummen herausstellen, weil es einen lachenden Dritten gibt.

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    Wobei ich dahinter eher Petrys Machtdenken sehe als ein wirkliches Umdenken, wann Provokation zuviel ist.

    @ comran

    nicht zuviel in die Sache hineininterpretieren. Das ist ein simpler Machtkampf zweier Fraktionen innerhalb der AfD, zum einen Frauke Petry und Marcus Pretzel und zum anderen eine Art Alianz zwischen Meuthen, Gauland, Höcke und Poggenburg die um die Vorherrschaft kämpfen. Petry konnte sich bisher immer behaupten, während Meuthen, Gauland und jetzt Höcke schon gestrauchelt sind.


    Das Problem wird weniger Höckes Äußerungen zum Mahnmal der Schande und Erinnerungskultur sein sondern der offene Angriff in seiner Rede auf Petrys Fraktion und eine Art Fundamentalopposition gefordert hat. Der Vorstand will offene Flügelkämpfe unbedingt vermeiden und hat jetzt ein Parteiausschlußverfahren angestrengt. Ich glaube nicht das man tatsächlich Höcke rausschmeißen kann, das geben seine Worte nicht her. Es gab aber eine Absprache das Höcke sich bei seinen Reden zurückhalten solle, wo gegen er kalkuliert verstoßen hat. Und ist vielmehr ein Warnschuß an Höcke und ein Zeichen an den Wähler das man solcherlei Provokationen nicht duldet.

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    Wenn die AfD strategisch die Provokation als Wahlkampfelement nutzen will, muss sie sich über die gewünschte negative Publicity nicht wundern.

    Petry hat das Parteiausschlussverfahren initiiert. Damit punktet sie bei den bürgerlichen. Das Gremium wird aber Höcke nicht hinauswerfen, um am rechten Rand zu punkten. Das ist das Kalkül, und die Rechnung könnte aufgehen. Sogar in der Tagesschau gestern durften Höcke und Gauland ihre Standpunkte erläutern. Was für eine Werbung!

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    Stimmt. Ich weiß gar nicht, was die haben. Dieser braune Stänker passt doch hervorragend in diesen Verein.

    seine Rede war zweideutig und provokant, der reine Wortlaut ist aber harmlos und wurde sinngemäß schon häufiger von Personen geäußert die aus einer völlig anderen politischen Ecke kamen. An einen Parteiauschluß sind hohe Hürden geknüpft, auch Sarazin ist immer noch SPD- Mitglied obwohl seine Bücher den wenigsten Sozialdemokraten gefallen.


    Weder Sarrazin noch Höcke haben gegen irgendwelche Gesetze verstoßen und ihre Äußerungen sind von der Meinungsfreiheit voll gedeckt. Wissen ist Macht und nicht irgendwelche unsinnigen Meinungen die in Politik und Medien wider besseres Wissen breit getreten werden.


    Demokratie ist keine Erfindung der Linken, frei nach Rosa Luxenburg : Demokratie ist die Meinung der andersdenkenden zu akzeptieren.

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    Weder Sarrazin noch Höcke haben gegen irgendwelche Gesetze verstoßen und ihre Äußerungen sind von der Meinungsfreiheit voll gedeckt.

    Höckes umstrittener Satz, das Denkmal sei eine Schande, verstößt gegen gar nichts und ist erst recht keine Volksverhetzung. Wertvoll ist dieser Satz - und die ganze Rede - aber dadurch nicht. Abhaken und vergessen!

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    Höckes umstrittener Satz, das Denkmal sei eine Schande

    Bei aller Kritik, die man an seiner Rede sicher üben kann: dass das Denkmal eine Schande sei, hat er nie gesagt.


    "Denkmal der Schande" und "das Denkmal ist eine Schande" sind zwei sehr verschiedene Paar Schuhe.


    "Denkmal der Schande" ist, wie seventhree schon sagte, eine geläufige Bezeichnung, die selbst in Drucksachen des Bundestages schon so verwendet wurde.


    Das nimmt dem Ganzen natürlich etwas die Brisanz, vermutlich wird genau auch deswegen so angestrengt versucht, eine Interpretation in Richtung "das Denkmal ist eine Schande" zu betreiben.


    Das ist die typische Interpretationswut, wie man sie wohl nur für die AfD benutzt.


    Aus "Kein Polizist will auf Flüchtlinge schießen und ich will das auch nicht" wird da schon mal die Forderung eines Schießbefehls gestrickt. Same procedure. Postfaktisch nennt man das wohl.