Das sind genauso Fachsprachenversager wie Lafer, Lichter, Schuhbeck & Co.


    Politikern würde ich aber auch durchaus zutrauen, dass eine Verhunzung vom Namen Absicht sein kann. Ich gestehe, dass ich den Namen des Architekten des Irakkriegs auch immer gerne deutsch ausgesprochen habe: Rumsfeld. Das bot sich onomatopoetisch an. |-o ;-D

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    Und wenn ich das nachmache, ist es definitiv nicht das, was es eigentlich sein müsste, obwohl ich schon Metawissen zu diesem Laut habe und weiß, wie er eigentlich gebildet werden soll. Nur vom Hören wär ich ja völlig aufgeschmissen... ;-)


    Andersrum sprechen die Kinder den Vokal in meinem Namen auch immer falsch aus und können "Ohr" und "Uhr" nicht unterscheiden. Weil es diese Unterscheidung in Arabisch nicht gibt. Ich finds auch immer ganz interessant, zu wissen, warum man Namen falsch ausspricht. Ist ja immer irgendwie erklärbar.

    Säuglinge bzw. Menschen brauchen biologische Voraussetzungen zum Sprechen, nicht nur der Sprechapparat + Gehör, sondern auch die passende kognitive Entwicklung. Babies werden auf ihre Umgebungssprache gepolt und so kommt es, dass z.B. Franzosen das "H" tatsächlich nicht mehr hören. Das heißt nicht, dass sie es nicht lernen können auszusprechen, aber nicht mehr so, wie es ein Muttersprachler macht: durch Erwerb. Das geht dann in die Richtung Logopädie mit Lautvisualisierung etc..

    Ohne sich das Phoneminventar einer Sprache erschlossen zu haben, kann man Namen anderer Sprachprägung nur per Nachahmung richtig aussprechen. Da dies oftmals nicht gegeben ist, ist die Falschaussprache also nicht nur verständlich, sondern auch natürlich.


    Ebenfalls natürlich Teil des Sprachprozesses ist es auch, dass in der Ursprungssprache anders ausgesprochene Namen in der Zielsprache dauerhaft "falsch" ausgesprochen werden und diese Falschaussprache dann mittelfristig zur richtigen Aussprache (zumindest im Land der Zielsprache) wird.


    Sich darüber aufzuregen zeigt eine Mischung aus mangelndem Interesse an Thema und dümmlicher Arroganz.

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    Ich gestehe, dass ich den Namen des Architekten des Irakkriegs auch immer gerne deutsch ausgesprochen habe: Rumsfeld. Das bot sich onomatopoetisch an.

    da stellt sich ja auch die frage, was richtiger ist: rumsfeld deutsch aussprechen wie es die niedersächsischen ahnen taten, oder angliziert? oder "darf" man einen elsässer krähenbühl einfach so nennen oder muss man sich einen abbrechen mit kraaenbuul? und wie sieht's aus mit motörhead?


    chinesen haben sich bis vor einigen jahren im geschäftsleben englische nick-namen zugelegt. ich hätte zu gerne "miss wonderful", die sekretärin eines geschäftspartners, mal getroffen -- ich war aber nie dort :-/ ;-D

    Btw., wird der Diktator jetzt Erdoan oder Erdogan ausgesprochen?


    Ich sage z.B. ersteres, habe aber jetzt erst wieder Türken gehört, die den Namen mit dem "g" ausgesprochen haben.


    Wenn das nichtmal die eigenen Landsleute wissen..

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    Babies werden auf ihre Umgebungssprache gepolt und so kommt es, dass z.B. Franzosen das "H" tatsächlich nicht mehr hören.

    Pardon, aber das nicht richtig. Franzosen hören sehr wohl das 'H' und schreiben das von uns ausgesprochene /h/ auch so. Sie sprechen es selber nicht aus, aber selbst kleine Kinder in der Ecole Maternelle unterscheiden zwischen dem h muet (=stumm und apostrohiert, wie in l'hhttp://te und l'Himalayal) und dem /h/ aspiré (=gehaucht, wie in le Haiti, le hall, le haricot).


    Wenn man ihnen 'Hanna' diktiert, schreiben sie nicht 'Anna', sondern richtig mit H.

    Wobei das letztlich ein gutes Beispiel für das Grundproblem der Aussprache ist.


    Das "ğ" des Türkischen ist unserem Graphem "g" zwar ähnlich, hat aber sonst nichts mit dem /g/ gemein, was wir kennen.


    Eher ist es ein Dehnungslaut ​[⁠ː⁠], oder ein palataler Approximant (​[⁠j⁠] vermutlich? Ich kann kaum türkisch).


    Das soetwas zu Verwirrungen führt ist völlig normal und kann letztlich nur durch Nachahmung erlernt werden.​ Daher würde ich bei solchen Dingen auch immer die Termini "richtig" und "falsch" vermeiden. Unserem deutschen Verständnis nach würde man das "ğ" eben mitsprechen, was zwar nicht der Herkunfssprache entspricht, aber zeigt, dass der Sprecher die deutsche Graphem-Phonem-Korrepondenz gewöhnt ist.

    Ich kann es auch nicht leiden, wenn jemand meinen Nick falsch schreibt oder ausspricht. Ein paar Grundkenntnisse in japanisch wird man ja wohl noch erwarten dürfen. Unhöfliches Pack, garstiges welches. ;-D

    Hör mal hier genau hin.


    Eben, und selbst seine Landsleute sprechen es oft genug falsch aus.


    Und @Nurichschon, das würde mich auch ärgern, wenn die Leute so wenig japanisch können, dass sie meinen Nick falsch aussprechen.

    Wenn ich mich jedes Mal darüber aufregen würde wenn jemand meinen französischen Namen falsch ausspricht, wäre ich lange beschäftigt. ;-D


    Ich korrigiere wenn die eingedeutschte Variante benutzt wird und freue mich wenn es auf Anhieb richtig klappt. Buchstabieren werde ich den Namen immer müssen, aber damit kann ich leben. Nach Frankreich würde ich aber nicht freiwillig ziehen nur damit mein Name immer korrekt ausgesprochen wird. Ich mag die Französische Sprache einfach kein Stück.

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    Ich mag die Französische Sprache einfach kein Stück.

    Geht mir auch so. Das klingt immer so... schlonzig, irgendwie. Vielleicht liegt es aber auch an der Nähe zu Belgien und dem Einfluss, den französisch auf den lokalen Dialekt nahm. Den mag ich nämlitsch auch nicht. :-D

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    Ich mag die Französische Sprache einfach kein Stück.

    Geht mir auch so. Das klingt immer so... schlonzig, irgendwie.

    Ganz gruselig - ich will mir da auch gar keine Mühe geben, denn je besser ich das ausspreche, umso mehr schaudert es mich vor mir selber.

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    Ich kann es auch nicht leiden, wenn jemand meinen Nick falsch schreibt oder ausspricht. Ein paar Grundkenntnisse in japanisch wird man ja wohl noch erwarten dürfen. Unhöfliches Pack, garstiges welches.

    Ja! Und dazu gehöre ich auch! Ich gestehe hiermit, dass ich deinen Nick, wenn ich dich anspreche, immer per copy-and-paste einfüge, weil ich mir die Reihenfolge der Vokale ums Verrecken nicht merken kann! :°(


    Französisch finde ich gar nicht so schlimm, obwohl ich nur ein paar Jahre Schulfranzösisch hatte (und es nicht gerne mochte), aber die Ausspracheregeln fand ich nicht soo schwierig, das schaffe ich noch. Italienisch, Spanisch: kein Problem. Arabisch, Türkisch: geht, zur Not frage ich nach, vor allen Dingen, wenn es um die Betonung geht. Tigrinya war eine echte Herausforderung, ich habs versucht, immer wieder, gottseidank waren meine Schüler da sehr geduldig...und was haben wir gelacht!!


    Kürzlich nun hatte ich eine sehr große Schar Polen vor mir, die Namensliste sah aus, als hätte da mal jemand einfach lustig einen großen Haufen c, z, y und p gescrabbelt und die anderen Vokale vergessen. ;-D


    Das war heftig. Aber ich habe nicht aufgegeben und immer wieder darum gebeten, mir bitte nochmal zu sagen, wie die Namen korrekt ausgesprochen werden.


    Keiner kann von mir verlangen, dass ich Namen umgehend richtig ausspreche, woher soll ich denn das wissen.


    Aber wenn ich mit den entsprechenden Menschen viel zu tun habe, sei es im Unterricht oder im Job, gebietet es doch die Höflichkeit, dass ich mir zumindest ein bisschen Mühe gebe und nachfrage, wie man was ausspricht!

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    Ja! Und dazu gehöre ich auch! Ich gestehe hiermit, dass ich deinen Nick, wenn ich dich anspreche, immer per copy-and-paste einfüge, weil ich mir die Reihenfolge der Vokale ums Verrecken nicht merken kann! :°(

    Trendsetter wie ich sind es gewohnt, dass sie kopiert werden ;-D

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    Aber wenn ich mit den entsprechenden Menschen viel zu tun habe, sei es im Unterricht oder im Job, gebietet es doch die Höflichkeit, dass ich mir zumindest ein bisschen Mühe gebe und nachfrage, wie man was ausspricht!

    Eben. Mehr würde ich auch nicht erwarten. Mehr kann man auch nicht erwarten. Mein Nachname wird auch gerne falsch ausgesprochen, obwohl er aus dem Deutschen stammt und exakt so gesprochen wie geschrieben wird. Ist mir aber eigentlich ziemlich egal, ob jemand meinen Namen falsch ausspricht. Ich mutier da nicht zum Rechtschreib- oder Grammatiknazi.

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    Tigrinya war eine echte Herausforderung, ich habs versucht, immer wieder, gottseidank waren meine Schüler da sehr geduldig...und was haben wir gelacht!!

    Freut mich sehr Gauloise, dass du da nicht aufgegeben hast.

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    Das war heftig. Aber ich habe nicht aufgegeben und immer wieder darum gebeten, mir bitte nochmal zu sagen, wie die Namen korrekt ausgesprochen werden.

    Bei polnischen Namen hab ich auch so meine Schwierigkeiten. :-/

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    Keiner kann von mir verlangen, dass ich Namen umgehend richtig ausspreche, woher soll ich denn das wissen.

    Nein, natürlich nicht. Ich bin nur mit mehreren Sprachen groß geworden, musste mich oft umstellen und das war oft eine regelrechte Challenge, von meinen Eltern ganz abgesehen , die beide in einer verschiedenen Sprache zu mir gesprochen haben und darauf gedrungen haben, dass ich das ordentlich hinbekomme. Das hat seine Spuren hinterlassen. ;-D

    Die meisten Namen kennt man doch von irgendwelchen Fußballern. Man braucht bei Polen z.B. nur alle Aufstellungen der Nationalmannschaften der letzten 30 Jahre auswendig zu kennen und man hat fast alle Namen korrekt ausgesprochen parat.


    Ähnlich ist es bei französischen und irischen Namen, wenn man die jeweiligen Ligen mit ihren Spielern kennnt, lernt man nebenebei auch die Ausprache der Namen.

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    zum Beispiel bei irischen Namen wie Siobhan, Saoirse oder Caoimhe,

    Ersteren würde ich "Schiwonn" aussprechen, zumindest hieß die Austauschstudentin meiner Nachbarin damals so.


    Wie spricht man die beiden anderen Namen aus?


    Russische Namen finde ich persönlich unproblematisch, französisch mag ich eher auch nicht so ??klingt für mich immer etwas hochnäsig?? - bezieht sich aber eher auf die Sprache komplett und weniger auf einzelne Namen.