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    Jeder Mensch sollte bei sich selbst anfangen.

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    Und wenn er es nicht tut, was dann?

    Ich schrieb es bereits:


    Je mehr Menschen es tun, je mehr es Menschen schaffen andere mitzunehmen, umso weniger schwerwiegend werden die Probleme sein. Und ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die ähnlich wie ich handeln ...


    Es ist nicht dual, nach dem Motto: Entweder alle und das Problem ist abgewandt oder keiner und der Kollaps, der totale Zusammenbruch kommt. Die Probleme können sehr unterschiedliche Schweregrade haben. Es ist nicht so dass man sagen kann entweder Problem oder kein Problem,sondern mehr oder weniger Problem. Die Welt, die Realität ist meistens analog und nicht digital.

    Um vielleicht nochmal auf das Ursprungsthema zurückzukommen:


    Auf Facebook z.B. ist ja die Interaktion zwischen den Usern schon etwas agiler, als hier im klassischen Forum. Und ich bekomme regelmäßig mit, dass Posts zum Thema Umweltschutz etc. tatsächlich auch nur extrem wenig Menschen wahrnehmen, bewerten oder gar kommentieren. Aus meinem persönlichen Erfahrungen sind das vielleicht 1-2%. Und so wie auf FB geht das Thema auch medial überall unter, weil es unbequem ist.


    Und letztens bekam ich dann ich auch wirklich Post von jemandem, der sich darüber echauffierte, dass ich immer "UNS" dafür in die Verantwortung ziehe. "Ich könne das nicht verallgemeinern" - eine Diskussion habe ich da auch unterlassen. Es geht dabei ja auch viel um die Gesellschaft und mir scheint es so, dass solche Themen durchaus den Weg in die Medien finden, aber das keinesfalls zum Schuldeingeständnis beiträgt. Stattdessen wird eben "der große Konzern, die Regierung, die da oben" in die Verantwortung gezogen.


    Umweltschutz und Ressourcenschonung sind eine Sache. Vorher müssen sich die Bürger aber ihrer Lebensweise und den Konsequenz bewusst sein. Den meisten ist das nicht im geringsten bewusst. Die Medien und Quellen sind da, aber die meisten Menschen glauben tatsächlich nicht Teil der Umweltzerstörung sein. Das ist schon sehr paradox, wie ich finde.

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    aber die meisten Menschen glauben tatsächlich nicht Teil der Umweltzerstörung sein

    Naja, es ist ein ziemlich allgemeines Problem der Eigenverantwortung: Das fängt ja schon in Schule und Studium an, wo oft der Lehrer, der Professor für die schlechten Bildungsleistungen verantwortlich gemacht wird ...


    Meines Erachtens liegt es auch an einem hierarchischem System, wo viele Menschen von ihrer Eigenverantwortung enthoben werden.

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    Auf Facebook z.B. ist ja die Interaktion zwischen den Usern schon etwas agiler, als hier im klassischen Forum. Und ich bekomme regelmäßig mit, dass Posts zum Thema Umweltschutz etc. tatsächlich auch nur extrem wenig Menschen wahrnehmen, bewerten oder gar kommentieren. Aus meinem persönlichen Erfahrungen sind das vielleicht 1-2%. Und so wie auf FB geht das Thema auch medial überall unter, weil es unbequem ist.

    naja, auf FB lebt jeder in seiner eigenen Filterblase. Warum Du da jetzt in eine Blase geraten bist, in der sich nur 1 bis 2 Prozent für Umweltschutz interessieren, weiß ich nicht.


    Mit der gesellschaftlichen Realität hat das allerdings wenig zu tun.


    Also, vielleicht mal Nachrichten auf ARD oder ZDF sehen?

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    naja, auf FB lebt jeder in seiner eigenen Filterblase. Warum Du da jetzt in eine Blase geraten bist, in der sich nur 1 bis 2 Prozent für Umweltschutz interessieren, weiß ich nicht.

    FB ist keine Filterblase. Ich nutzt dieses Angebot als zusätzliches Netzwerk für mich und darin verbreiten sich Nachrichten viel schneller, als anderswo. Ich schaue auch häufig ARD und ZDF, eher Tagesschau24 oder Phoenix, Alpha - und vieles was die Nachrichten bringen, weil ich längst. Ich behaupte mal, dass "analoge Menschen" in einer Filterblase leben, weil die einfach viel weniger mitbekommen. Zumindest kenne ich so Leute und die leben gefühlt hinterm Mond. Wie auch immer ...


    Und ja, mein Eindruck ist, dass Umweltthemen - egal welche im Detail - so ziemlich wenige interessiert. Am ehesten wird sich dann noch echauffiert, wenn zB Quarks so eine Hinweisskizze postet, weil es ja auch immer irgend wen trifft, der sich angegriffen fühlt: ob Autofahrer, Fleischesser, Haustierbesitzer, Handynutzer ... und globalere Themen, wie neulich die Geschichte zum Golfstorm oder Arktis bleiben dann eher unkommentiert, weil "findet ja nicht bei mir statt".


    Letztens war auch wieder Earth Hour ... machen wenig mit. Aus meiner Freundesliste eben auch nur wieder 2-3 Leute. In die größeren Städten haben sich aber wohl ein paar gefunden.


    Wie ist das denn bei Dir? Sind da alle Leute voll dabei? ":/

    naja, ich hab ja nicht den Anspruch, dass alle voll dabei sein sollen.


    Aber im Prinzip könnte ich mehr oder weniger jeden, den einen besser den anderen schlechter, auf solche Themen ansprechen.


    Ich tue es nur nicht, weil nichts dabei raus kommt.


    Am Ende kann man nur feststellen, vielleicht wird eine nachfolgende Generation uns einmal fragen, warum wir das alles mitgemacht haben.


    Gute Frage. Weiß ich nicht. Ich habe keine Antwort.


    Von daher sehe ich keinen großen Sinn in solchen Gesprächen.


    Ich kann es Dir allerdings vom Ergebnis her sagen: Ja, es ist so, wir werden alle mitgemacht haben.

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    warum wir das alles mitgemacht haben.

    Weil das Denkvermögen zu gering entwickelt ist ... ]:D

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    Ja, es ist so, wir werden alle mitgemacht haben.

    Der eine mehr und der andere weniger- das ist der Unterschied ...


    ... Der Unselbstständige gibt als Grund für das eigene Handeln an: "Der andere macht das doch auch so ..."


    Der Selbstständige analysiert: "was müsste getan werden?" und tut es.


    Der Hadernde sagt: "man müsste, man könnte, man sollte, ...", der Entschlossene sagt. "ich mache das"

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    und derjenige mit dem gut entwickelten Denkvermögen erkennt die Komplexität der Situation.

    ... am Ende bekomme ich jede Sache beliebig kompliziert dargestellt. Wer das Einzelne nicht sieht, wird das Komplexe nicht annähernd begreifen.

    Ich denke, dass das nichts mit Lernen zu tun hat, sondern das den meisten Menschen die Fähigkeit fehlt "in der Gruppe" zu denken. Vielleicht haben wir uns das auch einfach nur aberzogen, weil man ja von Kindesbeinen darauf getrimmt wird, dass der Andere die Konkurrenz ist - die Noten in der Schule, im Sport, bei Wettbewerben. Es geht im Leben irgendwie immer nur darum mehr zu haben oder besser zu sein als andere.


    Ein "Wir" wird nirgends gelehrt und naturgemäß fehlt da auch die Fähigkeit gemeinsam irgendwas anzupacken. "Was kümmert mich fremdes Leid?" habe ich da nicht nur einmal gehört.

    Die Fähigkeit in der Gruppe zu denken ist etwas, was ich prinzipiell für erlernbar halte.


    Es gibt auch viele, die das können. Nazis und Islamisten beispielsweise.


    Wenn die Ökos sich durchsetzen wollen, müssen sie meiner Ansicht nach lernen, auf andere Art in der Gruppe zu denken.


    Also ja, ich meine, es hat etwas mit Lernfähigkeit zu tun. Und nein, ich glaube, es ist nicht einfach.

    Naja, was Gruppen wie Religionen oder Rassisten zusammenhält sind ja indoktrinierte Gedanken. Ich weiß nicht, ob das gleichzusetzen ist mit Vernunft. Wer heute an Jesus glaubt, könnte morgen an Allah glauben - wer heute Juden hasst, hasst morgen vielleicht Roma und Sinti.


    Eine alternative Vernunft gibt es aber nicht. Kant hat das doch schon so deutlich dargestellt und auch viele Humanisten. Nur hat es die Menschheit geschafft 200 Jahre erfolgreich gegen jede Vernunft zu arbeiten. Warum auch immer.

    Weil Menschen keine Vernunftwesen sind.


    Glaube, Liebe, Hoffnung, Spiritualität und andere Gefühle gehören genauso zum Menschen, wie auch unsere niederen Triebe.


    Leider macht der Mensch vor dem Hintergrund dieser Alternativen nur allzu selten von seiner Vernunftbegabung Gebrauch.