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    Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, in dem Gebrechen, Entstellungen und Behinderungen als Strafe Gottes angesehen wurden und man sich verstecken musste. Die meisten Menschen halte ich in dieser Beziehung doch für aufgeklärt, was sich in diesem Faden, mit wenigen Ausnahmen, bestätigt.

    Ja, aber heute redet man nicht mehr von Gott, sondern von Ekelgrenzen und Toleranz (manchmal auch mit Doppel-L, was ich gerade spöttisch anmerken wollte, aber die AUtokorrektur des Forums nimmt es raus, wahahahahahaha! DARUM können bei med1 alle das richtig schreiben, ich hab mich schon gewundert!). Der Begriff Toleranz hat durch Inflation längst jeden Wert verloren, und in 80% der Fälle, in denen er benutzt wird, ist etwas anderes gemeint.


    Ich toleriere es, wenn das Nachbarskind eine halbe Stunde lang Bälle an unsere gemeinsame Wand wirft und es bei uns donnert. Wenn im Schwimmbad jemand Schuppenflechte hat, dann geht es mich nichts an, und entsprechend muss ich auch keine Toleranz bemühen, sondern mich einfach nur um meinen eigenen Scheiß kümmern. Ich bestehe darauf, dass das Mittelalter vorbei ist. Eigentlich müsste man sich ein T-Shirt drucken lassen: "Mittelalter ist vorbei – also glotz nicht so."

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    Kinder können uns viel beibringen, solange man darauf achtet dass sie nicht aufdringlich werden

    Siehe Zimtzickes Beitrag: Ich widerspreche vehement. Kinder können das allerätzendste Gesocks der Welt sein. Und sie sind von Natur aus xenophob. Keine kleinen Heiligen, die erst versaut werden, sondern im Gegenteil egozentrische kleine Biester, die zum Glück durch gutes Beispiel lernen, leider auch durch schlechtes.

    das ist echt mies, zimtzicke. Mir sind solche Sachen meist gar nicht aufgefallen, weil ich im Schwimmbad immer so viel Spaß hatte und gar nicht darauf geachtet habe.


    Verstehe nicht, warum manche das so offensichtlich machen. Was haben diese Leute für ein Problem?


    Wenn kleine Kinder etwas äußern, finde ich das übrigens ganz natürlich. Denn sie müssen erst lernen, sie kommen nicht fertig auf die Welt. Ihnen kann man erklären, was ein Erwachsener längst wissen müsste...

    dass die kleinen kinder erst lernen müssen, dass nicht alle menschen gleich aussehen, finde ich ok.


    spätestens ab schulalter - und das waren alle diese ätzkiddies am geburtstag meiner tochter - sollten sie das aber drauf haben. wenigstens aber sollten sie wissen, dass man nicht auf andere menschen zeigt und laut "ihhh" schreit und lacht, wenn jemand nicht der norm entspricht.

    stimmt mit dem Alter der Kinder. Ich habe mit Kindern eher positive erfahrungen gemacht, weil ich meist, wegen meines Kindes, mit Kindergartenkindern Zeit verbringe.


    Aber so miese Reaktionen von wirklich Erwachsenen Leuten habe ich von Heranwachsenden auch noch nie erlebt.


    Kein "Uuuäh, wie ekelhaft ist das denn", kein wegzerren von ihnen Bekannten Personen, die zu nahe bei mit standen – bäh, guck mal, geh da schnell weg


    ach ja, wie schön muss es sein perfekt zu sein :=o ;-D

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    stimmt mit dem Alter der Kinder. Ich habe mit Kindern eher positive erfahrungen gemacht, weil ich meist, wegen meines Kindes, mit Kindergartenkindern Zeit verbringe.

    Ja, da gehts meist noch. Ab Schulalter hat man dann halt die Eltern-bloß-ungefiltert vor sich, und da kann einem manchmal schon ordentlich übel von werden.

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    Kein "Uuuäh, wie ekelhaft ist das denn", kein wegzerren von ihnen Bekannten Personen, die zu nahe bei mit standen – bäh, guck mal, geh da schnell weg

    Äh. So was haben jetzt Erwachsene gemacht? Oder Heranwachsende?

    Kurz mal hinschauen würde ich sicherlich, wenn die "Krankheit" auffällig ist und arg ins Auge sticht.


    Vor allem aknegeplagte Jugendliche sieht man ja ständig und überall, nicht nur im Schwimmbad; die tun mir meist eher leid als dass es mich ekelt.


    Ich kann mir aber vorstellen, dass manche Menschen es schon "ekelhaft" finden, wenn sie die Krankheit nicht kennen und denken, es wäre ansteckend.


    Ich selbst hatte bspw. Ende 2009 plötzlich rote kleine Punkte am Körper, hauptsächlich am Ausschnitt und Hals, später auch am Bauch. War mir sehr unangenehm und ich konnte es zum Glück durch Rollkragenpullis verstecken. Der Hautarzt erklärte mir, dass das die Reaktion der Haut auf eine Viruserkrankung sei (einige Nächte zuvor hatte ich kurz Durchfall, war aber schnell wieder vorbei) und nicht ansteckend sei, aber langwierig. Ich habe ihn natürlich gefragt, ob ich trotzdem ins Solarium und Schwimmbad gehen könne... bei der Antwort bzgl. Solarium bin ich mir nicht mehr sicher, aber Schwimmbad war kein Problem. Trotzdem bin ich nicht gegangen, wäre mir persönlich einfach zu unangenehm gewesen.


    Bei Krankheiten wie Neurodermitis, die nicht mal einfach so wieder abheilen, würde ich die Scham aber vermutlich ablegen und mich nicht um andere/Glotzer kümmern, denn es beeinträchtigt sonst ja das ganze Leben! :-(

    mein Kleiner, da war er vielleicht vier Jahre oder so, hat seinen Patenonkel ganz ungeniert gefragt, warum er denn so einen dicken Bauch habe. ]:D


    Erst war ich empört, aber er hat ja nichts böses gesagt. Er hat ihn gefragt, weil ihm das halt aufgefallen ist. Der Patenonkel hat Gott sei Dank gut reagiert. :)^


    Wenn ihm etwas auffällt, sagt er das heut nicht mehr laut, sondern fragt mich leise zu mir gewandt. Finde ich völlig ok.


    Heute ist er sechs Jahre und wird dieses Jahr eingeschult.

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    Ich widerspreche vehement. Kinder können das allerätzendste Gesocks der Welt sein. Und sie sind von Natur aus xenophob. Keine kleinen Heiligen, die erst versaut werden, sondern im Gegenteil egozentrische kleine Biester, die zum Glück durch gutes Beispiel lernen, leider auch durch schlechtes.

    Ich würde ehrlich sagen, dass das nicht stimmt. Denn kein Kind kommt auf die Welt und grenzt andere aus, sondern das macht es nur wenn es das so gelernt hat bzw. wenn es nie Kontra gekriegt hat wenn es mal solche Anwandlungen hatte.


    Kinder sind keine Heiligen aber garantiert auch nicht die kleinen Biester die Du scheinbar vor dem inneren Auge hast. Sie sind neutral, zeigen erstmal jedes Verhalten und je nach der Rückmeldung die sie für ihr Verhalten bekommen, verstärkt sich dieses oder baut sich ab.


    Es kommt denke ich dabei wirklich auf das Alter an - wie schon von anderen erwähnt. Und wenn ein Kind bis zu einem gewissen Alter noch nicht das Richtige gelernt hat, kann es sich leicht an Falsches gewöhnen, sich von Schadenfreude usw. verleiten lassen und ja - sich richtig mies verhalten.


    Aber ich habe noch nie erlebt das ein Kindergartenkind wirklich aus Bosheit auf einen gezeigt hätte und gesagt hätte "Igitt, der sieht ja ätzend aus!" Nein, wenn dann eben eher neugierige Fragen oder so. Ohne Wertung erstmal.


    Aber es kommt wie gesagt wirklich auf das Alter an. Ich dachte dabei auch eher an jüngere Kinder, nicht an Schulkinder.