Wie verfasst man eine Kondolenzkarte?

    Der beste Freund meines Partners hat vor kurzem seine Mutter verloren - recht überraschend und plötzlich, diese Woche findet die Beerdigung statt.

    Nun ist mein Freund selbst diese Woche unterwegs und ich soll die Trauerkarte (auch für zwei weitere Freunde) schreiben.


    Nur habe ich soetwas noch nie gemacht und um ehrlich zu sein überhaupt keine Ahnung, wie ich das angehen soll.


    Was schreibt man in so einer Karte? Gut kannte ich die Mutter leider nicht, groß etwas über sie schreiben kann ich also nicht, es wäre zumindest nicht authentisch.


    Würde eine Art Zitat und darunter "Herzliches Beileid von uns allen" ... mit Unterschrift genügen?

    Ich habe wirklich keine Ahnung, wie man sich in so einer Situation taktvoll verhalten soll, das ist ziemliches Neuland für mich.


    Vielleicht habt ihr irgendwelche Tipps? Was ist üblich, worauf sollte man Rücksicht nehmen?


    *:)

  • 7 Antworten

    Hallo MrsHide!


    Ich halte es grundsätzlich so, dass ich eine schöne Trauerkarte wähle, meistens ohne Texteindruck.


    In die Karte schreibe ich ein passendes Zitat (hab schon eine ganze Sammlung) und dann eher keine persönlichen Worte außer "Herzliches Beileid" oder "Wir fühlen mit euch" oder ähnlich und darunter die - lesbare/n - Unterschrift/en.


    Worauf sollte man Rücksicht nehmen?

    Tja, eigentlich gibt es da wohl nicht viel. Dass man keine witzigen Aufkleber draufklebt, versteht sich von selbst. Und ansonsten denke ich, lieber zu wenig als zu viel.


    Manche legen Geld in die Karte, z. B. mit dem Hinweis "für späteren Grabschmuck". Das mache ich normalerweise nicht, außer wenn sicher ist, dass die Hinterbliebenen durch den Todesfall in finanziellen Schwierigkeiten sind.


    Hier noch zwei Zitate:

    Zitat


    Was man tief in seinem Herzen besitzt,

    kann man nicht durch den Tod verlieren.


    Johann Wolfgang von Goethe


    Wenn du ein Zitat verwendest, wäre es ratsam, die anderen Freunde vorher zu fragen, ob sie mit dem Text einverstanden sind.


    ... und nun tschüss ...

    Danke dir!


    Ja, die Idee mit dem Zitat gefällt mir wirklich gut, ich schätze soetwas werde ich machen.

    Geld soll auch beigelegt werden - aber in der Karte thematisiert hätte ich das nicht, oder doch?


    Den Text werde ich natürlich mit den anderen absprechen.

    Ich will es nicht kaputt machen, aber das mit den Zitaten finde ich eher schwierig. Was sollen die sagen? Wir haben neulich in der Familie jemanden verloren, da hätten die Hinterbliebenen so ein Zitat vermutlich ziemlich daneben gefunden.

    Ich finde es immer besser, wenn man einfach schreibt, dass man nicht richtig weiß, was man sagen soll, aber gerne ausdrücken möchte, dass man an die Angehörigen und den/die Verstorbenen denkt. Besser als Goethe oder Ovid aus dem Zusammenhang zu reißen und damit die eigene Wertlosigkeit zu überspielen. Es ist doch jedem klar, dass man kaum die richtigen Worte finden kann. Das darf ruhig auch so sein.

    "Ich kann mir vorstellen, dass es eine schwere Zeit für dich ist und wir sind für dich da, wenn du uns brauchst", finde ich da hundertmal besser als eine Sammlung von Sprüchen, die ziemlich unpersönlich ist.

    Es ist übrigens nicht nötig "wenig" zu sagen. Trauer darf angesprochen und ausgesprochen werden. Man darf auch sagen, dass es richtig scheisse ist, wie es ist. Das ist so was typisch Deutsches, dass wir denken, Trauernde wollen möglichst in Ruhe gelassen werden. Kann natürlich sein! Aber muss eben nicht.

    Zitat

    "Ich kann mir vorstellen, dass es eine schwere Zeit für dich ist und wir sind für dich da, wenn du uns brauchst", finde ich da hundertmal besser als eine Sammlung von Sprüchen, die ziemlich unpersönlich ist.

    Genau das finde ich auch. Mein Vater ist sehr früh gestorben, es war meine Aufgabe, die Trauerpost durchzusehen - und ich hätte schreien können, weil sich die ewiggleichen Sprüche endlos wiederholten. Meine Mutter, meine Schwester und ich waren einfach nur froh, wenn jemand persönliche Worte an uns richtete.

    Ich habe mir damals geschworen, niemals Vordrucke oder irgendein abgenudeltes Zitat zu benutzen.


    Du kanntest die Mutter nicht, aber du kennst den Freund. Denk daran, wie er sich jetzt fühlt und was du selbst in so einer Situation von deinen Freunden gerne lesen bzw. hören würdest. Und dann sag ihm das einfach.

    Belafonte schrieb:
    MrsHide schrieb:

    Geld soll auch beigelegt werden

    Beim Trauerfall???

    Ja. Bei meiner Schwester kamen an die gefühlt 100 Karten von Bekannten ausm Dorf, ehemaligen Klassenkameraden und so...
    Meine Mutter musste eine Liste anfertigen, wer wieviel geschenkt hat und jetzt werden Traueranzeigen beachtet, weil man ja "entsprechend" wieder Karten schreiben und Geld beilegen muss.


    Trauerkarten empfindet jeder anders. Ich find das die sinnloseste Erfindung überhaupt, wenn ich ehrlich bin. Entweder kenn/mag ich jemanden so sehr, dass ich ihm persönlich gegenübertrete, oder eben nicht.

    Aber ihr habt Beschlossen eine zu schreiben, da würde ich es auch mit persönlichen Worten machen. Die find ich schöner, persönlicher...


    Ich weiß nicht, wie gut ihr befreundet seid, aber mir war es mehr als wichtig, dass 2 meiner besten Freundinnen bei der Beerdigung da waren. Sich mit mir unterhalten haben. Die Beerdigung war schlimm und ohne die beiden hätt ichs wohl nicht geschafft. Vielleicht redest du nochmal mit den 3en ob nicht doch jemand da sein könnte?

    Das ist für mich persönlich der schönste Beweis einer ehrlichen Freundschaft. In guten und schlechten Tagen...