Welche Bücher die ihr gelesen habt, fandet ihr schlimm?

    Hallo,


    Ich musste als Kind in der vierten Klasse "die letzten Kindervon Schewenborn" lesen, was ich echt furchtbar fand und auch heute noch sehr unpassend für dieses Alter.


    Später dann eine Schullektüre "Ich bin eine Wolke" - Folge bei mir ein (echter, diagnostizierter) Nervenzusammenbruch in Folge dessen ich von der Lektüre befreit wurde(und noch heute einen Blackout davon habe, konnte mich nachher nicht an die Situation erinnern) - weil ich so schon gestresst genug war (Vater Pflegefall, starb immer wieder fast, dann irgendwann wirklich, dann wurde ich krank und dazu noch depressiv - da war eine Story über einen depressiven Teenager nicht gerade das Richtige)


    Als Kind habe ich bei meinen Eltern ein Buch über die medizinischen Versuchr in Auschwitz gefunden, mit Bildern.


    Welche Bücher waren für Euch die Schlimmsten?


    LG


    Paritu

  • 94 Antworten

    Gelesen nicht, aber wir mussten in der schule mal eine doku über eine Tanja (?)sehen ... tagebuch einer hilflosigkeit oder so hiess das. Da ging es darum wie die durch Drogen gestorben ist.


    Das kamerateam hatte sie durch ihre sucht begleitet bis sie starb.


    Das hat mich damals wirklich mitgenommen und ich hatte Albträume ohne Ende

    Äh, wie bitte, "Die Kinder von Schewenborn" in der vierten Klasse?! Das kann ich fast nicht glauben. Wir haben auch Pausewang gelesen, aber "Die Wolke" und das frühestens in der sechsten oder siebten Klasse. Und mit dem Schewenborn-Buch legt sie ja nochmal ne Schippe drauf.

    Wir haben "Die Wolke" in der dritten oder vierten Klasse von unserer Lehrerin vorgelesen bekommen. War für uns alle ganz schön heftig und gab ordentlich Diskussionen mit den Eltern. Einige Szenen aus dem Buch habe ich heute noch vor Augen, obwohl seitdem nie mehr angefasst und den Film auch nicht gesehen. %:|

    @ Noowonder

    Für mich ist es anders als bei anderen so, dass gerade die Beschreibungen in Büchern sofort innere Bilder, Gefühle werden. Sehr viel persönlicher, intimer als ein Film zum Beispiel. Da fühle ich sofort sehr mit, wenn das Buch geschickt geschrieben ist,vor allem wenn es realistisch ist. Bei Stephen King zum Beispiel kann ich das abstrahieren und leide nicht so mit -'einfach weil das total phantastisch ist - darum mag ich "Needful things" zum Beispiel sogar :-D

    Ansonsten habe ich als Jugendliche die Gänsehaut-Bücher verschlungen und sehr geliebt. Aber dieses eine Buch mit den Krabbeltieren und Würmern hat mir meine noch heute vorhandene Wespenphobie beschert. Ich kann die seitdem nicht mehr so gut ertragen.

    @ Springchild

    Das ist für michim Nachhinein auch unglaublich, zumal meine Lehrerin eigentlich super war. Aber ja, ich weiß, dass wir das Buch bei dieser Lehrerin gelesen und besprochen haben, und da die GS hier mit der Vierten endet, bin ich sicher, dass es dann war.


    Ich habe das Buch mit den Bemerkungen usw erst vor kurzem entsorgt (ich will nicht, das mein Leserattenkind darüber stolpert)

    Die letzten Kinder von Schewenborn ist wirklich harte Kost. Da ich cool sein wollte, habe ich es in der 6. oder 7. Klasse als Referatslektüre vorgeschlagen. Ich habe jetzt noch Mitleid, mit den beiden Mitschülerinnen, die es halten mussten.


    Schlimm - auf einer anderen Ebene - war dagegen Effi Briest von Theodor Fontane. Das war extremst langweilig, die Charaktäre waren mir vollkommen egal und ich wollte wirklich nicht wissen, wie es weiter geht. Musste es aber zu Ende lesen, da Schullektüre.


    Ansonsten finde ich Bücher mit weitschweifigen Beschreibungen, wie z. B. Herr der Ringe, schlimm. Ich kann damit nichts anfangen. Ich habe Aphantasie, d. h. unter anderem ein Blindes inneres Auge, kein inneres Gehör, keinen inneren Geruchs- und inneren Geschmacksinn. Diese Beschreibungen verwirren mich nur und langweilen zudem. In Filmen finde ich das Äquivalent, in Form von langen tollen Landschaftsaufnahmen, dagegen toll.

    Zitat

    Schlimm - auf einer anderen Ebene - war dagegen Effi Briest von Theodor Fontane. Das war extremst langweilig, die Charaktäre waren mir vollkommen egal und ich wollte wirklich nicht wissen, wie es weiter geht. Musste es aber zu Ende lesen, da Schullektüre.

    Wäre Effi nur auf der ersten Seite von der Schaukel gefallen.


    Ne, das buch ging absolut gar nicht. Ich fand es auch schlimm (auf dieser Ebene). (Die Bücher aus dieser Epoche waren aber wohl alle so....)


    "Schlimm" fand ich die "Twilight" Bücher.


    Abgesehen von dem flachen Love-Story, der kindlichen Grammatik, fand ich den Unterton / die "Moral von der Geschichte" für die gedachte Zielgruppe überaus fraglich. Schule gerade zu Ende, zack heiraten, Kind, "scheiss auf Bildung / Karriere", alles fokussiert auf "Den Einen Richtigen Mann".... abgesehen davon wie unglaublich gruselig die "Prägung" von dem Wolf-jungen auf die Tochter von der Hauptfigur war. gru-se-lig.) Die Bücher habe ich tatsächlich mit nem Ekelgefühl weggelegt. :-X

    Schlimm fand ich z.B. "Stille Zeile sechs" von Monika Maron (Schullektüre Oberstufe) und "Drachenläufer" (grausam)


    "Die letzten Kinder von Schewenborn" habe ich in einer Zeit gelesen, in der man wirklich Angst haben musste, dass einem eine Atombombe auf den Kopf fällt. Aber ich war 13 oder 14, vierte Klasse (9 oder 10 Jahre ?) wäre für die Zeit vielleicht auch passend gewesen, 80er Jahre, aber wer 1990 oder später geboren ist sollte dieses Buch wirklich nicht in der 4.Klasse lesen müssen *find* (ich weiß ja nicht wie alt du bist, Paritu, aber ich denke mal eher *1990 oder später)

    Der Schimmelreiter. Schulzwang. Ich habe noch nie ein so langweiliges Buch gelesen, bis heute nicht. Es war so unfassbar öde, es zog sich in die länge wie Kaugummi, der Autor hat zwischendurch sicherlich selber vergessen, was er eigentlich schreiben wollte. Ich habe beim lesen erstmals doch glauben können, dass man an Langeweile sterben kann. Bis heute muss ich gähnen, sobald ich nur den Titel ausspreche. Niemand sollte je dieses Buch lesen müssen und sollte meine Tochter das ebenfalls als Schullektüre bekommen, geh ich mit ihr zum Arzt und lass ihr ein Attest ausstellen wegen akuter Langeweileritis oder sowas. Oder ich verklage den Lehrer. Oder gleich den ganzen Landkreis. Oder Theodor Storm, post mortem. Oder halt seine Erben. Auf jeden Fall verbrenne ich das Buch und tanze dabei drumrum.

    Zitat

    Der Schimmelreiter. Schulzwang. Ich habe noch nie ein so langweiliges Buch gelesen, bis heute nicht. Es war so unfassbar öde, es zog sich in die länge wie Kaugummi, der Autor hat zwischendurch sicherlich selber vergessen, was er eigentlich schreiben wollte.

    Dem kann ich mich anschließen. Ich hab noch nie so was langweiliges gelesen. Wir mussten dazu eine Interpretation schreiben. Für mein liebloses Hingeschreibsel gab es dann berechtigterweise nur ne 5. Aber ich war einfach nur froh, dass es vorbei war.


    Im Gegensatz zu allen anderen habe ich allerdings Effi Briest sehr gerne und sogar mehrfach gelesen X-
    Was mich wirklich mitgenommen hat, war das Buch "ich bin nicht mehr eure Tochter" über sexuellen Missbrauch in der Famile.

    Zitat

    Schlimm - auf einer anderen Ebene - war dagegen Effi Briest von Theodor Fontane. Das war extremst langweilig, die Charaktäre waren mir vollkommen egal und ich wollte wirklich nicht wissen, wie es weiter geht. Musste es aber zu Ende lesen, da Schullektüre.

    Wo wir gerade bei Ehebruch-Geschichten sind: Ich kriege jetzt noch Cluster-Kopfschmerz, wenn ich an "Madame Bovary" denke. Einerseits wegen den unsympathischen Figuren, andererseits wegen diesem endlosen Gelaber von dem Apotheker (was auch immer mir der Künstler damit sagen wollte, ich hab's vergessen und es ist mir auch egal). Ich frage mich bis heute, warum ich es eigentlich gelesen habe - es hat mich keiner gezwungen. Offenbar hasse ich mich selbst mehr als sterbenslangweilige Monologe.