Beim Lesen der Beiträge fällt mir auf, dass tatsächlich viele Menschen sich recht grenzwertig kleiden. Es ist so eine Art Zwang, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Nur nicht durch Kleidung auffallen.


    Es muss um ästhetisch zu wirken ja keine unbequeme Kleidung sein. Und leider hat die Ästhetik der Kleidung auch in gehoben Restaurants oder auch bei Theater-Besuchen deutlich nachgelassen. Es ist schade, aber es gibt nicht "nur noch Modemuffel", aber viele davon. Kleidung dominiert heute durch ausgeprägte Geschmacklosigkeit.

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    Ich hab am Tag echt mit vielen Leuten zu tun, aber so gut wie alle schauen mir ausschließlich (!) ins Gesicht.

    Das scheint so, denn je näher der Gesprächspartner entfernt ist desto weniger "schaut" man auf die Kleidung, doch man nimmt sie wahr.


    Übrigens "Mode" muss nicht immer der neuste Schrei sein, man kann auch Kleidungstücke anziehen die älter sind und dennoch modisch. Solide Kleidung nutzt sich zudem nicht so schnell ab.


    Eine Kollegin sagte vor längerer Zeit zu mir, sie und ihr Mann sind zu Hause immer ordentlich angezogen, außer zum Putzen oder Gartenarbeit, und da stellte ich fest, dass meine Frau und ich es genauso machen. Schlabber-Look gibt es bei uns und auch bei meiner Kollegin nicht.

    Schlabbermaul

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    Eine Kollegin sagte vor längerer Zeit zu mir, sie und ihr Mann sind zu Hause immer ordentlich angezogen, außer zum Putzen oder Gartenarbeit, und da stellte ich fest, dass meine Frau und ich es genauso machen.

    Ich schwanke da zwischen Bewunderung und Bedauern ...


    Bewunderung, weil das ein Ausdruck starker Selbstdisziplin ist und auch Achtung gegenüber dem Partner bedeutet. Gabs so ein Uralt-Chanson "Du lässt Dich gehn", da ist das schön besungen.


    Bedauern wiederum, weil ich jeden gut verstehe, der - wie ich - zu Hause angekommen, als erstes aus der Straßen- in die Freizeitkleidung hüpft, die bei mir gerade aus Jogginghose, XXXL-T-Shirt und Wollsocken besteht und sich unmanierlich aufs Sofa fläzt und jeden bedaure, der sich das nicht "gönnt".


    *:)

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    als erstes aus der Straßen- in die Freizeitkleidung hüpft, die bei mir gerade aus Jogginghose, XXXL-T-Shirt und Wollsocken besteht und sich unmanierlich aufs Sofa fläzt

    Genau das sollte man in einer Partnerschaft nicht machen. Ich finde, das verbietet die Achtung vor dem Partner.


    Wenn ich mich in der Nachbarschaft umschaue und die Leute vor die Tür gehen, sie sind überwiegend nicht im Schlabberlook gekleidet, es sei denn man kehrt die Straße, arbeitet im Vorgarten oder führt Reparaturen am Haus durch. Wie wohnen übrigens in einer "gemischten" Gegend.


    Dennoch entscheidet jeder selbst.

    Obwohl ich mir nicht viel aus Mode machen und trage, was mir gerade so in den Sinn kommt, trage ich niemals nie eine Jogginghose. Genaugenommen besitze ich gar keine ;-)


    Aktuell fläze ich gerade in Jeans und Pullover auf dem Sofa. Das trage ich eben immer. Drinnen wie draußen. Darin fühle ich mich tausend mal wohler als in jeder Jogginghose, die ich jemals besessen habe. Und ich lebe allein, es sieht keiner was ich anhabe ;-)


    Ich war einfach noch nie einer von denn Menschen, die sich zuhause erstmal umziehen. Ich finde meine Alltagskleidung einfach bequem genug um sie auch zuhaus zu tragen.

    Daheim "ordentlich" angezogen - das ist wohl auch Geschmackssache. Denn auch wenn ich es sehr wohl schaffe in Jeans und normalem Shirt zuhause zu sein, so definiert sich das Zuhause doch dadurch, dass man da eben auch mal die Schlabberklamotten rausholen kann. Und nein, ich setze "gut angezogen" nicht mit "ungemütlich" gleich, aber die beste Jeans, klassische Hose,... kann nicht mit einer Pyjamahose mithalten. Oder einem Strandkleid.


    Für die Arbeit aufbrezeln, das wäre mein persönlicher Albtraum. Gibt ja Gründe warum ich nicht in einer Bank arbeite. Jeans, irgendein Shirt, Sneaker,... Ja, es soll gerüchteweise auch schon vorgekommen sein dass ich in der Arbeit zB. ein Kleid anhatte, aber das Gerücht wird nur sehr selten bestätigt. Einerseits will ich mich nicht verkleiden. Andererseits will ich in der Lage sein mit den Klamotten danach durch den Wald zu stapfen. Schuhe wechseln von mir aus (wenn ich mal Stiefeletten anhatte in der Arbeit, oder auch ein großerer Gatschhaufen in der Freizeit ansteht), aber ich habe nicht vor mich danach komplett umzuziehen. Eine Jeans verträgt mal eine Brombeerranke. Eine Jeans, die bis zum Knie eingesaut ist schmeiße ich in die Waschmaschine. Wenn ich Klamotten trüge die ich da besonders pflegen müsste, ich würde vor Frust schreien.


    Übrigens, ich bekomme Komplimente für meine Klamotten. Besonders wenn ich mal ein wenig Anstrengung rein stecke. Weils dann einfach auffällt. Wenn ich jeden Tag top gestylt bin fällt das weniger auf.


    Ähnliches gilt übrigens auch für Make-up. Mein "ich" steht nicht für Make-up. Drum hab ich keines drauf. Ich vermute dass ich an 360 Tagen eines Durchschnittsjahres ohne Schminke raus gehe. Ich muss Schminke nachkaufen weil sie verrottet/ich mir 5 Jahre altes Zeug nicht mehr unbedingt um die Augen schmieren will.

    Mein Problem ist, ich habe 30kg zuviel (Diabetes, ich arbeite daran). Unter zu Hause "ordentlich angezogen" würde ich jetzt Unterhose/Unterhemd, darüber Oberhemd und Stoffhose/Jeans mit Gürtel verstehen. Beim sitzenden Fernsehabend schneidet der Gürtel bei mir am Bauch ein, (sonst rutscht die Hose), deswegen bin ich auf Hosenträger (Knallrot! ]:D ) umgestiegen. Bequem empfinde ich in der Freizeit beides nicht. Der (ehrlichen!) Bewunderung für Dich tut dies keinen Abbruch!


    *:)

    So, noch ein Nachsatz. Ich zieh mich daheim auch nicht um. Ich zieh vielleicht was aus, aber ich wechsle meine Klamotten nicht. Aber wenns ein nichts zu tun außer daheim sein Tag ist, dann kommt eben eher das laut Schild Strandkleid an den Körper, egal was der Wetterbericht sagt oder ob das schon ein paar mal zu oft gewaschen wurde.

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    Nie wandert der Blick auf die Kleidung

    Na dann lass doch mal das Preisschild dran.

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    Ich schwanke da zwischen Bewunderung und Bedauern ...

    Bei mir überwiegt da ganz eindeutig das Bedauern.

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    Genau das sollte man in einer Partnerschaft nicht machen. Ich finde, das verbietet die Achtung vor dem Partner.

    Warum nicht?


    Mir gebietet die Achtung, dass mein Mann es sich zu Hause so bequem machen "darf", wie er möchte. Ich liebe ihn im Anzug, im Schlabberlook und auch völlig ohne Kleidung.


    Ich selbst ziehe mich zu Hause sofort um. Jeans+Bluse eignen sich in meinen Augen nicht zum Fläzen. ??Außerdem haben Klamotten, mit denen ich in der Bahn gesessen habe, auf meinem Sofa nichts zu suchen??

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    Mir gebietet die Achtung, dass mein Mann es sich zu Hause so bequem machen "darf", wie er möchte.

    Hier wird unterstellt, dass "schicke" Kleidung unbequem sei. So ein Quatsch. Niemand verlangt von einem Mann, sich im Anzug und Schlips auf dem Sofa herumzudrücken, und bei der Frau sind Jeans mit Pullover und/oder Bluse ebenso nicht unbequem. Aber das kann jeder so tun wie er will.


    Unsere Nachbarn sind auch immer ordentlich gekleidet, es sei denn, sie macht Hausputz oder er arbeitet am Haus.

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    bei der Frau sind Jeans mit Pullover und/oder Bluse ebenso nicht unbequem.

    Achso? Na wenn du das sagst... ;-D


    Es gibt - für mich - nichts bequemeres als Schlabber-Kleidung zuhause.


    Bei meinem Partner bitte auch. x:) :)^

    Liebe Ina003,


    Kleidung ist halt so sehr Geschmackssache! Wenn ich mit einer Frau zu tun habe, die in Rosa und Pink "durchgestylt" ist, gucke ich absichtlich nicht genauer hin, weil ich das so furchtbar finde, dass ich mich sehr darauf konzentrieren muss, mich davon nicht negativ beeinflussen zu lassen, sondern dem Menschen dahinter eine Chance zu geben. Nicht sehr rühmlich für mich - ich weiß, aber es ist eben so.

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    bei der Frau sind Jeans mit Pullover und/oder Bluse ebenso nicht unbequem.

    Achso? Na wenn du das sagst... ;-D

    Dies sage nicht ich, sondern meine Frau. Wenn die von der Arbeit nach Hause kommt, zieht sie ihren Blazer aus und über die Bluse eben einen Pullover. Den Rock wechselt sie ggf. gegen einen weniger wertvollen, um den "besseren" Rock zu schonen. Beschwert, dass dies unbequem sei, hat sie sich noch nicht.


    Da ich meist Jeans und Pullover (ggf. mit Hemd) trage: dies ist auch nicht unbequem.

    Liebe TE, ich glaueb, ich verstehe, was Du meinst in Bezug darauf, dass Du dir immer besonders viel Mühe gibst mit Deiner Kleidung und auch dass du nicht ungeschminkt zur Arbeit gehen würdest.


    Kann es sein, dass Dein Styling Dir Sicherheit gibt? Dass Du damit nach außen trägst, hey ich bin wer, nehmt mich ernst, obwohl Du Dich ganz, ganz oft gar nicht so fühlst?


    Ist nämlich bei mir genauso :-) Das Bild was ich von mir habe (sehr schlecht), deckt sich nicht mit dem was ich im Spiegel sehe (ganz ok). und um das was ich im Spiegel sehe, auch einigermaßen verinnerlichen zu können, muss ich mir Mühe mit meiner äußeren Erscheinung geben. Deswegen bin ich alle 4-6 Wochen beim Friseur, alle 4 Wochen im Nagelstudio. Ich kaufe mir oft neue Kleidung, wobei NEU da nicht ganz richtig ist :-) zu 90 % íst meine Oberbekleidung second Hand das heißt ich bin nicht nach der aktuellsten Saison gekleidet, aber nach meinem Stil und ich weiß wohl, was man noch tragen kann und was gar nicht mehr geht und das ist auch alles recht wertiges Markenzeug, also jetz kein Parda oder so, aber halt so die üblichen bekannten "Frau Mitte 30" Marken.


    Ich beneide die Frauen, die morgens aus der Dusche hüpfen, nen Zopf machen, irgendwas anziehen und dann zur Arbeit gehen und damit keine Probleme haben. Das käme mir nie in den Sinn. Ich würde mich schrecklich ungepflegt fühlen. Was nicht heißen soll, dass ich Frauen, die das so können, als ungepflegt empfinde! Aber das ich so empfinde, hat wie gesagt was mit dem Bild, das ich von mir habe, zu tun.


    Ich bekomme auch nicht soo oft Kompielemte für meine Kleidung, ich denke das hat aber auch damit zu tun was mein Stil ist, das muss nicht jedem Gefallen. Ich mag halt Jeans, Hängerchen, Tuniken, da drunter Langarmshirts bzw T-Shirts, sowas eben. Aber bei mir passt zum Beispiel die Farbe der Schuhe immer zu der Farbe des Oberteils, manchmal fällt das auch jemandem auf und die Person sagt was dazu, meistens aber nicht. Doch ich denke, dass Kleidung schon wahrgenommen wird, aber man muss ja nicht zu allem einen Kommentar abgeben. Meine Kollegin, Anfang 60, sieht immer aus wie aus dem Ei gepellt. Ganz toll und modisch, aber ich sage auch nur mal was, wenn mir zb eine Bluse besonders gut gefällt.


    Ach ja und was den Schlabberlook zuhause angeht. Kommt vielleicht einmal im Monat vor, dass ich mich meinem Partner im Schlabberlook präsentiere. Andersrum ebenso. Ich bin auch der Meinung dass das was mit Respekt voreinander zu tun hat. Es kommt einfach für mich nicht infrage.

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    Dies sage nicht ich, sondern meine Frau.

    Dass für dich deine Frau das Maß der Dinge ist, ist schon klar.


    Ich ziehe meiner Bürokleidung zu Hause dann doch Leggings und ein lockeres Shirt (bei Bedarf noch weniger) vor. So wie ich da (mit angezogenen Beinen) sitze, ist mir eine Jeans einfach zu steif und am Bund auf Dauer zu eng. Und eine Bluse - nö.


    Aber jeder, wie er mag.

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    Unsere Nachbarn sind auch immer ordentlich gekleidet, es sei denn, sie macht Hausputz oder er arbeitet am Haus.

    Und Du bist in ihrer Wohnung immer dabei?


    Ich frage deshalb, weil ich je nach Temperatur normalerweise eine andere Hose an bzw. noch was drüber ziehe, wenn ich in den Keller gehe oder den Müll raus bringe.

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    Und Du bist in ihrer Wohnung immer dabei?

    Wir klingeln öfter bei den Nachbarn, und außer wenn sie putzen o.ä. sehe ich sie immer ordentlich angezogen.


    Und wer zieht sich den um, nur um an den Müll zu gehen?


    Wer keine Wert auf ordentliche Kleidung legt, kann doch den Schlabberlook tragen.


    Und noch etwas: Geh ich im Edeka einkaufen, sind die Kunden besser angezogen als etwa bei Lidl. Kann man in der wärmeren Jahreszeit erkennen.

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    Und wer zieht sich den um, nur um an den Müll zu gehen? Wer keine Wert auf ordentliche Kleidung legt, kann doch den Schlabberlook tragen.

    Meine Kleidung ist nicht unordentlich. In Leggings gehe ich nicht ins Büro, aber ich könnte jederzeit die Wohnungstür öffnen - mache ich ja auch, wenn es klingelt.


    Aber darum geht es mir nicht - es gibt eben Draußen- und Drinnenkleidung. ??Und unser Müllplatz ist so dreckig, dass es einen gruselt.??

    Verschwitzte Kleidung beim Heimkommen wechseln ist verständlich. Und in Businesskleidung auf dem Sofa abhängen ist auch doof, man will die teure Kleidung ja nicht verknittern und sehr bequem ist viele Arbeitskleidung halt nicht.


    Aber streng getrennte Draußen- und Drinnenkleidung find ich doch etwas übertrieben. Was soll denn bitte passieren, wenn eine in der Bahn getragene Hose das heimische Sofa berührt? Für immer kontaminiert? ;-D


    In unförmiger Schlabberkleidung fühle ich mich nicht wohl, auch daheim nicht. Abgesehen von ein paar Ausnahmen wie krank sein oder mit kleinem Baby die Couch quasi nicht verlassen können. Aber ansonsten sind normale Jeans und Shirt oder Kleider sowohl ästhetisch in Ordnung als auch bequem genug und man muss sich nicht erst umziehen, wenn man doch kurz raus will. Heutige Stretch-Jeans sind sogar auf dem Sofa angenehm weich, kein Vergleich mit den steifen Dingern von früher.