Histologischer Befund bzgl. Malignität (Melanom ?)

    Hallo zusammen,


    ich habe an meinem rechten Daumennagel einen schwarzen Längsstreifen (melanonychia stratia). Mir wurde erst gesagt, dass ich ein Muttermal im Nagelbett habe und dieses Pigmente abgegeben hat. Deswegen wurde mir aus dem Nagelbett eine Probe entnommen, aber bei meinem Besprechungstermin war der Befund nicht da und wurde nur telefonisch an die Ärztin übermittelt. Da wurde mir gesagt, dass sie nicht mal ein Muttermal gefunden haben und ich deswegen in 1,5 Monaten nochmal wiederkommen soll um zu gucken wie es sich entwickelt hat. Zuhause habe ich den Befund dann per Fax angefordert, aber verstehe diesen leider nicht. Die behandelnde Dermatologie ist leider auch nicht um die Ecke.. Wird jemand schlauer aus dem Befund als ich ? Ich wäre echt sehr dankbar !!


    Histologischer Befund


    Verdachtsdiagnose: Melanonychia stratia, z.A. Malignität


    Entnahmestelle: DIG I re. Hand


    Die Epidermis ist regelrecht geschichtet und orthokeratotisch verhornt. Oberflächlich pervivaskulär findet sich ein mäßig ausgeprägtes lymphohistozytäres mischzelliges entzündliches Infiltrat. In der ergänzend durchgeführten immunhistochemischen Aufarbeitung sind die Melanozyten positiv für MelanA, HMB45 und S100 und nicht signifikant vermehrt. Es finden sich keine PAS positiven Pilzelemente.


    Beurteilung: Es handelt sich um eine Nagelbettbiopsie ohne Anteile einer melanozytären Läsion.


    Die Beurteilung stützt sich auf folgende Zusatzuntersuchungen: Immunhistologie mit Antikörpern gegen S100, MelanA und HMB45, CD68, PAS.

  • 7 Antworten
    Zitat

    Die Frage ist wieso die Melanozyten dann positiv für die Antikörper sind

    Ich meine, das sagt nur aus, dass der Test gültig war, dass Deine Zellen auf den Test reagiert haben aber nichts verdächtiges festgestellt wurde also kein abnormes Verhalten der Zellen festgestellt wurde.


    Ich war selbst schon wegen einiger Melanom-Verdachts-Fällen beim Arzt vorstellig und habe so einige Testergebnisse erhalten, die auch immer zu meinem Gunsten ausgingen. Höchstens mal dysplastischer Naevus...


    Ich schlage Dir folgendes Forum vor, da kann Dir das alles sehr gut erklärt werden, die haben da wirklich Ahnung:


    http://www.krebs-kompass.de/forumdisplay.php?s=955dd1a9ca87ccb35b0d3a629f390b9e&f=17


    Liebe Grüße *:)

    S100 ist ein Protein das in mehreren Zellen vorkommt, zB auch in Melanozyten. Es muss also positiv sein. Bei einem Melanom wäre es auch positiv, allerdings würden da die anderen Marker nicht mehr gebildet werden. MelanA ist meines wissens auch ein Marker für Melanozyten, der bei Melanomen zwar auch nachweisbar ist. Aber er gibt den Grad der Differenzierung an, sollte der sinken, wäre das Gewebe weniger differenziert, was bei Krebs der Fall ist. Auch hier heißt positiv also nicht automatisch schlecht. HMB45 ist jedoch ein Melanommarker. Positiv ist hier also tatsächlich ein schlechtes Ergebnis. Im Befund steht aber auch nicht, positiv, sondern nicht signifikant erhöht. Das heißt, die Marker sind im physiologischen Rahmen. Kann auch heißen, dass er negativ war. Nicht signifikant erhöht ist nicht gleich positiv

    "Positiv für MelanA, HMB45..." - ist zwar sehr unklar formuliert, aber HMB45 ist doch ein Teil der Aufzählung, auf die sich das positiv bezieht.


    Wenn das ein Melanommarker ist, kann er doch nur positiv oder negativ sein und nicht "nicht signifikant vermehrt", oder seh ich da was falsch ?

    Doch, es gibt Substanzen die vom Körper in geringen Mengen gebildet werden und bei Erkrankungen massiv erhöht sind. Dann ist der Test positiv aber nicht signifikant erhöht. Da gibt es den cut-off Wert, der für die verschiedenen Parameter festgelegt wird und alles was darüber liegt ist dann signifikant erhöht und weist auf einen pathologischen Vorgang hin.