Man benötigt auch nicht zwingend einen Polizisten oder einen Juristen im Falle von aufdringlichem Gaffen. Jeder Bürger wie auch ich kann für eher weniger wortgewaltige Menschen/Frauen einspringen, um zur Hilfe zu kommen, wenn jemand nicht begreift, dass sein Gaffen/seine Belästigung beim Gegenüber nicht willkommen ist. Da kann man durchaus auch mal für die zurückhaltende, unsichere, ängstliche Person einspringen und sehr deutlich werden.

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    Das wage ich zu bezweifeln. Wir haben schon bei Vergewaltigungen eine miese Nachweischance, bei handgreiflichen Übergriffen innerhalb der Ubahn ist die betroffene Person nahezu chancenlos mit einer Anzeige Erfolg zu haben und bei Blicken drüfte das völlig ins Leere laufen. Man führe sich mal den Dokumentationsaufwand zum Nachweis handfesten Stalkings vor Augen. Die Justiz wird sich sowas schwammiges nie und nimmer ans Bein binden, zu recht.

    Hm, gerade die miesen Nachweischancen unter der Prämisse von Rechtsstaatlichkeit, d. h. Unschuldsvermutung etc. pp, können auch einen irrsinnigen Aktionismus nach sich ziehen. Vor allem in Kombination mit gesellschaftlich erwünschten und hofierten Strömungen wie dem Feminismus, die den Staat reichlich manipulativ machen. Als Beispiel darf hier auch gelten, wie die Kölner Polizei noch tagelang von einem friedlichen Silvester 2015 berichten durfte. Da hatte dann die politische Korrektheit in Sachen Willkommenskultur sogar mal den Feminismus "geschlagen", weil damit die Sichtweise der Opfer unterdrückt wurde - aber irgendwann hatte man sich ja wieder gemeinsam auf das Feindbild weißer, alter Mann eingeschossen. Übrigens wurde Alice Schwarzer seinerzeit ziemlich angefeindet, weil sie diesen Unsinn mal nicht mitgemacht hat.


    Aber zurück zum Thema: Ich glaube auch nicht, dass die Justitia sich das hierzulande ans Bein binden wird, im Gegensatz zu anderen Ländern. Es wäre aber auch gut, wenn man sich dem mal stellen würde, vor allem in den Medien: Die Nachweischancen für Vergewaltigungen sind schlecht und das wird in einem Rechtsstaat auch so bleiben. Traurig, aber trotzdem wahr.


    Dass es neben strafrechtlich Relevanten noch persönliche Formen von belästigendem Verhalten gibt, ist ebenso klar. Aber genau diese Entscheidung ist von feministischer Seite ohnehin nie gewollt gewesen, da ist frau eben immer irgendwie ein Opfer, das mit allen erdenklichen Mitteln zu schützen ist, der Rechtsstaat stört da ohnehin nur, den haben sich ja eh die doofen Männer ausgedacht :=o


    Dass soll nun nicht dazu einladen, den juristisch irrelevanten Teil völlig auszublenden, weil er eben doch da ist. Aber wenn ich mir nur genügend Input aus den Medien anschaue, Talk-Shows und Zeitungsartikel, dann bleibt mir auch nur die Antwort: Schaut halt ins Gesetzbuch, ihr Schnatterliesen. Den Begriff "Tugendfuror" vom Ex-Präsi Gauck in Bezug auf die Brüderle-"Affaire" fand ich da schon ganz passend, fand ich aber ebenso überraschend, dass er sich das erlaubt, würde ein Steinmeier sich nie trauen, weil er hinreichend politisch "sozialisiert" ist.

    Die frage ist auch, warum verhalten sich manchmal Männer so herabwürdigend oder belästigend, warum fühlen sich manche Frauen besonders schnell persönlich angegriffen oder belästigt?


    Hängt dieses menschliche Verhalten nicht mit der Erziehung in der Kinderzeit zusammen, nach dem Motto: "Jungs sind nun mal so, lass sie mal machen" oder "du armes, armes Mädchen ..." ...

    Klar ist's auch eine Frage von Erziehung und Stereotypen, deswegen finde ich den moralischen und kämpferischen Duktus aus der Feminismus-Ecke auch so ätzend. Wenn's um das Erkämpfen von Wahlrecht oder das Recht um Unversehrtheit in der Ehe geht, ok. Aber heutzutage geht es ja um ganz andere Dinge...Nicht zuletzt um das Einfordern von Respekt, den man auch zu geben in der Lage sein muss.

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    Jeder Bürger wie auch ich kann für eher weniger wortgewaltige Menschen/Frauen einspringen, um zur Hilfe zu kommen, wenn jemand nicht begreift, dass sein Gaffen/seine Belästigung beim Gegenüber nicht willkommen ist.

    Jetzt sind wir schon bei schwarzen Sheriffs. Super Entwicklung! :|N

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    Jetzt sind wir schon bei schwarzen Sheriffs. Super Entwicklung!

    Gegenseitige Hilfe und Unterstützung sind Jahrtausende alt. Fehlende Hilfe und Unterstützung und blödes Zugaffen wenn jemand sich sozial fragwürdig verhält, eine "Erfindung" der Neuzeit. Das hat schlicht nichts mit mit Sherriffs zu tun. Da reicht mitunter einfach ein Wort: "Höre bitte auf, die Frau zu belästigen, du siehst doch, dass sie das stört".


    Auch jeden Pups polizeilich anzuzeigen, anstatt mal miteinander zu kommunizieren ist ebenfalls eine offenbar besonders westdeutsche "Erfindung".

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    Ah, ich sag ja ... Weltbevölkerung aufteilen. Bäm. Problem gelöst.

    Klar. Weil Arschlöcher sich ja immer aufs andere Geschlecht einschießen und zu den eigenen Geschlechtsgenossen voll nett sind. ;-D

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    v

    Das, Herz, nennt sich tatsächlich eher Zivilcourage.

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    Klar. Weil Arschlöcher sich ja immer aufs andere Geschlecht einschießen und zu den eigenen Geschlechtsgenossen voll nett sind. ;-D !

    Ja, nö, natürlich nicht, aber dieser ganze Komplex "Sexuelle Belästigung" wär schonmal ... nun ja, er wäre nicht komplett aus der Welt geschafft, aber doch ganz erheblich reduziert.


    Und wie diese (und andere) Diskussionen hier im Forum immer wieder zeigen, gibts ja auch abseits dieses Problembereichs ganz erhebliche Schwierigkeitem im Zusammenspiel der Geschlechter.

    Öh - das zitierte "v" war eigentlich:

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    Jetzt sind wir schon bei schwarzen Sheriffs. Super Entwicklung!

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    Und wie diese (und andere) Diskussionen hier im Forum immer wieder zeigen, gibts ja auch abseits dieses Problembereichs ganz erhebliche Schwierigkeitem im Zusammenspiel der Geschlechter.

    Ich glaube, dass sich bei einer Trennung der Geschlechter einige neue Probleme ergeben und die meisten alten sich in leicht veränderter Form wieder manifestieren würden. Es geht ja immer wieder um Selbstbild, Identität, Lebensentwurf, Anerkennung, Kompromissfähigkeit - das sind Problemfelder, die jeder Mensch mit sich herumschleppt, die wird man nicht los, indem man das Draußen verändert. Damit würde man vor allem erreichen, dass sich das Verhältnis zum Draußen eben ändert, um die sich unter veränderten Bedingungen neu manifestierenden Probleme zu spiegeln.

    Ich kann dir aus eigener Erfahrung allerdings versichern, dass zumindest mich, so als Mann, die Trennung von Frauen bisher mit ziemlicher Sicherheit nicht umgebracht hat. Eine Sicherheit, die ich beim von einer Klippe springen für bestenfalls zweifelhaft halte.

    Ich sage mal jetzt ganz provokativ:


    Wer ein generelles Problem im Umgang mit Frauen hat, hat vor allem ein Problem mit sich selbst!



    Und wieso sollte man sich freiwillig der Schönheit und Anmut im sozialen Leben berauben? Ok, ist sexistisch, aber wenn man sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht näher an die holde Weiblichkeit herantraut, sind die äußeren Vorzüge das Einzige, was man zur Beurteilung heranziehen kann. ]:D

    Shojo

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    Das, Herz, nennt sich tatsächlich eher Zivilcourage.

    Stell dir vor: Kenne ich. ;-D Finde ich sogar gut, wenn es notwendig ist. Bei offener Gewalt zum Beispiel. Kann zwar auch mal schiefgehen, wie bei dem armen Dominik Brunner. Ist aber trotzdem gut.


    Was ich mir aber noch plastischer vorstellen kann: Chantal sitzt inne U-Bahn. Macker guckt. Chantal schreit: "Ihhh, der glotzt!" Der heilsbringende Retter erhebt sich: "Ey, hör auf zu glotzen!" Macker: "Geht dich einen Scheiß an!" Retter langt zu und Chantal freut sich zweites Loch in Hintern, weil endlich mal so’n Glotzer auf die Rübe gekriegt hat. So als Alternative zu Magenkrämpfe oder Ganzkörperausschlag. Wahlweise könnte Macker auch noch zurückschlagen, abhängig von Kräfteverhältnis. Auf jeden Fall haben wir dann wenigstens einen Straftatbestand, wo wir ja zuvor noch keinen hatten. Und das alles für einen der mal geglotzt hat.

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    Auch jeden Pups polizeilich anzuzeigen, anstatt mal miteinander zu kommunizieren ist ebenfalls eine offenbar besonders westdeutsche "Erfindung".

    Naja, die ostdeutsche Erfindung, reihenweise Bürger als Informanten anzuheuern, die dann die Pupse anzeigen, war ja nun auch nicht so besonders. %-|

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    Naja, die ostdeutsche Erfindung, reihenweise Bürger als Informanten anzuheuern, die dann die Pupse anzeigen, war ja nun auch nicht so besonders.

    Mit diesem Vergleich verharmlost Du, sicher unbewusst, was diese Informanten damals tatsächlich geneldet und was sie damit angerichtet haben. Und mit zu verantworten.

    @ enigmatic

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    lingt halt für eher auf Außenwirkung bedachte Menschen einfach besser als "War blau wie sonstwas und da ist es halt passiert."

    Leider ist es aber auch so, dass "war blau" gerne mal ausgenutzt wird. Wenn die Person so blau ist, dass sie eigentlich nicht mehr zustimmen kann, würde ich das sehr wohl als Vergewaltigung betrachten.

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    Wird sowas nicht gerade zB in größeren Firmen erst mal von der Personalabteilung gehändelt, wenn da Beschwerden vorliegen ?

    Das kannst du auch jetzt schon. Also erst mit den Kollegen reden, dann mit dem Vorgesetzten und dann mit der Personalabteilung (oder zusammen mit dem Vorgesetzten mit der Personalabteilung) und/oder - falls vorhanden - auch mit dem Betriebsrat. Da kann man wegen jeder Form der Belästigung hin (auch wegen Mobbing)


    Das einzig doofe ist, dass man kaum eine Chance hat, wenn der oder die Vorgesetzte mit belästigt / mit mobbt (weil weder der Betriebsrat noch die Personalabteilung aufgrund anonymer Hinweise tätig werden können). Aber grundsätzlich geht das auch jetzt schon.

    @ Timbatuku

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    Sexuelle Belästigung ist ein Straftatbestand

    oh, es ging hier nur um den Straftatbestand? So habe ich den Faden bislang nicht verstanden; sexuelle Belästigung geht doch nicht erst dann los, wenn es strafbar wird (siehe hierzu auch die zuvor geposteten externen Links von mir). Ah, ich seh grad danae87 und andere sahen das auch anders.


    Die Frage "Fällt Gucken unter § 184i?" ist sogar leicht zu beantworten (da lehne ich mich als Nichtjurist mal aus dem Fenster): der Paragaph spricht wörtlich von "berühren"; auch wenn hier keiner von uns eine Rechtsberatung geben kann oder darf, halte ich es kaum für möglich, dass eine Volljuristin oder ein Volljurist das Wort "berühren" als "gucken" auslegen kann.

    Zitat

    Auf jeden Fall haben wir dann wenigstens einen Straftatbestand, wo wir ja zuvor noch keinen hatten

    .... und daran ist jetzt - um in deinen Bild zu bleiben - Chantal Schuld? Dein Ernst?