Wie krank/kaputt ist unsere Gesellschaft?

    Also wenn ich so die Nachrichten/ Dokus verfolge, dann stelle ich mir sehr oft die Frage, wo das noch hinführen soll. Wie krank ist der Mensch eigentlich?

    Da werden Kleinstkinder missbraucht und geschändet, es werden Tiere gequält, mit Begeisterung werden Fotos und kleine Videos von schwer verunglückten Menschen gemacht, da bringen sich Menschen in tödliche Gefahren, um spektakuläre Selfies zu machen, Bilder vom Zoll zeigen, das Menschen alles an Tieren schmuggeln, tot oder lebendig, mit oder ohne Wasser und Futter. Oder man schmuggelt Elefantenfüße oder Krokodilköpfe, um daraus Aschenbecher zu machen.

    Nur für den Kick hält man sich in Sperrgebieten jenseits der Schneepisten auf, oder klettert in der Nähe von aktiven Vulkanen herum. Aber wehe es passiert was, dann ist das Gejammer groß, oder andere Menschen müssen sich wegen dieser Honks selbst in Lebensgefahr begeben.

    Obdachlose werden mit Feuer angesteckt oder halb tot geprügelt. Andere Menschen werden von hinten angegriffen, Treppen runtergeschubst, und alles wird mit dem Handy festgehalten.

    Es werden Gegenstände von Brücken auf Autobahnen geworfen, Eisenbahngleise manipuliert,Gullideckel aus Straßen entfernt, weil man Spaß an Action hat, oder ein Feuerwehrmann selbst spielt den Feuerteufel.

    Aber auch bei total banalen Dingen, wie zb. das posten der Pizza vor dem Verzehr in den sozialen Medien oder Youtube, frage ich mich wozu das gut sein soll. Warum müssen so viele ihr Duckface oder die ausgestreckte Zunge posten? Warum machen sich so viele so abhängig von ihrem Smartphone?

    Ist natürlich nicht so ungeheuerlich und unfassbar wie das Vergehen an Kindern. Was geht in einem solchen Menschen vor, der nicht davor zurück schreckt, sich an Kindern zu vergehen? Ich werde es wohl nie verstehen.

    Was ist denn da los mit dem Menschen?

  • 77 Antworten

    Ich verstehe teilweise schon, was du meinst. Allerdings fällt es mir gerade schwer, darauf zu antworten, weil du hier in deiner Aufzählung sämtliche Themen von A bis Z miteinander vermischst.


    < (...) Da werden Kleinstkinder missbraucht und geschändet, es werden Tiere gequält (...) >

    < (...) das posten der Pizza vor dem Verzehr in den sozialen Medien oder Youtube (...) >


    Diese beiden Beispiele haben für mich gar nichts miteinander zu tun und gehören meiner Meinung nach auch nicht unter diese Überschrift "Wie krank/kaputt ist unsere Gesellschaft?"


    (Ich hasse diese "ich poste jeden Pups"-Leute auch, hat für mich aber nichts mit krank/kaputt zu tun)

    Sylphide schrieb:

    Diese beiden Beispiele haben für mich gar nichts miteinander zu tun und gehören meiner Meinung nach auch nicht unter diese Überschrift "Wie krank/kaputt ist unsere Gesellschaft?"

    Diese beiden Beispiele haben für mich gar nichts miteinander zu tun und gehören meiner Meinung nach auch nicht zusammen unter diese Überschrift "Wie krank/kaputt ist unsere Gesellschaft?"

    (Wort eingefügt)

    Sylphide schrieb:

    (Ich hasse diese "ich poste jeden Pups"-Leute auch, hat für mich aber nichts mit krank/kaputt zu tun)

    Hmm ... naaa ... ich weiß nicht, also dieser weit verbreitete Hang zur Selbstdarstellung hat bei näherer Betrachtung schon ein bisschen was Pathologisches in sich. Natürlich ist das bei Weitem nicht so krank wie Kindesmissbrauch u.a., aber völlig gesund isses ja nun auch nicht.

    Das war auch pure Absicht von mir. Ich wollte generell alles aufzählen, was andere Menschen machen, tun, wie sie ticken oder wo sie ihre Prioritäten setzen. Und da gehört dieses affige „alles posten zu müssen“ meiner Meinung nach dazu.

    Unter anderem hab ich ja auch noch Dinge vergessen, wie zB. ohne Rücksicht auf Verluste mitten in der Stadt Autorennen zu veranstalten, wo sehr leicht anderes Menschenleben gefährdet ist.

    Oder Scherben auf Kinderspielplätzen im Sand zu verstecken, oder im Sand sein großes Geschäft zu verrichten.

    Und das einigen Menschen ihre Selbstdarstellung so wichtig ist, finde ich genauso gaga und daneben. Mir geht es hier ja um Extreme, die heut zu Tage von den Menschen ausgehen.

    Und wieder mal wird auf dem Menschen rumgehackt.

    Ohne im Geringsten dran denken zu wollen, woher das ganze kommt.

    Es entspringt alles aus der Natur, denn der Mensch ist Teil der Natur.

    Schaut mal rüber ins Tierreich, dort zählt das Recht des Stärkeren, man verreckt mit Todesqualen wenn man zu schwach war und vom Feind blutig gebissen wurde, ja, Todesangst ist alltäglich, nicht umsonst ist Angst überhaupt ein Naturinstinkt. Das ist richtig krank, was die Natur so veranstaltet.

    Diese Scherben, Autorennen, Korruption, dieser ganze Egoismus, das ist das Ergebnis der Evolution, Mitgefühl aber auch, denn der Mensch ist auch ein Herdentier.

    Wenn man das Ganze nicht nur aus der gottgefälligen Brille "Natur = Gut, Mensch = Böse" betrachtet, sondern ganzheitlich, dann wird so einiges zumindest erfassbar/verstehbar.

    Und seht auch mal was positives: Wo im Tierreich gibt es Strom, Wasser aus dem Wasserhahn, ein Supermarkt, ein Rechtssystem usw.?

    Yez schrieb:

    Und wieder mal wird auf dem Menschen rumgehackt.

    Ohne im Geringsten dran denken zu wollen, woher das ganze kommt.

    Nun, bei so manchen Dingen, die "Nutellabrot 77 " aufgezählt hat, würde ich mal vereinfacht sagen, dass das wirklich krank ist, im Sinne einer psychischen Krankheit/Störung.


    Bei anderen Dingen fehlt es wohl an Selbstwertgefühl und man möchte/muss sich Bestätigung von anderen holen, indem man "tolle" Selfies oder Aktionen im Internet postet.


    Nutellabrot 77 schrieb:

    Nur für den Kick hält man sich in Sperrgebieten jenseits derSchneepisten auf, oder klettert in der Nähe von aktiven Vulkanen herum.

    Jas, für einen Kick, den man in seinem normalen Leben vermisst / nicht bekommt.


    Yez schrieb:

    Und seht auch mal was positives: Wo im Tierreich gibt es Strom, Wasser aus dem Wasserhahn, ein Supermarkt, ein Rechtssystem usw.?

    ??? Ich verstehe gerade nicht, auf was du dich damit beziehst oder uns sagen willst.

    Sylphide schrieb:

    Nun, bei so manchen Dingen, die "Nutellabrot 77 " aufgezählt hat, würde ich mal vereinfacht sagen, dass das wirklich krank ist, im Sinne einer psychischen Krankheit/Störung.


    Bei anderen Dingen fehlt es wohl an Selbstwertgefühl ...

    Wenn es dem Menschen an etwas fehlt, zählt das als Krankheit/Störung. Warum unterscheidest du und erweckst den Eindruck, relativ kleine, unbedeutende, nicht unbedingt einschränkende Mängel seien gar keine Krankheit/Störung? Im Gegensatz zu dir sehe ich einen Mangel an Selbstwertgefühl durchaus als psychische Störung.

    Timbatuku schrieb:

    Im Gegensatz zu dir sehe ich einen Mangel an Selbstwertgefühl durchaus als psychische Störung.

    Dann sieh das halt so. 8-( Ich tue es trotzdem nicht.


    Beispiele:

    Schüchternheit ist nicht gleich eine soziale Phobie, Traurigkeit nicht sofort eine Depression usw.

    Im ICD-10 habe ich die Diagnose "mangelndes Selbstwertgefühl" auch nicht gefunden.

    Sylphide schrieb:

    Im ICD-10 habe ich die Diagnose "mangelndes Selbstwertgefühl" auch nicht gefunden.

    Das mag schon sein, dennoch wird es doch vermutlich behandelt, wenn der Patient daraus folgend erhebliche Einschränkungen seiner Lebensqualität hat und er letztere zu verbessern wünscht. Oder nicht? Allerdings hatte ich gar nicht an derart schwere Störungen gedacht, sondern nur so ganz allgemein alles, was nicht der Norm entspricht, über einen Kamm geschoren. Mit ist schon klar, dass das einer wissenschaftlichen Definition nicht standhält. Eine Störung ist ja auch erst dann eine Störung, wenn es jemand stört. ;-) Ein vermindertes Selbstwertgefühl oder ein übertriebener Hang zur Selbstdarstellung stört ja nicht in dem Sinn und ist nicht therapiebedürftig, gleichwohl ist es von der Norm abweichend.

    Yez schrieb:

    Es entspringt alles aus der Natur, denn der Mensch ist Teil der Natur.

    Schaut mal rüber ins Tierreich, dort zählt das Recht des Stärkeren, man verreckt mit Todesqualen wenn man zu schwach war und vom Feind blutig gebissen wurde, ja, Todesangst ist alltäglich, nicht umsonst ist Angst überhaupt ein Naturinstinkt. Das ist richtig krank, was die Natur so veranstaltet.

    Ich frage mich, wie lange diese neoliberale, biologistische Unwahrheit noch in den Köpfen mancher feststecken wird.

    Das Ökosystem, aus dem der Mensch hervorgegangen ist, beruht in weit größerem Maße auf Symbiose (also Kooperation und gegenseitiger Abhängigkeit) denn auf Konkurrenz.

    Gäbe es nur das "Recht des Stärkeren", gäbe es eigentlich gar nichts mehr.

    Timbatuku schrieb:

    Selbstwertgefühl oder ein übertriebener Hang zur Selbstdarstellung stört ja nicht in dem Sinn und ist nicht therapiebedürftig, gleichwohl ist es von der Norm abweichend.

    Ich sehe das als Kennzeichen unserer aktuellen Gesellschaftsform, weil beide Eigenschaften zu sogenanntem "Erfolg" (zumindest, was zur Zeit darunter verstanden wird), beitragen können.

    Ich werfe mal ein eher ungebräuchliches Wort ein: Was ist "Lebensfreude"? Wovon hängt sie ab?

    Pferdeapfel schrieb:

    Sie haben sich von Gott entfernt.

    Wäre ich kein Atheist hätte ich das auch vermutet. Irgendwie dachte ich beim Lesen des Eröffnungsbeitrags bereits an die Sintflut. Das lieferte dann ja auch gleich eine Erklärung für den Klimawandel. ;-D