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    ich störe mich auch deshalb an deiner diskursführung, weil sie spaltet und die fronten verhärtet. weder wirst du die probleme lösen, die die afd groß machen, indem du jeden, der sich davon vertreten fühlt als depp oder nazi bezeichnest, noch wirst du dadurch irgendeinen der an die afd "verloren gegangenen" wähler zurückerobern. durch solche rhetorik und argumentation wie du sie hier an den tag legst, stärkst du nur den zusammenhalt im und die identifikation mit dem afd-lager.

    Und genau da sehe ich auch das Problem, von diesen ganzen AfD Gegenaktionen. Daher frage ich mich, geht es den AfD Gegnern wirklich um die gute Sache? Oder geht es nicht primär darum ein Feindbild zu haben, gegen das man immer auf der "guten" Seite steht, ohne sich auch nur ernsthaft mal mit Politik zu beschäftigen oder Dinge gar differenziert zu betrachten. Wenn man keine Ahnung hat um was es gerade geht, sagt man halt einfach: "Du Nazi, sei still." Danach fühlt man sich richtig gut, weil ansonsten hat man nicht so viel im Leben, was einen aufbaut und wenn man Glück hat schafft man es sogar noch als Wünstler, äh "Künstler" ins Fernsehen, ist das nicht toll.


    Es gibt natürlich auch Dinge die nicht so schön sind, z.B. wenn der Wasserwerfer zu kalt eingestellt ist (sorry, ich kann es einfach nicht lassen ]:D ) oder die Polizei auch mal zurückschlägt. Das ist sooo unfair.

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    Nein, nicht wirklich. Aberr genau dieser Art der Übertreibung wird vom Nazi-Pack häufig als "Argument" missbraucht, um sich gleichzeitig leichter in die Opferrolle des armen Wahrheitsverkünders der vom Mainstream mundtot gemacht werden will flüchten zu können und so dem politischen Gegner den Schwarzen Peter zuschieben zu können.

    Eine Übertreibung ist das gar nicht. Die AfD z.B. ist von ihrer Ausrichtung her nichts anderes als es die CDU vor 10 bis 15 Jahren noch war (inklusive einzelner Protagonisten, die durch etwas rüde oder politisch nicht ganz korrekte Wortmeldungen aufgefallen sind).


    CDUler wurden dennoch nicht "Nazis", "Hetzer" oder "Rechtsextreme" genannt (und wenn, dann maximal von den Linksaußen-Schreihälsen), und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass CDU-Parteitage und -Kundgebungen nur unter massivem Polizeiaufgebot stattfinden konnten.


    Wer oder was ein "Nazi" ist, scheint demnach nicht mehr von objektiven, geschichtswissenschaftlichen Definitionen, sondern von tagespolitischen Trends abzuhängen.

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    weder wirst du die probleme lösen, die die afd groß machen, indem du jeden, der sich davon vertreten fühlt als depp oder nazi bezeichnest, noch wirst du dadurch irgendeinen der an die afd "verloren gegangenen" wähler zurückerobern.


    Blackgun

    Um "verlorengegegangene" AfD-Wähler sollen sich die kümmern, die meinen, dass ihnen was verloren gegangen ist. Das ist die Aufforderung an die Verlustgeschädigten, nach rechts zu rücken, weil die Abgegangenen, denen dabei stillschweigend unterstellt wird, sie hätten sich verirrt, anders nicht wieder zurückgeholt werden können. Den Linken, die auf die Straße gehen, ist aber niemand nach rechtsaußen verlorengegangen. Sie treten gegen die Rechten an, um sie zu bekämpfen, um das zu bekämpfen, wofür sie stehen. Von denen kannst du beim allerbesten Frivolwollen platterdings nicht auch noch verlangen, dass sie nach rechts rücken, bloß um keinem verirrten Schaf auf die Schlappen zu treten.

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    Daher frage ich mich, geht es den AfD Gegnern wirklich um die gute Sache? Oder geht es nicht primär darum ein Feindbild zu haben, gegen das man immer auf der "guten" Seite steht, ohne sich auch nur ernsthaft mal mit Politik zu beschäftigen oder Dinge gar differenziert zu betrachten. Wenn man keine Ahnung hat um was es gerade geht, sagt man halt einfach: "Du Nazi, sei still."


    esta

    In der alten BRD wurde Leuten, die auf die Straße gegangen sind oder die es sonstwie gewagt haben, an den Zuständen im Land etwas zu kritisieren oft entgegengehalten "Wenn es dir hier nicht passt, geh doch nach drüben". Mit drüben war die DDR gemeint, für viele im Westen der Inbegriff von Verderben und Verdammnis. Für einen wie Helmut Kohl z. B. war die schiere Existenz der DDR die immerwährende Garantie dafür, dass der Sozialismus auf deutschem Boden keine Chance hat.


    Du schreibst zwar nicht, die Demonstanten sollen nach drüben gehen, weil es das ja nicht mehr gibt. Ansonsten folgt deine Argumentation aber dem gleichen Muster. Die haben keine Ahnung, wollen bloß Rabbatz, haben noch nie eine Schippe in der Hand gehabt, heulen rum, wenn sie nassgespritzt werden usw. Das heißt, der gleiche Mangel an Differenzierung, den du den Demonstranten vorwirfst zieht sich durch deine Vorwürfe an die Adresse der Demonstranten. Dabei sind zum Beispiel die Ausführungen des Neonazis Höcke hinreichend dokumentiert. In seiner Mahnmal-Rede z.B. hat der Sachen gesagt, die an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig lassen. Die Mahnmal-Passage hat eine öffentliche Karriere gemacht, die Nettigkeiten über den Endsieg, der nach dem Marsch durch ein Tal der Tränen "uns" gehören wird, sind dabei leider ein wenig hinten runtergefallen. Aber sie sind da und jeder der es wissen will, kann es wissen.


    Warum behauptest du ständig, die Demonstranten hätten keine Ahnung, warum sie demonstrieren? Das ist ein echtes Vorurteil und sonst nichts. Ich behaupte mal, dass die meisten, die gegen die Rechtsradikalen antreten, sich auch mit deren Positionen auseinandergesetzt haben. Was an bestimmten Parolen, wie sie hier gerne eingestreut werden, z. B. "Deutschland verrecke", links sein soll, erschließt sich mir nicht. Ein Krawall um des Krawalls willen ist auch nichts links und Plünderungen erst Recht nicht.


    Bezeichnenderweise hört man in Bezug auf radikale Linke nie die Aufforderung, man müsse die verirrten Schafe in die Herde zurückholen. Da hört man nur den Ruf nach Polizei, Staatsanwalt und Knast. Dass Menschen von der Ausbreitung rechter Strömungen alarmiert und auf die Straße getrieben werden können, ist in dieser Sichtweise völlig ausgeschlossen und kann nur vorgeschoben sein. Zum besorgten Bürger qualifiziert sich offenbar nur, wer weit genug nach rechts rückt. Es gibt aber noch einen nicht ganz unmaßgeblichen anderen Aspekt.


    Ich erlaube mir mal, mich als Linken zu bezeichnen. Ich bin das nicht, weil ich von irgendjemand enttäuscht worden bin, sondern weil ich von bestimmten Sachen, mit denen ich mich lange auseinandergesetzt habe, überzeugt bin. Ich will gar nicht von irgendwem irgendwohin zurückgeholt werden. Das wäre mithin ein ziemlich zweckloses Unterfangen. Warum, frage ich mich ernsthaft, soll das bei den extremen Rechten anders sein? Ich denke schon, dass der rechte Bodensatz in der AfD seine neue politische Heimat gefunden hat und sich darin jetzt so einrichtet, wie es seinen Zwecken entspricht. Dazu hat der Parteitag, von dem hier die Rede ist, einen wichtigen Beitrag geleistet. Deshalb war es auch richtig dagegen anzutreten. Angetreten sind übrigens nicht nur Hardcore-Linke, die mit Sicherheit nicht aufheulen, wenn sie mal nass werden. Da waren aber auch ein paar andere dabei, manche vielleicht zum ersten Mal, die sich tatsächlich wundern, dass die Polizei auf sie draufhaut und die verschiedenen Schattierungen von braun schützt.

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    Was an bestimmten Parolen, wie sie hier gerne eingestreut werden, z. B. "Deutschland verrecke", links sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Mir auch nicht. Aber diese Parole taucht so oder so ähnlich (z.B. "Deutschland du mieses Stück Scheisze") in linken Zusammenhängen nun mal immer wieder auf.

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    Ein Krawall um des Krawalls willen ist auch nichts links und Plünderungen erst Recht nicht.

    Sowas passiert aber und es kommt aus den extrem linken Kreisen. Wenn man selber darauf keinen Bock hat, sollte man sich auch fragen, ob man auf einer Demo mit genau dieser Klientel in der ersten Reihe richtig ist. Wenn man mit denen Schulter an Schulter marschiert und brüllt, darf man sich auch nicht beschweren, wenn man mit denen in einen Topf geworfen wird.

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    Da waren aber auch ein paar andere dabei, manche vielleicht zum ersten Mal, die sich tatsächlich wundern, dass die Polizei auf sie draufhaut und die verschiedenen Schattierungen von braun schützt.

    Auch der Demo-Frischling wird keinen Polizeiknüppel abkriegen, wenn er nur friedlich rumsteht. Ansonsten hat er nun vielleicht gelernt, dass man seine politische Meinung gerne auf die Straße tragen kann, nicht aber hierbei Gewalt anwenden darf, auch nicht, wenn man sich voll als der Gute fühlt. Wenn Mutti und Vati diese Lehre in der Erziehung versäumt haben, muss das eben leider ein Wasserwerfer übernehmen.

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    Um "verlorengegegangene" AfD-Wähler sollen sich die kümmern, die meinen, dass ihnen was verloren gegangen ist. Das ist die Aufforderung an die Verlustgeschädigten, nach rechts zu rücken, weil die Abgegangenen, denen dabei stillschweigend unterstellt wird, sie hätten sich verirrt, anders nicht wieder zurückgeholt werden können.

    Sehr wichtiger Punkt. Diese ewige Mär des angeblichen Protestwählers, der ja gar keine andere Wahl hatte als die AFD zu wählen (das hier erwähnte "verirren") ... zum Kotzen und pure Schönredererei.

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    Mir auch nicht. Aber diese Parole taucht so oder so ähnlich z.B. "Deutschland du mieses Stück Scheisze") in linken Zusammenhängen nun mal i :-o mmer wieder auf.

    Also ... nur um das zu verstehen: Wenn unter den Linken ein Haufen Deppen sind, die solche Parolen brüllen, dann ist es deswegen vollkommen in Ordnung, die gesamte Linke dafür zu veruteilen und so sogar, wie esta, Polizeigewalt zu rechtfertigen und die Aufrichtigkeit der Proteste in Frage zu stellen. Wenn aber unter den AfD-Wählern ganz offensichtliche Rechtsextreme sind und ein paar davon sogar in der Führungsetage sitzen, dann ist die AfD trotzdem nur ein Sammelbecken für all die armen, verirrten Schäfchen, die sich im Stich gelassen fühlen und einzig und allein deswegen die AfD wählen, weil diese die Stimme der Vernunft und Wahrheit in dieser verrückten Zeit darstellen. Interessant.

    @ RajMerchant

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    Ach, Kasselan. Ihr habt den Krieg verloren. Lass gut sein. Dieses präpotente rumgehubere, wer sich jetzt auf Spießrutenläufe einstellen muss oder vor den Kadi gezerrt werden soll oder gejagt wird ist an Albernheit nicht zu üpberbieten.

    Ihr?!? Laut deinem Profil kommst du aus Berlin. Was meinst du, wie viele Personen, die heute noch leben, geschweige denn, die an dieser Diskussion beteiligt sind, eine unmittelbare historische Verantwortung für diesen Krieg tragen? Diese trägt wohlgemerkt das Völkerrechtssubjekt Deutschland, und wenn du hier wohnst und die Annehmlichkeiten dieses Staates in Anspruch nimmst, bist du automatisch Teil das Ganzen. Da kann man sich nicht einfach durch einen selbstgerechten linksideologischen Standpunkt aus der Affäre ziehen und in "wir" und "ihr" differenzieren. Im Grunde ist das dieselbe Sprech- und Denkart, aufgrund derer beispielsweise in DDR de facto keine Aufarbeitung der NS-Vergangenheit stattgefunden hat, weil man sich moralisch außerhalb dieser Verantwortung gesehen hat. Aber wenigstens wieder einer, der sich durch sein Vokabular outet, wessen Geistes Kind er ist.

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    Wer die Regierung "jagen" oder Staatsbürger*innen "entsorgen" will, und der sichj mit solchem Pack gemein macht, kann das interessierte Publikum selbst googeln oder im bishgerigen Fadenverlauf erfahren. Verlierer des WK2 dito.

    Speziell der Ausdruck "jagen" wurde nachweislich von Politikern der anderen Parteien wiederholt gebraucht, ohne dass man daraus so eine Hysterie fabrizierte. Ist es nicht vielleicht so, dass es schlichtweg der einfachste Weg ist, solche Assoziationen an den Haaren herbeizuziehen? Kleiner Tipp: Die daraus entstehende Dynamik hilft bisher nur der AfD, da diese billige Masche für jedermann durchschaubar ist. Außer natürlich für die, die daran glauben möchten.

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    Ist Demokratie nicht was schönes? Wenn man wieder und wieder dem Nazipack erklären kann, dass es zwar 12,6% Deppen geben mag, die halt aber keine Mehrheit abbilden? In diesem Fall: Pro Mainstream.

    Jeder halbwegs klar Denkende käme auf die Idee, dass es eigentlich optimal sein müsste, wenn jede Strömung in der Bevölkerung mit einer Partei, die auf dem Boden der Verfassung steht, im Parlament repräsentiert ist, aber mit intaktem Demokratieverständnis hast du es offenbar nicht so sehr. Abgesehen davon denke ich sowieso, dass Demokratie für dich und deine Gesinnungsgenossen ebenfalls nur ein Vehikel ist, um langfristig etwas anderes zu etablieren. Anders ist so eine verquere Sichtweise auf die Dinge nämlich nicht interpretierbar.

    @ enigmatic1606

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    Ah, ich mag Ironie.

    Das ist an der Stelle eine leere Floskel. Ich hatte in meinem Beitrag ziemliche Ungeheuerlichkeiten (u. a. die Vorstellung einer moralischen Zweiklassengesellschaft in Bezug auf die NS-Vergangenheit) aufgegriffen, aber diese beiläufige Bemerkung war dir wichtiger? Es wäre aus meiner Sicht interessanter, wie du dich zum Rest positionierst.

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    Diese trägt wohlgemerkt das Völkerrechtssubjekt Deutschland, und wenn du hier wohnst und die Annehmlichkeiten dieses Staates in Anspruch nimmst, bist du automatisch Teil das Ganzen. Da kann man sich nicht einfach durch einen selbstgerechten linksideologischen Standpunkt aus der Affäre ziehen und in "wir" und "ihr" differenzieren.

    Nach meiner Wahrnehmung sind es vor allem die Rechten, die Schwierigkeiten mit den in Frage stehenden Standortbestimmungen des Völkerrechtssubjekts Deutschland haben. Abgesehen davon bleibt es selbstverständlich jedem Menschen auf dieser Welt unbenommen, zu dem Völkerrechtssubjekt, welches sein Staat ist, auf Distanz zu gehen, wenn er dessen Aktivitäten für zweifelhaft oder falsch hält. Vielleicht sind die wirklichen Nestbeschmutzer diejenigen, die die lautesten vaterländischen Töne spucken.

    Zitat

    Speziell der Ausdruck "jagen" wurde nachweislich von Politikern der anderen Parteien wiederholt gebraucht, ohne dass man daraus so eine Hysterie fabrizierte.

    Es ist halt so, dass ziemlich schnell die Assoziation "Pogrom" aufpoppt, wenn die Rechten von der Jagd auf Wenauchimmer sprechen. Wenn die anderen zu Jagd blasen, erzeugt das diese Assoziation nicht. Dass das so ist, dafür gibt es Gründe, die was mit dem zu tun haben, womit nach dem Willen einschlägiger Kreise "endlich mal Schluss sein muss". Aber so einfach ist es nun mal nicht.

    @ Schrund

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    Um "verlorengegegangene" AfD-Wähler sollen sich die kümmern, die meinen, dass ihnen was verloren gegangen ist. Das ist die Aufforderung an die Verlustgeschädigten, nach rechts zu rücken, weil die Abgegangenen, denen dabei stillschweigend unterstellt wird, sie hätten sich verirrt, anders nicht wieder zurückgeholt werden können. Den Linken, die auf die Straße gehen, ist aber niemand nach rechtsaußen verlorengegangen. Sie treten gegen die Rechten an, um sie zu bekämpfen, um das zu bekämpfen, wofür sie stehen.

    Komisch nur, dass die Linken erst jetzt aktiv werden. 2010 rum als dieselben Positionen von der CDU vertreten worden sind da gab es keine linken und gewaltbereiten Aufstände. Das spricht entweder dafür, dass die Positionen der AFD nicht allzu unmenschlich sind oder dass die gewaltbereite Linke eher willkürlich (von jemandem aufgestachelt?) reagiert. Wären die Positionen so klar wie von dir dargestellt dann hätte es auch 2010 rum denselben Zirkus geben müssen.

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    Warum behauptest du ständig, die Demonstranten hätten keine Ahnung, warum sie demonstrieren? Das ist ein echtes Vorurteil und sonst nichts. Ich behaupte mal, dass die meisten, die gegen die Rechtsradikalen antreten, sich auch mit deren Positionen auseinandergesetzt haben.

    Zur Erinnerung:


    Merkel + Seehofer, Potsdam 2010, Treffen der jungen Union

    Zitat

    Berlin - "Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!", sagte Kanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Potsdam.

    Zitat

    Deutschland sei kein Zuwanderungsland. Integration bedeute "nicht nebeneinander, sondern miteinander leben auf dem gemeinsamen Fundament der Werteordnung unseres Grundgesetzes und unserer deutschen Leitkultur...

    .


    Wie passt denn das mit deinem Absatz oben zusammen. Denselben Kram hat die Angela und der Horst vorher auch erzählt... nur damals hat sich Keiner daran gestört und rechts war das noch lange nicht. Wenn ich das heute mit damals vergleiche dann verstehe ich die Reaktion nicht. Die Inhalte sind ungefähr dieselben. Und wenn es nicht um Inhalte geht was ist sind dann die Linken? Ein undifferenzierter, ungebildeter und orientierungsloser Helfer des Establishments der auf Knopfdruck "dagegen" (wogegen auch immer) ist. Das kann natürlich sein dass ich mich irre und du bereits 2010 dieselben Positionen vertreten hast und hier im Forum genauso gegen Seehofer und Merkel gewettert hast, was sich auch ganz einfach nachweisen ließe. Ist das nicht der Fall dann ist das für mich einfach Schaumschlägerei.

    Ich habe die Basis der Linken schon ausreichend neben der Schulbank studieren können. Das Adjektiv link ist stets haften geblieben. Später haben sich diese Empfindungen in allen Lebenslagen bestätigt. Ich möchte nicht zu weit ausgreifen; jedoch konnte ich dem Gehabe der Linken nie ein kleines Stück Sympathie abgewinnen!

    @ Schrund

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    Nach meiner Wahrnehmung sind es vor allem die Rechten, die Schwierigkeiten mit den in Frage stehenden Standortbestimmungen des Völkerrechtssubjekts Deutschland haben.

    Nennen wir diese Gruppe doch besser Braun-Esoteriker und das ist nicht einfach nur mehr rechts, genauso wie die autonomen Randalierer zum G20-Gipfel in Hamburg nicht repräsentativ für alle Linken sind.

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    Abgesehen davon bleibt es selbstverständlich jedem Menschen auf dieser Welt unbenommen, zu dem Völkerrechtssubjekt, welches sein Staat ist, auf Distanz zu gehen, wenn er dessen Aktivitäten für zweifelhaft oder falsch hält. Vielleicht sind die wirklichen Nestbeschmutzer diejenigen, die die lautesten vaterländischen Töne spucken.

    Nö, das ist Quatsch. Ein Staat besteht bekanntlich aus Staatsgebiet, Staatsvolk (= Summe der Staatsangehörigen und gleichgestellten Personen) und Staatsgewalt - ganz unideologisch. Man sollte eigentlich von allein merken, wie abenteuerlich die Konstruktion ist, dass man sich da trotz entgegenstehender Fakten außen vor nimmt und dann quasi als unbeteiligter, moralischer Vollstrecker auf das Völkerrechtssubjekt (das identisch mit dem Dritten Reich ist) und dessen Angehörige eindrischt. Und in diese Kategorie fallen nur mal Floskeln wie "Deutschland verrecke" oder "Ihr habt den Kriege verloren". Das Ganze ist nicht mal mehr ein Fall für eine politische Diskussion, sondern eher für den Psychologen, weil sich diese Leute regelrecht daran aufgeilen. Wenn man eine Erbschuld wegen der NS-Vergangenheit als gegeben sieht (und das tue ich z. B.), dann ist diese selbstredend nicht personengebunden, sondern betrifft unsere Existenz und unser Zusammenleben in diesem Land sowie dessen Vertretung nach außen. Und es gibt definitiv nicht Staatsangehörige zweierlei moralischer Klassen, nur weil man sich nach eigenem Befinden anderswo positioniert.

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    Es ist halt so, dass ziemlich schnell die Assoziation "Pogrom" aufpoppt, wenn die Rechten von der Jagd auf Wenauchimmer sprechen. Wenn die anderen zu Jagd blasen, erzeugt das diese Assoziation nicht. Dass das so ist, dafür gibt es Gründe, die was mit dem zu tun haben, womit nach dem Willen einschlägiger Kreise "endlich mal Schluss sein muss". Aber so einfach ist es nun mal nicht.

    Soweit ich mich erinnern kann, kann vor allem die CDU auf eine erhebliche Zahl von ehemaligen NSDAP-Mitglieder zurückblicken, ohne dass das jemanden interessiert hätte, als solche Formulierungen gebraucht wurden. Das "jagen" lässt sich an dieser Stelle denkbar weit auslegen (z. B. ganz abstrakt auf die politische Programmatik). Geht das auch, wenn Ralf Stegner "das Personal der AfD bekämpfen" will?

    Schrund

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    Dabei sind zum Beispiel die Ausführungen des Neonazis Höcke hinreichend dokumentiert. In seiner Mahnmal-Rede z.B. hat der Sachen gesagt, die an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig lassen. Die Mahnmal-Passage hat eine öffentliche Karriere gemacht, die Nettigkeiten über den Endsieg, der nach dem Marsch durch ein Tal der Tränen "uns" gehören wird, sind dabei leider ein wenig hinten runtergefallen. Aber sie sind da und jeder der es wissen will, kann es wissen.

    Ich weiß, die Rede war unmöglich und ist auch durch nichts zu entschuldigen. Ich hatte es hier schon ein paar Mal geschrieben, aber für Dich x:) wiederhole ich mich gerne noch mal, ich finde die AfD absolut unwählbar.


    Es ist die Frage, wie geht man damit um. Muss man jetzt jeden Parteitag boykottieren oder kann sie nicht auch mal links (haha) liegen lassen. Die AfD Gegner schieben die AfD doch ständig in die Schlagzeilen.

    Zitat

    Warum behauptest du ständig, die Demonstranten hätten keine Ahnung, warum sie demonstrieren? Das ist ein echtes Vorurteil und sonst nichts. Ich behaupte mal, dass die meisten, die gegen die Rechtsradikalen antreten, sich auch mit deren Positionen auseinandergesetzt haben.

    Meine Kritik ging speziell gegen die Gegner die sich so an der AfD reiben, das sie bei jeden Parteitag auffahren müssen. Der Parteitag findet statt so oder so.


    Ich verstehe den Sinn der Veranstaltung nicht, was soll damit bezweckt werden?


    Ich habe schon Raj danach gefragt, aber er konnte oder wollte mir diese Frage nicht beantworten.


    Erkläre es mir doch mal, vielleicht habe ich dann weniger Vorurteile.


    Ansonsten finde ich das diese Art von Demonstration nur der Provokation dient und die Fronten verhärtet.


    Gegen Demonstrationen gegen Rechtsradikale habe ich gar nichts und da sind garantiert auch Leute dabei die sich mit dem Thema beschäftigt haben. Ich mag es nur nicht wenn es bei Actionen, nur um Abenteuer, Provokation und Selbstdarstellung geht.

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    Bezeichnenderweise hört man in Bezug auf radikale Linke nie die Aufforderung, man müsse die verirrten Schafe in die Herde zurückholen. Da hört man nur den Ruf nach Polizei, Staatsanwalt und Knast.

    Ich glaube Rechtsradikale werden auch nicht als verirrte Schafe bezeichnet.


    Und der Ruf nach Polizei, Staatsanwalt und Knast kommt immer erst nach der Randale.


    Oder hat jemand vor G 20 verlangt die rote Flora zu schließen?

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    Dass Menschen von der Ausbreitung rechter Strömungen alarmiert und auf die Straße getrieben werden können, ist in dieser Sichtweise völlig ausgeschlossen und kann nur vorgeschoben sein. Zum besorgten Bürger qualifiziert sich offenbar nur, wer weit genug nach rechts rückt. Es gibt aber noch einen nicht ganz unmaßgeblichen anderen Aspekt.

    Und der wäre?

    Enicmatic

    Zitat

    Sehr wichtiger Punkt. Diese ewige Mär des angeblichen Protestwählers, der ja gar keine andere Wahl hatte als die AFD zu wählen (das hier erwähnte "verirren") ... zum Kotzen und pure Schönredererei.

    aha

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    Wenn unter den Linken ein Haufen Deppen sind, die solche Parolen brüllen, dann ist es deswegen vollkommen in Ordnung, die gesamte Linke dafür zu veruteilen und so sogar, wie esta, Polizeigewalt zu rechtfertigen und die Aufrichtigkeit der Proteste in Frage zu stellen.

    Merkste selbst, oder?


    ??Alle AfD Wähler sind Nazi's, aber bei den Linken könntet Ihr jetzt schon mal differenzieren.??


    PS.: Zum gefühlten 100sten mal, ich bin gegen Polizeigewalt.