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    Da gibt es wunderbare Top10 Listen zu

    Stimmt schon, das es extreme Dumpfbacken unter den Verbrechern gibt. Die einen fallen durch die Decke, und brechen sich ein Bein, und die anderen laufen gegen die verschlossene Tür, und schlagen sich die Nase blutig. Aber der gezeigte Rössler war ja kein Anfänger, und der Polizei schon etwas bekannter. Da kommen mir die aufgeführten Dinge schon etwas seltsam und unglaubwürdig vor.

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    Aber auch bei Aktenzeichen XY sieht man immer wieder, wieviele Polizeipannen passieren. Hab manchmal den Eindruck, als wären sie mit allem, was über Knöllchen schreiben geht, überlastet.

    Knöllchen schreibt doch das Ordnungsamt und nicht die Polizei.


    Was Polizeipannen in solchen Situationen angeht: da werden Entscheidungen getroffen unter Zeitdruck und mit der Gefahr für Geiseln und Einsatzkräfte. Vor allem muss/soll sich eine Polizei auf dem Boden des Rechtsstaates bewegen und gegen Verbrecher agieren, die sich einen Scheiß um Regeln kümmern. Wenn man anschließend 2 Wochen in Ruhe die Situation analysiert hat, kommen die Oberschlauen und stellen die Entscheidungen mit aller Zeit der Welt infrage.


    Habe kürzlich noch Zeitvideos aus der RAF-Zeit gesichtet, z.B. von der Verhaftung Andreas Baaders. Da sitzen junge Polizisten mit der MP in Deckung, die gerade mal Ende 20 sind und in einer Schießerei ihr Leben riskieren. Man hätte natürlich eine Granate ins Versteck von Baader schießen können. Terroristen tot, ein halbes Haus kaputt, Problem erledigt. Aber man darf es halt nicht. Der Kriminelle ohne Skrupel würde es aber umgekehrt tun. Das ist ein asymmetrischer Kampf, bei dem der Rechtsstaat prinzipiell im Nachteil ist, weil er von Gesetz wegen Skrupel haben muss. Das darf man nie vergessen, wenn man das Handeln bewertet.

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    Knöllchen schreibt doch das Ordnungsamt und nicht die Polizei.

    Auch aber nicht nur. Hast Du noch nie einen Knöllchen schreibenden Polizisten gesehen? Das passiert ja schon, wenn Du zu schnell mit der mobilen Radarpistole gemessen wirst.


    Zu dem Rest den Du geschrieben hast, gebe ich Dir insoweit Recht, das es ein schmaler Grat ist, der Polizei bei Seite zu stehen, oder falsches handeln nachzusagen.


    Aber.....erstens wurde auch bei der Maischberger anschließend der Polizei "schlampige Vorgehensweise" und "Unvermögen" vorgeworfen, und zweitens muss man sich schon fragen, warum Polizisten auch im Zweikampf ausgebildet werden, wenn dann selbst beim optimalen Zeitpunkt kein Zugriff erfolgt. Zumal wir ja auch über eine GSG 9 verfügen, die schon Zugriffe auf Flugzeuge durchgeführt hat, was wesentlich unübersichtlicher war, als 2 bzw. 3 Verbrecher zum Teil zu Fuß.


    In der Raststätte hätte man alles beenden können.

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    Hast Du noch nie einen Knöllchen schreibenden Polizisten gesehen?

    Habe ich in er Tat noch nicht ;-) . Bei "Knöllchen" denke ich aber vor allem an Falschparker.

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    Aber.....erstens wurde auch bei der Maischberger anschließend der Polizei "schlampige Vorgehensweise" und "Unvermögen" vorgeworfen

    30 Jahre später ... Kunststück ;-) . Nimm jedes kleine oder große geschichtliche Ereignis, und du wirst irgendjemand aus dem Hut zaubern können, der hätte anders handen können.

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    Zumal wir ja auch über eine GSG 9 verfügen, die schon Zugriffe auf Flugzeuge durchgeführt hat

    Für die Landshut-Befreiung hatte man 24 Stunden Zeit, in denen die Geiselnehmer nicht in Bewegung waren. Man darf auch nicht vergessen, wie gefährlich der Zugriff für die Passagiere war. Heute feiert man den GSG9-Einsatz als Erfolg. Hätte es unter den Passagieren ein Blutbad gegeben, würde heute bei Anne Will diskutiert werden, wie die Polizei so kapitale Fehlentscheidungen treffen könnte, ein geschlossenes Flugzeug mit über 100 Geiseln zu stürmen. Verstehst du, was ich meine? Das war nicht einmal eine 50:50-Chance, dass die Landshut als Erfolg in die Geschichtsbücher einzieht.

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    Verstehst du, was ich meine?

    Kar verstehe ich was Du meinst, aber in dem Fall Gladbeck konnte man ja auch sehr schön sehen, wie fahrlässig die Beiden mit der Öffentlichkeit umgingen. Mitten auf der Straße wurden halbe Pressekonferenzen abgehalten, wo man sich hätte locker als Zivilpolizist drunter mischen können, und den im Bus hätte ich nach einem Foto gefragt. Aus meiner Sicht wird manchmal in Deutschland zuviel geredet. Siehe auch die Talkshows im Allgemeinen. Da wird geredet, geredet, und geredet. Hat sich seit den Talkshows irgendwas geändert? Ich hab jetzt nichts auf dem Schirm.


    Es waren ja nicht unüberschaubar viele, sondern nur zwei. Und das das keine Vollprofis waren, konnte man ja auch sehen.

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    Zumal wir ja auch über eine GSG 9 verfügen, die schon Zugriffe auf Flugzeuge durchgeführt hat, was wesentlich unübersichtlicher war, als 2 bzw. 3 Verbrecher zum Teil zu Fuß.

    Die GSG9 die den Einsatz in Bad Kleinen total verkackt hat und wo es bis heute strittig ist, ob nicht einer von denen den am Boden liegenden Grams kaltblütig erschossen hat. Soviel zu

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    Das ist ein asymmetrischer Kampf, bei dem der Rechtsstaat prinzipiell im Nachteil ist, weil er von Gesetz wegen Skrupel haben muss.

    Schade das jetzt meine Frage bzgl. des Gladbecks Dramas verschüttet wurde.

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    Das Geld wurde denen doch durch die Polizei gebracht, warum überhaupt? War kein Geld in der Bank?

    Kann das hier jemand beantworten ???


    Welcher Bankräuber lässt sich von der Polizei Geld bringen, wenn er sich in einer Bank befindet?


    Auch fehlte in dem 2ten Teil das Taxi mit dem DPA-Reporter drin, der angeblich mit dem Taxifahrer den Bus verfolgte, und beschossen wurde ":/

    Ich habe gestern einen wunderbaren Film gesehen, der auf ARD vor kurzer Zeit kam: "Ein Schotte macht noch keinen Sommer".


    Starker Humor, dabei viel Tiefgang und Mut. Ich habe eine Komödie erwartet, konnte auch bis zum Ende vielfach laut lachen. Aber der Kern des Films war eigentlich ein Trauriger, und dennoch mit so viel Kraft und unkonventionellen Mitteln ins Drehbuch gegossen und toll gespielt. Ein echtes Kleinod.

    Zitat

    Stimmt, der ist echt nicht soo dolle. Von dem Bären allerdings habe ich danach mehrfach geträumt.


    Und ich denke, den Oscar hat er ausgerechnet für den Film bekommen, weil er eigentlich schon vorher mal dran gewesen wäre. Der Oscar war ja nun noch nie ein besonderes Qualitätsmerkmal.

    Glaub ich auch. War einfach mal Zeit für ihn. Den Film an sich fand ich aber auch nicht so dolle, trotzdem stark gespielt. Es gibt eiegntlich keinen Film mit Leo, der mir nicht gefallen hat, zumindest die, die ich gesehen habe. Shutter Island fand ich zB mega! Ist also schon okay, dass er mal einen Oscar gewinnt ;-)

    Exakt - und richtig > "Bank ohne genügend BarGeld" …

    Zitat

    Kann das hier jemand beantworten ???

    Doch schon ... sieh' mal folgend:


    ad 1)


    "Wenn Bank, warum ohne genügend BarGeld?" > Seit Mitte der 1980’er Jahre wurden aus bankinternen, mithin aus sicherheits- und versicherungstechnischen Gründen die Bargeldbestände in den Stadtzweigstellen und Filialen der KI’s auf "vereinbarte Mindestsummen" begrenzt. Dies beruht auf einer Übereinkunft der, eigene giralnetzbetreibenden GroßKI's mit den jeweiligen Landeszentralbanken sowie den großen Sachversicheren, d.h. Unterschiede auf Länderebene sind möglich.


    Diese "profunde Erkenntnis" (natürlich keine Details, klar) war und ist soweit öffentl. eigentlich jedem zugänglich ...
    Bsp.: > Jeder von uns war bestimmt schon mal in einer Bank/Sparkasse und hat einen dieser Aufkleber:

    Zitat

    "Durch Zeitschloß gesicherte, bzw. reduzierte Bargeldbestände"

    da schon mal bemerkt/bewußt wahrgenommen?


    Mit diesen gut sichtbar angebrachten Aufklebern (~einem klass. Stop-Schild ähnlich) im Eingangsbereich jeder Bank sowie direkt nochmals im unmittelbaren Kassenbereich kenntlich gemacht …
    Das war bereits damals (1988/"Gladbeck") so und ist bis heute in teilw. geändertem Design immer noch so.


    Abschließend:
    Auf Grund mittlerweile umfangreicher Strukturwandel v.a. im gesamten Finanz-/Bankensektor gab es bis heute jeweilg dazu auch Anpassungen - der Tenor > "minimale Bargeldreserven im PriKu-Geschäft" (~klass. Schaltergesch.) ist jedoch geblieben - hat aber wegen der stark rückläufigen "üblichen" Bargeldtransfers zu Gunsten des sog. bargeldlosen ZV an seiner grds. Bedeutung verloren.


    ad 2)

    Zitat

    Welcher Bankräuber lässt sich von der Polizei Geld bringen, wenn er sich in einer Bank befindet?

    Sobald sich im Falle eines gemeldeten "suspekten Vorfalles" (Bsp.: räuber. Banküberfall) die sog. "Strafverfolg-ungsbehörden" offiziell einschalten > treten sämtliche "Hausbefugnisse" mithin das sog. jur. Direktionsrecht des KI zu Gunsten der behördlichen Maßnahmen außer Kraft.
    D.h. > hier übernimmt die Kripo/LKA bzw. andere Spezialeinheiten ...
    Die bundesdt. Großbanken (RealKI's & Genossenschafts-/Sparkassenverband) haben für solche "außerordentl. Situationen" jeweils eigene Sicherheitsexperten, die den Strafverfolgungsbehörden und Staatsanwaltschaften (stabstechn.) im Bedarfsfalle, resp. auf Abforderung, dann beratend zur Seite gestellt werden.


    Hätten die damaligen Gladbecker-Täter gefordert, dass eine betagte Bewohnerin eines örtl. Seniorenstifts, den Schotter mit ihrem Rolli vor die Banktüre livriert - auch das wäre wahrscheinlich zum Schutz der Unversehrtheit der im Ki befindlichen Geiseln so umgesetzt worden ... (?)


    Soweit zur Nachfrage ...


    LG - Fynn

    Gladbeck ... vllt. abschließend noch dazu:

    Zitat

    Nutellabrot 77 - 08.03.18 - 11:25 h


    Zumal wir ja auch über eine GSG 9 verfügen ...

    August 1988 ... die BundesRepublik in ihrer damaligen Aufstellung in Bezug auf Bundesangelegenheiten und Länderzuständigkeiten ...


    Meinens Wissens, ist die Grenz Schutz Gruppe.9 (~GSG.9) als eine Abteilung/Sondereinheit des Bundes Grenz Schutzes (BGS) initiiert und in Anlehnung an die operativen Aufgabenfelder vermutlich noch am ehesten mit dem britischen SAS diesbzgl. vergleichbar.
    Seit ihrem Bestehen ungefähr Mitte der 1970’iger und v.a. nach ihrem spektakulären (exterritorealen) Einsatz in Mogadischu (1977 – Geiselbefreiung der LHAC-Landshut) ist die Spezialeinheit wahrscheinlich rein strukturell mehrfach > hin auch auf die Abwendung/Auflösung neuerer Gefährdungsszenarien angepasst worden ...
    und wäre damit eigentlich auch eine prädestinierte Option, für eine augenscheinlich probate Lösung im "Gladbeck-Drama" gewesen ...


    Einzig zum damaligen Zeitpunkt, 1988 (!) dürfte > die disziplinarische Unterstellung (einsatzgebende Zuständigkeit bzw. Befehlsgewalt) > noch unverändert geblieben sein ...
    Dafür sprach seinerzeit auch der Umstand, dass der zuständige Bundesstaatsanwalt das Ermittlungsverfahren nicht an sich gezogen hatte, weil dieses Sezenario um die beiden "Gladbeck-Täter" offensichtlich keine bedrohliche Bundesangelegenheit darstellte ... die Zuständigkeiten waren somit weiterhin auf Länderebene verblieben.


    Das Anforderungsrecht (auf Beiziehung der BundesSpezialkräfte) verblieb uneingeschränkt bei den ansuchenden Ländern (~Landesinnenministerien bzw. zustdg. Staatskanzleien).
    Solches geht offensichtlich aus Teilen von veröffentlichten Passagen der diesbzgl. erstellten Berichte der Gladbeck-Untersuchungsausschüsse hervor, die im Nachgang jeweils auch in einschlägigen Printmedien (Zeitschriften/Magazinen) rezitiert waren.


    Denn ein sog. Anforderungsgesuch der Spezialeinheit war demnach einzig vom Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz gestellt worden.
    Dieses sah vor, die Einheit ( > Stützpkt. Skt. Augustin) zu involvieren, sobald das Fluchtfahrzeug der Gladbeck-Täter die Landesgrenze von NRW nach Rheinland-Pfalz in Höhe des A3 Anschlusses Richtung Bad Honnef (am Tag 3 ~ 19.08.) überqueren sollte ...


    Der damalige Einsatzleiter des SEK (LKA-NRW) war - nach seinem Bekunden vor dem Untersuchungsausschuß des Landtags - davon nicht unterrichtet gewesen ...
    Deshalb erfolgte der "finale Zugriff" gerade noch vor der "Landesgrenze" ...
    - der "Zuständigkeiten" wegen.


    Damit blieb das "Gladbeck-Drama" ein Drama in Abhängigkeit der Länderzuständig-keiten. Und war m.E. damit schutz- und würdelos dem, in Teilen offensichtlich infantilen Machtproporz, um strittige Verantwortlichkeiten/Entscheidungs-befugnisse, wie letzthin auch personeller Befindlichkeiten der wohlfeilen "GesichtsWahrung" wegen, mithin alleinig dem, nur auf ihr Renommee bedachten, beteiligten Entscheider (aller Ebenen), ausgesetzt.


    Vorwerflich dessen, rühmte sich der damalige NRW-Innenminister vor dem UA des Landtags, dazu begründend, dass es in seiner Verantwortung keine falschen Entscheidungen gegeben habe, sondern "nur einen Mangel an richtigen".


    ... in meinen Augen – eine unglaublich verwerfliche Vorsätzlichkeit, solches Handeln und/oder Unterlassen damit rechtfertigen zu wollen, wie ferner ein wohl kaum zu überbietender, das LEBEN-verachtender Zynismus, in Anbetracht der Umstände, wie die jeweiligen Opfer tatsächlich zu Tode gekommen sind ...




    Via diesem weiten Bogen zurück zum Thema des Threads
    ... und welch’ ein Anachronismus.


    Eben 1988 > kam "Stirb langsam" (Originaltitel: Die Hard, USA, 1988,
    R: Mc Tiernan) mit Bruce Willis in die Kinos.


    So im Nachgang ... hätte ich mir in den Reihen der Einsatzkräfte vor Ort einen Cop, in Art und Durchsetzungstärke, wie diesen "John McClane" gewunschen ...


    "Jippie-Ya-Yeah – SchweineOhren(n)" ...




    Dimitte nobis debita nostra,
    Sicut et nos dimittimus debitoribus nostris – miserere nobis.


    Fynn