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    Zusätzlich möchte ich daran erinnern, das Frau von Storch von der FDP kam. Der viel geschasste Herr Gauland hatte übrigens viel Arbeit in der CDU geleistet- im Übrigen in der Bundestagsfraktion der CDU/CSU .... Ein erheblicher Anteil der AfD-Mitglieder- insbesonders der Parlamentarier und zukünftigen Parlamentarier stammt ursprünglich aus anderen Parteien.

    Alexander Gauland war 40 Jahre in der CDU. Er kommt aus dem hessischem Landesverband, wo er gemeinsam mit Leuten wie Manfred Kanther und Alfred Dregger gearbeitet hat. Kann sich noch jemand an Dregger erinnern? Der war in den 80ern Franktionsvorsitzender der Union im Bundestag. Im Vergleich zu Dregger ist die AfD heute links. ;-D

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    Die CSU hat sich in einigen Bereichen stark der AFD angenähert, und trotzdem deutlich Stimmen an die AFD verloren.

    Ich denke die CSU hat deshalb so stark verloren, weil sie die Politik von Frau Merkel mitgetragen hat und weil Horst Seehofer in den letzten Monaten zwar vieles angekündigt hat (u.a. den Koalitionsbruch und eine Verfassungsklage gegen die Politik von Frau Merkel), am Ende aber als Bettvorleger von Frau Merkel gelandet ist und mit ihr gemeinsam Wahlkampf machte.


    Die AfD wäre nicht über 5% gekommen, wenn Seehofer in der Union gegen Merkel "geputscht" hätte und die Union mit einem anderen Kanzlerkandidaten und einen deutlich konservativeren Kurs in die Wahl gezogen wäre.


    Die AfD hat in Bayern Wahlkampf gemacht mit Plakaten wie "Wer CSU wählt, der bekommt Merkel" und "Franz-Josef Strauß würde heute AfD wählen". Das hat gezündet.

    denke ich auch.


    die csu hat sich den positionen der afd verbal angenähert, dann aber doch zu merkels entscheidungen gestanden. seehofer hat das maul weit aufgerissen und seinen worten dann keine taten folgen lassen. DAS ist imho der grund, warum die csu noch schlimmer abgestraft wurde als die cdu.


    davon abgesehen war seine ganze "ich bekämpfe sie damit wir gemeinsam siegen"-logik für menschen mit normaldrehenden hirnwindungen nicht nachzuvollziehen.


    was vielleicht auch eine rolle gespielt hat: jedem im bayern war klar, dass bei dieser speziellen wahl eine stimme für die csu eine stimme für merkel sein würde. zumindest diese bürde wird die csu bei der landtagswahl nicht tragen müssen.

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    Ich glaube weder, dass die etablierten Parteien sich der Position der AFD in Sachen Flüchtlingspolitik und Europa erheblich annähern sollten

    ich sagte ja nicht, dass alle etablierten sich den afd-positionen annähern sollten. aber eben mindestens eine, so dass wähler, die offene grenzen oder eine schuldenvergemeinschaftung ablehnen, eine wahl/eine alternative haben.

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    Aber vor dem rechtspopulistischen Reden und Denken vor die Knie zu gehen, halte ich für komplett falsch.

    auch das sollte der demokratische wettbewerb entscheiden. wenn in einer sachfrage eine (klare) mehrheit der bevölkerung den lösungsvorschlag der rechtspopulisten bevorzugt, haben die politiker das gefälligst zu akzeptieren. werben und überzeugungsarbeit - gerne. politik im stile merkels, d.h. "mir egal was ihr denkt, meine sichtweise ist alternativlos, also machen wir es so wie ich will" ist falsch und führt auf dauer zu genau dem, was wir heute erlebt haben: dem erstarken derer, die eine alternative zur alternativlosigkeit anbieten.

    Seehofer hat vorhin angekündigt, er wollte nun die "offene rechte Flanke" schließen.


    Fragt sich nur wie er das machen will, in einer Jamaika-Koalition mit Merkel und den Grünen, wo die CSU als kleinste von 4 Koalitionspartnern sicher die größten Kröten schlucken müßte.


    Es wird wohl eher so sein, daß die Union noch weiter nach links rücken muß um diese Koalition zustande zu bekommen.


    Und nächstes Jahr sind Landtagswahlen in Bayern.

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    Seehofer hat vorhin angekündigt, er wollte nun die "offene rechte Flanke" schließen.


    Fragt sich nur wie er das machen will, in einer Jamaika-Koalition mit Merkel und den Grünen, wo die CSU als kleinste von 4 Koalitionspartnern sicher die größten Kröten schlucken müßte.

    das ist die große frage, und wegen der erheblichen inhaltlichen differenzen zwischen csu und fdp mit den grünen glaube ich auch noch nicht an jamaika.

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    Es wird wohl eher so sein, daß die Union noch weiter nach links rücken muß um diese Koalition zustande zu bekommen.

    denke ich nicht. jedem nicht nur in der csu sondern auch in der cdu wird klar sein, dass man sich noch so einen ""sieg"" wie heute nicht leisten kann. das eigene schwache abschneiden und das starke ergebnis der afd wird auch in der cdu viele zum nachdenken bringen und den merkel-kritikern auftrieb verschaffen. nicht nur die csu sondern auch die cdu muss nun eigentlich nach rechts rücken, wenn sie das ausbluten an der offenen rechten flanke stoppen möchte. erst recht, falls sich in zukunft auch die fdp in manchen fragen konservativer positioniert als früher.

    ...und manchmal befürwortet "das Volk" aka die "Mehrheit" aus verschiedenen Gründen etwas (oder lässt es auch "nur" zu), was im Grunde genommen mit dem absoluten Kern der Verfassung nicht kompatibel ist. Da sehe ich dann schon vor allem die "Elite", zu der auch demokratische Politiker zählen sollten, in der Verantwortung die Aufhebung der Verfassung zu verhindern - insbesondere wenn es um Aushöhlung oder gar Aufhebung von Menschenrechten geht.

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    ...wenn dieser Lösungsvorschlag mit der Verfassung kompatibel ist.

    es versteht sich von selbst, dass das grundgesetz geachtet und befolgt werden muss. nicht ohne grund braucht man bei uns für verfassungsänderungen eine zweidrittelmehrheit statt einer einfachen mehrheit, und die artikel 1 und 20 sind durch die ewigkeitsklausel für die dauer der gültigkeit des grundgesetzes sogar unantastbar.


    diesen einwand sehe ich allerdings nicht als problem. fast alle probleme sind davon entweder nicht betroffen, oder würden sich eh in wohlgefallen auflösen bei konsequenter umsetzung bereits geltenden rechts.

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    Ich glaube weder, dass die etablierten Parteien sich der Position der AFD in Sachen Flüchtlingspolitik und Europa erheblich annähern sollten, da das ein völlig falsches Signal wäre, noch dass eine solche erhebliche Annäherung dazu führen würde, dass die AFD Wähler die Seiten wechseln.

    Die Annäherung hat ja schon lange stattgefunden. Imho wird schon in wenigen Tagen kurz nach Tallinn verkündet, dass es bald Einreisezentren außerhalb der EU geben wird - und die Ausschaffung von Geduldeten ist ja ohnehin nur der momentanen Rechtslage entsprechend. So können sich alle 3 (neuen) Regierungsparteien als Gewinner inszenieren und die AfD verliert langsam ihre Basis.


    Mir machen die Langzeitfolgen da mehr Sorgen.

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    Black gun


    Genauso habe ich allerdings keinen zweifel daran, dass die afd mit den möglichkeiten einer bundestagsfraktion so einige leichen aus dem keller der etablierten parteien zu tage fördern kann.


    ich sage es schon seit über 2 jahren: der erfolg der afd ist der wasserstandsmelder des versagens der etablierten. die afd wird so lange nicht verschwinden, wie die versäumnisse der etablierten nicht abgestellt wurden, da diese es sind, die afd erst groß gemacht haben.

    So sehe ich das auch. Die Demokratie in Deutschland funktioniert doch noch, hätte ich fast nicht mehr vermutet. Ich bin über die AfD auch nicht begeistert, aber sie sind das Ergebnis der verfehlten Politik der etablierten Parteien der letzten 20 Jahre.


    Wenn die Gesellschaft noch einigermaßen homogen wäre liefe die AfD unter Sonstige. Aber so haben CDU und SPD endlich mal die Quittung bekommen für ihre Politik der letzten Jahre. Ich bezweifle allerdings dass das bei denen ankommt geschweige denn dass sich etwas ändert um die Leute von der AfD zurück zu holen....

    Wenn Frau Merkel und co. sich dafür entscheiden soll mit den Grünen zu regieren, müssen CDU automatisch bei manche Themen nach links rücken, sonnst wird eine Regierung mit den Grünen im Boot nicht funktionieren.


    Das wird bewirken dass ein Teil von den CDU Wählern beim nächsten Bundestagswahl deren Kreuz bei AFD setzen. Egal was viele, inklusive Frau Merkel, über AFD denken, kann man nicht einfach 12-13 % der Bevölkerung ignorieren.. Genau dass hat Frau Merkel und co. lange getan, und das Resultat haben wir gestern gesehen.. Wir haben ein demokratisches Wahl gehabt, ist es dann nicht ziemlich undemokratisch einfach 12-13% der Bevölkerung zu ignorieren, so auf dem Motto: Mit AFD wollen wir nichts zu tun haben?? Wenn eine Partei erlaubt ist und 13% der Wähler sich dafür entschieden haben, hat Frau Merkel und co. es zu respektieren und akzeptieren. So ist es nun Mal in einer Demokratie..


    Dass die Grünen sich hinstellen und meinen dass die Grünen mit aller macht dafür sorgen werden dass AFD nicht durchkommen mit deren Gedankengut, finde ich äußerst unklug. Die Grünen sagen also dass 13% der Bevölkerung zu ignorieren sind... Fragwürdig...


    Ich finde die Aussage von Christian Lindner sehr vernünftig: Wir lassen uns nicht in eine Koalition zwingen, wir werden uns nicht verbiegen.. Wenn es tatsächlich so wird, dass FDP sich nicht verbiegen lassen und keine Lust haben mit auf den grünen Zweig zu steigen, welche Möglichkeiten hat " Mutti" dann????

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    Naples


    Das wird bewirken dass ein Teil von den CDU Wählern beim nächsten Bundestagswahl deren Kreuz bei AFD setzen. Egal was viele, inklusive Frau Merkel, über AFD denken, kann man nicht einfach 12-13 % der Bevölkerung ignorieren.. Genau dass hat Frau Merkel und co. lange getan, und das Resultat haben wir gestern gesehen.. Wir haben ein demokratisches Wahl gehabt, ist es dann nicht ziemlich undemokratisch einfach 12-13% der Bevölkerung zu ignorieren, so auf dem Motto: Mit AFD wollen wir nichts zu tun haben?? Wenn eine Partei erlaubt ist und 13% der Wähler sich dafür entschieden haben, hat Frau Merkel und co. es zu respektieren und akzeptieren. So ist es nun Mal in einer Demokratie..

    Sehe ich auch so. Es wird nur gesagt "die sind rechts, die dürft ihr nicht wählen", aber es findet keine richtige Auseinandersetzung mit dem, wofür die Partei steht statt und es gibt kein wirkliches Gegenkonzept, was die AfD wider - und zerlegen könnte.


    Und ignorieren und mit dem Finger zeigen wird nichts bringen, im Gegenteil. Das zeigt nur noch mehr die Hilflosigkeit der etablierten Parteien, denen dämmert, dass sie größere Bevölkerungsgruppen verlieren und sie nicht mehr einfangen können solange sie ihre Klientelpolitik weiterführen...

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    Dass die Grünen sich hinstellen und meinen dass die Grünen mit aller macht dafür sorgen werden dass AFD nicht durchkommen mit deren Gedankengut, finde ich äußerst unklug. Die Grünen sagen also dass 13% der Bevölkerung zu ignorieren sind... Fragwürdig...

    Das Ergebnis der Grünen ist das einzige, was mich etwas überrascht hat, ich hatte gehofft sie näher an den 5% zu finden, eine Neuausrichtung wie vor 4 Jahren die FDP hätte der Partei nicht geschadet...

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    Ich finde die Aussage von Christian Lindner sehr vernünftig: Wir lassen uns nicht in eine Koalition zwingen, wir werden uns nicht verbiegen.. Wenn es tatsächlich so wird, dass FDP sich nicht verbiegen lassen und keine Lust haben mit auf den grünen Zweig zu steigen, welche Möglichkeiten hat " Mutti" dann ??? ?

    Wird spannend das alles unter einen Hut zu bringen, aber alle wollen an die Macht kommen bzw. da bleiben und das sollte alle einen, da kann man schon mal ein paar Grundsätze fallen lassen, so what?


    Und zur Not gibts halt nochmal eine GroKo, Schulz (oder wer auch immer dann die SPD anführt) wird schon anbeissen, die Macht schmeckt halt zu süß. Auch wenn die SPD in vier Jahren dann richtig abschmieren wird....


    Das Wahlergebnis von den Grünen hat mich auch sehr " überrrascht".. Ich hätte auch gehofft dass die Grünen an die 5% kommen würden..


    Ich bezweifle dass SPD tatsächlich in der Opposition geht.. Ich vermute dass es doch mit CDU und SPD weiter gehen wird. Dass beide Parteien dann weiter abstürzen werden in 4 Jahren ist zu erwarten..


    Eines ist sicher, Merkel und FPD können nicht zusammen mit den Grünen regieren ohne weiter nach Links zu rücken. Dann ist wiederum eines sicher, Merkel wird dann noch mehr Wähler verlieren in 4 Jahren..

    @ Souha

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    Rechtes Gedankengut wird nun in den Bundestag getragen. Da wird sich alsbald zeigen, warum es zu verurteilen ist. Deren VertreterInnen werden sich schneller als ihnen lieb ist demaskieren. Skandale werden da nicht ausbleiben. Davon abgesehen, dass die gute AfD gar nicht das nötige, fähige Personal für die Parlamentsarbeit hat.

    Ja, rechts im wahrsten Sinne des Wortes. Julirevolution in Frankreich von 1830 usw. Das ist gelebte Demokratie und es verwundert wenig, dass du mit dem Konzept so deine Probleme hast.


    Man sieht ja, wie deine nicht minder manipulativen Gesinnungsgenossen damit umgehen, wenn's mal nicht ganz so läuft, wie man sich das persönlich vorgestellt hat: Da wird erst mal wieder schön der Osten diffamiert, weil er zusammen mit nicht mehr klein zu redenden Teilen der westdeutschen Bevölkerung die Quittung ausgestellt hat, für die Versuche der letzten Jahre, lieber das Land an einer historischen Kerbe zu spalten und die kritischen Stimmen abzukanzeln, als sich objektiv existierenden Problem anzunehmen. Und je mehr die chronisch beleidigten, ewig gestrigen SED-Nachfolger diese gelenkte Meinungsmache noch betreiben, umso mehr AfD-Prozente werden wir ihnen in Zukunft reindrücken.