tach

    hi ich hab hier schon öfters mal reingeschrieben.


    bin nun schon 3 mal unter dem messer wegen meiner fistel(n) gewesen. zuvorgeschichte, ich hatte meine erste op mit 15. jo und innerhlb 1 einhalb jahren 2 weitere. nun was mein bedenken is, wenn du wunde zu schnell zuheilt, habt ihr sehrgute chancen auf ne neue, und am ende der wunde nicht schlampig werden. immer tamponate oder ich habe ein alginat gehabt, is weißes zeugs wie stoff. das verflüssigt sich ein wenig und bildet ein gutes wundklima. bis zum ende solte die wunde ausgestopft sein. meine is oberflächlich zu gegangen und hatte eine rießen höhle unter der narbe gebildet mit zugang zu meiner 2ten fistel 2 cm darunter. wir haben das durch zufall entdeckt. hat net wegetan oder sonst was nur durch hmm da is was komisch.


    nja anyway, ich weiß net wie seht ihr das ich bin mit meinen 16 jahren nun schon 3 mal operiert worden und ich habe das gefühl, dass das nicht das ende war. naj awas soll im moment genieße ich mein austauschjahr in den usa.


    viele grße zu allen anderen die unter dieser sch***** leiden und gute besserung and die mit den offenen wunden. ich hoffe das es für euch das letzte mal war.

    Hallo Leute,


    ich hoffe hier auf Hilfe. Ich habe seit Dezember 2003 schon 3 Op´s wegen der Fistel gehabt, seitdem war die offen gelassene Wunde noch nicht ein einziges mal richtig zu. :-( Und jetzt geht es schon wieder los. Es haben sich 2 Fistel gebildet die miteinander irgendwie verbunden sind und es fließt Eiter raus. Die Ärztin aus dem Krankenhaus wollte mir eine 4-te Op dieses Jahr ersparen und hat versucht mit täglichen Spülungen den Fistelgang auszutrocknen. Hat leider nicht geklappt und jetzt gibt es keine andere Möglichkeit mehr als OP. Allerdings erst anfang des nächsten Jahres, ich wollte nicht schon wieder über die Feiertage so gehandicapt sein.


    Ich habe hier schon viele Erfahrungsberichte gelesen, und ich finde das die meisten von euch echt Glück hatten, fast keine Schmerzen und Probleme und viele waren schon nach 3 Wochen geheilt. Ich habe da leider viel Pech, ich habe immer nach jeder OP noch Schmerzen, ganz am anfang bekomme ich bei der täglichen Behandlung im Krankenhaus sogar Schmerzmittel bevor sie spülen und die Tamponade rausziehen. Seit 1 Jahr laufe ich jetzt permanent mit Kompressen zwischen den Arschbacken.


    Und meine Ärztin meinte diesmal versuchen sie es mit der Vakuum Methode und mit einem Schwamm in der Wunde. Darüber finde ich irgendwie nix im Internet, wie genau geht das und was passiert dabei?


    Hoffe auf ein paar Antworten. Danke


    Ioana

    hmm habe ein paar seiten gesehen mit ein paar ekiligen bildern. nunja ich bin mit ner offenen wunde fast eineinhalb jahre rumgelaufen. frag mal ob deine ärztin diese alginat kompressen kennt. probier das mal. sind aber schweine teuer. meine privatkasse zahlt es aber weiß net wie das bei anderen is. das hat wunderbar geklappt und vorallem es tut nicht weh beim rausziehen. spühlen empfehle ich dir in den ersten 3 wochen 2 mal am tag und ich habe immer ein sitztbad gemacht, so ne schüssel auf klo drauf und dann mit normaler kernseife und wasser. danach ausduschen und alles fibrin ( sieh aus wie weißer schleim) ausduschen. danac haben wir immer mit salzwasser gespühlt. einfach sprize und drüberlaufen lassen. dann evtuell ein bissel friche lust dran und dann wieder einpaken. ich kann diese alginatsache sehr empfehlen, weil es weich wird und ein gutes wundklima schafft.


    von der vakuumsache halte ich nichts. mein arzt hat gesagt, er empfiehlt das nicht,, hat schlechte erfahrungen gemacht. ich glaube hier hat auch jemand mal geschrieben das sein bettnachtbar ziemliche schmerzen mit dem vakuum teil hatte.


    also ich empfehle das andere ( natürliche art).


    aber es ist deine entscheidung, vielleicht hast du glück mit der vakuumpumpe, vielleicht nicht. aber viel glück anyway.


    re alginat, das ist nix grünes oder exotisches. es ist wie soll ich das beschreiben wie watte. nur das es flüssig wird. sieht dann wie ein schleimpropfen aus wenn dus wieder rausiehst. naja oder halt der teil der in der wunde war.


    viel glück

    @ioana

    ich hatte meine OP im August und wurde mit einem Vakuumverband behandelt.


    Es gibt zwei verschiedene Verbände.


    Einmal mit Vakuumflasche, einmal mit Vakuumpumpe.


    Ich hatte den Verband mit Vakuumflasche, habe persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht und auch im Krankenhaus hat man mir gesagt, das die Behandlungserfolge mit dieser Methode erheblich besser seien als mit herkömmlichen Verbandmethoden.


    Die Vakuumpumpe soll indessen eher schmerzlich sein, natürlich ist man dann auch eingeschränkt, durch den Apparat. Ich hatte jedoch das Glück, diese Erfahrung nicht machen zu müssen.


    Soviel nun erst mal hierzu.


    Greats und gute Besserung @ all

    rausdamit vs. "der schieber"

    jo, liebe leidensgemeinde, am freitag wars mal wieder soweit.


    bin früh morgens zum hausarzt, ne überweisung besorgen und dann auf direktem wege zur klinik. untersuchung verlief leider exakt so, wie ich es seit wochen fühlte (schob seit oktober), diagnose nach sondierung: rezidiv. hurra. "da müssen wir nochmal ran, leider"... ich überraschte darauf die behandelnden ein wenig mit der info, ich sei aber sowas von nüchtern und von mir aus "sofort", was dann aber tatsächlich 3 stunden später unter vollkarkose in die tat umgesetzt wurde. perfekt. gegen 18 uhr schließlich per taxe nach hause, ein rezept für prima schmerzmittel und nun hocke ich mal kurz hier und hacke ein update in die tasten. ich hoffe doch sehr, daß es das jetzt war und würde gerne ab morgen mal mit den "alginaten" experimentieren. hab freitag vor dem scheiden eine schwester gefragt, die mich verunsichernd meinte, davon hielte sie garnichts und würde sie auch "da" nicht ausprobieren wollen. also wirklich, weiss jetzt auch nicht, was ich davon halten soll. außer, daß ich an sich absolut keine lust mehr hatte, in der wunde angetrocknete kompressen vorsichtigst rauszuzupfen - was ich seit gestern allerdings exakt so mache. meine logik sagt mir, daß es falsch ist. entferne ich, auch unter der dusche angefeuchtet, nicht jedesmal beim verbandswechsel frisches gesundes gewebe, in der kompresse verbacken ? ist das nicht "schwachsinn" ? sorry, ich werd schon wieder latent sauer, weil ich mal wieder das gefühl habe, nach der OP interessiert das im KH keine sau, wie und wielange man mit der wunde am hintern herumläuft. ich hab aber auch keine lust mehr, meine güte.... wohin soll man seinen frust bloß kanalisieren ?


    frage: würdet ihr die post OP behandlung vom KH abziehen und in die hände eines niedergelassenen chirurgen legen ?


    achja, zur vakuum methode hab ich exakt dasselbe gehört: mit flasche soweit prima, an der pumpe hängend schmerzhaft. mein letzter stationärer nachbar hatte ein solches gerät angeschlossen und jammerte fortwährend. wobei einen alleine das geräusch der pumpe schon zusätzlich zum schmerz nerven kann. jedoch egal, wenn der erfolg der methode recht gibt und man 1-2 wochen sparen kann. wenn bei mir die rezidiv wunde auch tief geendet wäre, hätte ich mit stationärem aufenthalt auch "sehr gerne" mal diese methode ausprobiert.


    soweit schöne grüße, ich leg mich wieder hin, gute besserung ! *:)

    @ioana

    sodele, also des mit der Vakuumflasche funktioniert eigentlich ganz einfach. Die Wundfläche wird mit einer Folie zugeklebt. Vorteil ist, daß die Wunde geschloßen ist dadurch, also keine Probs mit Bakterien und all so was. Es wird ein Schlauch nach außen geführt, ca. hmmm 1,5 m lang oder so. An diesem ist dann die Flasche angestöpselt. Durch den dichten Verband konnt ich somit am Morgen nach der OP duschen gehen, da auch Wasserdicht, auch keine Probleme mit der Toilette und all so was. Der arzt hatte mal Zeit für mich und hat mir des alles so in etwa erklärt. Das eigentliche Problem bei der Verbandsmethode ist die "Dichtheit" des Verbandes an sich, sprich wenn die Klebestellen nicht richtig halten. Hatte das Problem kurzzeitig beim ersten Verbandswechsel nach vier Tagen. Aber auch das war letztlich kein Problem denn am Abend hatten alle genügend Zeit und sich nochmals meinem Hinterteil angenommen ;-D. Eine Schwester hatte mir am Tag erklärt, wenn eben der Verband nicht dicht zu bekommen sei, dann bestünde noch die Möglichkeit der Vakuumpumpe, dies sei aber unangenehm bis schmerzhaft. Also sogesehen viel Glück.


    Und gute Besserung an alle Geplagten *:)

    noch was

    ich war eine Woche stationär im Krankenhaus, man hat mir aber gesagt, ich könne im Prinzip auch nach Hause gehen. Da das KH jedoch 40 km entfernt liegt, wollte ich das nicht. War mir zu unsicher. Man weiß ja nie was so alles passieren kann und dann noch ne gute halbe Stunde Autofahrt??? Neeee, nein danke. Meine Wundheilung ging dann eigentlich recht flott. Da ich körperlich arbeitend bin war ich 4 Wochen krank geschrieben, hätte es aber durchaus auf 6 Wochen ausdehnen können. Bin selbständig, daher haben mir 4 Wochen genügen müssen :-/. Ich hatte wärend der gesamten Zeit nach der OP keine Schmerzen. Habe aber bei starker körperlicher Anstrengung über den ganzen Tag immer mal wieder ein ganz leichtes, fast kaum bemerkbares "ziehen" im Bereich. Führe es darauf zurück, das hier ja doch ein recht erheblicher Teil meines Hinterteils rausgeschnippelt wurde und gehe davon aus, daß das normal ist. Ansonstens jedoch absolut Beschwerdefrei. Die ganze Geschichte hat bei mir so ca. 8 - 10 Wochen gedauert, bis die Wunde komplett verheilt war.


    Greats

    Melde mich mal wieder

    Ich habe in den Tiefen dieses Threads schonmal geschrieben.


    Ich leiste z.Z. meinen Wehrdienst und wurde in einem Bundeswehrkrankenhaus behandelt. Genau 2 Wochen lag ich da. Die Wunde wurde mit 6 Stichen verschlossen und ich habe das BWK schmerzfrei verlassen. Sitzen konnte ich noch nicht so gut hat sich aber mit jedem Tag verbessert.


    Jetzt habe ich gemerkt, dass meine Unterhose nass war. Auf der rechten Seite der Wunde hat sich unter der Haut Gewebewasser (nennt man das so) gesammelt. Sprich ist es an der Stelle hart und etwas gewölpt. Gerade habe ich auf dem Klo darauf gedrückt und das "Wasser" schoss raus. Es war nur sehr leicht mit Blut versetzt. Hat sich angehört, als jemand pinkelt *sorry*.


    Jetzt fühlt es alles wieder normal an. Die restliche Wunde ist eigentlich sehr gut verheilt, nur muss es ja irgendwo noch eine Öffnung geben.


    Was soll ich tun? Kann ich einfach abwarten und hoffen, dass sich kein neues "Wasser" bildet und das sich die Wunde von alleine verschließt? Ich halte sie immer sauber und sprühe Desinfektionsmittel drauf!


    Ins Krankenhaus gehe ich bestimmt nicht über die Feiertage. Nach der Grundausbildung und den 2 Wochen BWK bin ich mehr als Froh, dass ich mal wieder zu Hause bin.

    Hallo,


    @ralphilein - Vielen Dank für deinen Bericht


    Leider habe ich jetzt aber erfahren das ich die Vakuumpumpe bekommen soll. Ich habe meine Ärztin aus der Chirurgischen Ambulanz daraufhin gesagt das ich gelesen habe das es sehr schmerzhaft sein soll und sie hat mir gesagt das es nicht stimmt. Sie meinte sie würden im Jahr ca. 50 Patienen solche Vakuumpumpen "anschließen" und es gab nur einmal Probleme. Es gäbe nur sehr wenig Schmerzen, dagegen würden aber schon ein paar Tropfen Schmerzmittel reichen.


    Und man müsst mit dieser Vakuumpumpe ein paar Wochen lang leben müssen. Ich kann mir das echt beim besten Willen nicht bildlich vorstellen.


    Wie gesagt, momentan gehe ich ins Krankenhaus in der Chirurgischen Ambulanz zu der Ärztin die immer die Wunde mit Prontosan spült bis zum OP-Termin. Aber ich werde ja warscheinlich von einem ganz anderen Arzt operiert werden oder? Kann ich dem sagen ich will diese Methode nicht haben? Hab ich ein Mitspracherecht? Hoffenlich ja!!


    VIele Grüße


    Ioana

    Vakuumpumpe

    @ioana

    Hallo, ich wurde auch nach meiner OP vor 5 Wochen mit einer Vakuumpumpe behandelt. Bei mir war das aber keine Flasche sondern ein Apparat der ständig einen permanenten Unterdruck erzeugt hat (7 tage im KH). Schmerzhaft war das nicht direkt. Als sie die Pumpe zum ersten mal anschlossen war das schon irgendwie unangenehm und im ersten Moment empfand ich das als ein Brennen, aber das legt sich schnell und dann ist es nur noch komisch mit Unterdruck im A.... rumzulaufen. Da gewöhnt man sich aber schnell dran und man kann sich eigentlich gut bewegen (so lang der schlauch bis zur Pumpe halt war). Alle 2-3 Tage wurde der "Verband" gewechselt, aber auch das war nicht schmerzhaft. Also man merkt schon das eine oder andere Zwicken, aber Schmerzmittel muß man dafür keine nehmen (meine Meinung).


    Mach Dich mal nicht verrückt.

    @ R54

    Hallo,


    ist die Wunde dann auch zugenäht? Dann läuft aus der Wunde heraus ein Schlauch an dem dann diese Pumpe angeschlossen ist. Ist das eine große Pumpe oder eher Mini? Kann man denn damit sitzen? Und auf Toillette? :-)


    Es hat mich gerade sehr beruhigt das du keine riesenschmerzen hattest. Ich hatte bisher schon 3 Ops und ich hatte immer große Schmerzen danach, hab ca. 2 Wochen starke Schmerzmittel bekommen. Ist bei jedem verschieden. Und als ich dann gelesen habe das die meisten große Schmerzen damit haben, war mir klar ich gehöre garantiert dazu. Bin halt ein Sensibelchen. Mal schauen.


    Und musst man dann mit dieser Pumpe immer so lange im Krankenhaus bleiben, 7 Tage? Ich durfte meistens nach 2 Tage wieder heim.


    Und die letzte Frage, wie verläuft denn die Heilung bei dir?


    Danke Danke Danke


    Ioana

    meine eigene Erfahrung mit der Fistel

    An alle Forumsmitglieder und Forumsleser,


    zunächst einmal finde ich es ganz toll, daß es eine solche Seite gibt. So konnte ich mich vor meiner OP am 17.12.2005 so gut informieren, daß ich mit dem Arzt ein "Fachgespräch" führen konnte. Toll!! Aber der Reihe nach.


    Wie ich inzwischen weiß, gab es das erste Lebeszeichen meiner Mitbewohnerin bereits vor ca. 10 Jahren (ich bin 24, männlich, wiege 70 kg bei 1,95m). Damals dachte ich, es wäre eine Nachwirkung eines starken Steißbeinsturzes in der Kindheit, so wie wenn Narben wetterfühlig sind. Keine äußeren Anzeichen.


    Inzwischen ist es August 2004 und ich beginne ein Praktikum von zwei Monaten, das sehr mit Sitzen vor dem PC verbunden ist. Mitte Oktober ist es dann so weit: meine Mitbewohnerin zeigt ihr wahres Gesicht. Ich wache morgens auf und habe urplötzlich unbeschreibliche Schmerzen am Steiß. Selbst auf dem Bauch zu liegen ist unerträglich. Zu dem Zeitpunkt "diagnostiziere" ich den geschwollenen heißen "Pickel" mit Knorpel, der zwischen den Wirbeln hervorgekommen ist. War für mich logisch, da ich ein leichtes Rückenleiden habe. Also gehe ich am vorletzten Praktikumstag erst einmal arbeiten und will dann später zum Orthopäden. Gesagt getan werden die Schmerzen so stark, daß ich noch nicht einmal beschwerdefrei stehen kann geschweige denn laufen. Ich lasse mich von jemandem abholen mit dem Ziel Orthopäde. Die Autofahrt war der reinste Horror. Jeder Kanaldeckel läßt mich fast durch das Blechdach des Autos springen.


    Beim Orthopäden angekommen verspüre ich schlagartig Besserung. Anscheinend hat sich der vermeintliche Knorpel wieder eingerenkt. Als ich vor dem Röntgengerät stehe - ich habe in Unwissenheit natürlich Steißbeinbeschwerden angegeben - bemerke ich, daß der Hintern an besagter Stelle blutet. Der Orthopäde diagnostiziert sofort: "Sie haben zu 90 % eine Steißbeinfistel! Stellen Sie sich gleich in der Ambulanz der Klinik vor." Was mir blühte, das wußte ich noch nicht wirklich. Ich wußte nur: OP unumgänglich und die Schmerzlinderung war der geplatzte Eiterabszeß am Steiß.


    In der Klinik mußte der Abszeß dann mit einem kleinen Schnitt entlastet werden, damit der Eiter vollständig abfließen kann. Ich verlangte eine örtliche Betäubung. Die Ärztin sagte mir, daß das bei entzündetem Gewebe nicht möglich ist und bot mir eine Kurzbetäubung mittels Vereisen an. Nahm ich an. Leider. Das waren die schlimmsten Höllenqualen, die ich je empfand. Hätte sie 11 statt 10 Sekunden mit dem Stickstoffvereiser draufgesprüht, dann wäre ich ins elfte Stockwerk eines Krankenhauses gesprungen, das nur 10 Etagen hat!!


    OK, ich habe jetzt ein wenig übertrieben. Denn 15 Sekunden danach war der Schmerz weg. Die Therapie der kopmmenden Woche: täglich mit antibakterieller Lösung ausspülen in der Ambulanz und Verbandwechsel. Nach 4 Tagen war der Abszeß VOLLSTÄNDIG abgeheilt und es war, als wenn nie etwas gewesen wäre. Nach einer Woche wieder vollkommen sitzbeschwerdefrei. Meine Mitbewohnerin war in Urlaub. Bei diesem positiven Verlauf sagte der Arzt, es ist kein Problem, die OP bis zu den Weihnachtsferien hinauszuzögern, wenn sich kein neuer Abszeß bildet. "Das ist sehr gut planbar". Seine Tipps: täglich Pospalte ausduschen und Kompresse zwischen die Pobacken, um womöglich Sekret aufzufangen oder überhaubt den Bereich vor Schmutz zu schützen. Zusätzlich haarfrei halten da unten. Wer hier im Forum ausgiebig die Fistelursachen gelesen hat, weiß ja inzwischen, wieso das so wichtig ist. Damals entdeckte ich zum ersten Mal die winzigen, aber typischen, Fistelöffnungen.


    Als BWL-Student ist man natürlich sehr neugierig und ich begann, ganze Abende vor dem PC alles über Steißbeinfisteln zusammenzutragen und fand dabei auch dieses Forum: eine Informationsgoldgrube! Allerdings beunruhigten mich die vielen Horrorgeschichten hier: golfballgroße Löcher von 14 cm Länge, quallvolle Tamponadenwechsel, Wundheilung von Monaten, Rezidive, und, und, und. Gerade durch die Hilfe der Forumsteilnehmer und deren guten wie schlechten Erfahrungen konnte ich sehr strategisch vorgehen: Suche einen Proktologen!


    An dieser Stelle möchte ich eine Klinik in Trier, in Rheinland-Pfalz namentlich empfehlen: das Mutterhaus in Trier- ein akademisches Lehrkrankenhaus der Johannes-Gutenberg -Uni in Mainz. Das klang gut. Und es war ein Volltreffer: Der Chefarzt der Chirurgie I hat als Schwerpunkt u. a. die Proktologie. Was mich sehr positiv überrascht hat: als normaler Kassenpatient wird man bei der ambulanten Vorstellung zum OP-Termin vom Chefarzt persönlich untersucht! Hut ab. Überhaupt: ein äußerst freundliches Team, nicht nur in der Ambulanz, sondern auch auf der Station, die ich im Dezember dann kennenlernen sollte. Man wird nicht überall mit Handschlag von den Pflegern begrüßt, die immer ein freundliche Wort auf den Lippen haben. Es wird sich Zeit für den Patienten genommen. Ich konfrontierte den Professor natürlich mit meinen Horrorgeschichten aus dem Forum hier. Er war positiv überrascht von meiner "Fachkenntnis". Hier in Stichworten, wie "Sinus Pilonidalis" bei ihnen entfernt wird: radikale Excision mit auf Wunsch stationärer Aufnahme, was ich dann annahm, da ich derzeit Single bin, wegen Nachblutungen und so; Fistelgänge werden vor dem Schnitt mit Methylen-Blau gefärbt, dann Tamponade mit Alginat (sei laut seinen Erfahrung für die Patienten am schmerzfreiesten); den Verband einmal täglich wechseln auch nach der Entlassung in der Ambulanz nach vorherigem Ausduschen der Wunde. Laut dem Professor sind Sitzbäder veraltet, da man "im eigenen Saft" sitzt. Der Duschstrahl ist eine mechanische Wundsäuberung; die Tamponade wird vor dem Wechsel generell angefeuchtet. Nach der Heilung den Bereich unbedingt mit ENTHAARUNGSCREME haarfrei halten. Die spitzen Spitzen der nachwachsenden rasierten Haare können die Haut durchstechen und dann wieder einwachsen. Offene Wundheilung wegen geringster Rezidiv-Rate. Hier wird also eine optimale Fistel-Excision durchgeführt!


    Inzwischen ist es der 17.12 2005: mein Schicksalstag! Auf Station eine sehr freundliche Aufnahme und Zimmerzuweisung. Auch hier bekommt man natürlich die obligatorische "keine Angst vor dem OP-Pille". Dann wurde ich abgeholt, nachdem ich meine schicke OP-Kleidung in modernem Mint-Grün angezogen hatte samt Thrombosestrümpfen. Im OP gibt es eine aufgewärmte Decke und gewärmte Fußstülpen. Toller Service, oder? Selbst im OP herrscht diese nette Atmosphäre mit Späßchen. Das einzig ekelhafte ist der Gummigestank der Sauerstoffmaske. Drei Stunden Später wache ich im Aufwachraum auf, keine Übelkeit, keine Benommenheit. Die Anästhesie war also ebenfalls sehr kompetent; habe ich aber auch so erwartet, denn es war eine sehr hübsche junge Ärztin! Keine Sorge, der Eingriff dauerte nur knapp 10 Minuten, aber ich habe mal gut ausgeschlafen.


    Wieder auf Station: ich sitze auf dem verbundenen Steißbein im Bett; aber kein Schmerz! Es fühlt sich eher an wie eine leichte Prellung. Der nächste Tag ließ keinen Zweifel an der OP aufkommen: der erste Tamponadenwechsel! Wurde wie gesagt vorher eingeweicht: nicht ein einziges Anzeichen des geringsten Schmerzes, obwohl ich genau fühlte, wo und wie die Schwester da "rumstocherte". Bereits an diesem Tag nehme ich das Abendessen schmerzfrei im Sitzen am Tisch ein OHNE Sitzhilfe. Auch das Ausduschen des ca. 4cm langen und 3,5 cm breiten Loches bereitet wider Erwarten keinerlei Schmerzen! Man muß allerdings am ersten Tag auf Nachblutungen achten. Bei mir stellten die sich beim Duschen ein. Seit dem ersten Tage trage ich über dem Verband eine Netzhose, in dei ich mir zusätzlich eine Riesenvorlage stecke. Sieht zwar wie ein Entenhintern aus, sammelt aber wirksam das Blut in den ersten paar Tagen auf. Stuhlgang ist übrigens auch vollkommen problemlos; ganz wie gewohnt. Laut Arzt reicht auch dann einmal täglich vor dem Verbandwechsel auszuduschen, dam man beim Stuhlgang ja den Verband dran läßt und der Stuhl ja nicht nach oben fällt. Klingt logisch. Mein Verfahren: Kloabfluß so mit Klopapier auslegen, das nichts spritzen kann, erst trockenes Papier, dann feuchtes Papier und dann den After noch mit Kernseife waschen. Das sollte weitgehend keimfrei werden. Schließlich wird die Wunde ja auch bereits mit der normalen Luft kontaminiert beim Verbandwechsel, und welche Ambulanz arbeitet in Reinluft?


    Inzwischen ist der 21.12.2005 und ich habe heute Morgen das Krankenhaus verlassen. Morgen ist wieder Verbandwechsel nach dem Duschen. Sollte es ein Rezidiv geben, dann liegt das jedenfalls weder an der Behandlung, noch an mir. Dann ist es eben so. Aber bis jetzt verläuft alles planmäßig. Und während ich dies schreibe sitze ich wieder ganz normal auf meinem Bürostuhl. Die Vorlage sammelt lediglich noch das Exsudat auf. Schmerzfrei natürlich. Ich habe zu keinem Moment ein Schmerzmittel benötigt. Diese Schmerzfreiheit hat sogar die Profis leicht überrascht.


    Am Schluß mein persönlicher Tipp: wartet niemals solange, bis sich der Abszeß entzündet!! Dann wird das Loch riesengroß und dann gibt es Schmerzen. Macht es wie ich und laßt die Excision mit offener Wundheilung durchführen wenn S. P. "schläft". Mann kann sich ja vorstellen, daß jemand mit meiner schlanken Bauart wegen geringer Fettschicht am Steißbein bei dieser OP schnell an den blanken Steißbeinknochen gelangt. Unentzündet ist der Eingriff am besten.


    Ich danke jedem, der diesen Beitrag bis zum Ende gelesen hat und hoffe, Zweiflern die Angst vor der OP zumindest gelindert zu haben. Es ist nicht zwingender Weise eine Horrorangelegenheit! Also keine Zeit verlieren!!!


    Ich werde euch zu gegebener Zeit über den weiteren Verlauf der Heilung informieren.


    Frohed Feschdt unn änn gudden Rutsch ins naue Joahr!

    merci !

    @ birgit für die lieben grüße zur besserung, jo, als "schieber" wusste ich ja auch recht genau, was ich tat, während ich das drohende rezidiv verdrängte und erstmal ne tüchtige strecke durcharbeitete. daher auch der recht trockene humor, gleich nüchtern mit der überweisung ins uni klinikum zu fahren... ;-) läuft übrigens soweit ganz o.k. - die alginat methode wurde abgelehnt. hab ich denn mal akzeptiert, obwohl ich sie gerne probiert hätte. nun weiter wiegehabt mesalt und kompressen, netzhöschen hoch und feddich...

    @ saarland-fistelgrube:

    danke für deinen ausführlichen text ! auch ich habe vor meiner ersten OP sehr davon profitiert, daß hier reichlich leidensgeschichten, tips und hinweise ausgetauscht werden. prima !


    und an alle geplagten wie immer gute Besserung ! *:)