Und nur so nebenbei: Viele Selbstständige sind hopps gegangen weil se sich statt auf die Zukunft zu sehr auf die Vergangenheit konzentriert haben.


    Wenn man in der Zeit wo man ne alte Sache hinterher jagd 2 neue Kunden akquirieren kann die auch Zahlen und langfristig Kunden bleiben, bringt es einem viel mehr als einen Kunden blechen zu lassen der bestimmt nie wieder Kunde sein wird.

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    Am liebsten würde ich die Sache natürlich einem Anwalt übergeben

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    Ich hab es innerlich eigentlich abgeschrieben, die Fronten sind komplett verhärtet.

    Frage: was hast du denn selbst unternommen? Als Freiberuflerin kennst du ja den Umgang mit Zahlungsverzug bis hin zum Mahnverfahren. So kompliziert ist das nicht und ein Anwalt ist nur die ultima ratio.


    Auf Diskussionen würde ich mich gar nicht einlassen, sondern einfach dein Geld einfordern. Erinnern, korrekt mahnen, Mahnbescheid ankündigen, Mahnbescheid beantragen.


    Ich habe auch ein Nebengewerbe und zum Glück erst 3x zahlungsunwillige Kunden in 18 Jahren gehabt. Spätestens bei der Ankündigung des Mahnbescheids in der Mahnung hatte ich immer mein Geld.

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    Es sei aber auch erwähnt, dass ein Handeln "zwecks Genugtuung" an sich sinnfrei ist, nur dem gekränkten Ego dient und für Selbständige eigentlich keine gute Handlungsmotivation ist. Wenn Du generell so tickst ist das auf Dauer sicher eher schädlich fürs Geschäft.

    Nein, so ticke ich per se natürlich nicht. Und mir gehts auch nicht ums gekränkte Ego, sondern, daß dem mit seiner unfairen Art eine vor den Latz geknallt gehört. Wenn ich nur auf Krawall aus wäre, dann wäre ich schon längst beim Anwalt gestanden.

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    Und eine einfach mal so "Hab die Leistung erbracht" wischt auch keine vorherige Absprache weg.


    Das empfinden der TE ist subjektiv, mag sein das sie der Ansicht ist die Leistung so wie gefordert erbracht zu haben. Ob das Objektiv genauso ist können wir nicht sagen.

    Das ist wohl richtig. Aus diesem Grunde hab ich die Sache auch etlichen Freunden vorgetragen, die mit mir nicht zimperlich umgehen, nur um mich zu schonen. Alle haben unisono nur den Kopf geschüttelt, weil der so dreist die Zahlung verweigert. Das blöde ist, daß einige der Absprachen vor Ort besprochen wurden und ich dazu nix Schriftliches habe. Aus dem Mailverlauf geht zwar auch einiges hervor, aber halt nicht alles.


    Ich bin beauftragt worden, einen Telearbeitsplatz einzurichten und dazu gibt es mannigfache Arbeitsschutzauflagen, die ich bei der Planung zu berücksichtigen habe. Am Ende kam nur eine einzige Möglichkeit, solch einen Arbeitsplatz in dem Zimmer unterzubringen raus, alles andere hätte den Auflagen widersprochen. Blöd nur, daß ihm diese Lösung jetzt nicht gefällt und er meint, ich hätte ihn vor der Ausarbeitung des Entwurfs in Kenntnis setzen müssen, daß es nur so und nicht anders ginge, dann hätten sie (er und seine Frau) sich generell gegen einen Homeofficeplatz entschieden. Da kann ich aber nur herzlich dazu lachen, weil seine Frau auf jeden Fall von zu Hause aus arbeiten möchte, das sagte sie mir bei dem Vor-Ort-Termin.

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    Frage: was hast du denn selbst unternommen? Als Freiberuflerin kennst du ja den Umgang mit Zahlungsverzug bis hin zum Mahnverfahren. So kompliziert ist das nicht und ein Anwalt ist nur die ultima ratio.


    Auf Diskussionen würde ich mich gar nicht einlassen, sondern einfach dein Geld einfordern. Erinnern, korrekt mahnen, Mahnbescheid ankündigen, Mahnbescheid beantragen.


    Ich habe auch ein Nebengewerbe und zum Glück erst 3x zahlungsunwillige Kunden in 18 Jahren gehabt. Spätestens bei der Ankündigung des Mahnbescheids in der Mahnung hatte ich immer mein Geld.

    Ich habe bis jetzt nur die Rechnung gestellt und, nach zwei ziemlich emotionalen Telefonaten ihm, zwei Wochen später in einer Mail noch mal in Ruhe meine Situation geschildert, warum ich nur so und nicht anders planen konnte. Im Schlußsatz hab ich formuliert, daß ich die Sache leider meinem Anwalt übergeben muss, wenn nicht gezahlt wird, woraufhin ich eine Antwortmail mit den haarsträubendsten Argumenten von ihm kam und daß er eine Zahlung total verweigert. Das war's bis jetzt.

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    Im Schlußsatz hab ich formuliert, daß ich die Sache leider meinem Anwalt übergeben muss, wenn nicht gezahlt wird, woraufhin ich eine Antwortmail mit den haarsträubendsten Argumenten von ihm kam und daß er eine Zahlung total verweigert. Das war's bis jetzt.

    Du hast also noch nicht einmal gemahnt?


    Das würde ich jetzt schleunigst tun (mit Fristsetzung und Ankündigung des gerichtlichen Mahnverfahrens).

    Der gerichtliche Mahnbescheid ist kein großer Akt, geht online. Vorherige Mahnung muss auch nicht sein, wenn es eine eine (beweisbar zugegangene) Rechnung mit Angabe zur Fälligkeit gab und die Forderung seit mindestens 30 Tagen fällig ist.


    Aber: Der Schuldner wird vermutlich widersprechen und es wird ein teures Verfahren geben, über dessen Erfolgsaussichten dir hier niemand was definitives sagen kann.


    Inkasso hat einen Vorteil : manche arbeiten auf der Basis von Erfolgsprovision: zahlt der Schuldner nicht, hast wenigstens du kein Geld ausgegeben. Anwälte dürfen das nicht, da bleibst du auf den Kosten sitzen wenn er nicht zahlen muss oder nicht zahlen kann.

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    Das blöde ist, daß einige der Absprachen vor Ort besprochen wurden und ich dazu nix Schriftliches habe. Aus dem Mailverlauf geht zwar auch einiges hervor, aber halt nicht alles.

    Und da wäre ich halt Vorsichtig (auch wenn dir jetzt 10 Leute sagen werden "ach was").


    Mündliche Aussagen sind genauso bindend wie Schriftliche. Sie sind nur schwerer zu beweisen.


    Und da kommt halt die Argumentation ins Spiel .. Wenn der Schuldner eine glaubhafte Argumentation liefert kann der Schuss nach hinten losgehen.


    Insbesondere dann wenn aus Dokumentationen hervorgeht das Details vor Ort besprochen wurden.

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    Blöd nur, daß ihm diese Lösung jetzt nicht gefällt und er meint, ich hätte ihn vor der Ausarbeitung des Entwurfs in Kenntnis setzen müssen

    Müssen nicht, jedenfalls nicht wenn er keine Aussagen getätigt hat wie "Dort auf keinen Fall".


    Hättest du Sicherheitshalber machen können, aber ist halt ein schmaler Grad .. Könnte auch "unsicher" wirken wenn man sich Rückversichert.


    Nochmals meine Empfehlung:


    Wenn du das Geld innerlich abgeschrieben hast biete ihm ein "Vergleich" an, er soll 50% Bezahlen und die Sache ist erledigt.


    Dadurch wahrst du dein Gesicht weil du nicht mit leeren Händen ausgehst und er wahrt ebenfalls sein Gesicht weil er dann nicht die volle Summe bezahlt hat.


    Wenn er dies auch Ablehnt würd ich Ganz ehrlich auf den Vorfall pfeifen und mich lieber darauf Konzentrieren neue Kunden zu gewinnen.


    Dein Schuldner ist eine tote Quelle, selbst wenn du das Geld bekommst wird aus dieser Quelle nichts mehr kommen.


    Konzentrier dich darauf Quellen zu finden die Zahlen und gern auf dich zurückkommen oder dich weiterempfehlen. Da hast du mehr von.


    Ich hab solche Sachen selbst hinter mir und Leute die mir insgesamt nen hohen fünfstelligen Betrag schulden.


    Ich war damals auch darauf aus das zu Klären, es nicht auf mich sitzen zu lassen .. Brauchte dafür keine Schränke, hab die Schuldner selbst mehrere Male aggressiv aufgesucht.


    Das Resultat war das ich am Ende Mehrkosten und ein Polizeiliches Ermittlungsverfahren hatte und mich einige male Schwarz geärgert habe ..


    Du glaubst nicht wie Dreistigkeit mancher Schuldner ist.

    Wir haben mal an jemanden geliefert, und die Rechnung blieb unbezahlt. Als wir uns dann mal beim Warenempfänger gemeldet haben, hat dieser gemeint, er hätte seine Firma verkauft und der neue Eigentümer hätte die Rechnung zu bezahlen... tssss - das war nicht dreist, das war wirklich ein dummer Kunde. Wir sind ja nicht dazu da, um von Pontius nach Pilatus zu laufen um unser Geld zu bekommen.


    Aber hat TE denn wirklich die Möglichkeiten einer Verständigung ausgenutzt? Normal bestellt jemand was, weil er es haben will. Ich kenne so krumme Deals nicht von meiner Tätigkeit.

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    Das empfinden der TE ist subjektiv, mag sein das sie der Ansicht ist die Leistung so wie gefordert erbracht zu haben. Ob das Objektiv genauso ist können wir nicht sagen.

    Wenn die TE seit vielen Jahren freiberuflich erfolgreich arbeitet kann man eine gewissen Objektivität in der Einschätzung der eigenen Leistung durchaus haben.

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    Und eine einfach mal so "Hab die Leistung erbracht" wischt auch keine vorherige Absprache weg.

    Die TE muss auch nichts wegwischen.

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    Und ein Gericht würde sich da nen eigenes Bild machen. Da nützt es nichts wenn du der TE gute Aussichten suggerierst wenn wir noch nicht mals Wissen was da besprochen wurde und was im Endeffekt geliefert wurde.

    Sie hatte zum Zeitpunkt meines Beitrags geantwortet, dass Sie Auftrag, Leistungderbringung und Rechnungsstellung lückenlos schriftlich nachweisen kann. Wenn dem so ist, sind das beste Voraussetzungen, da muss ich nichts "suggerieren".


    Es nützt jedenfalls auch nichts jemanden bei immerhin ein paar hundert Euro kaum Aussichten zu suggerieren.

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    Und so einfach wie du es darstellst ist es auch nicht einen Titel zu erwirken. Das Gerichtliche Mahnverfahren prüft nicht ob die Forderung gerechtfertigt ist, wenn der Schuldner einen Widerspruch einlegt dann hat sich die Sache mit dem Titel erstmal erledigt und die TE muss anderweitig handeln.

    Auch hier richtig lesen - bei einem Widerspruch geht man ins streitige Verfahren. Ich habe nie behauptet, dass man nur ein Mahnverfahren anzettelt und schwupps hat man den Titel.

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    Und nur so nebenbei: Viele Selbstständige sind hopps gegangen weil se sich statt auf die Zukunft zu sehr auf die Vergangenheit konzentriert haben.

    Was meinst du, wie viele von ihnen hopps gehen würden, wenn sie es dem Zufall überlassen, ob Kunden zahlen oder nicht und unbezahlte Rechnungen schulterzuckend in den Papierkorb werfen, weil solche Schuldner "tote Quellen" seien...



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    Wenn du in einem einzigen Thread irgendwem mal nicht widersprichst schlacht ich zur Feier nen Hahn, ohne Witz.

    Der arme Hahn, nimm doch lieber dich selbst

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    Da kann ich aber nur herzlich dazu lachen, weil seine Frau auf jeden Fall von zu Hause aus arbeiten möchte, das sagte sie mir bei dem Vor-Ort-Termin.

    Macht nichts, ob du solche Aussagen nachweisen kannst oder nicht, ist ohnehin nicht entscheidungserheblich.

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    Vorherige Mahnung muss auch nicht sein, wenn es eine eine (beweisbar zugegangene) Rechnung mit Angabe zur Fälligkeit gab und die Forderung seit mindestens 30 Tagen fällig ist.

    Ab Zahlungsverzug ist es sofort möglich, die Rechnung muss nicht seit 30 Tagen fällig sein (die 30 Tage beziehen sich auf den Eintritt des Verzugs, sollte kein Datum nach dem Kalender als Zahlungsziel angegeben sein).