Ratzefatz

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    ich meinte es nicht nur nach dem physikalischen Gesetz

    Ist mir schon klar. :)_ Ich will damit auch nur ausdrücken, dass selbst physikalische Gesetze nichts anderes ausdrücken. Wissenschaft und Glauben widersprechen sich an diesem Punkt tatsächlich nicht.

    @ Monsti

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    Leben ist Energie, und Energie ist unzerstörbar.

    Verstehe ich nicht, schreibst du von E = mc²? Aber das betrifft die Masse unabhängig vom Leben. Wieviel Kilowattstunden entsprechen einem lebenden erwachsenen Mann? Und wieviel, nachdem er gestorben ist?


    Oder meinst du die Heizleistung?

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    Die Wärmeabgabe eines Menschen in Ruhe beträgt im Durchschnitt rund 90 bis 120 Watt

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    Ich meine die Lebensenergie

    Was soll das sein? Wann entsteht sie, wann endet sie?


    Irgendwie steckt doch die Frage dahinter, was Leben ist, was es von toter Materie unterscheidet. Oberflächlich könnte man sagen: Vermehren, mit der Umwelt interagieren, wachsen. Leben Kristalle? Ich denke, ja.


    Aus einem toten Samen entsteht Leben, wenn er keimt. Woher kommt dieses Leben in welchem Moment genau?


    Was wird gesucht, wenn Wissenschaftler nach außer-irdischem Leben forschen?

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    Was soll das sein? Wann entsteht sie, wann endet sie?

    Sie entsteht nicht, weil sie immer da war/ist. Somit endet sie auch nicht. Und ja, die Lebensenergie unterscheidet die Lebewelt von der sog. toten Welt. Einen toten Samen oder eine tote Spore gibt es übrigens nicht, auch enzystierte Mikroorganismen sind genauso wenig tot wie überwinternde Insekten in Froststarre. Die Lebewelt passt sich der sich ändernden Welt an, ein Kristall tut das nicht, es findet lediglich ein chemisch-physikalisch erklärbarer Prozess statt. Klassisches Beispiel ist das Eiskristall.

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    Was wird gesucht, wenn Wissenschaftler nach außer-irdischem Leben forschen?

    Wird z.B. ein lebender Organismus auf dem Mars oder auf irgendeinem Mond des Jupiter gefunden, so interessieren dabei vor allem die Bedingungen, unter denen "Leben" entstehen kann. Dafür muss man aber gar nicht auf anderen Planeten suchen, sondern kann sich auf die angeblich lebensfeindlichen Milieus auf unserem Planeten, sogar in unseren eigenen Körpern (z.B. Anaerobier) beschränken. Die naiven Versuche, mit irgendwelchen Aliens in Kontakt zu treten, dienen wohl primär der Befriedigung menschlicher Neugier. Dabei bin ich mir sicher, dass es im Universum unzählige Planeten mit Leben gleich welcher Art gibt. Alles andere wäre m.E. unlogisch.


    Das Phänomen "Lebensenergie" ist vermutlich etwas nie Erklärbares.

    Sicher ist die Frage nach dem Leben nicht mit wenigen Sätzen zu beantworten. Und die Antworten würden wohl auch sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem wer und wann sie beantwortet.

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    Die Lebewelt passt sich der sich ändernden Welt an

    Hmm ... du meinst die Saurier lebten nicht? Sie haben sich offenbar nicht angepasst wie andere ausgestorbene Spezies auch nicht.


    Und Insekten in Froststarre oder Menschen im Koma - worin besteht die Anpassung?


    "Das Leben" ist ganz schwierig zu beantworten, z.B. bei Organspendern. Die Organe müssen ja "mit Lebensenergie" (so würdest du es wohl ausdrücken) entnommen werden.

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    Du drückst dich um die Aussage, was Leben ist.

    Stimmt nicht. Oben schrieb ich: Das Phänomen "Lebensenergie" ist vermutlich etwas nie Erklärbares. Insofern kann ich das natürlich ebenfalls nicht erklären.


    Ein Organ für sich ist kein Leben, es kann aber seine Funktion in einem lebenden Körper wieder aufnehmen. Dafür ist nicht die Lebensenergie des Spenders erforderlich. Die Entnahme erfolgt ja grundsätzlich einem toten Organismus. Die Dinosaurier sind übrigens keineswegs ausgestorben. Man findet sie bis heute im Kleinformat als Echsen. Die Anpassung bestand u.a. in der massiven Verkleinerung. Und ja, Arten können auch verschwinden, wenn ihre Anpassung nicht schnell genug erfolgt oder infolge von Katastrophen und nur lokaler Verbreitung nicht funktioniert. Wir sehen das heute sehr eindrucksvoll am anthropogenen Artenrückgang: Zuerst verschwinden die Nahrungs- und Entwicklungshabitate der Kleinlebewelt (u.a. Arthropoden), damit auch die vieler Vögel und Kleinsäuger, mit dem Verschwinden dieser verschwinden auch deren Fressfeinde. Am Ende der Nahrungskette stehen wir.


    Keinem einzigen Forscher(team) ist es bisher gelungen, Lebensenergie aus der Retorte herzustellen. Man kann aus DNA zwar eine Fleischmasse züchten, aber kein Leben. Man bildet sich ein, die DNA weitgehend erforscht zu haben, arrogant ignorierend, dass man bisher nur ein bisschen an der Oberfläche rumgekratzt hat. Selbst dann, wenn es gelänge, aus der DNA des ausgestorbenen Mammuts einen Klon heranzuzüchten, so ist das lediglich eine raffinierte "Zucht", aber keine "Schöpfung".

    Menschen im Koma sind i.d.R. Zustände im Zuge von Unfall, Krankheit oder medizinischer Intervention (Narkose, künstl. Tiefschlaf). Dieser Zustand ist immer pathologisch. Die Froststarre von Arthropoden oder die Encystierung von Mikroorganismen sind aber normale, d.h. nicht pathologische Daseinsformen des Lebens. Ein encystierter Mikroorganismus hat die Chance, ohne Schädigung nahrungsarme Phasen zu überleben oder aber durch Wind, Wasser oder z.B. im Gefieder von Vögeln in andere Lebensräume verfrachtet zu werden. Viele Insekten überwintern in der Froststarre, um ihre Fortpflanzung im Frühling zu erledigen. Andere Gliederfüßer überwintern in Ei-, Larven- oder Puppenform.

    Als Lebewesen verstehe ich ein Wesen, das einen freien Willen hat, in gewissem Maße einen freien Geist besitzt. Beseelt kann man auch sagen - im Gegensatz zur starren, toten Materie.


    Und Seele/Leben hat auch etwas mit Intelligenz zu tun.

    Ratzefatz

    Das sehe ich anders. Auch die Fichten und Weiden in unserem Garten leben. Ein Neugeborenes lebt, obwohl es weder einen "freien Geist" noch Intelligenz besitzt. Auch in den vorherigen Entwicklungsstufen (Embryo, Fötus) ist definitiv Leben vorhanden. Ebenfalls leben Amöben, Insekten/Spinnen und alle anderen Tiere. Die Willensfreiheit und Intelligenz definieren das Phänomen "Leben" bzw. "Lebensenergie" sicher nicht.


    Wir haben unter unseren Stammgästen in unserer Ferienwohnung z.B. eine Familie, deren mittlerweile 16-jähriger Sohn an heftiger "Lissenzephalie" leidet. Dieser Jugendliche hat im Verlauf seines Lebens keine Hirnwindungen entwickelt und befindet sich geistig auf dem Stand eines maximal 2-3 Wochen alten Säuglings. Sprich: Er kann nahezu nichts, außer Arme und Beine irgendwie ungezielt zu bewegen. Ihm fehlen der freie Wille und die Intelligenz gleichermaßen, aber J. ist trotzdem ein Mensch, zudem lebt er.

    Könnten wir "Leben" erkennen, wenn es einen ganz anderen Zeit-Rhythmus hat als wir?


    Eine überwinternde, starre Insektenlarve - oder gar ein Ei - gilt doch nur deshalb als "lebend", weil sie/es sich nach Monaten bewegt und wächst. Wir können Monate warten, um das zu beobachten.


    Gebirge brauchen Millionen von Jahren, um sich aufzufalten. Sie bewegen sich auch und wachsen. Möglicherweise ist die Erde ein Lebewesen und der Erden-Mond tot, hat nichtmal Vulkanismus.

    Verschw-praktiker

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    Eine überwinternde, starre Insektenlarve - oder gar ein Ei - gilt doch nur deshalb als "lebend", weil sie/es sich nach Monaten bewegt und wächst.

    Das stimmt nicht. Mikroskopisch ist auch im Ei eines nur 100 µm langen Rädertiers Leben wahrzunehmen, auch wenn man zunächst nur rasche Zellteilungen verfolgen kann. Im späteren Stadium erkennt man schon das unreife Jungtier, das sich bereits munter bewegt. Diese Tierchen entwickelt sich genauso wie sich höhere Organismen im Mutterleib entwickeln. Manche Rädertiere sind sogar lebendgebärend, d.h. das Ei entwickelt sich innerhalb des Muttertiers, das Jungtier schlüpft genauso wie z.B. ein Mensch geboren wird. Leben ist vielfältig und existiert ab dem Zeitpunkt der Kopulation und erfolgreichen Zellteilung. Nur weil wir sehr vieles im Alltag nicht wahrnehmen, heißt das noch lange nicht, dass kein Leben vorhanden ist.