Schnürzel gibts auch noch

    Nach längerer Abstinenz bin ich auch wieder da, weil ich ja versprochen habe zu berichten wie es sich entwickelt.


    Tipp: Gegen fieselige Schmerzen hilft Anästhesin-Salbe (Wirkstoff: Benzocain) ganz wunderbar. Die gibt es in mit 10%, 15% oder für die Hardcore-Fälle wie mich auch in 20%. Die kann man direkt in die Wunde schmieren, erstens verkleben dann keine Kompressen mit der Wunde und 2. betäubt sie die Stellen da wo sie draufgeschmiert wird.


    Wunde nach 3.5 Monaten nur noch winzig klein (5mm tief) was nach Tennisball-hätte-noch-viel-Platz-gehabt-Größe auch schön ist.


    Allerdings ärgert mich die Narbe sehr: Schmerzt bei jeder falschen Bewegung und manchmal auch nur so. Rückenschmerzen habe ich, weil ich automatisch eine Popo-Schonhaltung einnehme und die Narbe sieht auch gräuslich aus. Ich fühle mich schon sehr entstellt. Meine Hausärztin meint das wird schon wieder.


    Zu den ganzen Toilettengang-Fragen: Hatte ich nie viel Probleme mit, muss sowiso nicht oft (alle 2 - 3 Tage, was bei mir aber normal ist). Feuchtes Toilettenpapier hilft da viel, am besten seitlich zum Oberschenkel wischen und zwar so lange bis Papier weiß bleibt und gegen etwaige Bazillen noch mal mit Octenisept nachwischen. Verband sollte natürlich rundherum gut zugeklebt sein.


    An dieser Stelle noch vielen Dank an meinen Mann der die Wunde seit Monaten hingebungsvoll pflegt und mich immer wieder aufrichtet (Er macht bessere Verbände als jeder Arzt!).


    Danke auch noch für alle hilfreichen Tipps und grüße an alle und Andrea, Kekskrümel, Fistelträger und jeden der mir persönlich geantwortet hat im besonderen.


    Melde mich bald nochmal,


    Euer Schnürzelchen

    Aua2

    Komme gerade wieder vom Arzt sie haben heute die restlichen Nähte gezogen (nach 2 Tagen ????) jedenfals habe ich so stark angefangen zu Bluten das sie in der Praxis doch schon sehr nervös geworden sind und mich lieber noch 2,5 Stunden da behalten haben um mich zu beobachten zusätzlich habe ich ein Schmerzmittel gespritzt bekommen


    und ein Mittel das die Blutungen ein wenig stoppen soll :(v Weiß nicht was los ist die Wunde ist kleiner als meine erste und trotzdem war es beim ersten mal alles etwas besser als dieses mal:-(


    Naja ich gönne mir jetzt mal ein bissl Ruhe ....


    Allen eine gute besserung

    nachblutungen

    ... das war bei mir auch so. bei mir läuft alles unter offener wundheilung ab, und als 2 tage nach der OP das erste mal die Tamponade entfernt wurde und ich 2h später entlassen wurde bekam ich auch starke nachblutungen. 2 riesige verbände durchgeblutet und das wurde erst im kh mit druckverband hinbekommen.


    seitdem aber nichts mehr, nur noch wundwasser :-)

    ausduschen ..

    Ich habe mich noch einmal etwas hier durch's Forum gelesen und bemerkt, dass fast alle ihre Wunde mehrmals täglich ausduschen?


    Meine OP hatte ich vor 11 Tagen und ich habe sie 2 Tage nach der OP 1x ausgeduscht (vor der Entlassung) und seit ich in Behandlung meines Hausarztes bin (ehemals Chirug) wechselt er mir täglich die Tamponade und reinigt die Wunde dazu mit Wasserstoff und versiegelt sie ordentlich mit Pflastern und Verbänden.


    Er meinte aber zu mir, dass ich mit dem "Ausduschen/Bad nehmen" noch eine Woche warten soll. Also erst gute 2 Wochen nach der OP damit anfangen soll.


    Ist das an sich egal ob ich die Wunde selber ausdusche oder sie mit anderen Mitteln reinigen lasse von meinem HA? Ich glaube schon das mein Arzt weiß was er tut, aber vielleicht habt ihr ein paar Meinungen dazu :-)

    Schwenkklappenplastik nach Limberg bzw. Schrudde-Olivari

    Hallo ihr Fistelgeschädigten*:)


    so langsam geht mir auch die Muffe. Ich hab eigentlich schon seit gut 10 Jahren einen kleinen Knoten am Po, der mir aber kaum Probeleme bereitet hat. Seit diesen Mittwoch gings dann aber los:-|Mittlerweile kann ich nur noch schlecht sitzen und bin total genervt. War am Freitag beim Hausarzt, der mir dann den Befund gegeben hat: Seit gestern bin ich ständig in diesem Forum und das hat meine Angst nicht gerade gelindert:°(


    Was mich ehrlich gesagt wundert: Warum schreibt hier kaum jemand über die Schwenkklappenplastik? Wie ich mich informiert habe, soll das doch eine ganz prima Methode sein und ehrlich gesagt bevorzuge ich das schon eher, als einen riesigen Krater am Bobbes....

    @ El Sven:

    könntest du so nett sein und mir den Chirurgen in Stuttgart nennen, der dieses Verfahren anwendet.


    Bei mir ist halt auch das Problem, dass ich selbständig bin und es mir gar net leisten kann Monate lang auszufallen....


    Ich bete mal, dass die Schmerzen bis morgen nicht schlimmer werden und ich noch bis Montag warten kann, bis ich mit nem Spezialisten über die Sache rede%-|


    Viele Grüße


    an die Fistilianergemeinde@:)

    so, seit gestern bin ich dabei mein "loch" selber mit der dusche zu reinigen. ich wollte mal fragen wie ihr das löst, damit kein duschgel in die wunde kommt? wasche mich schon seit 2 wochen nur mitm waschlappen, was jetzt endlich mal aufhören soll ...

    Duschgel

    @ berndte

    Also ich persönlich habe es bei meiner letzten OP und jetzt wieder so gemacht das ich mir "grüne Seife" aus der Apotheke besorgt habe und so den unteren Teil meines Körpers wasche;-)

    alles klar, danke!


    mir ging's ja vorwiegend darum, ob es schlimm ist wenn beim täglichen Duschen ein wenig Duschgel in die Wunde kommt. Aber mein Ha meinte das ist halb wo wild wenn ich es eh danach ausdusche.

    Stuhlgang & Uni

    Wie habt ihr das eigentlich geregelt:


    mein Arzt hat mir jetzt 2 Wochen nach der OP wieder erlaubt zur Uni zu gehen. Ich dusche die Wunde (Golfballgröße) auch 3x täglich aus, und nach jedem Stuhlgang.


    Nur wenn ich von 8-16 Uhr Uni habe und nicht die Möglichkeit nach dem Stuhlgang zu duschen?


    Ich würde mir denken, einfach den kleineren Verband auf der Wunde mit Papiertüchern in der Hand abdecken bis zum "Ende" vom Stuhlgang und halt mit feuchtem Papier säubern. Dann wieder den größeren Verband rauf. Oder?


    Weil solange die Wunde "zu ist", dürften ja keine Bakterien in die Wunde kommen order irre ich mich?

    Wie oft kommt das wieder?

    Hallo liebe Leidensgenossen,


    ich habe hier einiges über Fisteln und das damit verbundene Theater gelesen. Hier nun meine Leidensgeschichte und ich bitte euch um Hilfe.


    Ich hatte zum ersten mal mit 16 so ein Ding (nachdem ich ordentlich aufs Steißbein gefallen bin), wurde operiert, offene Wundheilung, alles ok.


    Dieses Jahr (8 Jahre später!!!!) kam es dann aus heiterem Himmel wieder, wurde innerhalb von 2 Tagen so akkut, dass sie nur aufgeschnitten haben um Wundflüssigkeit abzulassen.


    8 Wochen später kam dann die richtige OP, Abszess wurde rausgeschnitten und Wunde genäht.


    Das ist ca. ein halbes Jahr her. Seit einigen Tagen tut es mir wieder weh (meistens abends - so ein taubes Gefühl). Kann es sein, dass es so wetterbedingte Narbenschmerzen sind? Hoffe wirklich nicht, dass es wieder los geht. Muss zur Zeit viel sitzen (bedingt durchs Studium)...


    Ich will hier (beim Studium) auch nicht zum Arzt. Habe ich letztes mal gemacht und musste mir sehr verletzende Dinge anhören (das sowas nur unhygienische, stark behaarte Männer bekommen).:-( Wieso sagen Ärzte solche Sachen? War völlig fertig, ich bin weder männlich, noch stark behaart und schon gar nicht unhygienisch. Frauen bekommen das doch auch.


    Hier nun meine eigentliche Frage: wie oft kommt das denn wieder? Wenn ich es jetzt schon wieder habe, wäre das das 3.Mal dieses Jahr für mich im Krankenhaus!


    Bin total verzweifelt?


    Gibt es noch andere Möglichkeiten, außer OP?


    Danke für eure Hilfe. Ich leide mit euch allen...


    Alexa

    1. Wieso sagen Ärzte solche Sachen?


    Ich denke mal, weil er nicht wirklich oft damit zu tun hat und demnach Vorurteile hat.


    Die Freundin von meinem Kumpel hatte das gleiche auch (weiß nicht ob Abszess und/oder Fistel) und sie ist alles andere als behaart & unhygienisch.


    2. Wie oft kommt das denn wieder?


    Meine subjektive Meinung dazu ist:


    a) entweder wurde bei der OP nicht alles entfernt


    b) nicht ausreichende Wundpflege


    c) Pech :/


    3. Gibt es noch andere Möglichkeiten, außer OP?


    Wirksam ist wirklich nur eine OP. Sonst wirst du es so oder so nie los.


    Ich würd trotzdem sofort zum Chirugen gehen, gar nicht erst zum Hausarzt sondern direkt zum "Experten".


    Viel Glück bis dahin!! :-)

    Hey,


    danke für deine Antwort. Habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Es ist wieder da, hab es gestern abend noch entdeckt. Scheiße.


    Mit der Wundpflege das kann gut sein. Ich sollte das (vom KH aus) immer nur mit H2O spülen, konnte auch kurz nach OP wieder duschen, Verbände brauchte ich gar nicht machen und Nachuntersuchungen hatte ich auch nicht...


    Fahre jetzt nach hause, gehe dort zum Chirurg und denke mal dass ich dann wieder operiert werde.


    Also bis die Tage, hoffentlich.


    Alexa

    Endlich mal was aufbauendes!!!

    Hallo an alle,


    bin hier neu im Forum und möchte meine Krankengeschichte gerne vorstellen, da das Problem Steißbeinfistel zwar lästig aber nicht so dramatisch ist, wie es hier in jedem zweiten Beitrag dargestellt wird.


    Auch ich habe mich hier informiert, was ich besser nicht hätte machen sollen, da ich danach total verunsichert war.


    Nachdem ich die Fistel über 10 Jahre erfolgreich ignoriert habe bin ich vor drei Wochen dochmal zu meinem Hausarzt gegangen, um den komischen "Knuppel" untersuchen zu lassen.


    Da ich keine Schmerzen hatte, hat mein Hausarzt mir nach Diagnose Steißbeinfistel vorgeschlagen, dies einem erfahrenen Chirugen zu zeigen.


    Nach fünf Tagen war ich dann beim Spezialisten, der mir sofort geraten hat, mich operieren zu lassen. Da ich im Internet viel über das Thema gelesen habe, war mir vor allem die Operationsmethode wichtig. Da ich viel im Auto sitze, kam offene Wundbehandlung nicht in Frage. Tägliche Sitzbäder, Arztbesuche, Verbandswechsel etc. hatten mich abgeschreckt. Lieber habe ich eine Naht am Hintern, die nur ich und meine Freundin sehen und die ich mir zu Not noch wegmachen lassen könnte.


    Glücklicherweise hat mein Arzt sofort die Limberg Lappenplastik erwähnt, die ich ja schon aus dem Internet kannte. Diese wird seit Jahren in der Praxis und im Krankenhaus mit sehr gutem Erfolg angewendet.


    Eine Woche später war es dann soweit. Mit einem mulmigen Gefühl habe ich mein Zimmer im Krankenhaus bezogen.


    Nach einer halben Stunde OP bin ich im Zimmer gut gelaunt aufgewacht, da ich keine Schmerzen hatte. Das einzige was mich an die Operation erinnerte war die Redonssaugdrainage und mein verbundener Hintern.


    Nach einer halben Stunde Bett liegen bin ich aufgestanden, um ein bißchen rumzulaufen und eine Zigarette zu rauchen. Alles kein Problem. Schlafen geht nur auf Bauch oder Seite, ist aber alles eine Gewöhnungssache.


    Am nächsten Tag der erste Toilettengang. Drainage am Oberschenkel festgebunden und langsam hingesetzt. Alles kein Problem.


    Einen Tag später das erste Mal geduscht und Verband gewechselt.


    Alles kein Problem.


    Nach drei Tagen Krankenhaus hat mein Arzt mich dann mit Drainage entlassen. Durch diese würde die Wunde zusammengedrückt und die Heilung verbessert. Sitzen sollte ich erst nach zwei Wochen. Ist umständlich, aber man gewöhnt sich daran.


    Habe während der letzten Woche keine Schmerzen gehabt. Ich kann normal auf Toilette gehen, mich duschen spazieren gehen usw.


    Gestern wurde mir also die Drainage gezogen. Nachdem ich hier gelesen habe wie schmerzhaft das sein soll, hatte ich natürlich auch Angst davor. Habe mich mit meinem sehr netten Arzt unterhalten und auf einmal hat er die Drainage mit Schlauch in der Hand. Habe absolut nichts gespürt.


    In einer Woche sollen die Fäden gezogen werden und danach darf ich auch wieder sitzen und joggen gehen.


    Nach meinen Erfahrungen kann ich jedem nur raten sich nach der Limberg-Technik operiren zu lassen. Wissenschaftliche Arbeiten belegen den Erfolg dieser Technik. Die Gefahr eines erneuten Auftretens ist laut Bericht mindestens so gering wie bei der offenen Wundbehandlung.


    Man sollte sich aber möglichst einen erfahrenen Proktologen bzw. ein spezialisiertes Krankenhaus suchen. Auf http://Kliniklotse.de habe ich mir angeschaut wie oft diese Op schon durchgeführt wurde.War beruhigend.


    Gestern wurde übrigens ein guter Freund von mir operiert. Selbe Technik, Arzt und Krankenhaus.


    Habe gerade mit ihm telefoniert.


    Bis jetzt absolut keine Probleme.


    Natürlich wäre ich froh gewesen,wenn ich diese blöde Ding überhaupt nicht gehabt hätte. Aber so schlimm, wie es hier gemacht wird ist es bestimmt nicht.


    Läuft bei der Heilung alles normal und hört man auf die Ratschläge des Arztes ist man nach drei Wochen wieder voll einsatzfähig.


    Liebe Grüße an alle Fistelgeschädigten und Kopf hoch, meistens wird es nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird...

    Hmmm

    @ berndte

    Die offene Wundheilung ist keine "sterile" Wundheilung


    (ist ja nicht wirklich möglich) ich habe mit den Problem


    meinen Arzt gefragt und er sagte ich solle es


    ein wenig abdecken und gut(also so wie du auch vorgeschlagen hast)


    :)^

    @Dick Winters

    Mann sollte sowas nicht pauschal sagen !! ich habe mich vor meiner ersten OP auch bei 2 absoluten Spezialisten über das Thema


    informiert und wir sind die verschiedenen Arten der OP durchgegangen und man kann einfach nicht pauschal sagen welche am besten ist da es immer auf den Fall draufankommt !!!(Versuch mal die Limberg wenn das Loch 20 cm durchmesser hat:-o ist kein Witz mein Arzt hat jemanden mit der größe in Behandlung) naja um auf den Punkt zu kommen nach meiner ersten OP bin ich nach Hause gegangen und hatte keine Schmerzen und ich hätte nach drei Wochen auch wieder arbeiten gehen können(mein Arzt wollte das nicht) Und jetzt bei meiner 2 OP habe ich wirklich sehr große Schmerzen und kann seit einer Woche ohne Schmerzmittel micht nicht bewegen nicht stehen liegen oder sonstwas....


    :-(

    Gestern wurden auch bei mir die Fäden gezogen.15 Tage nach der OP.Ich habe keine Probleme.Wirklich nie welche gehabt seit der Operation.Ich kann mich normal bewegen und sitzen.Soll nur Spannungsbewegungen noch vermeiden.(Bücken usw.)


    In 14 Tagen kann ich auch wieder Sport treiben.Ich würde es beim nächsten mal wieder genauso machen!


    Ich wünsche allen Fistelgeschädigten eine gute Zeit und möchte mich hiermit vorerst mal verabschieden.*:)


    Falls jemand fragen hat,ich lese meine Mailbox regelmäßig ab.


    Ansonsten möchte ich mich erst mal von diesem Thema distanzieren.Hab das letzte Jahr viel zu viel damit verbringen müßen.;-);-D

    ...ein neues Clubmitglied...

    Hallo ihr Lieben!


    Nachdem ich eine Woche im Forum herumgestöbert habe, hier meine Geschichte:


    Ich bin 29 Jahre alt, weiblich und arbeite bei der Airline mit der Gabel am Heck als Stewardess...


    Seit wann genau ich meine Fistel mit mir herumtrage, kann ich gar nicht so genau sagen, vermutlich schon immer. Wann sich mein Mitbewohner das erste Mal schmerzhaft zu Wort gemeldet hat? Keine Ahnung. Im Januar war ich snowboarden und ich hatte mich am letzten Tag beflügelt vom Weizenbier und Übermut auf einer Eisplatte bei der Talabfahrt ziemlich übel hingepackt. Mein Hintern tat ordentlich weh und es fühlte sich mehr nach einer Prellung an; nach einigen Tagen, ich verweilte gerade beruflich in Tokio, konnte ich nur noch unter Schmerzen sitzen und ich hatte entzündete Fläche an der rechten Pobacke. Als ich wieder daheim war, gleich zum Arzt (mein Hausarzt ist praktischerweise mein Papa). Ein paar Tage später hatte ich einen Termin bei einem Chirurgen, der im KH seine Praxis hat und auch gleich vor Ort operiert. Die Entzündung war schon wieder ganz weg und ein Fistelloch hatte ich nie, also konnte der Chirurg nicht genau sagen, was es war. Er sagte, dass er jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen wolle, es könnte eine Fistel sein, aber auch einfach ein normaler Pickel, der sich nach dem Sturz entzündet hat... Da ich keinerlei Schmerzen mehr hatte und ich diesem Chirurgen vertraue (hat mir vor 3 Jahren eine perfekte Außenbandplastik gemacht), war die Sache für mich erledigt.


    Leider nur bis diesen Sommer. Alle 4-5 Wochen hat mich meine Fistel für 2-3 Tage mit leichten Schmerzen geärgert, aber da es immer nur für kurze Zeit war, habe ich mich nicht weiter drum gekümmert. Vor 2 Wochen ging es wieder los und es wurde immer schlimmer! Montag letzter Woche war ich noch fliegen und habe mir alle 2 Stunden eine 600er Ibuprofen verabreicht, um die Schmerzen zu ertragen. Feierabend hatte ich so gegen 22 Uhr, dann noch die Heimfahrt... Zuhause angekommen konnte ich kaum noch laufen. Meinen Vater wollte ich so spät auch nicht mehr aus dem Bett klingeln, also ab in die Heia. An diese Nacht erinnere ich mich nur ungern: ich habe unkontrolliert massenweise Ibu geschluckt und war mehrfach kurz davor mir einen Krankenwagen zu rufen. Als mein Vater am nächsten Morgen meinen Hintern begutachtet hatte, ging’s gleich ins KH.


    Um 11 Uhr Termin beim Chirurgen meines Vertrauens, der den Verdacht auf eine akut entzündete Steißbeinfistel bestätigte. Schock! Wollte ich doch am 1. November mit einer Freundin mit dem Rucksack durch Thailand! Chirurg: Na, das können sie vergessen! Ich: Noch mehr Schock! Verzweiflung! Chirurg: In 3 Stunden Not-OP unter Vollnarkose wegen akuter Blutvergiftungsgefahr! Exzision mit offener Wundheilung! Ich: Puls von 134!!! Trauma!


    Da ich noch nie eine Vollnarkose hatte (mein Fuß wurde unter Spinalanästhesie operiert), hatte ich davor tierisch Angst und kann mich an die Aufklärungsgespräche mit operierendem Arzt und Anästhesist nur schemenhaft und durch einen Tränenvorhang erinnern. Mit der Schlaftablette ging es mir etwas besser. Als ich vorm OP lag kann ich mich nur erinnern, das der Anästhesist mir sagte, es sei nur ein Schmerzmittel, dass in den Zugang gespritzt wird und ich solle an etwas schönes denken und ich sagte: "Sie lügen mich doch an....." Und weg war ich...


    Keine Stunde später öffnete ich die Augen das erste Mal. Ich lag schon auf meinem Zimmer und fühlte mich ein wenig matt, vergleichbar mit einem leichten Kater. Ich habe sofort meinen Freund und meine Eltern angerufen und die Schwester gefragt, wann es Essen gibt... Nach 2 Litern Infusion und Pipi auf der Toilette durfte ich aufstehen, essen und endlich eine rauchen gehen! Mir ging es nach der OP prima, kaum Schmerzen, die Narkose war ein Witz, nur das Liegen auf Seite und Bauch war blöd, weil ich Rückenschläferin bin. Die zwei Tage im KH waren bis auf die Langeweile klasse, denn ich lag alleine in einem 3-Bett Zimmer und konnte das Fernsehprogramm bestimmen!!! Im KH wurden der Verband+Tamponaden morgens gewechselt, mit dem Ausduschen habe ich erst daheim angefangen. Nach nur 2 Nächten im KH durfte ich nach Hause.


    Ich hatte mit meinem Vater vereinbart, dass er mich anruft, bevor er zum Verbandswechsel zu mir kommt, damit ich schon duschen kann. Telefon klingelt, ich gehe zum Duschen. Verband ab, Tamponade raus, mir knicken die Beine weg... Im KH dachten wohl alle: Die ist ja Arzttochter und hat bestimmt schon alles gesehen, was es so an fiesen Sachen auf der Welt gibt und außerdem hat ihr Vater sicherlich schon alles erklärt. Ich wusste dass das Loch L4xB3xT2 ist, aber wie die Chose aussieht, da hatte mich keiner drauf vorbereitet. Als mein Vater klingelte lag ich leichenblass und zitternd auf meinem Bett. Hallo? Ich sehe meinen Knochen und den Muskel!!! AHHHHH! Naja, mittlerweile habe ich mich an den Anblick gewöhnt und meiner Fistel, bzw. dem daraus entstandenen Loch einen Namen gegeben...


    Verbandswechsel am Anfang 2x tgl. momentan nur 1x, da die Wunde am WE ziemlich gereizt war. Ich dusche ganz normal mit Shampoo und allem drum und dran, spüle erst mit Wasser und dann mit Ringerlösung. Dann Polyhexanidgel (=Lavasept) rein, Trionic-Tamponade rein und das Ganze anschließend mit Mullbinden abdecken, Fixomull draufkleben, Feddisch! Nach Stuhlgang muss ich nichts machen, denn die Wunde ist "vom Ort des Geschehens" weit genug entfernt.


    Mein Papa macht momentan die VW, ab nächste Woche will ich das mit Hilfe meines Freundes mal selbst versuchen... Denn den Urlaub haben wir nicht abgesagt, sondern nur verschoben. Wasser zum Ausduschen gibt´s auch sonst wo auf der Welt und den Rest kann ich mitnehmen. Anstatt Rucksacktour wird´s wohl nur Bangkok + eine Insel werden. Auch der operierende Chirurg hat gemeint, dass es ziemlich egal ist, wo ich die Wunde steril verbinde, Hauptsache steril und knapp 4 Wochen nach op dürfte die Wunde auch nicht mehr so riesig sein. Und Baden im salzigen Meerwasser sei eine prima Therapie!


    Heute sind 8 Tage seit der OP vergangen, ich habe letzte Nacht endlich auf dem Rücken schlafen können und mit Hilfe eines umfunktionierten Nackenkissens kann ich auch halbwegs vernünftig sitzen. Vom Liegen auf Seite und Bauch habe ich in der ersten Woche ziemliche Rücken- und Kopfschmerzen bekommen und gehe heute zur Physiotherapie, vielleicht können die mir meine Wirbel wieder in die richtige Position massieren.


    Mein Fazit: Ich bin im nachhinein froh, dass die OP so plötzlich war, denn so wusste ich nicht ganz genau, was auf mich zukommt. Die Narkose überhaupt nicht schlimm, ich frage mich, warum ich davor Angst hatte? Angenehm ist die Sache nicht, aber es ist zu ertragen! Ich bin gestern sogar schon wieder Auto gefahren (Nackenkissen!!!) Laufen kann ich ganz normal, wobei ich von einem Marathon noch absehen würde...


    Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, dass es von jetzt an nur noch bergauf geht und ich so schnell kein KH von innen sehen werde!


    Ui, das ist ja doch ein ziemlich ausführlicher Roman geworden...


    Ich freue mich über Kommentare, Reaktionen und regen Erfahrungsaustausch!


    Allen Mitleidenden: Gute und schnelle Besserung!!!

    Natürlich kann man die Limberg Methode nicht immer anwenden. Hier im Forum wird diese allerdings kaum beachtet.


    Möchte nur nicht, das die neuen Fistelgeschädigten total abgeschreckt werden. Nachdem ich die Beiträge hier zum ersten mal gelesen habe, war ich schockiert.


    Man sollte nur mal dazuschreiben, dass es auch viele positive Beispiele gibt.

    @viseronne

    Also mir ging es nach der OP genau wie dir:


    2 Tage KH, alleine im 3-Bettzimmer und volle Kontrolle übers TV Programm. :D


    Von der Vollnarkose überhaupt nix gemerkt, und bis 3 Tage nach der OP nie Schmerzen gehabt obwohl ich keine Medikamente bekommen habe.


    Dadurch das meine Wunde immer recht gut verpackt & verklebt wurde war ich die ersten Tage ein wenig eingeschränkt in meiner Bewegungsfreiheit. Aber nach gut einer Woche fing ich an mit ausduschen was absolut schmerzfrei war. Etwas spät zwar, aber auch nur weil ich direkt nach der Entlassung kurzzeitig eine starke Nachblutung hatte.


    Seitdem geht's mir von Tag zu Tag besser. Die Wunde sieht bei mir 14 Tage nach der OP noch etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber bei weitem nicht sooo schlimm wie ich es mir vorgestellt habe :-)


    Ich finde das schon verdammt verblüffend, mit so einer großen Wunde (nach der Operation L5xB4xT4) absolut nichts zu spüren :o


    Mein Hausarzt (Chirug) ist auch voll zufrieden und ich kann sogar normal Autofahren mit einem simplen Kissen. Problematisch aber, da ich über 1.90 bin und somit den Kopf permanent an der Decke habe :P


    Nur auf dem Rücken liegen ist noch etwas unangenehm, aber das wird schon.