Hyperhidrose vs. Schwitzen durch Medikamente

    Hallo,


    vielleicht kennt ihr das auch, dass man von Medikamenten (oder nach dem Absetzen) vermehrt schwitzt. Irgendwann geht das normalerweise wieder weg.


    Meine Frage: Kann man auch eine richtige dauerhafte Hyperhidrose durch Medikamente entwickeln? Dass das Schwitzen bestehen bleibt, auch lange nach Absetzen?


    Ich frage mich, ob das noch normal ist, dass ich 4 Monate nach Absetzen eines Medikaments immer noch vermehrt und schnell schwitze. Das übermäßige Schwitzen fing ein paar Wochen nach Einnahme-Beginn an und dauert bis jetzt (Medikament im April abgesetzt) an.


    Wenn es nur ein bisschen wärmer ist, ich spazieren gehe oder aufräume, mich nach etwas bücke oder strecke, merke ich direkt, wie ich überall anfange zu schwitzen. Wenn ich mich ein paar Minuten kühlen kann (neben einem Ventilator z.B.) hört es wieder auf, aber es fängt dann auch wieder schnell an.


    Mich belastet das sehr, weil ich beruflich oft neben anderen Leuten sitzen muss und ich mich dann total unwohl/verschwitzt/gestresst fühle und Angst habe, dass man das riecht.


    Hat jemand schon mal eine Hyperhidrose durch Medikamente/Nebenwirkungen entwickelt?

    Oder ging das Schwitzen bei euch wieder weg? Wie lange hat das nach Absetzen gedauert, bis sich das bei euch normalisiert hat?

  • 5 Antworten

    Das kommt sehr häufig vor bei der Einnahme und nach dem Absetzen von Antidepressiva, wie z.b. Citalopram oder Venlafaxin. Wie sagt man, die Seele schwitzt mit. Neuroeleptika, Medikamente bei Hypertonie und Hypothyreose können auch zu übermäßigem Schwitzen führen. Wegen dem Geruch brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Nach dem Duschen ein gutes Antitranspirant benutzen, dazu lässt du dich am besten in einer Apotheke beraten. Alles Gute!

    Das Schwitzen ging bei mir nach absetzen auch nicht gleich weg. Nach langer Zeit wars glaub weg, kam wieder, es hat wohl mittlerweile ne andere Ursache und ist mal mehr mal weniger.


    Ich vermute, dass ich zu Beginn zwar Schwitzen durch die ADs hatte, aber während der langen Einnahmezeit noch andre "Schwitzgründe" hinzukamen, sei es Ernährung, Stress, beim Nachtschweiß vielleicht auch Nebenhölen / Atemschwierigkeiten oder sonstwas.


    So wie Du schreibst, vermute ich, dass Du zumindest zu einem Anteil auch die Stresskomponente mit drin hast: Je mehr Gedanken man sich macht, dass man jetzt bloß nicht schwitzen sollte, desto eher passiert es weil man sich dadurch anspannt.


    Der Geruch ist bei mir zumindest auch Ernährungsabhängig von "riecht nicht, ist nur nass" bis zu .... Ich gehöre, ob das nun gut ist oder nicht, zu den Menschen die sich selbst riechen, auch schon beim kleinsten unangenehmen Geruch bevor ihn andere wahrnehmen.


    Inzwischen denke ich nicht mehr viel drüber nach, da ich es nicht groß ändern kann und dadurch ist es auch schon zu nem guten Teil besser. Wenn ich aufm Weg ins Büro spüre, wie es feucht oder sogar richtig Nass unter den Achseln wird, gehe ich kurz zur Toilette und wische es mit nem Taschentuch ab, dann riecht nix. Ggf. auch mit einem feuchten Taschentuch. Das sind so die Notfallmaßnahmen, aber dadurch, dass ich mir keine großen Sorgen mehr drum mache passiert es deutlich weniger oft. Die Achseln sind natürlich rasiert, sonst ging das mit dem wegwischen nicht. Geht natürlich nur, wenn man nur so Zentral schwitzt und nicht am ganzen Körper.

    Ich hoffe, dass sich das auch noch legt. Ich habe das auch in Situationen und an Orten, wo ich eigentlich nicht im Stress bin, z.B. zuhause in meiner Wohnung, wo es kühl ist. Ich habe mich geduscht/gewaschen und kurze Zeit später riecht es schon wieder stark verschwitzt unter meinen Armen. :(


    Kann das auch durch Hormonumstellung oder Entgiftung bei Medikamenten-Absetzen kommen? Wie lange kann sowas maximal anhalten?

    Mir hilft da leider wirklich nur ein spezieller Roll-on aus der Apotheke unter den Armen, aber ich schwitze auch schnell im Gesicht, am Oberkörper, auf dem Kopf usw. An manchen Tagen ist es etwas besser, an anderen wieder deutlich stärker, obwohl ich bequeme/leichte Kleidung trage, nichts Stressiges ansteht, ich mich gründlich gewaschen habe.


    Das Problem sind vor allem die 8 Std. im Job, wo ich oft Besprechungen habe und direkt neben anderen Leuten sitze. Am besten müsste ich fast permanent neben einem Ventilator sitzen oder Fenster weit auf. Das geht aber leider oft nicht, weil andere sich dann gestört fühlen oder frieren. :( Ein Einzelbüro habe ich leider nicht. Kleidung sollte in meinem Job auch halbwegs seriös sein, sodass ich noch mehr schwitze. Fühle mich nur zuhause in meinen weiten dünnen Schlaf-Shirts wohl.

    Kennst du die kleinen Handventilatoren? Die kann man auch auf dem Tisch abstellen und selbst auf Stufe 1 sehr effektiv. Die haben USB Auflademöglichkeit und kosten ca 12 Euro. In der größten Not kann man auf die Toilette gehen und auf Stufe 3 sich den Wind ins Gesicht blassen lassen.

    Aber ich denke, dass dieser kleine Ventilator akzeptiert werden sollte, damit du arbeitsfähig bist.


    https://www.amazon.de/dp/B01FJ…_r_cp_apa_i_jgRgFbRM9JKET

    Ich würde mich an deiner Stelle einmal bei einem Dermatologen vorstellen. Ventilatoren können hilfreich sein, beheben aber nicht die Ursache. Man unterscheidet das thermoregulatorische Schwitzen ( Hypothalamus ) und das emotional bedingte Schwitzen, ausgehend vom limbischen System. Es gibt dazu einige Therapieansätze, z.b. Injektionen von Botulin.