• Mindestlohn

    Guten Morgen, In einem anderen faden soeben gelesen und mich interessieren eure Meinungen, insbesondere jene, die den Mindestlohn entweder per se ablehnen oder dessen derzeitige Höhe (knapp 9€) für zu viel halten. Dem ist zu entnehmen dass ich pro Mindestlohn bin und auch der Meinung, er müsse angehoben werden. Wer ist dagegen? Warum? Viele Grüße, …
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    Die Studenten, zu denen ich bis vor nicht allzu langer Zeit auch zählte, arbeiten fast alle für Mindestlohn. Sogar die Sellen an den Unis sind so bezahlt. Und das bei einem gefragten Beruf. So ist das. 20€ die Stunde, haha. sie AN sollten zusammenhalten und nicht für den Mindestlohn arbeiten 🤦🏼‍♀️ Zahlst du ihre Rechnungen? Hast du eine Ahnung, wie man z.T. gegängelt wird, wenn man H4 bekommt? Wie einfach es da ist, Jobs abzulehnen? Dass 2,5 Stunden Fahrzeit für eine einfache Strecke als zumutbar gelten? Bei Vergütung zu Mindestlohn, d.h. 8,94€ brutto? Nein? Diesen Eindruck hab ich auch. *:)

    Ich hab auch mal für die Uni gearbeitet da gab es zwar den Mindestlohn, aber dafür musste ich dann nur 50% der bezahlten Zeit ableisten. Welcher Beruf war das denn bei dir? Ich war damals Tutor für eine Übungsgruppe... Bisschen Zeugs erklären, Hausaufgaben kontrollieren usw.


    Und das mit H4 ist ein Unding, ich finde es sollte das bedingungslose Grundeinkommen geben. Keiner sollte zum Arbeiten gezwungen werden besonders zu solchen Bedingungen. Dadurch dass man die Leute zwingt zum Mindestlohn zu arbeiten braucht es den ja überhaupt erst...

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    Stundensatztechnisch ist für Freelancer 60 Euro das unterste Limit in der Branche

    Warum habe ich wohl geschrieben "ein angestellter ITler"?


    Die entsprechenden Gehaltsspiegel findest du in der iX, bei Xing und auch im Handelsblatt (da aber nur von den Top-DAX-Unternehmen, da liegt der Gehaltsspiegel etwas höher).


    Mit Freelancern ist das nicht zu vergleichen.

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    dass man deswegen solche Stellen nicht besetzen kann, weil die Leute noch 10000 mehr haben wollen und deswegen das Land verlassen. ;-)

    Nein die Leute verlassen das Land weil die Jobs vor allem bei den großen Tech-Konzernen nunmal spannender sind und es (in Deutschland zumindest) keine "echten" Entwicklungszentren dieser Konzerne gibt. Irland, GB, Schweiz, Tschechien (oder auch Indien) wären noch einigermaßen gute Alternativen zu den USA.

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    Kann man das beweisen? Ich glaube schon. Gibt es den vielbeschworenen "Fachkräftemangel" tatsächlich?

    ich habe mich das schon öfters gefragt, zum glück nicht aus akuten gründen. ich würde sagen (fürs "T" in MINT): kommt drauf an ;-)


    bestimmte qualifikationen *sind* mangelware. die verbände reden einen generellen mangel aber nur herbei, für eine vielzahl von stellen gibt es mehrere geeignete bewerber.


    letztlich ist der mangel hausgemacht: die großen firmen betreiben keine nachhaltige einstellungspolitik. innerhalb weniger monate rangiert hier das spektrum von generaleinstellungsstopp bis zu "kopfprämien" für mitarbeiterwerbung. so vermittelt man schulabgängern keine soliden berufsaussichten.


    die personalabteilungen agieren zu eigenständig und haben andere ziele als die fachabteilungen. gut geeignete bewerber werden durch zunehmend absurde anforderungen abgeschmettert (auslandsaufenthalt > x monate, irgendwelche soft skills, assessment centers, ...). lohnverhandlungen platzen, weil die personaler das ziel haben, geld zu sparen (deswegen steigt auch das lohnniveau nicht stark, selbst wenn mangel herrscht: die konzerne haben sich in den eigenen prozessen verstrickt).


    das ausland ist für "T" nicht attraktiver als D. Steht auch in danaes Link: Industrie zahlt weit überdurchschnittlich in D. schweiz kann attraktiv sein, klar, aber sonst eher nicht.

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    Ich meine, sogar jobbende Studenten bekommen mindestens 15 Euro pro Stunde, heutzutage doch eher 20-25 Euro...

    Angehende Abiturienten liegen hier bei 9,50 Euro für Kellnertätigkeiten.


    Mich würde mal interessieren, womit du dir während des Studiums das Geld verdient hast?


    Das muss eine ganz besondere Tätigkeit gewesen sein, die üblicherweise nicht von Schülern oder Studenten ausgeübt wird.

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    Reizende

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    Ist das ernst gemeint? Es gibt einen signifikanten Mangel. Es gibt viele sehr gut bezahlte Stellen die einfach nicht zu besetzen sind... ???

    Es geht nicht um extrem qualifizierte Stellen für absolut gesehen wenige, sondern darum, dass die sehr sehr breite Masse ...

    Es ging um Fachkräfte. Und die werden durchaus auch sehr gut bezahlt, ohne "extrem" qualifiziert zu sein.

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    Es ging um Fachkräfte. Und die werden durchaus auch sehr gut bezahlt

    "Auch", das ist der Punkt. Und der Mangel wird durch einfache Rricks mehr herbeigeschrieben, als er wirklich existiert.


    Dazu gibt es doch nun wirklich eine Million Dokus, Reportagen und Artikel, keine Ahnung, was man da nun groß diskutieren soll.

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    Das ist so unfassbar widerlich

    Ja, finde ich auch.

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    Das ist ein ungewöhnlich bescheidener Ansatz. Das Durchschnittseinkommen liegt deutlich höher - verdienen jetzt also die meisten zuviel?

    Also ich beziehe das jetzt rein auf mich. Und ich finde auch nicht, dass die meisten Menschen zuviel verdienen.

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    Da wären wir wieder am Punkt: Wieso machen die das mit? "Lieber Chef, meine 8 Stunden Arbeitszeit sind vorbei, den Rest der Zimmer müsstest du dann putzen. Tschüss."


    Würden genau das alle machen, würden ganz schnell mehr Leute eingestellt werden.

    Lieber Verhueter,


    das ist zwar eine tolle Idee, aber in der Realität wird es eben nicht gemacht, weil genug Arbeitskräfte da sind, die es mit sich machen lassen...