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    stattdessen wird lange rumverhandelt, noch die niedersachsenwahl in 3 wochen abgewartet und dann irgendwann scheitern die verhandlungen zu jamaika. es kommt doch zu einer neuauflage der groko, in der spd und union weitermachen wie bisher und den stillstand verwalten.

    ja, glaube ich auch. ich denke sogar, dass sie die periode dann durchwursteln.

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    ja, glaube ich auch. ich denke sogar, dass sie die periode dann durchwursteln.

    glaube ich eher nicht, dafür stehen zu wichtige und polarisierende richtungsentscheidungen an. zb reform der eurozone aka schuldenvergemeinschaftung, oder die frage nach dem familiennachzug. mit einer starken afd im parlament und einer stimmung in der bevölkerung, die beides mehrheitlich ablehnt, wird ein weiterwursteln wie bisher nicht möglich sein. man wird versuchen sich irgendwie weiter durchzuwursteln, solche richtungsentscheidungen irgendwie auf die lange bank zu schieben, aber das wird recht bald scheitern. imho fliegt ihnen allerallerspätestens nach der bayernwahl im herbst 2018 der laden dann um die ohren und wir haben allerallerspätestens anfang 2019 neuwahlen. diese prognose gilt imho sogar unabhängig davon, ob es jamaika oder groko wird. ]:D

    Der Thread hat sich ja wieder einigermaßen gefangen. Ich bitte doch nochmal alle um einen sachlichen Ton. Wir haben hier eine lebhafte Diskussion, die bestimmte Grundvoraussetzungen hat.


    Also bitte keine wilden Unterstellungen und keine persönlichen Angriffe. Kritik ist gut und wichtig, sofern der Ton stimmt.


    :)^

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    Die werden der AfD nicht den Job als Oppositionsführer überlassen, den sie aber hätten wären sie die stärkste Partei in der Opposition. Deshalb muss die SPD in die Opposition, jemand anders kann ihnen den Job da ja nicht streitig machen.

    Ich denke etwas besseres als "Jamaika" kann der AfD überhaupt nicht passieren.


    Die Union wird in "Jamaika" noch weiter nach links rücken müssen als sie ohnehin schon gerückt ist. Die FDP wird ebenfalls einige harte Kompromisse schließen müssen.


    Insgesamt wird "Jamaika" ganz klar eine Mitte-Links-Koalition sein. In der Opposition sind dann die ebenfalls Mitte-Links-Partei SPD und die linksradikale Linkspartei.


    Die AfD ist zwar nicht "Oppositionsführer", aber die einzige noch existierende Partei recht der politischen Mitte. Alle anderen Parteien sind entweder schon links der Mitte oder in einer Mitte-Links-Koalition gebunden.

    @ DerNostalgiker

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    Die AfD ist zwar nicht "Oppositionsführer", aber die einzige noch existierende Partei recht der politischen Mitte. Alle anderen Parteien sind entweder schon links der Mitte oder in einer Mitte-Links-Koalition gebunden.

    "Oppositionsführer" ist im Endeffekt sowieso ein leerer Begriff, wenn in der Opposition sowieso nur Parteien sitzen, die ein koordiniertes Handeln zusammen mit AfD von vornherein ablehnen.

    Zitat

    Dieser Artikel lässt einen nur noch sprachlos zurück:


    http://www.stern.de/politik/de…olidarischen-7635450.html


    Die Hetzmedien haben wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun.

    gerade die eher linken medien drehen teilweise völlig am rad. mir sind zb auch auf Zeit online die letzten zwei tage so einige meinungsartikel untergekommen, die sich wie aus "bizarro world" lesen. man hat teilweise echt den eindruck, die autoren lebten in einem paralleluniversum. und natürlich sind die artikel immer voller gravierender logikwidersprüche.


    zb in bezug auf deinen artikel oben: wie erklärt der autor, dass die afd auch in westdeutschland flächendeckend massiv zugelegt hat? wurden westdeutsche männer etwa auch über jahrzehnte "entsolidarisiert" wie er es den ostdeutschen unterstellt, und wir haben es bisher nur nicht gemerkt?


    interessant finde ich auch eine betrachtung der relativen statt der absoluten stimmzuwächse: im vergleich zu 2013 hat die afd praktisch überall in deutschland ihr ergebnis etwas mehr als verdoppelt und somit in der relativen statt absoluten betrachtung recht gleichmässig zugelegt.


    auch diverse neid- und abgehängt-sein-thesen zur erklärung des afd-erfolgs im osten verfangen nicht, wenn man bedenkt, dass die afd im reichen süden (bawü, bay) stärker abschnitt als im wirtschaftlich deutlich schwächeren nordwesten.

    Zitat

    Die Hetzmedien haben wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun.

    Der Rolf-Herbert Peters macht nur deutlich, dass er von den Menschen im Osten nicht viel weiß. Parteipräferenzen sind dort längst nicht so gefestigt. Wären die Parteipräferenzen im Westen weniger gefestigt, hätten vermutlich der AfD-Wähleranteil auch im Westen ähnliche Werte erreicht wie im Osten. Das Unsolidarische wurde von zahlreichen Parteimitgliedern anderer Parteien (CSU, CDU, FDP, ...) relativ unabhängig von der deutschen Himmelsrichtung gepredigt und war keine Besonderheit der Ost-Bürger. Man sollte sich nur einmal einige Beiträge von Frau Merkel von vor ca. 10 Jahren ansehen oder die Beiträge von Herrn Seehofer der vergangenen Monate. Zudem geht der ganze Beitrag ziemlich an den Interessen der meisten AfD-Wähler vorbei.


    Den Statistiken der Meinungsforscher nach zu urteilen ist das Kernproblem nicht die fehlende Hilfsbereitschaft oder Unsolidarität verbunden mit Egoismus von Menschen, auch wenn es sicherlich auch hier größere Anteile an Menschen gibt (und keineswegs übermäßig im Osten).


    Das Kernproblem sind für viele AfD-Wähler bestimmte Menschen, die inhumane, patriarchiale Denkinhalte in unsere Gesellschaft hineintragen und dominieren wollen, erhöhte Gewalt dieser (auch gerade Frauen gegenüber), Kriminalität und Missachtung oder fehlenden Respekt anderen Menschengruppen gegenüber mitbringen ("Ungläubige", Frauen, "Juden", "Schweinefleischfresser"), das Grundgesetz nicht achten, parasitär leben wollend, Prüderie, ihre archaische Denk- und Handlungsweisenl auf dem Rücken der "Religionsfreiheit" reinpressen wollen ... und an der Stelle seitens der deutschen Politik ungenügend gehandelt wird- es macht den Eindruck von "dahinplätschern lassen". Klar, dass Menschen davon nicht noch mehr wollen (übrigens auch zahlreiche Migranten oder Menschen in anderen Ländern haben damit erhebliche Probleme- es ist kein speziell deutsches oder ostdeutsches Phänomen), und ja, man hätte das durchaus auf solidarische Weise für Hilfsbedürftige lösen können- das hat man aber in der Vergangenheit mehr oder weniger versäumt.

    @ Black Gun & sensibelmann99

    :)^ :)=


    Ausgerechnet in der Welt ist jetzt noch so ein Artikel. Die fahren gerade eine regelrechte Kampagne. Dabei sind die versuchten Ausgrenzungen des Ostens nach den vorangegangenen Wahlen bereits selbst Teil der Ursache-Wirkungs-Beziehung.


    https://www.welt.de/politik/deutschland/article169032071/Die-Sorgen-der-Maenner-im-Osten-Integriert-doch-erst-mal-uns.html

    Zitat

    Teil der Ursache-Wirkungs-Beziehung

    So mancher Journalist hat erhebliche Probleme damit, dass die AfD bezüglich der Wählerschaft sich genaugenommen nicht einfach in ein links-rechts-Schema einordnen lässt- ein erheblicher Wähleranteil für die AfD kann ganz anders begründet werden und hat eher weniger mit sozial abgehängten Menschen oder mit "rechtsradikal" zu tun.


    Man muss sich nur einmal die Statistiken der Meinungsforscher zu Gemüte führen. Ich behaupte, dass stärker rechts denkende Menschen eine Minderheit unter den AfD-Wählern darstellt (auch wenn es sie gibt).


    Und wer sich einmal einen großen Anteil an europäischen Ländern ansieht, erkennt, dass der sogenannte "Rechtspopulismus" keineswegs ein deutsches Phänomen (Frankreich, Niederlande, Österreich, ...) ist, auch im ursprünglich sehr sozial geltenden Schweden gibt es ähnliche Tendenzen.


    Auch einen Herrn Otte dürfte man wohl kaum als "abgehängten" Menschen betrachten.

    Zitat

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2017/reaktionen-auf-das-otte-interview-die-afd-ignorieren-oder-mit-ihr-sprechen/20330448.html siehe hier mehr dazu

    Wenn die in meinem vorigen Artikel dargestellten Kernprobleme ernsthaft und weitgehend gelöst sind, dürfte sich das "Problem" wieder normalisieren und kein Problem für große Teile der Bevölkerung mehr darstellen.


    Um es mal mit den Worten einer mir bekannten iranischen Migrantin sinngemäß auszudrücken: "Nun bin ich aus dem Iran erfolgreich geflohen und muss jetzt hier in Deutschland dieselbe religiöse Boshaftigkeit aufblühend erleben."

    Der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn sagte vorhin bei Phoenix, die Gleichsetzung der AfD mit Nazi sei voll inakzeptabel und irrationaler Unsinn. Wer sowas sage, hätte absolut keine Ahnung vom Nationalsozialismus. Durch den inflationären Gebrauch der Nazi-Keule würde der Nationalsozialismus verharmlost und es trete eine Desensibilisierung der Gesellschaft bei dem Thema ein.

    mal eine interessante betrachtungsweise zu den verlusten der großen koalition:


    2013 hatte die csu bundesweit 7.4% der stimmen, die cdu 34.1%. die spd kam auf 25.7%.


    2017 hatte die csu bundesweit 6.2%, die cdu 26.8%, die spd 20.5%.


    https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2017/32_17_vorlaeufiges_ergebnis.html




    betrachtet man nicht die absoluten verlusrte an prozentpunkten sondern den relativen verlust, ergibt sich folgendes bild:


    die csu verlor 16.2% ihrer stimmen von 2013, oder nicht ganz jeden 6. ihrer damaligen wähler.


    die cdu verlor 21.4% ihrer stimmen, oder etwas mehr als jeden 5. wähler.


    die spd verlor 20.2% ihrer stimmen, also jeden 5. ihrer wähler.


    sogesehen ist das von 'linken' vorgebrachte narrativ falsch, die csu hätte es besonders schlimm zerupft oder dass vor allem seehofers schlingerkurs und seine kritik an merkel vom wähler abgestraft wurden. genauso gut könnte man aber auch behaupten, dass seehofers innerparteiliche kritik an merkels kurs die verluste seiner partei noch etwas abmildern konnte. oder es hat keine rolle gespielt und die csu hat deshalb einen etwas geringeren teil ihrer wähler verloren, weil die bindung der bayerischen wähler an die csu besonders hoch ist.


    dass die csu dennoch der große wahlverlierer ist, liegt nicht an den verlusten an sich sondern an der schlechteren strategischen ausgangslage der partei. das csu-alleinstellungsmerkel absolute mehrheit gerät viel leichter in gefahr als das viel niedriger gesteckte ziel der cdu, stärkste kraft zu werden im wettbewerb gegen eine verzwergte 20%-spd...

    Zitat
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    Was ich gerade hier lese ist, dass das wichtigste Terror- und Unterdrückungsinstrument der Nazis verharmlost wird.

    Trink keinen Kaffee mehr, den verträgst du offensichtlich nicht %:|

    Die Verharmlosung beginnt in dem Moment, wenn der SS der Elitestatus abgesprochen wird. Dann nämlich sie nicht schlimmer als jeder Durchschnittstrupp. War sie aber! Wir hätten uns alle viel Zeit sparen können, wenn der Elitebegriff hier nicht verbogen worden wäre. Elite heißt eigentlich nur Auslese. Gäbe es eine Hölle, dann wäre auch eine "Höllenelite" denkbar. Eine Elite des Bösen, so wie die SS.

    @ Belafonte

    Zitat

    Die Verharmlosung beginnt in dem Moment, wenn der SS der Elitestatus abgesprochen wird. Dann nämlich sie nicht schlimmer als jeder Durchschnittstrupp. War sie aber! Wir hätten uns alle viel Zeit sparen können, wenn der Elitebegriff hier nicht verbogen worden wäre. Elite heißt eigentlich nur Auslese. Gäbe es eine Hölle, dann wäre auch eine "Höllenelite" denkbar. Eine Elite des Bösen, so wie die SS.

    Verbogen?


    Hier bitteschön, Pippi Langstrumpf:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Elite