Ich habe die Weisheit nicht selbst erfunden, ich übernehme die moderne Weisheit anderer, die sich wissenschaftlich damit auseinandersetzen. Und was man 1998 wußte, ist eben in einigen Dingen überholt. Man spritzt sich das dann zurecht, wenn man dann mal dies und dann mal das isst, so macht meine Freundin das auch, die seit über 50 Jahren Diabetes hat. Mit inzwischen fatalen Folgen. Aber: ihre Sache...


    Nach Möglichkeit keine Spitzen aufkommen lassen, LOGI (Low Glycemic and Insulinemic) ist das Ziel, was ein moderner Diabetiker durch intensive Beratung lernen und umsetzen kann.


    Und einem frischen Diabetiker Typ 1 die ollen Kamellen von 1998 zu erzählen, halte ich nun echt für ... genau :(v


    Je mehr ein Neuling über empfehlungswerte Dinge erfährt, umso besser. Aber ich sehe schon, Ratschläge sind mal wieder Schläge mit der Peitsche....

    Ein junger Mensch macht sich Sorgen, weil bei ihm frisch Typ-1-Diabetes festgestellt wurde. Er fürchtet sich, dass sich sein ganzes Leben verändert, er alles komplett umstellen muss. Dann find ich eine Breitseite von Lowcarb-Ernährungstipps nun halt echt nicht das, was hilft. Denn das ist für die meisten Menschen eine grosse Umstellung. Ich sage nicht, dass es falsch ist, sich dementsprechend zu ernähren. Aber die moderne Medizin erlaubt Typ-1-Diabetikern, sich "normal" zu ernähren. Also brauchts erstmal keine Umstellung.


    Als Diabetiker wird man sich zwangsläufig mit Ernährung auseinandersetzen. Man lernt, wie sein Körper auf verschiedene Kohlenhydrate reagiert. Und reagiert dann entsprechend. Ich mach ab und an auch Lowcarb, wenn sichs anbietet. Aber eine ganze Umstellung ist für mich nicht praktikabel, nicht sinnvoll und würde mir viel an Lebensqualität nehmen. Denn wie bereits erwähnt, spritzen muss ich sowieso. Also kann ich auch grad noch Nudeln essen. Wenn man weiss, wie man sie zu behandeln hat.


    Ich verzichte auf Fruchtsäfte und normal gesüsste Getränke. Die sind heikel, was Spitzen angehen. Den Rest kriegt man hin.

    Mein Langzeitwert ist 5,2 ;-D und jetzt liegen meine werte zwischen 4,4 und 5,3 ... heut gab es nudeln für mich 100g davon) mit garnelen, möhren und zuckerschoten ... mein zuckerwert danach 4,9. man kann schon vieles essen. Ich habe mich wieder gut bewegt, denn das essen alleine macht es nicht aus.


    ich habe zwar auch schon seit 95 diabetes und auch schon durch umzüge andere diabetolgen gehabt, aber jeder war kompetent geug ... jetzt bin ich seit einigen jahren bei meinem diabetogen und der ist super und mit einer alten weisheit haben alle diabetologen recht ... geszunde ernährung und bewegung sind das a und o.


    trotzdem müssen typ 1 diabetiker noch auf andere dinge achten ... aber mit beratung ist das gut zu meistern.


    ich frage mich nur, warum man sich so sehr darüber aufregt, wenn andere ihre eigene meinung haben.


    ... nur keinen streit @:) @:)


    gestern gab es bvei uns low carb pizza mit blumenkohlboden u die war super lecker und wird nun auch immer mal auf unserem speiseplan stehen ... zusammen mit den dingen, die für mich gesunde ernährung sind ;-D

    Ich sehe schon, konstruktive Vorschläge, von Ernährungsmedizinern entwickelt, die schließlich auch frische Diabetiker behandeln, werden hier als Vergewaltigung empfunden.


    Die beste Behandlung, die beste Beratung mit entsprechender Literatur findet man dort. Warum soll jemand nicht gleich die beste Vorgehensweise kennenlernen? Dafür sich erst mal einiges nach Motto Forumsteilnehmer mit Kenntnissen von 1998 aneignen???


    Diabetikeressen noch mal - unterscheidet nicht zwischen Diabetes 1 und 2, man schlemmt sich sehr gut durch und niemand würde überhaupt auf die Idee kommen, es sei Diabetikerspeziell, wenn man auf den Teller guckt. Das ist die Nachricht, die positive Nachricht für jemanden, dessen Welt zusammengebrochen ist.


    Aber die Wahrheit scheint zu sein, dass hier alte Erkenntnisse nie mit neuen gepaart wurden. Man müßte ja auch Änderung vornehmen, was man gar nicht will.


    Im Februar noch bin ich von meiner altbackenen Diabetologin mit ihren wahrscheinlich auch 1998 Kenntnissen zu den Ernährungsmedizinern gewechselt. Viele Dinge liefen falsch, obwohl mein HbAc1 5,8 war, der Rest wurde von der Diabetologin als macht nüschte kommentiert.. Eine bereits entwickelte Fettleber mit Achselzucken betrachtet.


    Die Ernährungsmediziner haben die Hände überm Kopf zusammengeschlagen, sie sind ja auch Diabetologen. Es wurde ein nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mit Oekotropholgen erstelltes Konzept erstellt, in dem ich aber selbst die Regie führe, je nachdem, welche Essensvorlieben ich habe.


    Und das ist Ernährung, wie gesagt für Diabetes, egal welcher Ursache Wurscht, ob für Typ 1 oder 2.


    Man schlemmt sich so durch...


    Meine Botschaft ist weiter, sich an Ernährungsmediziner zu wenden, da kriegt man von Anfang an das Wissen, was man braucht.


    So. Ich brauch erst mal ein Kokos-Stracciatella-Eis. Natürlich diabetisch aufbereitet. Einfach köstlich....

    Ohje streitet euch doch nicht. Bin dankbar für alle Hinweise und Tipps. Ich denke, dass ich mir jetzt nicht gerade eine ganz besondere Diät für Diabetiker aneignen muss, aber umstellen muss ich trotzdem.


    Habt ihr eigentlich Tipps, wie man sich am besten orientiert wenn man auswärts isst? Ich meine man kann im Restaurant nicht das essen auseinander nehmen und die Bestandteile wiegen :-/


    Hab gerade weiterhin große Ups und Downs bezüglich des geistigen Zustands... Habe ja die Schulung und alles hinter mir aber muss das ganze trotzdem noch verdauen... Es klappt zwar halbwegs zuhause, aber einfach ist es wirklich nicht.


    Hoffe ja sehr, dass die Technik so bald wie möglich Sprünge macht und uns das Leben erleichtert :-|

    Das wichtigste ist, dass du zu Hause im geschützten Rahmen übst. Du musst lernen, Kohlenhydrate zu schätzen. Portionsgrössen zu schätzen. Dabei hilft es, eine Küchenwaage zu verwenden am Anfang. Dann kannst du auch im Restaurant normal bestellen und abschätzen, was du isst. Natürlich weisst du nicht, was der Koch an Zucker in die Sauce reinschmeisst. Aber das ist auch nicht schlimm. Spritze am anfang zurückhaltend. Korrigieren kann man immer. Zu hohe Werte sind kein Beinbruch. Wenn man weiss, weshalb man sie hat. Und wenn sie nicht zu oft auftreten. ;-)

    Ich kann zwar zum Diabetes nichts beitragen (in unserer Familie hat es nur mein Kater), aber ich kann dir versichern, dass die Hochs und Tiefs bei der Krankheitseinsicht wirklich normal sind. Bei mir wurde letztes Jahr Morbus Bechterew diagnostiziert und auch heute hadere ich noch manchmal damit. Solche Sachen beeinträchtigen halt den bisherigen Lebensstil. Mach dir deswegen keine Sorgen.

    Ich stimm dem Meister zu - ich würde zu Hause mit der Küchenwaage üben. Irgendwann siehst du deine Beilage an und weißt genau, wie viele BE sie hat. Man bekommt irgendwann den Blick für Portionsgrößen, dann brauchst du gar nicht mehr drüber nachdenken. Übungssache :-)


    Bei Saucen ist es wirklich so, gerade zB Asiaten (diese üblichen Süßsauersaucen) sind wirklich schwer einzuschätzen, die bestehen ja quasi nur aus Zucker.

    Danke für die Tipps. Gerade macht sich ein wenig Optimismus breit muss ich sagen. Bin mittlerweile im Alltag zurück und eigentlich hat sich kaum was verändert. Habe bisher fast immer gute Werte und esse halt bewusster, aber verzichte auf kaum etwas. Ich war mit freunden und familie unterwegs, bin Motorrad gefahren und war vorsichtig joggen und alles ging gut. Auch spritzen und Messen geht gut. Freestyle Libre ist genehmigt und bestellt.


    Mal sehen, was die Zukunft bringt. Vielleicht kann man damit tatsächlich halbwegs ordentlich leben. :-)


    Wie ist das eigentlich bei euch mit körperlicher Anstrengung? Nimmt der bz kontinuierlich, linear ab oder hört das irgendwann auf? Eigentlich müsste das Glukagon nicht irgendwann gegensteuern? Ich arbeite viel im Garten und gehe eigentlich ziemlich kräftig Sport machen und will vermeiden, regungslos auf dem Boden zu liegen

    Das kommt (bei mir) ganz darauf an, was es ist - Ausdauertraining oder Kraft, die Außentemperatur usw.


    Das Glukagon steuert schon irgendwann dagegen - aber so lange kannst du nicht warten, weil du dann längst arg unterzuckert bist. Das ist also kein guter Plan ;-D auch da muss man ein bisschen ausprobieren. Manche essen Kohlenhydrate vorm Sport, bei manchen tut sich vom Zucker her nicht so viel.... Wie immer, Beobachtung ist Trumpf :-D

    Mein Vater (mit Diabetes Typ 2) musste auf seiner Reha immer vor und nach dem Sport Blutzucker messen. So konnte er einschätzen, wie weit er fallen könnte.


    Für meinen Kater habe ich übrigens eine Tube Jubin daheim, für Notfälle. Das hat immer gut geholfen - ist auch eigentlich für Menschen gedacht.