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    Frage an Erfahrene

    Hallo zusammen.


    Es geht um meine Mutter. Diese ist seit 8 Jahren an Diabetes erkrankt. Sie bekommt Metformin (wenn es richtig geschrieben ist) Typ 2 ist sie.


    Sie ist bei einem Arzt in Behandlung zu dem sie alle 3 Monate zur Blutentnahme muss. Bekommt dann die Ergebnisse von der Helferin ausgehändigt. Mich stört das sie nie mit dem Arzt selbst spricht, aber das geht mich nichts an.

    Nun ist der aktuelle Langzweitwert über 7.4


    Sie selbst misst ihre Werte nur ein bis zweimal die Woche. Konnte ich auch nicht verstehen.


    Neulich hatte sie mal gemessen, da lag zwei Stunden nach dem Kuchenessen der Wert bei 219. Ich habe Schoko Kirsch Kuchen gebacken. Die Kirschen habe ich von Natreen gekauft und statt Zucker habe ich Xylit genommen


    Ihre Nüchternwerte liegen bei 120 bis 130


    Meine Mutter redet mit mir über ihre Krankheit nicht und meint alles ok.

    Da ich denke das es auch nichz mein recht ist mich einzumischen lasse ich es.


    Meine Frage nun an euch: was den Nüchternwert angeht. Ist der bei Diabetikern so hoch? Oder versucht man bei einer Therapie den Wert so einzustellen, wie er es bei Gesunden Menschen wäre, zwischen 80 und 100?


    Ist bei einem Diabetiker der Wert über 200 nach dem Essen normal? Oder müsste sie besser eingestellt werden?


    Ich mache mir meine Gedanken weil ich damals meine Oma schon deswegen verloren hatte.


    Danke im voraus

    LG

  • 13 Antworten
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    Wenn man nur Tabletten bekommt ist gar nicht vorgesehen dass man den Blutzucker selbst misst. Ist laut Krankenkassen nicht nötig. Wobei manche Ärzte wohl 50 Teststreifen pro Quartal dennoch verordnen. Andere Leute zahlen privat.


    Der Langzeitzucker ist eigentlich zu hoch. Es kommt aber auch drauf an ob noch weitere Erkrankungen vorliegen. Aber dass der Arzt deine Mutter nicht sehen will, schockiert mich doch etwas.


    Geht deine Mutter 1x im Jahr zum Augenarzt und lässt die Netzhaut untersuchen ?

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    Zitat

    Sie selbst misst ihre Werte nur ein bis zweimal die Woche. Konnte ich auch nicht verstehen

    Als nicht-insulinpflichtige Diabetikerin wird ihr nur eine begrenzte Zahl Teststreifen zustehen, heisst, sie kann womöglich gar nicht mehr messen. Ausser, sie würde die Tests selber bezahlen. Und wahrscheinlich ist es auch nicht nötig, dass sie ständig misst. Gut wär, wenn sie systematisch kontrolliert. Also zB. mal Tage macht, wo sie mehrmals misst, um zu sehen, wie der Körper reagiert.


    Den Nüchternwert fänd ich für mich zu hoch, aber ich bin ein 38-jähriger Typ-1-Diabetiker und habe andere Möglichkeiten als eine ältere Typ-2-Diabetikerin mit Metformin. Wie alt ist deine Mutter? Je nachdem, wie alt sie ist, wird ihr Arzt das Therapieziel ggf. etwas grosszügiger setzen, weil der Nutzen von tieferen Werten in keinem Verhältnis zu den Kosten, resp. Gefahren stehen könnte. Ihre Nüchternwerte sind jetzt auch nicht dramatisch hoch. Den Wert eines Gesunden wird sie wohl sowieso nicht erreichen können, es sei denn, sie ernährt sich konsequent Lowcarb.


    Zitat

    Ist bei einem Diabetiker der Wert über 200 nach dem Essen normal? Oder müsste sie besser eingestellt werden?

    Es kann vorkommen. Der Stoffwechsel ist gestört, also hat das Auswirkungen. Ideal ist natürlich, wenn das möglichst wenig passiert.


    Zitat

    Da ich denke das es auch nichz mein recht ist mich einzumischen lasse ich es.

    Und das ist das sinnvollste, was du tun kannst.


    Natürlich verstehe ich deine Sorge, wenn schon jemand in der Familie daran gestorben ist. Aber heute haben wir Möglichkeiten, die früher kaum denkbar waren.

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    Hallo LaraGina,


    warum bäckst du deiner Muttter auch einen Schoko Kirsch Kuchen? Sehr viel bringt es nicht, wenn du den Zucker ersetzt. Die KH aus dem Mehl sind genauso schlimm. Probiere es mal mit Quarkkuchen oder irgendwas mit viel Sahne. Das Fett bremst die Aufnahme der KH aus Zucker uns Stärke und führt deshalb bei den meisten Typ2-Diabetikern zu niedrigeren BZ-Werten.


    Der HbA1c-Wert zwischen 6,5 und 7,5% wäre mir persönlich zwar auch zu hoch, aber er trifft das ärztliche Ziel. Wenn deine Mutter die 7,4% halten kann, dann wird sie auch nicht direkt an Diabetesfolgen sterben.


    Der neue Entwurf der Therapieempfehlungen der DDG sieht sogar einen noch größeren Bereich bis 8,5% für das HbA1c vor, wobei die Entscheidung von Lebenserwartung, Begleiterkrankungen u.s.w. abhängig gemacht werden soll. Du kannst dir die Entscheidungstabelle ja hier (ganz am Ende) mal ansehen:

    https://www.leitlinien.de/mdb/…ion-patientenblaetter.pdf

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    meine Mutter hat auch Diabetes und nimmt auch metformin.

    Wir thematisieren die Erkrankung eigentlich recht selten. Sie geht regelmäßig zum Arzt und ich gehe davon aus, dass sie und dieser alles soweit unter Kontrolle haben.

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    Vielen lieben Dank für eure Antworten.


    Fühle mich jetzt echt aufgeklärt. Backe keinen Kuchen mehr und mische mich auch nicht mehr ein. Sie wird das schon im Griff haben.


    Zu der erste Frage ganz oben, nein sie geht nicht zum Arzt und lässt ihre Netzhaut kontrollieren. Sie möchte nicht zum Augenarzt.


    LG

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    Das Leben ist zu kurz für keinen Kuchen ;)

    Aber halt wie Rainer8 geschrieben hat, eher solche mit wenig Kohlenhydraten. Da gibts viele tolle Rezepte.

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    oder Erdbeerkuchen :-) Beeren ansich haben wenig KH und wenn man eine obsttorte macht mit reichlich Beeren und wenig teig, sollte es schon mal gehen. Sie muss ja nicht die ganze Torte essen;-D

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    Schlecht informiert, schlecht beraten, man kann Diabetes 2 durchaus durch Ernährung mit wunderbaren Lebensmitteln schlemmend genießen. Jedoch sicherlich nicht so, dass man der Mutter solchen Kuchen backt....


    Bei den Ernährungsberatung-Docs kann man sich über die Filme informieren, wie das geht.


    Ich hatte vor Jahren auch einen schlechten Diabetologen, der einen noch schlechteren, von der Pharmazie geschulten Ernährungsberater hatte, der schon mal ankündigte, man müsse nix ändern, kann so weiter machen wie bisher. Und wenn Metformin nicht mehr ausreicht, na, dafür gibt es dann eben Insulinspritzen. Alles ganz easy....


    Seit fast 10 Jahren habe ich einen Langzeitwert von 5,8 bis höchstens mal 6,2.

    Mein damaliger Augsgangswert lag bei 8,3.

    Entweder man wird aktiv und kann dann auch eventuellen Langzeitschäden besser vorbeugen , oder eben nicht. Jeder kann sich für dies oder das entscheiden.

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    Ja es tut mir wirklich leid wegen dem Kuchen.


    ABER folgendes. Meine Mutter isst alles wie eh und je seit Jahren und hat nichts in ihrer Ernährung geändert. Zb auch jeden Nachmittag Kuchen vom Bäcker. Und da sie gerne diesen Kuchen wollte, dachte ich mir ich tu wenigstens was gutes, indem ich den Zucker ersetze und die Kirschen von Natreen kaufe. Aber das habe ich jetzt auch gelernt das das nichts bringt.


    LG

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    Wen man kein Interesse hat an solchen Dingen, was offensichtlich der Fall ist, dann sind die Werte eben auch zu hoch, dann wird irgendwann gespritzt, dann. wird man/Frau vielleicht irgendwann blind, hat offene Beine oder sogar Amputatioenen zu erwarten.....


    Diabetes tut ja nicht weh... Erst einmal nicht.....

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    Die Mutter geht ja zum Arzt und anscheinend ist ein Wert von 7,4 noch zu tolerieren.

    Und weißt du, BenitaB, nicht jeder schafft es eben, durch Ernährung seine Werte in den grünen Bereich zu bekommen.

    Und NICHT jeder Diabetes führt irgendwann zu tierischen Folgeschäden.


    Und Typ-1-Diabetiker spritzen sich immer. Du klingst, als sei Insulin spritzen der Vorhof zur Hölle.

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    LaraGina schrieb:

    Ja es tut mir wirklich leid wegen dem Kuchen.

    Das muss dir nicht leid tun. Wenn deine Mutter sowieso häufig Bäckerkuchen isst, dann war deiner auf jeden Fall schon etwas besser für Diabetiker geeignet. Außer, wenn dein Kuchen ihr so gut geschmeckt hat, dass sie doppelt so viel davon gegessen hat.


    Wenn deine Mutter nicht von sich aus auf eine geeignete Ernährung achtet, dann kannst du sie wahrscheinlich auch nicht dazu bringen. Ihr Arzt wird auch nichts tun, solange ihr HbA1c leitliniengerecht zwischen 6,5 und 7,5% liegt.