Diabetis Typ 2 – "immer dick – faul und dekadent???"

    Hallo


    egal wo ich google und Infos über Diabetis Typ 2 und Insulinresistenz suche, bekomme ich die gleichen Ergebnisse.


    Übergewicht, bewegungsarm, falsche Ernährung, dekadent...


    ** Ich kann das so nicht hinnehmen. Ich finde das ist die absolute Diskriminierung.


    Bei mir ist noch die richtige Diagnosefindung im Gang.


    Gut, ich habe auch ÜG bin aber bei weitem nicht adipös (ist bei vielen auch nicht aus Lust am Essen, sondern oft auch krankheitsbedingt),


    Diabetis Typ 2 liegt in meiner Familie.


    Meine Großmutter (alles andere als ÜG), meine Mutter (war auch nicht ÜG), ihr Bruder, mein Bruder...alle ab Mitte 40 an Diabetis Typ 2 erkrankt.


    Es wurde uns praktisch in die Wiege gelegt.


    Ich treibe sehr viel Sport (jeden 2. Tag mind. 2 Stunden), esse viel Gemüse, Obst in gesunden Mengen (allergie bedingt keine Bananen, Trauben, Kirchen usw.) Esse kaum Fleisch, keine Wurst, sehr kontrolliert KH. ich mache bestimmt nicht alles richtig, aber ich lasse mich äußerst ungern als dekadent bezeichnen, nur weil ich Insulinresistent bin.


    Daher meine Frage:


    Kann die Resistenz nicht auch andere Ursachen haben als die "üblichen Verdächtigen"?


    Ich gebe zwar nicht auf (erst wenn ich tot bin) aber es entmutigt mich und ich habe ständig das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen.


    ich denke bestimmt nicht alleine so???


    Eure Emelie :)_

  • 34 Antworten

    Ne, geht mir auch so ;-)


    Mein Endokrinologe sagt übr. auch, Typ 2 liegt häufig in der Familie, wenn dich das tröstet.


    Insulinresistenz geht bei Frauen häufig mit einer Hyperandrogenämie einher, wurde das mal getestet? @:)

    Ist das gängige Klischee, dass Typ-2-Diabetes angefressen, selbst verschuldet etc. ist. Bestätigt fühlen sich die Leute dann durch das vermehrte Auftreten der Krankheit bei übergewichtigen Kindern.


    Dabei ist das nur ein möglicher Grund. Sicher wirds begünstigt durch Übergewicht. Aber grad wenn dus in der Familie hast, ist der Grund wohl klar da zu finden.

    Wäre ja schonmal nen Anfang, dass Wort richtig zu schreiben. Ganz neu ist es Dir ja auch nicht.


    Und du sagst doch selber, du hast Übergewicht.


    Und es ist einfach Fakt dass auf der einen Seite, Übergewicht das Risiko erhöht und eine Behandlung verschlechtert.


    Ich habe beruflich manchmal mit Diabetesforschung zu tun, wenn man eine Auswertung von Diabetikern sieht, welches Gewicht diese haben, dann Typ 2 sicherlich zu über 80% einen BMI von über 25. Ist also keine diskriminierung sondern Fakt! Leider liegt der durchschnitt dieser sogar bei einem BMI von gut über 30...

    Und zu was führt eine Insulinresistenz? Zu Übergewicht. Was verstärkt eine Insulinresistenz? Übergewicht. Was verstärkt Übergewicht? Eine Insulinresistenz.


    Es gibt (v.a. bei PCOS Patientinnen) eine Menge normalgewichtiger Frauen mit Insulinresistenz.


    Und wie oben gesagt, kann z.B. eine Hyperandrogenämie zu einer IR und damit zu Übergewicht führen.

    Zitat

    Diabetis Typ 2 – "immer dick – faul und dekadent???"

    Nicht immer, aber leider sehr oft. Und ich muss sagen, ich kenne ausschließlich nur Übergewichtige Diabetis Typ 2 Patienten. Diese haben sich auch jahrelang ungesund ernährt und sich kaum bewegt. Als sie dann die Diagnose Diabetis Typ 2 bekamen, fingen die meisten erst an ihre Lebensgewohnheiten zu ändern. Aber da war es leider schon zu spät

    Zitat

    Übergewicht, bewegungsarm, falsche Ernährung, dekadent...

    Der erste Punkt ist...statistisch gesehen... Fakt.


    Falsche Ernährung und Bewegungsarmut sind wiederum statistisch die häufigste Ursache für Übergewicht. Das ist auch Fakt.


    "dekadent" ist eine Wertung und wäre tatsächlich diskriminierend. Habe ich jetzt in Zusammenhang mit Diabetes noch nicht gelesen.


    Wenn du für dich sagen kannst, dass du dich gesund ernährst und viel Sport treibst, dann hast du halt genetisch gesehen Pech gehabt. Das macht oben genannte Punkte aber nicht weniger "wahr".

    Schon klar, ein Teufelskreislauf, wer Übergwicht hat und Diabetes bekommt hat es noch schwerer Übergewicht loszuwerden.


    Also heißt es wohl, erst garkein Übergewicht kriegen bevor man Diabetes bekommt(nicht zwingend durch das Übergwicht, aber mit Übergewicht ist das Risiko halt höher).


    Viele nehmen sogar mit Diabetes weiter zu, vielleicht auf der Seite aufgrund des Diabetes und dessen Behandlung, aber vielleicht auch, weil sie ihren sonstigen Lebensstil garnicht verändern und einfach so weitermachen...; das sieht man ganz deutlich. Denn die gleiche Zahl derer die weiter zunehmen passt auf die, die angeben keinen Essensplan zu haben und nichtmal wissen was sowas ist...

    Zitat

    Wenn du für dich sagen kannst, dass du dich gesund ernährst und viel Sport treibst, dann hast du halt genetisch gesehen Pech gehabt. Das macht oben genannte Punkte aber nicht weniger "wahr".

    Wenn man mal ihre anderen Threads durchliest, dann kann man erkennen, dass sie erst seit wenigen Monaten Sport treibt.

    Zitat

    Wäre ja schonmal nen Anfang, dass Wort richtig zu schreiben.

    Zitat

    @ Rimmp:

    Danke...super...eine korrekte Rechtschreibung therapiert DIABETES! Lass Dir die Therapie patentieren...wirst Multi – Millionär...


    ** Nur zur Info...ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung....und das Vertippen ist nicht gesetzlich verboten.


    Das ÜG das Krankheitsbild begünstigt weiss ich auch, darum geht es mir nicht. Es geht mir darum, das man immer als faul, verfressen und dekadent hingestellt wird, wenn mein ein DIABETES Problem hat.


    Weisst Du eigentlich, wie es ist, wenn man an einer Krankheit zu verzweifeln droht, welche Vorgeschichten da dran hängen können (in meinem Fall z.b. schwere Schicksalschläge (Todesfälle Mutter und kleiner Bruder) in der Familie, div. Fehlgeburten, Kinderwunschbehandlung, Bulemie...


    beim nächsten mal erst denken bitte – und dann schreiben!

    @ Pfefferminzlikör:

    besser kann man es glaub ich gar nicht ausdrücken!!!!!!!! Danke....

    ich werd Millionär juhu ;-D


    einmal verschreiben ist das eine, ist schon der 2. Faden wo es falsch ist, aber lassen wir das und wie es ist an einer Krankheit zu verzweifeln weiß ich, ich habe behinderte Eltern, eine Schwiegermutter die an ALS gestorben ist, betreue nebenberuflich Querschnitssgelähmte, ich weiß wo man wirklich jammern darf und worüber diese jammern... aber nicht sowas hier!

    @ Parvati:

    stimmt, ich habe vor einigen Monaten wieder mit dem Sport angefangen, das heißt aber nicht das ich vorher nie welchen gemacht habe. In den letzten Jahren bin ich immer mal wieder durch Krankheit vom Sport ausgebremst worden. Job und Familie und manchmal war der innere Schweinhund einfach stärker als ich. Streite ich gar nicht ab.


    und ich zweifle auch nicht daran, das Typ 2 fast ausschliesslich bei ÜG Patienten zu finden ist. Ich finde es einfach nur schlimm, das die betroffenen Personen eher disriminiert und beleidigt werden (bzw. man vermittelt ihnen das Gefühl) als motiviert.


    Wie weh das tun kann, wie mutlos das macht. Das soll nichts schönreden, Diabetes fällt nicht vom Himmel...

    @ Rimmp:

    Es geht mir nicht besser, wenn ich weiß, das es anderen schlimmer geht als mir. Jedem geht sein eigenes Schicksal am Nächsten. Das heißt auch nicht, das man nicht erschrocken und betroffen sein kann, von schlimmen Schicksalen Anderer...


    Und ich jammere nicht...ich hab das Recht an meinem Leben zu zweifeln!!!!

    hallo emeliemaus


    also ich bin auch Diabetiker Typ 2, mich hat aber noch niemand als verfressen und dekadent bezeichnet, bin auch nur leicht übergewichtig (BMI 25,6). Auch bei uns liegt es halt in der Familie. Das macht es nicht einfacher, aber trag das Päckchen, das kann niemand für Dich tun. Ignoriere einfach die Spinner, die eine solche Erkrankung auf das was Bild schreibt, generell zurückführen. Ich kenn auch Leute, die haben einen BMI von 30 und kein Diabetes. Dafür aber bestimmt andere Probleme. Kopf hoch, schluck Deine Medis, mach Deinen Sport und freu Dich über hoffentlich verbesserte Langzeitwerte *:)

    @ Xpunkt:

    Danke....einfach nur Danke

    @ volldampf:

    Auch Dir danke...wie schon gesagt, aufgeben ist nicht mein Ding...ich versuche einfach durchzuhalten. Aber Danke Danke für die lieben Worte.


    Ich kenne übrigens auch ÜG (extrem ÜG), die "kerngesund" sind...


    Jeder hat sein Päckchen zu tragen und hat damit eigentlich genug zu tun...manchmal holt uns auch das Schicksal Anderer wieder ein weinig runter, wenn wir uns in unseren Sorgen verrennen...auf die "gesunde" Mischung kommt es eben an...


    *:)

    Ich hatte einen Gestationsdiabetes und auch viele Risikofaktoren dafür (Übergewicht und familiäre Vorbelastung, Alter). Und gerade das Problem mit dem Übergewicht war eben auch nicht von der Hand zu weisen (BMI 28). Trotzdem weiß ich auch was die TE meint, ich habe mich zeitweise auch einzig auf mein Gewicht reduziert gefühlt und hatte teilweise auch mit Vorurteilen zu kämpfen, dass ich "nur Kuchen" esse. Tue ich nicht, aber meine Ernährung vorher war trotzdem falsch und viel zu kohlenhydratlastig (fast nur Brot und Getreideprodukte). Das habe ich bei der Ernährungsumstellung gemerkt.


    Als faul hätte ich mich eher nicht bezeichnet, im Gegenteil je stressiger und voller mein Alltag wurde desto dicker wurde ich. Keine Zeit mehr für den Schwimmverein, Essen immer im Gehen unterwegs.


    Ich hoffe, dass sich meine positivere Ernährung im Alltag mit jetzt 2 Kindern nicht wieder verliert.

    @ emeliemaus

    nicht verzweifeln (auch wenn ich auch Angst habe, dass der Diabetes jetzt bleibt, Nachuntersung ist ja erst noch), vielleicht ist es auch eine Chance viel zu ändern und bewußter etwas für seine Gesundheit zu tun, obwohl Du ja schriebst, dass Du schon sehr gesund lebst (im Gegensatz zu mir damals). Ich drück die Daumen.