Diabetes Typ I und Beziehung

    Liebes Forum,


    aus Neugier eröffne ich diesen Thread. Möchte dieses Thema auf Typ I beschränken, da der ja meist eher in jüngerem Alter auftritt und man ja auch mit Spritzen/Pumpe hantieren muss.


    Habt ihr euch je Gedanken gemacht, wie ein neuer Partner/in darauf reagieren könnte? Habt ihr Angst, abgelehnt zu werden? Wie haben eure PartnerInnen darauf reagiert?


    Ich habe vor 20 Jahren Typ I bekommen (damals war ich noch ein Kind) und mir ehrlich gesagt nie Gedanken darum gemacht, was ein Partner denken könnte. Ich stand da immer dahinter und manche haben mehr gefragt, manche weniger... Ein Problem geäußert hat niemand. Seit kurzem bin ich Pumpenuserin und mein Freund hat damit kein Problem - er ist der Meinung, wenn mir das hilft ist es super.


    Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

  • 6 Antworten

    Nun gut, ich habe zwar Typ II, bin aber insulinpflichtig und muss 4x am Tag messen und spritzen. Viele (auch meine Partnerin) mögen weder den Blutstropfen beim Messen als auch die Spritze sehen. Gehen wir mit Freunden essen, fordert sie mich immer auf, dafür auf Toilette zu gehen, was ich zwar einsehe, aber irgendwie herabwürdigend empfinde. Zuhause tue ich das nicht mehr, da drehe ich mich nur etwas beiseite.

    Eine Pumpr trägt man ja nun aber ständig. Wie ist das beim Sex?

    hätte ich kein Verständnis dafür. Mit pens habe ich immer unterm Tisch gespritzt, fürs Messen halt etwas weggedreht. Da hat sich nie jemand beschwert, man kann auch gerne wo anders hinschauen. Wenn ich jedes mal wo anders hin müsste, wäre ich ja den halben Tag beschäftigt.


    Die Pumpe kann man für Sauna, Sex, Duschen etc für bis zu 2h abstecken und aufs Nachtkästchen legen. Für den Dexcom habe ich dann ein zweites Pflaster drauf, ihn stört beides nicht.

    Mein Mann ist insulinpflichtiger Diabetiker. Mich stört es nicht wenn er sich am Tisch spritzt und seit den Bequemlichkeiten der freestyle libre und Konsorten muss man auch nicht mehr blutig messen.

    Jemanden zum spritzen aufs Klo zu schicken find ich auch herablassend... Wenn jemand erkältet ist schick ich ihn zum Husten oder Nase putzen auch nicht aufs klo

    Ich habe meinen Typ 1 mit 26 Jahren bekommen. Damals war ich mit meiner Freundin etwa ein Jahr zusammen. Für sie wars kein Problem. Eher, dass ich nicht früher zum Arzt bin. Diabetes ist weder ansteckend, noch für Aussenstehende mühsam zu handeln. Mittlerweile sind elf Jahre vergangen und wir leben halt damit. Ich mehr, sie weniger. Aber mir ist auch wichtig, dass es meine Krankheit ist. Nicht die meines Umfelds.

    Ein früherer Kommilitone und Weiterbildungskollege war Typ I-Diabetiker. Schon seit dem Grundschulalter. Er hat es kurz mitgeteilt und dann komplett ungeniert gemessen und auch mit Pen gespritzt. Nach langer Zeit bekam er dann auch eine Pumpe. Mittlerweile ist er in leitender Funktion tätig, aber geht weiterhin total offen damit um.