Diabetes macht bereits vorhandene Krankheiten nicht einfacher, das stimmt sicher. Ich hoffe, dass deine Tochter das rasch in den Griff bekommt.


    Viele fürchten sich vor den Spritzen. Ich hatte damit auch meine liebe Mühe. Ein paar Monate vor der Diagnose hab ich mir in den Finger geschnitten. Ziemlich tief. Also zum Arzt, dann gabs noch eine Tetanus-Auffrischung. War doch schon einige Jahre her bei mir. Ich hab mich vor der Spritze gefürchtet. Erinnerte mich nur noch an die Schmerzen, die ich als Kind jeweils verspürt hab, wenn ich geimpft worden bin. Furchtbar. Sass also da auf der Liege, wartete auf den Schmerz ... und er kam einfach nicht. Irgendwann hat die Ärztin dann gemeint, ich könne den Ärmel wieder runtermachen und gehen, sie sei durch. Ich hab den Stich also nicht mal ansatzweise gespürt. Erst danach, als es etwas warm wurde.


    Als ich dann Ende Jahr im Krankenhaus lag und frisch die Diagnose Typ 1 erhalten hab, wurden mir die Insulininjektionen am Anfang von den Krankenschwestern verabreicht. Bis es irgendwann hiess, ab morgen sei das meine Aufgabe. Was hab ich gelacht. Spritzen bekommen ist das eine, das mag ja noch gehen. Aber sich selbst eine Nadel reinrammen? Quatsch, so bin ich nicht drauf.


    Am Ende musste ich halt. Kann ja nicht wegen jeder Mahlzeit zum Arzt. Und was soll ich sagen ... die Angst vor Nadeln ist rückblickend betrachtet lächerlich gewesen. Die Nädelchen der Pens sind so dünn und kurz, man spürt eigentlich nichts. Es kann mal brennen, man kann mal eine blöde Stelle treffen. Aber zu über 95% ists einfach ein kleiner Pieks. Kaum spürbar.

    Nunja, meine Tochter ist von Baby an sehr häufig gestochen worden. Es gab Zeiten, da wurde sie drei Mal täglich für Blutabnahmen gestochen. Mit alles Tricks. Emlapflaster usw. Ich denke, das ist einfach so in ihr drin, weil sie kaum gute Stellen zum Blutabnehmen hat. Alles vernarbt. Und für sie ist Nadel Nadel, egal wie klein oder groß. Sie bekommt Panik. Darum habe ich derzeit auch noch zusätzlich das Problem, dass sie nicht essen will, weil sie dann auch nicht spritzen muss. Nunja. Sie spritzt nun seit gut 6 Wochen und es wird immer schlimmer. Abwarten, was die im Krankenhaus tun können.

    Hallo Peddi,


    das tut mir sehr Leid, was deine Tochter - und auch du - in ihrem jungen Leben schon durchmachen musste. :)_ :)_ :)_ :)_


    Wenn sie so eine wahnsinnige Angst vor Spritzen hat, bleibt als Alternative dann ja nur noch die Pumpe. Mein Mann hatte auch erst Skrupel, sich zu spritzen, aber das war eine natürlich Hemmung, die wahrscheinlich die meisten da erst mal haben. Er hatte sonst keine Angst vor Spritzen. Klappt es denn mit dem messen des Blutzuckers? Das ist ja sozusagen auch eine kleine "Nadel". Zwar versteckt, dass man sie erst mal nicht sieht, aber sie schießt ja dann beim Messen in den Finger. Ansonsten gäbe es da auch nur die Alternative mit diesem Libre, komme da jetzt nicht auf den vollständigen Namen gerade (wurde hier ja in vorherigen Beiträgen schon geschrieben). Da muss man den Sensor ja nur alle 2 Wochen wechseln u. braucht das Gerät nur an den Sensor zu halten. Das wurde meinem Mann auch angeboten. Aber unsere KK übernimmt das Gerät gar nicht u. die Sensoren nicht vollständig. Das wäre zu teuer für ihn geworden. So ist er bei seinem alten Accu Check Aviva geblieben.

    Das mit deiner Tochter tut mir leid zu hören. Sie ist wohl noch um einiges schlimmer dran als ich :(


    Wie sie sich fühlt erlebe ich gerade am eigenen Leib. Ist wirklich nicht schön.


    Aber mit dem Spritzen kann ich dich beruhigen. Die Kanüle des Pens spürt man fast gar nicht. Da ist bz messen meiner Meinung nach viel schlimmer. Dieses Stechen in den Finger ist für mich gar nicht schön.


    Das Freestyle Libre scheint schon echt eine Erleichterung zu sein und die meisten Kassen zahlen das glaube ich auch.


    So eine beschissene Krankheit, echt :(

    Ich danke Euch für Euer Mitgefühl.


    Wie geschrieben, das ist psychisch. Denn mit dem Stechen in den Finger hat sie kein Problem.


    Sobald sie aber diese kleine Mininadel des Pen sieht, und das tut sie ja nunmal, hat sie eben diese Panikgefühle. Das ist schlimm. Psychisch geht es ihr noch schlechter seit die Diagnose Diabetes steht. Sie hat so schon wenig Möglichkeiten wegen des Essens. Da gibt es viel, was sie nicht darf, weil sie ein schlechtes Immunsysthem wegen der Immunsuppris hat. Zusätzlich darf sie nicht alles arbeiten, keine Schichten, keine Kinder, keine alten Menschen wegen Ansteckungsgefahr keine Tiere. Nichts schwer heben. Ursprünglich wollte sie Konditiorin werden. Naja. Sie hat so viel hinter sich, da ist das nun auch noch schlimm für sie.


    Bisher lehnt sie Pumpe ab. Auch diese Messmöglichkeit mit Chip. Mal schauen, wie das im Kinderkrankenhaus dann wird. Die sind ja auf sowas spezialisiert.

    Hallo Niklas :)


    Oje, die Zeit nach so einer Diagnose ist echt hart, tut mir leid, dass es dich getroffen hat :)_


    Ich habe Diabetes mit 10 Jahren getroffen - mittlerweile bin ich ca. 30, also lebe schon mehr als 2/3 meines Lebens damit.


    Weder für Freunde, noch für Partner war das jemals ein Problem. Meine Freunde schmunzeln manchmal, wenn sie mich beim spritzen "erwischt" haben - das geht so flott und geschickt, dass das Umfeld das sogut wie gar nicht merkt. (ich mag nicht immer aufstehen und aufs WC verschwinden, mache das meist im Schutze der Tischkante :-D )


    Es wird eine große Umstellung für dich sein. Aber irgendwann wird es so selbstverständlich sein wie Zähneputzen. :)_


    Einen Ausweis habe ich nicht. Brauch ich nicht :-)

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    Ich fühle mich überhaupt nicht eingeschränkt. In der ersten Zeit danach kam ich gar nicht klar, da hat mir die Akzeptanz gefehlt. Heute denke ich mir, mich hätte weit schlimmeres treffen können - ich kann jetzt eh nix daran ändern.


    Irgendwann bist du so weit, den Diabetes zu akzeptieren und dann fällt es dir leichter. :)_

    Hm gibt es wirklich was viel schlimmeres? Ich meine ein Tumor oder ein geht unter Umständen auch wieder weg und um ein amputiertes Bein muss man sich auch nicht kümmern. Wir müssen jeden Tag jeder Zeit selbst unsere bz Werte in Ordnung bringen und können das Leben vielleicht weniger genießen als andere.


    Das mit der Akzeptanz fällt mir noch ganz schön schwer

    Ich würde mich davon lösen, ob es etwas Schlimmeres gibt. Es ist subjektiv und was bringt es dir, ein anderer elendig an Lungenkrebs stirbt? Fühlst du dann Erleichterung, weil sie eine Steigerung gibt? Ich vermute, Nein. Wenn jemand nur einen Schnupfen hat, empfindest du dann die Bestätigung oder Erleichterung, dass keiner so leidet wie du? Wage ich auch zu bezweifeln.


    Die Akzeptanz kommt nicht über Nacht, solche Diagnosen müssen auch verarbeitet werden. Glaub mir, hier sind einige, die ein Päckchen zu tragen haben und nur die wenigsten haben innerhalb von einer Woche wieder das Leben angelächelt. Das dauert.

    Meine Freundin, inzwischen 63, hat seit dem 10. Lebensjahr Diabetes. Wer es nicht weiß, merkt rein gar nichts.


    Und als Neuling braucht man wirklich einen guten Diabetologen, kompetente Ernährungsberatung. Ich bin mit Diabetes 2 bei den Ernährungs-Docs bekannt aus der Visitesendung. Die Ernährungsberater sind wirklich super, nach neuesten Erkenntnissen wird da das Essen zusammengestellt.


    Buch dazu: Die Ernährungs-Docs: Diabetes


    GU: Diabetes Kochbuch


    Ich hatte früher Diabetologen, wo deren Berater von der Pharmaindustrie ausgebildet waren mit dümmsten Empfehlungen, Hauptsache man nimmt Medikamente und ansonsten kann alles so bleiben wie es ist.


    Heute ist mein Essen ausgeglichen, weil so zusammengestellt, dass es gar keine großen Schwankungen in den Werten gibt.


    Low carb ist angesagt, entsprechend gute Kochbücher sind auch auf dem Markt.


    Wenn man erst einmal in dieser Ernährung Fuß gefaßt hat (bei mir hat es schon 3 Monate gedauert, bis ich das im Griff hatte), dann macht man alles spielend.


    Selbst Kuchen sind kein Problem, ich nehme Xucker, wenn ich denn überhaupt mal Appetit drauf habe.


    Ich liebe Eis. Gekauftes geht ja nun gar nicht. Also habe ich investiert in eine Eismaschine mit Kompressor. In 40 Minuten habe ich, unter Verwendung von Xucker, ein tolles Eis, Rezepte sind meist auf 4 Portionen ausgelegt, 3 friere ich ein. Meist mache ich Frozen Yoghurt mit Heidelbeeren oder auch mal ein verwegenes Ziegenkäses, da ist gar kein Zucker beigefügt.


    Brot: da backe ich, so im Netz zu finden, "Das beste Brot der Welt". Hat KH's aber da aus Hafer, was eh super gut für die Bauchspeicheldrüse ist, macht es nur einen moderaten Anstieg, es gibt keine Spitzen oder extreme Schwankungen.


    Das Rezept ist nicht nur super lecker sondern läßt sich, statt in der Form zu Brot gebacken auch flach ausgestrichen wie Müsliriegel handhaben. Habe ich immer für unterwegs dabei, wenn es mir nicht möglich ist, entsprechend dem Diabetes zu handeln. Schmeckt in jeder Lebenslage, nehme ich zu jedem Kaffeeklatsch mit, wo andere ihre Sahnetorten essen. Man kann


    , wenn man einen Hauch Süßes mit drin haben will, Gojibeeren oder einen kleingeschnittenen Streifen Mango (vorher etwas eingeweicht) mit in den Teig geben. Wenn ich das mache, gebe ich 20 g davon dazu, das ist wegen des Eigenzuckergehalts auf die gesamte Menge dann kein wirkliches Problem.

    Du kannst einem frisch diagnostizierten Typ-1-Diabetiker, der die ganzen Veränderungen noch als riesige Wand vor sich sieht, doch nicht mit Therapieempfehlungen, die für Typ-2-Diabetiker perfekt sind, kommen.


    Niklas442 muss Medikamente nehmen, damit alles beim Alten bleibt. Die Veränderung, die er ohne Medikamente, sprich Insulin, erfahren würde, wäre recht einschneidend und auch endgültig. Friedhof einfach. Drum ist auch der Hinweis auf Lowcarb sicher nett, aber für ihn nun echt nicht zentral. Mit Lowcarb erreicht man zwar eine flachere Blutzuckerkurve und allgemein bessere Werte. Aber spritzen muss man trotzdem. Also warum nicht grad normal gesund, wie jeder andere Mensch essen? Man kann mit Insulin normal leben und muss nicht zwingend seine Ernährung umstellen. Man darf natürlich. Oder man macht einfach, wonach man grad Lust hat.

    Nun mal ganz ruhig. Ich empfehle Ernährungsberatung vom Feinsten eigentlich, Bücher, ein gutes Brot und selbst hergestelltes Eis.


    Das zeigt auch, wie man entspannt mit dem Diabetikerleben umgehen kann. Und eigentlich wurscht, ob Diabetiker 1 oder 2.


    Ernährung wird in den empfohlenen Kochbüchern nun echt nicht unterschieden zwischen 1 und 2.

    Wenn man gute Berater hat, wird man eines Besseren belehrt. Weil eben normales Brot eben doch mehr zu Zucker umgewandelt wird als Brot mit extrem niedrigen glykämischen Index. Genau so etwas erfährt man aber in einer seriösen Beratung. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    der beste berater für jemand mit der neuen diagnose diabetes ist immernoch der diabetologe und die entsprechende diabetikerschulung ... gerade wenn man unsicher ist. es gibt viele arten sich gesund zu ernähren. ich habe typ 2 und ernähre mich gesund und auch ohne lowcarb. ich habe es mit gesunder ernährung und bewegung geschafft, dass ich von 60 einheiten insulin pro mahlzeit geschafft habe ... ich brauche kein insulin mehr.


    ein diabetiker typ 1 muss eben auch noch auf andere dinge achten und insulin spritzen. das beste ist von anfang an beim doc alles zu fragen, was man auf dem herzen hat u natürlich sollte man seinem arzt u dem ärzteteam vertrauen ...


    jeder muss für sich rausfinden, was für ihn gut ist und wenn man unsicher ist mit hilfe.


    alles gute :)* :)* :)* :)* @:)