Spritzen in der Öffentlichkeit

    Hallo Ihr Lieben,


    ich spritze seit Sommer 2015 vor jeder Mahlzeit Insulin und das wenn nötig auch in der Öffentlichkeit, Restaurant, Wald, Park etc... nun hatte ich am gestrigen Freitag erstmals ein negatives Erlebnis in dieser Richtung und zwar mit meinem Chef.


    Ich war in einem Bistro mit Ihm Essen und er hat sich darüber "mokiert", das ich vor seinen Augen meinem leider üblichen "Werk" nachgehen und mir eben Insulin ( Pen ) spritzen wollte. Ich sollte doch bitte auf die Toilette damit gehen ! Er fände das genauso unmöglich wie wenn andere Frauen in der Öffentlichkeit stillen würden. Und was würden nur die anderen Leute von mir denken?!


    Ich wusste zwar, das er damit so seine "Probleme" hat und da nicht hingucken kann, drum vermeide ich es z.B. im Büro "es" zu tun aber in diesem Moment ging es nun nicht anders. :-|


    Ich war ehrlich gesagt etwas "irritiert" und angesäuert ":/ - schließlich geht es hier im die "Instandhaltung" meiner eh schon angegriffenen Gesundheit durch den Mist - ich hatte 2015 eine diabetische Polyneuropathie.


    Was denkt der sich eigentlich? >:( Und wo bitte schön soll man das in der Toilette erledigen ?! - Gibt ja in solchen Örtlichkeiten da kaum Ablagen für sein Equipment


    Wenn ich mir immer Gedanken darüber machen würde, was andere von mir denken könnten, wäre ich nicht da, wo ich heute in meinem Leben bin, wo ich schon Einiges hinter mir habe !


    Euer Statement bitte !


    Danke

  • 23 Antworten
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    Euer Statement bitte !

    Mach sein Problem nicht zu deinem.


    Mir persönlich würde auch die Lust dazu fehlen, mit jemandem, der u.a. so

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    Er fände das genauso unmöglich wie wenn andere Frauen in der Öffentlichkeit stillen würden.

    denkt, zu diskutieren. Wenn er es nicht aushält, eine stillende Mutter oder einen Diabetiker, der sich lebensnotwendiges Insulin spritzt, zu sehen, kann er sich doch Scheuklappen besorgen.

    Ich kann Dich verstehen, und muss über seine Reaktion den Kopf schütteln.


    Klar, Du sollst das auf Toilette machen, damit andere womöglich meinen das Du dir einen Schuss setzen willst.


    Er hätte genauso gut auf Toilette gehen können so lange, oder einfach in eine andere Himmelsrichtung, schließlich gibt es vier davon.


    Und schämen musst Du dich bestimmt nicht deswegen, das Du es heimlich irgendwo machen musst.


    Mit dem wäre ich an Deiner Stelle das letzte Mal irgendwo hingegangen.

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    Euer Statement bitte !

    Ich finde das Getue Deines Chefs total albern. - Frag Doch mal Deine Kollegen (-innen), wie die das finden - und wenn es mal ein Arbeitsessen gibt, wo alle am Tisch sitzen, holst Du unter der Rückendeckung aller Deiner Kollegen in aller Ruhe Deine Utensilien heraus und machst das, was für Dich lebenswichtig ist. Punkt. Basta. Da wird er aber gucken, der Chef. :=o 8-)

    Auf der Toilette? Geht gar nicht. Unhygienisch!


    Diabetiker pieken sich doch in den Bauch, oder? Das ist doch nicht sooo auffällig - da kann man leicht vorbei schauen, wenn man's nicht sehen mag.


    Meiner Meinung nach hast du nichts falsch gemacht.

    Himmel hab Erbarmen! Eines dieser Exemplare, die alles, was das eigene Weltbild für Ästhetik stört, sofort auf Toiletten oder sonstige "Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn"-Orten verbannen möchte. %-|


    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass man hier, auch um sich selbst nicht in kräfteraubenden Diskussionen mit solchen Leuten verausgabt, am besten stoisch bleibt und mit einsilbigen Antworten abfertigt.


    "Können Sie das nicht auf der Toilette erledigen?" - Antwort (so trocken wie möglich): "Nein!"


    "Blablabla...unmöglich! Blablabla...stört mein zartbesaitetes Seelchen!" - Antwort: *Schulterzucken*


    Natürlich könnte man dann aufführen, dass man dann auch alle anderen, die eventuell ihre Medikamente in Verbindung mit einer Mahlzeit einnehmen müssen, auch aufs Klo verbannen müsste. Aber dann ist man schon - schwupp-di-wupp - in einer Diskussion verwickelt, die einen unnötig emotional aufwühlt und eventuell den Rest des Tages versaut. Deshalb mein Rat: bleib ganz ruhig, sag 'Nein!', lass solche Leute plappern, ohne dich auf eine Diskussion einzulassen, lehne dich zurück, schau zu wieder derjenige sich aufplustert/entrüsten und denk dir nur einfach dies.

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    Euer Statement bitte !

    Dein Chef ist ein Vollpfosten.


    Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir das erste mal mit einem befreundeten Paar zum Chinesen essen gegangen sind. Ich wusste zwar, dass er Diabetiker ist, aber für mich war das dann tatsächlich neu, dass jemand zum Equipment greift und sich den Pieks setzt. Meine innerliche Reaktion war dann aber eher Neugierde (wie das funktioniert) und auch eine Spur Mitleid, weil mir dadurch deutlich die dauerhafte Behandlung gewahr wurde, die die Betroffenen durchführen müssen. Was ja auch ein Stück weit in den täglichen Alltag eingreift und man sich ständig danach richten muss.


    Nie im Leben hätte mich das gestört.


    Im Übrigen finde ich es auch völlig OK, wenn Frauen öffentlich stillen. Das geht ja meistens so unauffällig, dass man schon besonders fokussiert sein muss, um sich daran zu stören.


    Was kommt als nächstes? Will dein Chef auch einen Nebenraum für Behinderte im Restaurant?


    War das ein besonderer Grund, mit deinem Chef essen zu gehen? Ich glaube, das sollte er sich in Zukunft überlegen. ;-)

    Ne Freundin von mir spritzt sich auch immer, wenn wir im Café sitzen, meist durch die Klamotten in den Oberarm. Das Einzige, was mich daran nervt ist, dass sie erst 2-3 Spritzer in die Umgebung verteilt, wohl um ggf. aufgestiegene Keime aus der Nadel zu entfernen und das Zeug stinkt barbarisch, finde ich, ich bin äußerst geruchsempfindlich. Ich weiß nicht, ob das immer so gehandhabt wird, aber vielleicht ist es auch das, was deinen Chef nervt und nicht das spritzen ansich.

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    Euer Statement bitte !

    Ich denke, er mag dich. Vielleicht sogar ein bisschen mehr als ihm lieb ist. Das mal als Grundorientierung. Bevor ich da weiterspekuliere, einige Fragen:


    Ist das denkbar? Würde es altersmäßig und von seinem sonstigen Verhalten in etwa hinhauen?

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    in diesem Moment ging es nun nicht anders. :-|

    Also hast du dich in den Bauch gespritzt? Wie hast du dich gespritzt?

    Dein Chef scheint ja ein behütetes Leben zu führen.


    Es gibt so Leute, die nicht daran erinnert werden wollen, dass nicht alle Menschen glücklich, gesund, schön und sorgenfrei sind.


    Falls du noch mal in die Situation komnst würde ich ihn fragen, ob du dich tatsächlich zum Spritzen in einen Raum zurückziehen sollst, wo an der Türklinke schon Fäkalkeime hängen, um seiner empfindlichen Natur gerecht zu werden?

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    Euer Statement bitte !

    Du machst es so, wie du es machst und willst dafür Verständnis von allen. Dein Chef mochte kein Verständnis aufbringen und jetzt bist Du sauer.


    Das ist so der Eindruck, der bei mir entstanden ist. Aber ich war nicht dabei. Vielleicht ist alles auch ganz anders.

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    Dein Chef scheint ja ein behütetes Leben zu führen.


    Es gibt so Leute, die nicht daran erinnert werden wollen, dass nicht alle Menschen glücklich, gesund, schön und sorgenfrei sind.

    Nun ja, er selbst leidet unter einer Krebs-Erkrankung vllt. liegt's daran. :-/


    Ich werde versuchen in Zukunft solche Situationen versuchen etwas eleganter zu umschiffen, man lernt leider erst oft aus ( negativen ) Dingen, wenn sie passiert sind.


    Aber seltsamerweise ist er wirklich der Einzige - wirklich - alle anderen sagen sich eben "wat mut dat mut" aus ! :-)

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    Also hast du dich in den Bauch gespritzt? Wie hast du dich gespritzt?

    ja das tue ich immer - WO sonst? Oberschenkel, Oberam etc..ne ist auch blöde und gibt u.U Knubbel etc. und tut mehr weh, als nötig! :-o

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    Aber seltsamerweise ist er wirklich der Einzige - wirklich - alle anderen sagen sich eben "wat mut dat mut" aus ! :-)

    Ich würde sagen, er ist der Einzige, von dem Du es hörst. Ich bin mir ziemlich sicher, es gibt noch viele, die Deine Meinung nicht teilen. Nur davon bekommst Du anscheinend nichts mit.


    Ich bin der Meinung, es ist eine Frage der sozialen Kompetenz, in welchen Situationen es angemessen ist, sich vor den Augen anderer Insulin zu spritzen.


    Eine pauschale Antwort, ob es angebracht ist, gibt es in meinen Augen nicht.

    Finde diese Meinung von dem Herrn voll damit. Sollen wir chronisch Kranken uns nun versteclen? Wenn du dich einmal in den Bauvh spritzt, sollte das doch nicht stören. Sollen die Leute lieber froh sein dass sie selbst gesund sind. Wurde auch schon mal wegen Einstichen für drogensüchtig erklärt. Manche Leute sind da sehr vorschnell

    Ein diskretes Spritzen in der Öffentlichkeit muss drinliegen. Wenn sich jemand aber in aller Öffentlichkeit den halben Ranzen freilegt, um dann mit voller Wucht den Pen reinzustecken, würd ich eine Kritik verstehen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass das jemand macht.


    Ich wurde oft gefragt, wann ich mir denn das Insulin spritzen würde. Gab immer grosse Augen, wenn ich sagte, dass ichs vor zwei Minuten gemacht hab. Unds halt niemand bemerkt hat.

    Ich finde das nicht schlimm mir in der Öffentlichkeit wenn es notwendig ist mir Insulin zu spritzen. Selbst in der Kneipe auf den Barhocker, gab zwar getuschel aber das war mir egal, bevor ich in einer versifften Toilette meine Drogen spritze mach ich es lieber so(auch schon mal durchs Hemd).


    Letztes hörte ich wie eine sagte, guck mal da der nimmt Drogen, da sagte ich nur bist du neidisch, wollste auch mal ;-D , Meine Liebste lief dann rot an, ich sagte dann wenn andere eine Kopfschmertablette draußen nehmen können, dann kann ich sowas auch.

    Manche Menschen gehen sogar auf die Toilette wenn sie sich die Nase putzen wollen bzw. laut schneuzen müssen weil es einigen eben unangenehm ist. Ich würde an deiner Stelle nicht davon ausgehen, dass die Leute dir immer die Wahrheit gesagt haben wenn sie meinten, dass es sie nicht stören würde. Mich würde es persönlich nicht wirklich stören aber wäre ich selbst betroffen dann würde ich da schon Rücksicht auf andere nehmen und es wohl doch lieber auf der Toilette machen einfach nur um solchen Diskussionen direkt aus dem Weg zu gehen.