Schlimm im Sinne von emotional unerträglich fand ich eigentlich noch nie ein Buch. Jedenfalls fällt mir da spontan nichts ein. Manche Themen sind schon schwere Kost, aber es ging mir noch nie so nah, dass ich nicht/kaum weiterlesen konnte. Ich lege Bücher nur weg, wenn sie mich langweilen oder wegen akuter Doofheit ärgern.


    Den Pausewang-Büchern bin ich in meiner Schullaufbahn nie begegnet, vielleicht hatten meine Lehrer in den 90ern schon die Schnauze voll von dem Thema. ;-D


    Den Wenzel Strapinski kenn ich, mussten wir in der Unterstufe lesen.

    @ clairet:

    Ich glaube, in den Neunzigern war das ganze noch so frisch vorbei, dass es alle erstmal nichtmehr hören wollten. Da war eher totale Hoffnung angesagt, dass sich dieser Schwachsinn wirklich erledigt hat. Angesichts von Trump und anderen Intelligenzbestien kommt bei mir jetzt so einiges wieder hoch.

    Zitat

    Den Pausewang-Büchern bin ich in meiner Schullaufbahn nie begegnet, vielleicht hatten meine Lehrer in den 90ern schon die Schnauze voll von dem Thema. ;-D

    Ich bin ebenfalls in den 90ern zur Schule gegangen, allerdings hat sich meine Grundschullehrerin, die uns das Buch vorgelesen hat, ein paar Jahre später das Leben genommen und kam auch oft mit blauen Flecken in die Schule und hat sogar mal abends betrunken bei uns angerufen und sich bei meiner Mutter über ihre Ehe ausgeheult... Ich glaube, die Frau hat zu dieser Zeit mehr nicht so wahnsinnig viel mitbekommen. %:|

    Puh, eine Lehrerin mit solchen Problemen in einer Grundschule....war sie denn sonst eine gute Lehrerin?


    Mir fällt gerade noch die größte Quälgeist-Autorin meiner Schulzeit ein:


    Gabriele Wohmann :|N :-(


    Kennt die noch jemand? Ihre Kurzgeschichten waren öde, grau, miesepetrig und pessimistisch....


    das sind die Eigenschaftswörter, die mir spontan zu ihr einfallen.


    So kann man Kindern und Jugendlichen die Lust am Lesen vermiesen!


    Übrigens sagte mal eine moderne Autorin (leider weiß ich gerade nicht den Namen) daß man Kindern das Lesen vielleicht einfach mal verbieten sollte! ]:D Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber Verbotenes ist gerade für Kinder und Jugendliche spannend.... ;-D ;-)


    Das ist vielleicht hilfreicher, als pädagogische Vorträge und missionarische Predigten über den Wert des Lesens!

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    Puh, eine Lehrerin mit solchen Problemen in einer Grundschule....war sie denn sonst eine gute Lehrerin?

    Soweit ich mich erinnere, ja. Ich mochte sie. Ist ganz sicher kein Einzelfall, dass Menschen mit psychischen oder sozialen Problemen mit Kindern arbeiten... Blöd halt nur, dass sie diese Lektüre und den Umgang damit vollkomen daneben eingeschätzt hat. Aber ich lebe noch. ;-)

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    ist sicher kein Einzelfall, daß Menschen mit psychischen und sozialen Problemen mit Kindern arbeiten...

    Da hast Du wohl recht! Vielleicht sind gerade solche Menschen ja auch einfühlsamer und erwarten nicht, daß Kinder perfekte Leistungsbringer sind!


    Ich hatte in der Grundschule auch eine ältere Lehrerin mit Alkoholproblem. Wir Kinder wussten davon natürlich nichts, erst bei unserem Abschlußfest ist sie unangenehm aufgefallen...daß sie einmal vier Monate "zu Kur" war und unsere Klasse aufgeteilt wurde, fanden wir damals völlig okay, sie war halt schon älter... ;-)

    Also Dantons Tod mochte ich ;-D


    Effi und Antigo habe ich gehasst. Unsinnige Sätze über mehrere Seiten und aufgrund des Schreibstils konnte man sich da auch nicht eindenken/reinfühlen. Und dann mussten wir Effi auch noch an Karneval vom Deutsch LK aus im Kino gucken. Ich hab die 2h meinen Rausch ausgeschlafen. XD


    In der 9 hatten wir in Deutsch Furcht und Elend des Dritten Reiches. Ich weiß nicht mehr worum es geht (ja, witzig 3.Reich) aber ich weiß, dass ich es unglaublich anstrengend zu lesen fand und meine Klassenkameradinnen Stunden damit verbrachten irgendwelche Sachen nachzuschlagen, um das wenigstens irgendwie zu verstehen.


    Das Parfum war einfach nur langweilig.

    Zitat

    Gabriele Wohmann :|N :-(


    Kennt die noch jemand?

    ja, und ich teile deine negativen erinnerungen. ich habe gerne gelesen, aber ich habe die sachen ungerne endlos verdiskutiert. aber genau das machte die lehrerin mit der wohmann. hab dann den kurs gewechselt zu einer lehrerin, die verschrien war für die masse an büchern, die sie durchgenommen hat. das hat mir aber viel besser gepasst.

    Ich bin in der Schule irgendwie von "allgemeinen Klassikern" ferngehalten worden. Also kein Faust oder Effi Briest. Wir wurden vielmehr gefragt, welche Schullektüre wir lesen wollten, aus einer Vorauswahl natürlich ;-) In der Oberstufe also Der Steppenwolf und Schöne neue Welt, womit ich in beiden Fällen sehr zufrieden war. Wobei Hesse schon harte Kost war %:|


    Natürlich durfte Dürrenmatts Die Physiker und Der Besuch der alten Dame nicht fehlen - waren aber auch beide in Ordnung! Gute Jugendbücher und für den Unterricht geeignet waren Die Welle und Ich knall euch ab von Morton Rhue.


    Das mit Abstand langweiligste Buch war sicherlich Wenn das Glück kommt, musst du ihm einen Stuhl hinstellen von Mirjam Pressler. Ich kann mich nur noch an das Wort "Müttergenesungswerk" erinnern, weil es für mich bis dato völlig unbekannt war, ansonsten kann ich mich an rein gar nichts aus diesem Buch erinnern ;-D Löcher von Louis Sachar wurde zerlegt und analysiert, war auch nicht so mein Fall... Aber mit Woyzeck wurde der Vogel abgeschossen, keine Ahnung was Büchner uns damit sagen wollte, ich fand es katastrophal!


    Ansonsten würde ich sagen gibts fast keine schlechten Bücher, eher ungünstige Augenblicke sie zu lesen. Schulisch ists halt die Sache mit dem Zwang, aber ich habe schon immer gerne gelesen, und zwar ausnahmslos alles was mir in die Finger kam. Hätte man mir mit 20 Jahren einen Historieroman vorgelegt, hätte ich ihn kommentarlos ins Regal gestellt. Jetzt, 5 Jahre später, lese ich sie mit Begeisterung :=o


    P.S. Das Parfum, Faust und Die Blechtrommel stehen noch unangetastet im Regal...

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    Aber mit Woyzeck wurde der Vogel abgeschossen, keine Ahnung was Büchner uns damit sagen wollte, ich fand es katastrophal!

    Witzig. Bei mir hat Woyzeck damals, mit ca. Anfang 20, echte Aha-Momente ausgelöst.

    Zitat

    Witzig. Bei mir hat Woyzeck damals, mit ca. Anfang 20, echte Aha-Momente ausgelöst.

    Siehste, daher denke ich es gibt weniger schlechte Bücher, als schlechte Augenblicke sie zu lesen. Letztlich ist es aber geschmacksache :-) Ich war damals 17 und konnte damit nichts anfangen ":/

    Zitat

    Siehste, daher denke ich es gibt weniger schlechte Bücher, als schlechte Augenblicke sie zu lesen.

    Da ist schon was dran. Ich denke viele Bücher, die ich in der Schule gehasst habe würde mir heute viel mehr sagen. Besonders viele Sachen, die man in der Unterstufe lesen musste waren eigentlich völlig unpassend für das Alter und garantierte Langweiler (Leben des Galilei, Gold von Caxamalca). Mit ein paar Ausnahmen, z.B. Krabat.


    Allerdings gibt es auch richtig schlechte Bücher, die sind und bleiben schlecht.


    Woyzeck ist mir nur ein Begriff, weil der Parallelkurs den lesen musste und alle ihn gehasst haben. Wir hatten dafür Leonce und Lena. Daran kann ich mir nur vage erinnern, es war ziemlich langweilig.


    Das Parfüm hatte ich schon gelesen bevor es in der Oberstufe durchgenommen wurde, ich fand es gut.