PS: Der stereotype "Renter, der diese neumodischen Geräte doch gar nicht mehr bedienen kann" wurde eben nicht als Rentner geboren. Computer und Handy sind schon so lange im Alltag angekommen, dass die heutigen Rentner sie noch in der Blüte ihres Lebens erlernen konnten. Es jetzt nicht zu können und nicht mehr so leicht reinzukommen sind schlichtweg die Früchte jahre- bis jahrzehntelanger Ignoranz und Desinteresse. So in etwa als würde ich mich jetzt den Smartphones verweigern und dann in 30 Jahren erwarten, dass man Nachsicht zu haben hat, dass ich doch in meinem Alter mit diesem modernen Gedöns nicht umgehen könne

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    Irgendwann werde ich kein Geld mehr für einen neuen Laptop haben, wegen der kleinen Rente. Und was dann? So geht es doch schon vielen Menschen so.

    Das stimmt so aber nicht. Gebrauchte Desktops und Laptops gibt es schon unter 200€ vom Händler mit Garantie und die sind immer noch für normale Aufgaben geeignet. Ich kaufe sowas nie neu, weil es einfach keinen Sinn mehr macht immer die neueste Hardware teuer zu bezahlen, wenn man nicht unbedingt drauf angewiesen ist. Im Smartphone-Markt wird sich ein ähnlicher Trend auch bald abzeichnen, weil die Geräte mittlerweile so leistungsfähig sind, dass zwischen Mittelklasse und Highend nur noch wenig Merkmale zu finden sind, die wirklich den doppelten oder dreifachen Preis rechtfertigen.


    Ich hatte heute auch wieder so ein Erlebnis: Kundentermin um 17:00 Uhr. Ich ins Büro, Kunde kam nicht. Kein Anruf, nichts. Das verstehe ich eben nicht: Wir haben alle Smartphones, wo man sowas super einfach eintragen kann, das Ding erinnert uns dran, wir finden Adressen, können auch fix mal absagen ... die Leute sind aber definitiv unzuverlässiger als früher, obwohl es jetzt besser funktionieren müsste.

    Was soll ich mit einem Smartphon? Wenn man älter ist kann man es nicht benutzen. Ich habe Arthrose in den Fingern. Dieses wischen geht gar nicht.


    200 € sind zuviel für jemand der an der Armutsgrenze lebt. Da sind andere Dinge wichtiger.


    Eine Zeitlang war ich in unserer hiesigen Bücherei zum surfen, das ist aber nix. Die haben alte Modelle da stehen. Drucker ging auch öfters nicht. Dafür war mir der Weg zu weit.


    Übrigends, die alten Leute im Heim haben keine Ahnung was man alles machen kann mit Laptop , die werden zum Kinderlieder singen gescheucht.

    Timbatuku schrub:

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    Allerdings erkenne ich auch deinen Einwand an, dass man sich mit manchen schriftlichen Äußerungen auf dünnes Eis begibt, weil die einem später unter die Nase gehalten werden können. In dem Fall würde auch ich den mündlichen oder fernmündlichen Kommunikationsweg bevorzugen und Effizienzaspekte außer Acht lassen.

    Hier wird also dazu aufgerufen, halbgare oder -legale Dinge gern übers Telefon zu verbreiten, nicht jedoch per Mail, die einem später um die Ohren gehauen werden kann, habe ich das so richtig verstanden? Dann wundert es mich nicht, dass (im Sinn des eigentlichen Problems im Titel) aufs Telefon gesetzt wird, dann könnte ja jeder behaupten, das hätte er/sie so nie gesagt. Womit der Sinn einer jeden Kommunikation automatisch negiert würde, dies oder jenes gesagt, egal, ich behaupte einfach das Gegenteil.


    *kopfschüttelnd und ebenfalls äußerst ungern telefonierend*

    Lian-Jill

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    Zur Zeit geht gerade ein Aufschrei durch die Republik, weil das Finanzamt immer mehr Dinge papierlos erledigt haben möchte und eins nach dem anderen verpflichtend nur noch papierlos möglich ist. Noch nicht mitbekommen?

    Oh doch, Lian-Jill, habe ich. Ich habe sogar schon mal was von Elster gehört. ;-) Das Finanzamt hat lobenswerterweise die Vorreiterrolle übernommen. Übrigens hatte ich bei meiner Bemerkung, auf die du dich beziehst, ausnahmsweise mal nicht an Behörden, sondern an die Privatwirtschaft gedacht.

    afri

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    Hier wird also dazu aufgerufen, halbgare oder -legale Dinge gern übers Telefon zu verbreiten, nicht jedoch per Mail, die einem später um die Ohren gehauen werden kann, habe ich das so richtig verstanden?

    Ähm ... das kann ich dir gerade nur am Telefon beantworten - gib mal deine Nummer. ]:D ]:D

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    Hier wird also dazu aufgerufen, halbgare oder -legale Dinge gern übers Telefon zu verbreiten, nicht jedoch per Mail, die einem später um die Ohren gehauen werden kann, habe ich das so richtig verstanden?

    Wenn die Frage keine verbindliche Antwort zulässt, würde ich einen Teufel tun, so etwas schriftlich zu beantworten. Dann kann man mal darüber reden und eine Sache von verschiedenen Seiten beleuchten, aber ganz oft kann man etwas nicht einfach nur mit ja oder nein beantworten.


    Ich habe gestern mittag auch spontan zum Telefon gegriffen und jemanden angerufen, der sicher nicht damit gerechnet hatte. Und dabei an diesen Faden gedacht ;-D . Am Ende war die Dame froh, das so kurz und nett geklärt zu haben noch vor dem Wochenende.

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    Wenn die Frage keine verbindliche Antwort zulässt, würde ich einen Teufel tun, so etwas schriftlich zu beantworten.

    Aber wenn das so ist, wäre es doch effizienter, dem anderen zu sagen, dass das so ist, weil Informationen fehlen, die per Mail abzufragen nicht drin sind und es ohne diese Infos zu viele mögliche Fallunterscheidungen gibt. Ich handhabe das bei allen renitenten Leuten so und spätestens nach 3 Zeilen voller "Wenn"s und "Aber"s verstehen 99% dann doch, dass es nicht so simpel ist, wie sie dachten, und kooperieren ganz kleinlaut. Das dauert auch keine 30 Sekunden und der Empfänger hat immerhin etwas mehr die Chance, zu verstehen, wieso eine Klärung per Mail nichts wird.


    Einfach nur eine Anrufbitte dauert demgegenüber vielleicht nur 10 Sekunden - aber wenn man dann am Ende wieder x Mails statt nem Anruf bekommt und sich die Sache ewig zieht, zahlt man zeitlich doch noch mehr drauf.

    Ich möchte noch einwerfen, dass nicht alle Behörden so antiquiert arbeiten wie beschrieben. Das hat sicherlich auch sehr mit der genauen Branche und den damit verbundenen Datenschutzdingen zu tun.


    Die Baubehörde ist da sicher weniger eingeschränkt als zB das Finanzamt. :-X

    Ja und für mich auch nachvollziehbar.


    Ich habe mal in einer Behörde gearbeitet und bin jetzt in der freien Wirtschaft.


    In der Wirtschaft bin ich der Firma bzw. meinem Chef gegenüber Rechenschaft schuldig. Vielleicht in gewissem Umfang noch der Steuerprüfung. Im Detail aber fast niemandem. Wenn ich als Projektleiter ein Projekt übernehme, interessiert am Ende keinen mehr, warum die eine Schraube durch eine andere ersetzt wurde. Und wenn die Schraube ersetzt wurde weil ich mit dem Schraubenhersteller poppe dann ist das auch egal, solange das Projektergebnis stimmt.


    In der Behörde ist das anders. Da bin ich jedem Bürger gegenüber Rechenschaft schuldig. Sollte ich mich entschließen eine Schraube zu tauschen, dann ist es wichtig, dass die Beweggründe auch für einen Unbeteiligten nachvollziehbar sind. Auch noch in 10 Jahren. Und wenn mein Grund war, dass ich mit dem Schraubenverkäufer so gerne in die Kiste gehüpft bin, dann werde ich zu Recht gefeuert und geteert und gefedert.


    Das erfordert eben auch etwas andere Strukturen der Nachvollziehbarkeit und Dokumentation.


    Dazu kommt, dass mein Chef meine Zahlen kennt und mich kennt und mir vertraut und es auch merkt falls ich ab morgen Porsche fahre. Der Staat hat ja ein paar mehr Angestellte.

    Diese Konstellation kenne ich aus dem Gesundheitsbereich auch: Nur interne Mails, für externe Mails komplett anderes LogIn oder PC. Dann keine Anhänge möglich oder nur best. Formate. Gesperrte Websites bzw. neben "nicht mailen" auch "kein Internet". Datenschutz halt. Ich hatte mehr als ein Mal zwei PC's auf dem Schreibtisch stehen.


    Nervig, andererseits denke ich aber auch, dass sich manche Menschen zu wenig Gedanken um Datenschutz machen und heute viel zu üblich ist, Dinge öffentlich zu machen.