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    "richtig" reicht aus.

    da bin ich ganz deiner Meinung. Die Politik muß den Menschen dienen. Obwohl ich noch nie CDU gewählt habe, (und auch jetzt nicht), finde ich großen Respekt vor Angela Merkel wie uneitel und nicht Machtstrebend sie ihr Amt ausführt. Es gibt viele Dinge im Staate, die verbesserungsnötig sind. Im Internationalen Vergleich kann ich ihr nur applaudieren.

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    Unsere jetzige Sozialpolitik lässt die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufklaffen, immer mehr Leute fallen in Armut und Deutschland hat den größten Niedriglohnsektor in ganz Europa (nur halt wenig Arbeitslose, dafür alle in Kackjobs ohne Sicherheit, tolle Arbeitslosenquote, super Arbeit!)

    Und wer Merkel wählt, will, dass das weiter ausgebaut/verschärft wird.

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    nobbi100


    Zwischen den extrem Rechten und extrem linken ist kaum ein Unterschied und vor 80 Jahren haben die Rechten in Deutschland genauso gemordet wie die Linken in Russland und daran sollte man immer denken damit so etwas nie wieder passiert.

    Beide Seiten hatten ihre Schlägertrupps und haben sich Anfang der 30er nicht viel genommen... ??soweit ich weiß waren die linken die ersten, die Schlägertrupps hatten, aber ich kanns nicht belegen??


    Ich finde auch, es ist egal, ob es links oder rechtsradikal ist, radikal ist immer schlecht und führt zu Problemen. Aber nur wenn die Unterschiede zwischen den Bevölkerungsschichten größer werden radikalisieren sich die Leute (in den 30er Jahren durch die Weltwirtschaftskrise bzw. die Folgen davon) und jetzt durch die Folgen der Globalisierung. Es ist sicher schwierig, auf eine Abfederung hinzuwirken, aber ich kann bei unseren Regierenden nicht mal den Willen dazu erkennen.


    Und genau in diese Unzufriedenheit stößt zum Beispiel die AfD, die Ängste durchaus schüren.

    In einer einigermaßen ausgeglichenen Gesellschaft gibt es diese Ängste nicht und dann würde eine AfD so zwischen 2 und 3 % rumdümpeln und niemand würde sich darum scheren.

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    nevertheless


    Extremistische Seiten sind immer schlecht, egal ob links, rechts, religiös oder was auch immer für eine Ideologie.

    Absolut, sehe ich auch so.

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    Meiner Überzeugung nach sind aber alle Menschen auf der Welt gleichrangig und sollen somit auch Teil der ganzheitlichen Gesellschaft werden. Gleichrangig bedeutet: gleiche Rechte, Pflichten, Bedürfnisse, Gesetze, etc.


    Da kann man nicht sagen "die dürfen hier leben, weil..." und "die müssen raus, weil...".

    So sollte es sein, theoretisch. Wäre für alle wahrscheinlich auch am Besten, ist aber reine Utopie. Das wird nie so werden, schon deshalb, weil es immer Leute geben wird, die sich über andere stellen wollen....


    Die westliche Welt (wir mit eingeschlossen) ist Fluchtursache Nummer 1 und wenn man jetzt sagen würde "wir machen eure Länder arm und zerbomben sie aber herkommen dürft ihr nicht" wäre das gelinde gesagt moralisch verwerflich ??mir fällt gerade kein passendes Wort dazu ein??


    Hier sollten alle leben dürfen, die sich an bestehende Gesetze halten und Achtung vor anderen Menschen haben und sich in die Gesellschaft einbringen wollen. Die, die das nicht tun, sind die, die raus sollten (dabei sollte die die Nationalität völlig egal sein)

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    Nur weil ich das Glück hätte, in einem nationalistischen Staat geboren zu sein, wäre ich ja nicht automatisch etwas besseres als "die anderen". Genauso wie der eine Teil der Weltbevölkerung Reisefreiheit, Sozialversicherungen, Arbeit, Demokratie, etc. genießen darf, nehme ICH mir als Bürger eines egozentristischen Staates heraus, anderen genau diese positiven Dinge einer Gesellschaft zu untersagen?

    Ja, du hattest Glück. Ich auch. Wir sind nichts Besseres, aber die Rahmenbedingungen, die wir zum Aufwachsen hatten, waren so viel besser als die der meisten anderen Menschen. Aber unsere Bedingungen sind auch nur deswegen so gut, weil sie bei den meisten so viel schlechter sind. Das muss man einfach so sehen...

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    Purplelike


    Mit Pro Deutschland meine ich, dass man das viele Geld, was vorhanden ist, sehr viel sozialer bei uns einsetzen könnte und damit diese soziale Scherer wieder eher zusammenschieben könnte.

    Das wäre gut, ist aber leider nicht gewollt....

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    nevertheless


    Extremistische Seiten sind immer schlecht, egal ob links, rechts, religiös oder was auch immer für eine Ideologie.

    Absolut, sehe ich auch so.

    Bringt es für mich auch auf den Punkt.


    Ich sehe heutzutage auch ein wenig das Problem der Unterscheidungsmerkmale "Links" und "Rechts". Beide haben im Laufe der Jahre irgendwie ihre Grundideologie "verraten", um möglichst viel Wählerstimmen zu bekommen. Haben auf den Äckern der anderen geklaut, wo es sich lohnte. Umweltschutz, Sozialstaat hier, innere Sicherheit, Wirtschaftswachstum da.


    Halte ich für legitim, macht es einem aber auch schwerer, die Partei zu wählen, bei der man sich am besten aufgehoben fühlt.


    Von Frustwahlverhalten rate ich jedoch ab. Immer bedenken, was man damit anrichtet.

    @ myaarenaria

    Also mit Verlaub, aber so viel Ignoranz muss man erstmal finden :-X


    Ich verstehe wenn du sagst, du findest es nicht richtig, dass Europa das "Auffangbecken" wie du es bezeichnest, von halb Afrika werden kann. Das hat auch nie jemand vor gehabt, auch nicht die Linken;) Dass man Flüchtlinge, die vor Krieg flüchten und um ihr Leben fürchten, Hilfe gewährt, ist eine ganz andere Nummer und find ich gut und richtig. Mittlerweile wird ja auch wieder kontrolliert, wo die Leute herkommen, was ich ebenfalls richtig finde.


    Aber sich so fein aufs hohe Ross zu stellen, mit einer "die sind an allem selber Schuld"- Einstellung solltest du echt hinterfragen. Bodenschätze gehören eben leider nicht mehr alle den Afrikanern selbst. Felder, ganze Wasserquellen werden von großen Konzernen der westlichen Welt aufgekauft und die hiesigen Leute werden minimal bezahlt. Man nützt deren verzweifelte Lage doch komplett aus. Natürlich wird der einzelne verkaufen, wenn ihm sehr viel geboten wird. Leider ist dort die Schere zwischen Arm und Reich jenseits von gut und böse. Versuche mal in einem korrupten Land was auf die Beine zu stellen, dann aber gleich die gesamte Bevölkerung zu verteufeln ist lächerlich.


    Du hast es eh selbst angesprochen: Die Bildung fehlt und ohne Bildung leider auch die Aufklärung, was dann eben meist mit vielen Kindern einhergeht. Aber anstatt die Afrikaner hier alle als Drogendealer darzustellen, solltest du vielleicht dran denken, dass du genauso dumm wie Brot auf die Welt kamst, so wie alle Menschen auf dieser Welt. Nur du hattest eben das Glück hier geboren worden zu sein. Etwas besseres bist du deshalb aber nicht, bestimmt nicht.


    Ich kann dir nur den Tipp geben mal über den Tellerrand zu schauen. Reise mal nach Afrika, lerne diese Menschen kennen und glaub mir du wirst dich in Grund und Boden schämen für deine Vorurteile! Das sind nämlich Menschen wie du und ich, die das Pech hatten in schlimme Bedingungen hineingeboren zu sein.


    Im übrigen wirst du dann auch zu schätzen lernen wie gut es uns eigentlich geht. Und wenn jemand davon spricht, dass Deutschland stabil werden muss, dann hat derjenige wohl noch nie echte Armut gesehen.


    Ich finde diesen Faden gut. Denn was die TE sagt ist mir auch aufgefallen. Sobald sich jemand äußert, was eben leicht rechts abdriftet, ist es sofort rechtsradikal. Stempel und Ende der Diskussion. Aber gerade hier finde ich es sehr wichtig den Dialog zu suchen, anstatt zu stigmatisieren. Sonst hat man ganz schnell eine gespaltene Gesellschaft und die Leute laufen dann auch schnell zur AfD, weil man ihnen dort mit ihren Ängsten zuhört, ob sie nun legitim sind oder nicht. Lösungen werden auch sie keine bieten können, aber ich verstehe schon, dass manche Leute sagen, sie haben es satt nicht mehr ernst genommen zu werden. Natürlich ist es schwer den Dialog immer aufrecht zu erhalten, weil manchmal eben Aussagen kommen, die einen für jede weitere Diskussion eigentlich disqualifizieren. Aber trotzdem ist es wichtig, genau da anzusetzen. Populismus nützt Ängste und Bildungslücken eiskalt aus und wenn jemand Angst vor dem Flüchtlingsansturm hat, dann sollten man das den Menschen zugestehen können. Probleme der Integration sollte man offen ansprechen dürfen, nur so kann man ja auch aktiv an Lösungen arbeiten. Hier ist die sehr linke, als auch die sehr rechte Einstellung ja genauso schlimm. Bei den einen ist Friede, Freude, bunterkunter Eierkuchen und bei den anderen geht morgen offiziell die Welt unter. Realitätsfremd ist aber beides!

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    Reise mal nach Afrika, lerne diese Menschen kennen und glaub mir du wirst dich in Grund und Boden schämen für deine Vorurteile! Das sind nämlich Menschen wie du und ich, die das Pech hatten in schlimme Bedingungen hineingeboren zu sein.

    @ Phenolphthalein

    Ich kenne einige afrikanische Länder von etlichen Reisen recht gut, daher auch meine Anmerkungen. Ja, und ich habe nicht nur in afrikanischen Ländern, sondern auch in Fernost, wirkliche Armut gesehen. Nur mal ein paar Beispiele:


    1. In Khartoum schafften es vor einigen Jahren die Bauarbeiter nicht, binnen eines Jahres einen 50 qm Büroanbau an einer Botschaft fertigzustellen, weil den Tagelöhnern das abends ausgezahlte Geld für mehr als einen Tag reichte und sie an Folgetagen nicht mehr kamen. Das Hilton Khartoum war dagegen in 14 Monaten fertig, weil Hochtief von Maschinen bis Fachkräften alles aus Europa einflog.


    2. In Port Sudan hatten vier unter einer Palme dösende junge Männer keine Lust, sich binnen 20 Minuten einen knappen Durchschnittswochenlohn zu verdienen und 150 kg Gepäck 500 m weit durch einen Militärcheckpoint zu tragen.


    3. Ein wegen Fahrzeugkauf hochverschuldeter ägyptischer Kleinstunternehmer mit Pickuptransporten hatte zwei Ehefrauen, 15 Kinder, man lebte in primitivsten Lehmhütten, aber er wollte weitere Kinder zeugen, da er noch nicht genug Söhne hatte.

    Und diese drei Fallbeispiele sagen uns jetzt was? Alle Menschen aus Afrika und Fernost sind faul und haben viele Kinder?


    Schau dir mal den Süden Italiens an, da wirst an den Baustellen nicht viel anderes erleben;) (Ich versuche es mir ja immer damit zu erklären, dass sie die Hitze nicht vertragen %:| )


    ... den Berliner Flughafen will ich jetzt mal net erwähnen :=o


    Vielleicht hatten die Männer auch einfach keine Lust den Dienstboten für die reichen Europäer zu spielen?


    Viele Kinder zu haben war auch vor kurzen bei uns noch nicht so unüblich. Meine Oma hat 18 Kinder, Geld hatten sie nicht viel. Aber Arbeit am Hof. Ändern sich die Umstände, wird sich auch das ändern. In armen Gesellschaften gelten Kinder immer noch als Altersvorsorge. Da hast du nunmal kein Sozialsystem mit Rente und Pflegehilfe.


    Was ich sagen will, du magst durchaus diese Erfahrungen gemacht haben und ja natürlich sind das Dinge die man kritisieren darf und man kann sich auch darüber ärgern. Allein die Sache mit 2 Ehefrauen und allgemein das Bild der Frau :(v


    Aber du musst schon auch versuchen die Umstände im Kontext zu sehen. Man kann auch nicht so einfach verallgemeinern und das jetzt auf die gesamte Bevölkerung projizieren.

    ja, die europäer und die amis haben viel unheil auf der welt angerichtet, ja, wir hatten auch als konsequenz aus der kolonialzeit bessere startbedingungen als die länder der dritten welt. das erklärt aber nicht die unterschiede in der entwicklung von ländern, die ähnlich stark ausgebeutet wurden und ähnlich arm starteten. 1960 waren singapur und ghana ziemlich exakt gleich arm und auf dem selben, miesen entwicklungsstand. und wo sind sie heute?


    allgemeiner: auch china wurde während der kolonialzeit brutal ausgebeutet. auch china, korea und später vietnam wurden von kriegen verwüstet, die die industrieländer befeuert wenn nicht sogar verursacht hatten. wieso haben sich china, korea, taiwan, vietnam und singapur trotzdem so viel besser entwickelt als afrika oder die muslimische welt? wieso ist bangladesh stabiler und auf einem positiveren weg als das aus dem selben kulturkreis stammende und ebenfalls vom sunnitischen islam geprägte pakistan? wieso hält sich im bettelarmen und überbevölkerten indien eine stabile demokratie, während in der arabischen welt demokratien fast immer nach kurzer zeit wieder von militärdiktaturen oder theokratien abgelöst werden?


    all diese unterschiede in der entwicklung seit grob 1960-1970 sind nicht durch das handeln/die verfehlungen des ach so bösen westens erklärbar. unabhängig von den fragen nach kolonialisierung, ausbeutung, bodenschätzen und co ist und bleibt das richtig, was ich vorige seite über kulturelle unterschiede schrieb:

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    eine meritokratisch organisierte gesellschaft ist erfolgreicher als eine tribalistische. eine moderate bis niedrige geburtenrate erhöht im vergleich zu explosiven geburtenraten die chancen auf den aufbau von wohlstand und auf das erlangen gesellschaftlicher stabilität. die (weibliche) hälfte der bevölkerung wertzuschätzen und am gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen leben sowie der zukunftsgestaltung teilhabenzulassen ist erfolgsversprechender als eine streng patriarchalische kultur, in der frauen dem mann strikt untergeordnet sind und aus dem öffentlichen leben verbannt werden. eine gebildete bevölkerung ist erfolgreicher als eine ungebildete. eine gesellschaft, die bildung, technologischem fortschritt und wissenschaft einen hohen stellenwert beimisst, hat höhere erfolgsaussichten als eine, die bildung und wissenschaft geringschätzt und stattdessen die unhinterfragte unterwerfung unter ein göttliches fabelwesen zur obersten maxime erhebt.



    unabhängig von all den fragen nach historischer schuld und kulturellen unterschieden gilt des weiteren: wenn man die von der UN prognostizierte bevölkerungsentwicklung afrikas in den nächsten jahrzehnten anschaut, kann europa - selbst wenn es wollte und bis zur selbstaufgabe helfen würde - die dortige überbevölkerungsproblematik nicht in europa lösen. wir können und sollten von aussen alles tun, um die probleme dieser länder nicht noch zu verschlimmern. wirklich lösen kann man die probleme afrikas aber nur in afrika, ebenso wie die gesellschaftliche und theologische rückständigkeit der muslimischen welt nur von der muslimischen welt selbst überwunden werden kann.


    wir sollten diese regionen nicht in den abgrund stoßen, aber sie müssen sich letztlich selbst vor dem abgrund bewahren, vor dem sie stehen. und ich halte es für völlig legitim, wenn wir währenddessen tun was nötig ist, um selbst nicht mit in den abgrund gezogen zu werden. was auch immer das heißen mag.


    das ist für mich konservatives denken in reinform: bewahren was gut ist und funktioniert, sich schützen vor dem was erwiesenermaßen nicht funktioniert und einen zivilisatorischen rückschritt bedeuten würde. menschen mit einer linken weltsicht würden es wohl "kleingeistige/egoistische besitzstandswahrerei" nennen. ]:D

    Mia Couto, ein afrikanischer Romanautor, hat einmal den Vergleich zwischen Sambia und Malaysia gezogen. Er sagte beide Länder sind fast zur gleichen Zeit unabhängig geworden, hatten das gleiche BIP, liegen in der gleichen Klimazone; und dennoch haben sie sich vollkommen unterschiedlich entwickelt. Das hängt viel mit Einstellungen zusammen. Das Buch "Die Ökonomie der Hexerei oder Warum es in Afrika keine Hochhäuser gibt" arbeitet diese noch einmal weiter aus.


    Es ist etwas komplexer Bereich und Bildung ist sicherlich ein Faktor.

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    wieso ist bangladesh stabiler und auf einem positiveren weg als das aus dem selben kulturkreis stammende und ebenfalls vom sunnitischen islam geprägte pakistan?

    Das ändert sich gerade:


    https://en.wikipedia.org/wiki/July_2016_Dhaka_attack

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    Der wissenschaftliche Beirat des BMZ hat mal eine Studie über die Gründe der Unterentwicklung in Afrika verfasst. Neben den bekannten Theorien (Kolonialerbe, soziale Strukturen) wurde auch eine selten beachtete genannt: Geografische Benachteiligung. Die größten Landmassen im inneren sind schlecht an den Weltmarkt angebunden (wenige Flüsse), das sieht in Europa deutlich anderes aus. Und die Infrastruktur ist leider auch nicht angemessen ausgebaut worden.

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    Lasst uns nach NEUEN Werten und Begriffe suchen.

    Das würde nur Verwirrung stiften. Es genügt, wenn wir auf Definitionen und Abgrenzungen verzichten und stattdessen auf die politischen Ausrichtung schauen. Im Plenum des Bundestages gibt es vom Platz des Präsidenten aus gesehen eine Sitzordnung von links nach rechts. Wenn die Linke links sitzt u.s.w., dann folgt das zunächst nur einem Ordnungsprinzip. Im ersten Bundestag 1949 saß die KPD ganz links außen. Dieses Links-Rechts-Schema existiert bis heute. Da die Parteien nicht gegeneinander austauschbar sind gibt es als zweiten Aspekt die Verknüpfung mit ihrer politischen Ausrichtung.

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    wieso hält sich im bettelarmen und überbevölkerten indien eine stabile demokratie

    Stabile Demokratie? Im Ernst? Nachdem nahezu alle Gandhis durch Attentate ausgelöscht wurden und immer noch rund zwei Drittel der Bevölkerung auf dem Land leben, wo es Dörfer gibt, die teilweise immer noch keinen Strom oder fließendes Wasser haben und wo sich die Landbevölkerung von den korrupten Politikern in den Städten verraten fühlt. Wo es immer noch das Kastensystem gibt, wo sich Witwen immer noch verbrennen müssen, wo Frauen tagtäglich vergewaltigt und als Freiwild betrachtet werden. Sowas willst du als stabile Demokratie verkaufen? Vielleicht jetzt mit dem neuerlichen Regierungswechsel ändert sich etwas zum Positiven, aber sicher ist das nicht.

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    wieso hält sich im bettelarmen und überbevölkerten indien eine stabile demokratie, während in der arabischen welt demokratien fast immer nach kurzer zeit wieder von militärdiktaturen oder theokratien abgelöst werden?

    Weil der verdammt arrogante Westen glaubte und noch immer glaubt, er kann seine Vorstellungen auf die arabische Welt übertragen. Auf Sykes-Picot Art. Kolonialgehabe bis zum Abwinken, Verrat von allen Seiten, egal ob Großbritannien, Frankreich oder jetzt die USA, der Westen hat den Krisenfall im Nahen und Mittleren Osten zu verantworten, durch die damaligen willkürlichen Grenzziehungen,die Verräter McMahon und Balfour als Hauptakteure, der Westen hat schlussendlich den IS entstehen lassen. Oder die verheerende Hungersnot 1916/17 in den Gebieten des heutigen Syriens und Libanons infolge der alliierten Blockadepolitik. Hunderttausende Menschen sind damals gestorben, das vergessen die Araber nicht, lieber Black Gun. Die letzten französischen Truppen haben Syrien nach der Mandatsverwaltung erst 1946 verlassen. Die europäischen Mächte haben trotz gegenteiliger Versicherungen immer nur nach rein machtpolitischen Gesichtspunkten gehandelt und die Wünsche der lokalen Bevölkerung nie berücksichtigt. Also nein, so ein Vorbild braucht die arabische Welt nicht, wirklich nicht.


    Leute wie Nasser haben es den Europäern gezeigt und die Briten aus Ägypten vertrieben, das waren und sind Leitfiguren und die gibt es im arabischen Raum, Helden.

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    Es ist das gute Recht aller Deutschen/Franzosen/etc., sich dagegen massiv zu wehren. Ich bin kein AfD-Anhänger, würde aber als Norddeutscher gern die CSU wählen können.

    Wenn du schon damit kommst,es ist genauso das gute Recht jedes Einzelnen sich gegen deine Art der Wehrhaftigkeit zu wehren.


    Und was Afrika betrifft, ja, es gibt genug Leute dort, die sich erwarten, dass ihnen alles zufliegt und sie nichts dafür tun müssen, aber es gibt auch genug Afrikanerinnen und Afrikaner, die sich von früh bis spät abschuften, um ihre Familien irgendwie ernähren zu können. Ich hab das als Kind in Südafrika erlebt, wie sich die Zulus abgerackert haben, während die Weißen, die verdammten Buren ihnen trotz Ende der Apartheid immer noch das Leben mehr als schwer gemacht haben.


    Jetzt endlich gibt es in Johannesburg, Kapstadt , Durban und anderen Städten eine aufstrebende schwarzafrikanische Mittelschicht, auch in den Townships in Soveto. Das freut mich sehr und ich hoffe, dass korrupte Politiker wie Zuma nicht wieder alles zunichte machen. Ja, Korruption ist ein riesengroßes Problem , aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal Afrikas.

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    Ich würde gerne mal auf die Ausgangsfrage antwortet:


    Extremes Gedankengut ist immer schlecht - egal ob rechts oder links. Aber ich würde jetzt nicht jemanden verachten, weil dessen politische Ansichten eher in die linke oder rechte Ecke tendieren. Nicht jeder Mensch der links wählt hat einen Heiligenschein und nicht jeder Mensch der rechts wählt hat etwas gegen Ausländer oder sieht "Nichtdeutsche" als Personen 2. Klasse... Extreme Ansichten sind natürlich was anderes - davon rede ich hier nicht und dies betrifft ja meist nur den kleinsten Teil der Menschen. Ich bin insgesamt einfach der Meinung, dass man verschiedene politische Ansichten akzeptieren sollte, denn es gibt nicht die "einzig richtige Ansicht". Die Demokratie lebt von der Meinungsfreiheit und ich finde es unpassend wenn Leute beschimpft werden, nur weil sie angeblich nicht die "richtige Partei" wählen oder die "richtigen Ansichten" vertreten. Wenn man zu solchen Mitteln greift zeigt es eigentlich nur die eigene Schwäche.


    Und die Gründe warum man sich für die ein oder andere Partei entscheidet sind doch ganz unterschiedlich. Jeder legt die Prioritäten anders. Die einen legen den Schwerpunkt auf die Außenpolitik und wollen ärmere Länder fördern und unterstützen, andere möchten dass man sich viel mehr auf die Innenpolitik konzentriert und z.B. endlich die Schulen saniert bei denen teilweise schon der Putz von der Decke fällt und wo die Mittel für Unterrichtsmaterialien fehlen (das ist z.B. einem Freund von mir extrem wichtig!). Je nach dem wo der persönliche Schwerpunkt liegt wird halt das Kreuzchen gemacht...