Zitat

    Ist rechtes Gedankengut per se schlecht und zu verurteilen?

    Im Wort "Gesellschaft" steckt "gesellig",


    .. und ein solches Verhalten darf nicht zu kurz kommen. Dafür sind wir zu sehr soziale und kommunikative Wesen. Mit "gesellig" meine ich nicht "die Rechten unter sich." Nicht gemeint ist auch, dass es keine sozialen Unterschiede geben darf. Man kann Gutes tun für seine Familie und seine Freunde. Die Gefahr liegt im "Sippendenken". Ein Paradebeispiel wäre das weiße Amerika des 19. und 20. Jahrhunderts. Viele Volksgruppen hatten das Land aufgebaut und für Wohlstand gesorgt. Der will bewahrt werden, und so grenzte sich der weiße Mann ab. Schwarze und Latinos hatten wenig Zugang zu Bildung, weswegen sie für dumm und faul gehalten wurden. Das bewirkte die weitere Abgrenzung, ein sich selbst verstärkender Effekt! Das elitäre Denken ging so weit, dass Schwarze in Bussen Sitzplätze für Weiße frei machen mussten.


    Hier beginnt die Geschichte der Rosa Parks...


    ... jener Frau, die sich 1955 geweigert hatte, einen Sitzplatz für einen Weißen frei zu machen, und die deswegen verhaftet wurde. Das setzte die Bürgerrechtsbewegung in gang, und diese Geschichte wird bis heute fortgeführt. Die Welt braucht mehr Querdenker. Quer zu denken schließt zwar die Möglichkeit ein, zu scheitern, aber letztlich stammen alle großen Errungenschaften von Querdenkern.

    Der Bezug zum eigentlich Thema ist kaum erkennbar, da rechts (nicht: rechtsradikal, rechtsextrem) und Rassismus doch zweierlei Schuhe sind.


    Davon abgesehen kann jede der damals richtigen Entwicklungen in bedeutend weniger tolle Extrema umschlagen. Speziell in den USA haben sich bereits zahlreiche Schwarze, die der Leistungsgesellschaft zuzurechnen sind, kritisch über das Verhalten einiger Angehöriger ihrer Ethnie geäußert, die sich in der Opferrolle von damals suhlen, um ihr gesellschaftliches Versagen von heute zu rechtfertigen. Irgendwann werden die Rechte und Interessen ganz anderer Gruppen mit Füßen getreten und dann bringt es herzlich wenig, in völliger Borniertheit immer wieder auf 1955 und dergleichen herumzureiten. Möglicherweise kommen die Querdenker, die eine sinnvolle Kurskorrektur herbeiführen, dann nämlich aus dem konservativen Lager, weil die Revolution von damals längst ihre eigenen Kinder gefressen hat.

    mal ein Zitat

    Zitat

    Lohnkürzungen in Kauf genommen

    und zum Vergleich


    Zitat:


    Laut FAS hat Winterkorn bei VW mehr als 100 Millionen Euro verdient, allein seine Pensionsansprüche beliefen sich auf 30 Millionen Euro.


    https://www.stern.de/wirtschaft/martin-winterkorn--das-droht-dem-ex-volkswagen-chef-wegen-des-abgasskandals-7973646.html


    wobei da jetzt vielleicht was regressiert wird.


    Aber man sieht, dass es ein deutliches Missverhältnis gibt zwischen Vorstands- und Managergehältern und dem Verdienst normaler Arbeitnehmer.


    Sowas führt irgendwie automatisch zu Neid, Missgunst und Radikalisierung, ob links, ob rechts, was weiss ich.

    gestern lief eine interessante doku im ard


    werde ich mir heute nacht auf mediathek angucken.


    http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Ungleichland-Wie-aus-Reichtum-Macht-wi/Video?bcastId=799280&documentId=52230614

    Zitat

    Ungleichland - Wie aus Reichtum Macht wird


    07.05.2018 | 44 Min. | UT | Verfügbar bis 07.05.2019 | Quelle: Das Erste


    In einem der reichsten Länder der Erde geht es ungleich zu. Die Reichen setzen sich ab, die Armen sind abgehängt. Der Film bereist das Deutschland und liefert anschaulich Zahlen und Hintergründe

    https://programm.ard.de/TV/daserste/ungleichland/eid_28106645646783

    Zitat

    Der Bezug zum eigentlich Thema ist kaum erkennbar, da rechts (nicht: rechtsradikal, rechtsextrem) und Rassismus doch zweierlei Schuhe sind.

    Mit Rechts ist eine Position gemeint, und zwar die, die für das Bewahren und das Schützen des eigenen Bestandes steht. Als reines Gedankengut ist das kaum verwerflich, aber das kann zu einem selbst verstärkenden Effekt führen, wie ich vor einer Stunde schrieb, der dann rechtsradikal ist. Der erste Schritt in diese Richtung ist die Annahme, auf der richtigen Seite zu stehen, wobei alle anderen Seiten erklärtermaßen verwerfungswürdig sind.

    Zitat

    . Irgendwann werden die Rechte und Interessen ganz anderer Gruppen mit Füßen getreten und dann bringt es herzlich wenig, in völliger Borniertheit immer wieder auf 1955 und dergleichen herumzureiten.

    Täter werden nicht zu Opfern, auch wenn der Papp dreimal umgerührt wird. Aber umgekehrt geht es: Ein schwarzer Amerikaner kann zum Rechten werden, indem er in der vorgeschobenen Opferrolle die Weißen stigmatisiert. Eine Gutschrift für einen - sagen wir vom Ku Klux Klan - ist das aber nicht.

    Zitat

    Der erste Schritt in diese Richtung ist die Annahme, auf der richtigen Seite zu stehen, wobei alle anderen Seiten erklärtermaßen verwerfungswürdig sind.

    das ist eine beschreibung, die gerade bei derzeit aktuellen themen auch auf die linken exakt zutrifft: die dogmatische annahme, zwangsläufig auf der richtigen seite zu stehen, und die annahme, dass vertreter der ideologischen gegenseite automatisch unrecht haben und alleine schon deshalb ein verwerfliches gedankengut vertreten... vertreten müssen.


    meine meinung: entscheidend für richtig oder falsch ist nicht so sehr die frage, auf welcher seite des politischen spektrums eine sichtweise verortet ist, sondern ob die argumente für diese sichtweise stichhaltig sind. es geht nicht darum, ob pauschal "rechtes" oder "linkes" denken - wie auch immer man es im konkreten fall definieren mag - schlecht ist. nein, es geht nicht um das "links/rechts"-label, sondern es geht um die argumente, um die inhalte.


    tendenziell denke ich, dass die rechten (im sinne von "die rechte hälfte des politischen spektrums") derzeit bei fragen nach der schaffung und bewahrung von sicherheit und wohlstand die größere kompetenz haben, sowie bei kulturellen themen und fragen bezüglich der organisation der gesellschaft.


    die linken (im sinne von "die linke hälfte des politischen spektrums") haben tendenziell die besseren argumente, wenn es darum geht, wie der vorhandene wohlstand am besten verteilt werden sollte, wie der gesellschaftliche frieden innerhalb eines nationalstaatlichen rahmens am besten gewahrt werden kann; und bei fragen der individuellen lebensführung.

    Zitat

    Mit Rechts ist eine Position gemeint, und zwar die, die für das Bewahren und das Schützen des eigenen Bestandes steht.

    Ich hatte weiter vorne schon einmal eine Definition von "rechts" zu bringen, die der üblichen Definition von rechts mehr entspricht:

    Zitat

    Als politische Rechte wird ein Teil des politischen Spektrums bezeichnet. Sie geht von einer Verschiedenheit der Menschen aus und befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie. Ungleichheit wird deshalb von der politischen Rechten als unausweichlich, natürlich, normal und wünschenswert betrachtet.

    Ich halte das Wirtschaftssystem, wie es derzeit existiert, für ein System, das der politischen Rechten entspricht. Es forciert die Ungleichheit auch maßgeblich über Ungerechtigkeit, Unfairnesss und geistige Manipulation.


    Es geht unter anderem um Gier (im finanziellen Sinn) und um Macht (im politischen Sinn). Während auf politischer Seite noch soetwas wie Demokratie existiert, ist bei der wirtschaftlichen Seite Demokratie nur rudimentär vorhanden (z.B. über Betriebsräte und Gewerkshaften).


    Es geht der Wirtschaft nicht primär darum, Bedürfnisse von Menschen zu erfüllen, Menschen zufriedener werden zu lassen, sondern vielmehr geht es darum die Bedürfnisse von Menschen zu nutzen und Bedürfnisse von Menschen manipulativ zu forcieren, um die Profitraten der gierigsten und machtgeilsten Personen der Gesellschaft zu steigern. Das wird dann als "Leistungswille" verklausuliert. Leistung wird als das suggeriert, wem es gelingt, von möglichst vielen Bürgern möglichst viel Geld einzusammeln (Das Kapital von Karl Marx beschreibt das grundsätzliche Verfahren ziemlich ausführlich und dieses Prinzip ist auch heute noch gültig).


    Wer wirklich etwas leistet, also den Menschen seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, um Produkte zu fertigen und Dienstleistungen anzubieten, wird genaugenommen niemals reich- da fehlt die Aneignung des Mehrwertes- also das Einstecken eines Teiles des Geldes, was der Werktätige wirklich erwirtshaftet. Geld hin- und her zu schaufeln ist genaugenommen keine reale Leistung, sondern ein Mechanismus, sich einen Mehrwert einzubverleiben.


    Und nein, ich habe nicht die Absicht, viele Millionen zu besitzen- mir reicht das was ich derzeit verdiene vollkommen, vielmehr halte ich diese Gier der sogenannten "Macher" für psychisch krank und für ausgesprochen unsozial. Mittlerweile zeigt sich immer mehr, dass diese Gier, die manipulativ auch auf viel Menschen übertragen wird (das Prinzip dieses Wirtschaftssystems, dass Konkurrenz statt Zusammenarbeit maßgeblich fördert), auch unsere Umwelt, unsere Lebensgrundlagen zerstört.


    Niemand schafft alleine Werte- alle Produkte beruhen immer auch auf gesellschaftlicher Arbeit vieler Menschen- an diese Werktätigen müsste auch das Geld zurückfließen. Das Einsacken des Mehrwertes ist am Ende immer ein Betrug an der Gesellschaft.


    Fast alle Millionäre tragen den sozialen Betrug an der Gesellschaft in sich- sie zerstören die soziale Gemeinschaft und reißen sie auseinander, sorgen für ständigen Kampf und ständiges Gegeneinander- und sie sorgen letztendlich für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen maßgeblich mit.


    Wenn nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft auf solide demokratische Füße gestellt würde, in der Selbstbereicherung zu Grabe getragen wird- könnte die extreme Ungerechtigkeit beendet werden.


    Es wäre schon ein großer gesellschaftlicher Sprung, wenn ein Unternehmer begreift, dass er alleine ein Nichts wäre (genaugenommen lebt er durch die anderen Werktätigen mit und es ist weit von "eigener" Leistung entfernt), und deshalb z.B. mehr als 100% Mehrlohn (Prozentsatz aushandelbar) als der Durchschnitt der Angestellten unsozial und ungerechtfertigt wäre.


    Was diverse Immobilienmakler oder Aktienhändler als Leistung suggerieren, ist nichts weiter als das Aneignen des Geldes von Bürgern über manipulative Methoden.


    Aber die Gesellschaft glaubt über Ärsche leben zu müssen und die Ärsche werden auch noch hofiert.

    Zitat

    die dogmatische annahme, zwangsläufig auf der richtigen seite zu stehen, und die annahme, dass vertreter der ideologischen gegenseite automatisch unrecht haben und alleine schon deshalb ein verwerfliches gedankengut vertreten... vertreten müssen.

    Dogmen finde ich auf beiden Seiten zur Genüge.


    Allein Maktwirtschaft (womit oft eine konkurrenzdominierte, hierarchiebasierte Wirtschaftsweise gemeint ist) ist ein scharfe Dogma (und nein, "geht nicht besser", "das haben die Menschen nie besser hinbekommen", ist ein genauso haltloses und innovationsfeindlichs Argument wie die Pferdekutschenhersteller genauso argumentierten, als es noch kein Auto gab (pferdeloser Wagen)).

    Zitat

    Als politische Rechte wird ein Teil des politischen Spektrums bezeichnet. Sie geht von einer Verschiedenheit der Menschen aus und befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie. Ungleichheit wird deshalb von der politischen Rechten als unausweichlich, natürlich, normal und wünschenswert betrachtet.

    Okay, gute Definition, gefällt mir. Damit wird der Unwert, ja sogar die Gefährlichkeit des rechten Rands deutlich gemacht. Was lässt sich nicht alles damit erklären, angefangen bei der Sklaverei und der Begründung des zweiten Weltkriegs!?