Was muss ich alles bei Diabetes Typ 2 beachten?

    Hallo und guten Tag, am Montag bekam ich die Diagnose von meinem Hausarzt, dass ich Diabetes Typ 2 geworden bin - juhu ":/ . Nun schwirren mir natürlich viele Gedanken im Kopf herum. Metformin habe ich verschrieben bekommen und soll für 2 Wochen morgens 1/2 Tablette nehmen, anschließend morgens und abends je 1/2 und dann nach 2 Wochen abends 2 ganze Tabletten. Ich durchforste nun das Internet nach Essensregeln. Was darf ich, was darf ich nicht? Keine Ahnung, es steht sooo viel auf verschiedenen Seiten und alles verwirrt mich. Eigentlich bin ich dem Heulen nahe, weil ich nichts weiß :°( . Nächste Woche gehe ich zu einer Diabetesveranstaltung im nahegelegenen Krankenhaus. Aber erst nächste Woche :-( . Was kann und soll ich bis dahin machen ??? Sport ist keine Option für mich, da ich ein künstliches Knie und Rückenprobleme habe, zudem fängt auch meine linke Hüfte an zu schmerzen. Sogar Spazierengehen bereitet mir Schwierigkeiten :°( .

  • 22 Antworten

    Ohne jetzt deine genauen Essensgewohnheiten zu kennen, fang am Besten erst mal mit der Reduzierung von Kohlenhydraten an und esse dafür mehr Gemüse.


    Damit machst Du erst mal nichts verkehrt. Alles andere und das ganze Zusammenspiel der Lebensmittel (was sich wie auf den Blutzucker auswirkt) wird man dir dann schon in der Diabetikerschule erklären.


    Die Erkenntnis, dass man spezielle Diabetikerprodukte essen sollte und z.B. Zucker durch Süßstoffe ersetzen, ist inzwischen überholt.

    Wenig Kohlenhydrate und wenn, dann möglichst nur langkettige Kohlenhydrate. Wenig Obst und viel Gemüse. Wenn Obst, dann eher Beeren und alles, was wenig Fruchtzucker enthält und das sind meist die Sorten, die eher säuerlich sind.

    Zitat

    Sport ist keine Option für mich, da ich ein künstliches Knie und Rückenprobleme habe, zudem fängt auch meine linke Hüfte an zu schmerzen. Sogar Spazierengehen bereitet mir Schwierigkeiten :°( .

    Gerade dann solltest du etwas tun, auch, wenn es schmerzt. Klar, Joggen wäre eher kontraproduktiv, aber es gibt ja auch eher schonendere Sport- und Bewegungsarten (Pilates, Yoga, Wandern, Radfahren, Nordic Walking, Aquajogging...). Auch auf deine Bedürfnisse angepasste krankengymnastische Übungen wären sinnvoll. Was genau für dich gut wäre, solltest du mit deinem Arzt und möglichst auch mit einem Physiotherapeuten besprechen.

    Schwimmen ist leider nicht meins - ich habe es nie gelernt - und einfach nur so ins Wasser finde ich nicht schön. Ich habe auch in den letzten Jahren zugenommen (nein, nicht so viel) und fühle mich in einem Badeanzug nicht wohl. Mein Hausarzt hatte mir auch schon REHA-Sport verschrieben. Eine Weile hatte ich daran teilgenommen, doch leider sind die Schmerzen danach wirklich groß. Ich weiß, dass es sich vielleicht legen wird, aber dann kommt der Gedanke, nee, da gehe ich nicht mehr hin, das schmerzt zu sehr.


    Viel Gemüse hatte ich schon gelesen und verschiedene Obstsorten auch. Was ist mit Milchprodukten? Ich mag gerne Haferflocken am Morgen, mit Milch 1,5% und Bananen (ich brauche auch noch Kalium für mein Herz %-| . Haferflocken sollen ja gut sein, aber welche Milch sollte ich dazu nehmen? Bananen sind dann ja auch tabu für mich. Mensch, das ist alles nicht so einfach. Aber ich stehe ja noch am Anfang und habe noch soviele Fragen. Was ist mit Zimt, Rosinen, Erdmandel? Die sind mir gestern "über den Weg gelaufen". Ich mag auch gerne Schokolade und Chips.


    Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten @:)

    Weil wir nun doch bei Details sind, Du kannst dich so als Richtlinie an den glykämischen Index orientieren. Je niedriger, je langsamer steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen.

    Zitat

    aber welche Milch sollte ich dazu nehmen? Bananen sind dann ja auch tabu für mich

    Die fettarme Milch ist doch ok. Bananen sind nicht unbedingt tabu, nur sollten sie nicht überreif sein (weil dann wurde die Stärke zu sehr in Zucker umgewandelt und geht demzufolge schneller ins Blut)- also noch die herben, evtl. leicht grün und natürlich nicht im Massen.


    Rosinen sind (wie Weintrauben) der reinste Zucker und absolut nicht zu empfehlen. Erdmandeln kenne ich nicht, musste ich erst mal googeln, also keine Ahnung. Ansonsten wenn schon Kohlenhydrate, dann sind Vollkornprodukte.Nüsse sind generell nicht schlecht, nur eben sehr kalorienreich. Wenn Schokolade, dann sind dunkle Sorten vorzuziehen.


    Fett verzögert die Blutzuckererhöhung, wäre also eigentlich zu empfehlen, nur bei nötiger Gewichtsreduzierung und überhaupt für den Cholesterinspiegel ziemlich kontraproduktiv.

    Ersetze doch erst mal Teile von Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln durch Gemüse und mageres (Geflügel)fleisch, reduziere oder vermeide Süßigkeiten.


    Und warte dann deinen Termin ab, eine Woche macht nun so viel auch nicht aus. Du musst die Ernährung ja auch nicht von heute auf morgen komplett umkrempeln, sondern kannst dich Stück für Stück rantasten.

    Hallo Inge,


    es ist uns wohl allen am Anfang so gegangen, dass wir über die Diagnose geschockt waren. Man braucht erst einmal Zeit, um diese Tatsache einigermaßen zu verkraften. Nimm dir Zeit, die hast du. Dein Diabetes hat sich wahrschlich in mehreren Jahren entwickelt. Die Zeit, bis du bei der Diabetesberatung näheres erfährst, macht da überhaupt nichts mehr aus.


    Der Rat von Taps, die KH moderat zu reduzieren, ist auf jeden Fall gut. Wenn du allerdings KH und Fett und dann vielleicht auch noch Eiweiß reduzieren willst, dann wird so eine Ernährungsumstellung zu einer Qual. In der Tat kannst du die Kalorien, die durch die KH-Reduzierung eingespart werden, durch mehr Fett und mehr Eiweiß ersetzen. Beides erhöht den BZ fast gar nicht und sättigt auch noch besser als die KH.


    Wenn du ein gute Buch zur Ernährung bei Diabetes lesen willst, dann kann ich dir "Stopp Diabetes" von Gonder/Riechert wärmstens empfehlen.


    Alles Gute, Rainer

    Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure zahlreichen Informationen und Ratschläge.


    Sicher ist es so, dass ich mich "verrückt" mache. Und auch die Diagnose war schon hart. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet, da ich ja auch regelmäßig zum Arzt gehe - wegen verschiedener anderer Krankheiten.


    Nun habe ich auch gelesen, dass eine Kalorienzufuhr von 1200 tägl. nicht überschritten werden sollte. Ich habe mein ganzes Leben noch nicht 1 Kalorie gezählt, habe keine Ahnung von Kohlenhydraten, Eiweiß und was es noch so alles gibt. Wenn meine Töchter das jetzt lesen würden, würden sie sagen "Mama lebst du auf dem Mond?" :=o . Sie haben bestimmt Recht, aber es war ja nie nötig. Natürlich habe ich etwas zugenommen, allein schon wegen den Mengen an Medikamenten und weil ich mich ja nicht mehr bewege :°( , aber ich bin nicht wirklich "dick" :|N .


    Ich wollte nun gleich einkaufen und hatte mir überlegt: Äpfel, Haferflocken, Milch (unter 1,5% oder ist das nicht nötig?), Halbfettmargarine, Lachsschinken, Beeren, mageren Joghurt, Salat und Hähnchenbrust.


    Da ich ja Haferflocken sowieso gerne esse, kann ich auch morgens und abends welche essen, so als Schokoersatz?


    Ich bin immer noch total verwirrt ":/ , ich will ja dann auch sofort was ändern. Je mehr ich lese, um so mehr verunsichert mich diese blöde Diabetes ???

    Hallo Inge,


    wie hoch ist denn dein Blutzuckerwert?


    Erstmal muss man wissen, dass die Werte durch den Einfluss der Pharmaindustrie abgesenkt wurden.


    Dadurch waren vorher gesunde Menschen auf einmal Diabetiker. Das wird von Fachleuten sehr kritisch gesehen.

    Zitat

    Tipp


    Eine kohlenhydratarme Ernährung mit viel Gemüse, Eiweiß und Fett kann - zumindest in wenigen Diabetes-Typ-2-Einzelfällen - überhöhte Blutzuckerspiegel regulieren und führte in einer Studie dazu, dass mehr als die Hälfte der Probanden nach nur drei Wochen ihre Diabetes-Medikamente absetzen konnte.

    https://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/werte-wandel-warum-sind-wir-ploetzlich-alle-so-krank_id_4928403.html


    Natürlich musst du etwas tun.


    Ich würde die Verantwortung für die Gesundheit wieder in die Hand nehmen und sie nicht allein der Medizin überlassen.


    Es bestehen gute Chancen, den Blutzucker durch Ernährung und Bewegung wieder in einen gesunden Wert zu bringen. Das Übergewicht muss natürlich auch abgebaut werden.

    Zitat

    Sport ist keine Option für mich, da ich ein künstliches Knie und Rückenprobleme habe, zudem fängt auch meine linke Hüfte an zu schmerzen. Sogar Spazierengehen bereitet mir Schwierigkeiten.

    Auch ein künstliches Knie braucht eine gute Muskulatur drumherum, damit es möglichst lange hält.


    Lass mal deine Hüfte untersuchen. Die Hüftgelenke brauchen ebenfalls Bewegung, damit der Knorpel gut mit Nährstoffen versorgt wird. Das gilt auch für die Bandscheiben und die gesamten Knochen.


    Sonst ist der Abbau vorprogrammiert.


    Das Übergewicht belastet auch die Gelenke und führt irgendwann zum metabolischen Syndrom.

    Zitat

    Sicher ist es so, dass ich mich "verrückt" mache.

    Hallo Inge,


    beibe ganz ruhig und warte erst mal deine Diabetes-Schulung ab, die du ja schon bald hast. Danach siehst du bestimmt etwas klarer.


    Du hast Recht, im Internet kann man ganz viel über Diabetes finden. Allerdings schreiben nicht alle das gleiche. Du bist bestimmt noch nicht in der Lage, die Ratschläge, die für dich passen von denen zu unterscheiden, die für dich falsch wären. Deshalb solltest du dringend dir Schulung abwarten.


    Wenn du starkes Übergewicht hast, dann wird auch Abnehmen eine Rolle spielen. Auch dazu wird in der Schulung etwas gesagt werden. Vielleicht bekommst du noch zusätzlich eine Ernährungsberatung.


    Beste Grüße, Rainer


    P.S.:


    Die dümmlichen Verschwörungstheorien, die Hanca verbreitet hier verbreitet, kannst du getrost beiseite schieben. Selbst wenn da etwas dran wäre, spielt das für dich bestimmt keine Rolle. Deine Werte liegen wahrscheinlich nicht nur ein kleines bisschen über den Grenzwerten, sondern eher weit darüber. Da ist es vollkommen unerheblich, ob die Grenzwerte 10 mg/dl höher oder niedriger liegen,

    Dass Grenzwerte sinken, hat wohl auch damit zu tun, dass man heute einfacher und besser therapieren kann. Was früher als ok galt, gilt heute als nicht mehr so gut, weil mans ohne grossen Aufwand in einen besseren Bereich bringen kann. Durch Medikamente, durch Testmöglichkeiten (1980 war die Selbstmessung der Patienten noch nicht soweit wie heute) etc.


    Ein guter Blutzuckerwert ist der eines Gesunden. Was darüber geht, muss individuell betrachtet werden. Ein 50-Jähriger tut gut daran, den nahe an den Normalwert zu bringen, bei einem 70-Jährigen kann man auch mal etwas toleranter sein. Einfach, weil die Spätfolgen überschaubarer sind. Trotzdem ist eine gute Einstellung unabhängig des Alters das oberste Ziel.


    Am Anfang so einer Diagnose steht man vor dem Berg, das ist normal. Beim Typ 2 fühlt man sich evtl. noch nicht mal besonders krank, da ists noch schwieriger, zu akzeptieren, dass man was ändern muss.


    Ich bin zwar ein Typ-1-Diabetiker, dennoch befasse ich mich mit Lowcarb. Da gibts ganz viele tolle Sachen, mit denen man sich im Alltag nicht eingeschränkt fühlt. Schau dich doch mal im Internet danach um oder besorg dir ein Buch. Und vergiss am Ende den Genuss nicht. Es darf auch mal ein Stück Kuchen sein oder Schokolade. Nur halt als Ausnahme. Aber die Zeiten der Selbstkasteiung sind zum Glück vorbei. Man lebt auch mit Diabetes gut. Viel Erfolg beim Einleben!

    Hallo und guten Abend,


    ich schwirre immer noch durch das Internt um mich schlau zu machen ??? . Mit der Ernährung geht es jetzt soweit, aber mit den BE oder KH oder was es sonst noch gibt komme ich nicht ganz klar. Im Augenblick esse ich viel Salat mit Joghurt 1,5%, Äpfel und Kiwi, Vollkornbrot, Halbfettmargarine und eben alles ohne oder wenig Fett. Ich werde jetzt erstmal bis Mittwoch warten und mal sehen, was es im Kkh für Informationen gibt :=o .


    Ich hatte von meinem Arzt einen Wert von 140 bekommen. Der 1te Wert war 90, dann wurde nochmals im Labor nach 3 Std. gemessen und dann kamen die 140 raus.


    Tatsächlich habe ich schon das Gefühl, dass ich mein Gewicht schon etwas reduziert habe (leider habe ich keine Waage, die hatte ich vor Jahren entsorgt, weil ich mich nicht verrückt machen wollte, so wie meine Freundinnen).


    Gestern kam mein Blutzuckermessgerät und die dazugehörigen Utensilien. Natürlich wurden mein Mann sowie meine Tochter - selbst unser Enkel wurde nicht verschont :)z - gepiekst :)^ . War ein Heidenspaß und die 10 Lanzetten sowie die Messstreifen sind aufgebraucht. Man muss auch mal Spaß haben ;-D


    Meine Tochter arbeitet als Altenpflegerin und konnte mir dadurch ziemlich schnell die Technik des Gerätes erklären x:)


    Ich werde mich dann mal Donnerstag wieder melden und berichten, was es zu berichten gibt.


    Euch Allen wünsche ich ein schönes Wochenende und bleibt oder werdet gesund *:)

    Hallo Inge,


    meiner Nachbarin ging es vor 10 Jahren genauso wie Dir. Sie - eigentlich immer gesund, nur ziemlich übergewichtig - wurde plötzlich mit der Diagnose konfrontiert und glaubte zunächst, die Welt ginge unter. Dann fuhr sie auf unseren Rat hin zur Reha und kam bestens informiert und sehr beruhigt zurück. Seit zwei Jahren ist sie allerdings insulinpflichtig. Aber auch damit kommt sie gut klar. Inzwischen ist sie 78. Mit zwei künstlichen Kniegelenken ist sie nicht mehr besonders gut zu Fuß, aber sie fährt regelmäßig mit ihrem E-Bike und arbeitet viel im Garten.