Die Moderation liest eh regelmäßig mit. Wo man Bedarf sieht, in einen Beitrag einzugreifen oder ihn samt der Bezüge darauf komplett zu löschen, passiert das ja auch längst. Bei einer bloßen Richtigstellung von eindeutigen Falschaussagen ist das aber noch nie geschehen (jedenfalls habe ich es noch nie gesehen).

    mond+sterne

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    Ich kann zwar die Frage beantworten, was ich unsachlich fand, wenn es denn eine Frage war. Nämlich die Bemerkung, "Ist doch Unsinn!".

    Wenn schon, dann zitiere bitte alles. Im Zusammenhang ist die Bemerkung nämlich sehr wohl sachlich:

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    Wenn man es [= offensichtliche Falschaussagen] nicht hinnehmen möchte, bleibt einem nichts anderes als sich an die Moderation zu wenden.

    Ist doch Unsinn! Natürlich kann man es ganz einfach korrigieren, ohne die Moderation bemühen zu müssen. Passiert doch auch laufend.

    Es ist ungefähr das, was BlackToni vorhin ausgedrückt hat und was in all den Unterforen immer wieder so gehandhabt wird.

    Ok, ich lass es mal gut sein.




    Ich habe noch ein anderes Beispiel zum Thema falsche Tatsachenbehauptungen.


    In einem Faden habe einige User dem TE eine Magersucht diagnostiziert, obwohl der BMI dafür zu hoch ist.


    Ich kann zwar darauf hinweisen, dass es sich nicht um Magersucht handeln kann, weil das Gewichtskriterium nicht erfüllt ist.


    Wenn sich im Laufe der Diskussion dann aber die "Meinung" durchsetzt, es könne Magersucht sein, kann ich nichts dagegen machen.

    Das stimmt, da kannst Du nichts machen. Der BMI ist aber tatsächlich nicht das entscheidende Kriterium, sondern das Ernährungsverhalten und eine kontinuierliche Gewichtsabnahme. Wenn jemand bei 168 cm Körpergröße einst 78 kg gewogen hatte und nun bei 56 kg ist, hat die Person ein normales Gewicht. Äußert diese Person aber, dass sie täglich soundso viele Kalorien verbraucht und diese auch noch in Form einer Nahrungsliste mit Gramm-Angaben präsentiert, zusätzlich erwähnt, sich täglich auf die Waage zu stellen, so deutet dies ziemlich eindeutig auf eine Essstörung hin. Aus dem Normalgewicht wird dann sehr schnell Untergewicht, und das Rad dreht sich weiter. Dass es sich weiterdreht, versucht man mit entsprechenden Beiträgen zu verhindern - leider meist ohne Erfolg.

    Das sind übrigens ganz ähnliche Schlussfolgerungen wie bei Verdacht auf Hypochondrie. Jemand, der im Forum auftaucht und im Eingangsbeitrag eine elend lange Geschichte mit detaillierter Auflistung von allerlei Symptomen wie Gefühlsstörungen, Schwäche, Druck auf den Kopf oder in der Herzgegend, Schwindel, Herzklopfen ... schreibt, zum Schluss evtl. auch noch mit der Frage, ob es sich um einen Hirntumor, ALS, MS oder sonst was Grauenhaftes handeln könnte, weckt schon mal eine gewisse Aufmerksamkeit. Warum? So etwas ist nicht normal. Handelt es sich um eine Neuregistrierung, antwortet man erst mal neutral und stellt Fragen. Handelt es sich um einen User, der schon länger dabei ist, schaut man die anderen Beiträge desselben an. Ist in diesen nichts von Krankheitsängsten zu erkennen, so geht man natürlich davon aus, dass da jetzt etwas ist, dem der User nachgehen sollte. In diesem Fall gibt man Tipps für in Frage kommende Fachärzte bzw. weitergehende Maßnahmen. Erkennt man in früheren Postings des Users aber eine klare Tendenz zu Krankheitsängsten, geht man in der Antwort entsprechend darauf ein.

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    Das stimmt, da kannst Du nichts machen. Der BMI ist aber tatsächlich nicht das entscheidende Kriterium, sondern das Ernährungsverhalten und eine kontinuierliche Gewichtsabnahme. Wenn jemand bei 168 cm Körpergröße einst 78 kg gewogen hatte und nun bei 56 kg ist, hat die Person ein normales Gewicht. Äußert diese Person aber, dass sie täglich soundso viele Kalorien verbraucht und diese auch noch in Form einer Nahrungsliste mit Gramm-Angaben präsentiert, zusätzlich erwähnt, sich täglich auf die Waage zu stellen, so deutet dies ziemlich eindeutig auf eine Essstörung hin. Aus dem Normalgewicht wird dann sehr schnell Untergewicht, und das Rad dreht sich weiter. Dass es sich weiterdreht, versucht man mit entsprechenden Beiträgen zu verhindern - leider meist ohne Erfolg.

    Nein. Man versucht dem User einzureden, er habe eine Essstörung, obwohl man es nicht wissen kann.


    Das ist jetzt allerdings keine Tatsachenbehauptung. Das ist eine Frage der Interpretation.

    ok, zurück zum Thema Hypochondrie...

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    Jemand, der im Forum auftaucht und im Eingangsbeitrag eine elend lange Geschichte mit detaillierter Auflistung von allerlei Symptomen wie Gefühlsstörungen, Schwäche, Druck auf den Kopf oder in der Herzgegend, Schwindel, Herzklopfen ... schreibt [...], weckt schon mal eine gewisse Aufmerksamkeit. Warum?

    Dafür kann es sicherlich unterschiedliche Gründe geben.


    Meine Aufmerksamkeit weckt es, weil alle aufgezählten Empfindungen und Körpersignale durch Angst ausgelöst werden können.


    Angst ist mein Thema und meine Motivation, mich an derartigen Diskussionen zu beteiligen.

    Den Vergleich mit der Magesucht weiter vorn finde ich ganz passend. Auch eine Hypochondrie hat durchaus suchtähnliche Züge, nämlich die Sucht, immer wieder sämtliche Symptome aufzuzählen und sich den "Schuss" der beruhigenden Kommentare zu setzen.


    Es macht darüber hinaus ja tatsächlich gar keinen Sinn, sich von Zeilen im Web sagen zu lassen, dass "es schon nichts sein wird", da diese keinerlei Beweiskraft haben. Es handelt sich also nur darum, dass die ängstlichen Gedanken beschwichtigt werden, und das tut ein Beruhigungsmittel auch.

    mond+sterne

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    Jemand, der im Forum auftaucht und im Eingangsbeitrag eine elend lange Geschichte mit detaillierter Auflistung von allerlei Symptomen wie Gefühlsstörungen, Schwäche, Druck auf den Kopf oder in der Herzgegend, Schwindel, Herzklopfen ... schreibt [...], weckt schon mal eine gewisse Aufmerksamkeit. Warum?

    Dafür kann es sicherlich unterschiedliche Gründe geben.

    Bitte im Gesamtzusammenhang lesen! Selbstverständlich können die einzelnen Symptome auch Krankheitswert haben, sie können aber auch aufgrund von Ängsten bestehen. Es ging in meinem Beispiel darum, wie ich vorgehe, um eine hypochondrische Störung beim TE zu vermuten oder z.T. eindeutig zu erkennen. Daraus resultieren dann bestimmte Antworten. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch andere so handhaben.


    Bei jemandem, bei dem ich übermäßige Krankheitsängste vermute und der im Vorfeld schon intensiv untersucht wurde, werde ich z.B. einen Teufel tun, diesem weitere Möglichkeiten der Diagnostik anzubieten. Die nächste Untersuchung wird dann nämlich auch nichts ergeben.

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    Bei jemandem, bei dem ich übermäßige Krankheitsängste vermute und der im Vorfeld schon intensiv untersucht wurde, werde ich z.B. einen Teufel tun, diesem weitere Möglichkeiten der Diagnostik anzubieten. Die nächste Untersuchung wird dann nämlich auch nichts ergeben.

    Schön, dass du das so sicher beurteilen bzw. wissen kannst.


    Auch recht viele bereits gelaufene Untersuchungen (vermeintlich) ohne relevanten Befund und das Aufsuchen vieler Ärzte über einen längeren Zeitraum bei einem komplexen Beschwerdebild sind alleine - gerade heutzutage bei dem überall herrschenden Zeitdruck und der zunehmenden Inkompetenz der deutschen Ärzte keine sicheren Indizien oder gar Beweise für das Vorliegen einer psychosomatische Erkrankung. Insbesondere Systemerkrankungen können sich anfangs diffus und ohne konkreten Anhalt auf eine Pathologie eines Organs äußern. Symptome, die dem autonomen Nervensystem zugeordnet werden können, können bis zu einem gewissen Ausprägungsgrad sowohl von organisch bedingten Funktionsstörungen insb. in der Initialphase wie von einer psychisch bedingten "vegetativen Dystonie" verursacht werden.


    Mitunter werden ständig nicht geeignete Untersuchungen, die das Problem gar nicht zeigen können, wiederholt, weil sich kaum ein Arzt mehr Zeit zum Nachdenken nehmen, ganz zu schweigen deduktiv denken und eine aussagekräftige Anamnese erheben kann. Fehlbefunde (falsch negative, aber auch falsch positive) sind nicht mehr selten, und werden seltenst ärztlicherseits bemerkt, und wenn doch, häufig nicht offiziell korrigiert.


    Letzten Endes benötigt man für eine annähernd sichere Einschätzung eines Krankheitsbildes, ob es organischer oder psychosomatischer Natur ist, Menschenkenntnis zumindest in Bezug auf diese Thematik, ein breites und tiefergehendes medizinisches Fachwissen, Zeit, eine sorgfältig erhobene Anamnese, Unvoreingenommenheit, aufrichtiges, nicht primär dem eigenen Ego dienendes Interesse am Helfen, und die Fähigkeit zum deduktiven Denken.


    Du meinst, dass du über all diese Eigenschaften und Fähigkeiten verfügst?

    Zitat

    Du meinst, dass du über all diese Eigenschaften und Fähigkeiten verfügst?

    In der Tat, das meine ich. ;-)


    Sorry, auch ich kenne Ärzte-Odysseen. Meine Psoriasis-Polyarthritis wurde erst nach 10 Jahren erkannt. Mein angeborener Morbus Hirschsprung mit allen Begleit- und Folgeerscheinungen wurde von den Ärzten 47 Jahre lang nicht wahr-, geschweige denn ernstgenommen. Ich kenne auch zahllose ärztliche Fehler, die mir z.T. um ein Haar das Leben gekostet hätten. Du kannst sicher sein, dass ich mittlerweile sehr gut informiert bin. Und ja, Menschenkenntnis habe ich auch. Für Hypochondrie mag ich ein besonders Näschen haben, da ich als junge Frau viele Monate mit einem schweren Hypochonder liiert war. Das nennt man Erfahrung.


    Ich weiß nicht, was Du willst. Einfach mal wieder nur maßregeln? Vergiss es, zumal es nichts gibt, die das Thema bereichern.