Mit 24 zum Logopäden? – Sprachstörung seit 3 Jahren

    Mir ist das ziemlich peinlich, sowas anzusprechen. Vor allem weil ich langsam das Gefühl bekomme das normale vernünftige Sprechen verlernt zu haben.


    Ich habe eigentlich schon immer sehr schnell gesprochen. Sogar so schnell das mich Lehrer immer etwas bremsen mussten, wenn ich etwas schnell geredet habe. Seit meiner Ausbildung 2009-2011 ist es aber immer schlimmer geworden. Wenn ich Referate gehalten habe musste ich mit meinen Freunden Zeichen ausmachen mit denen sie mir sagen das ich langsamer sprechen soll. Ich habe das selbst als völlig normal empfunden.


    An evtl. Aufregung lag bzw. liegt es nicht, jedenfalls tat es das nicht als es begann. Ich liebte es vor anderen Referate zu halten.


    Das schnelle Sprechen gipfelte letztendlich in einer extremen Sprachstörung. Ich habe am Anfang immer Buchstaben am Ende von Wörtern verschluckt und inzwischen verschlucke ich schon ganze Wörter und komplette Satzteile.


    -> Poltern


    Dabei ist es völlig unerheblich mit wem ich spreche und in welcher Situation. Egal ob mit mit meinen Geschwistern, Eltern, Ärzten, Freunden, Family etc. Ich habe das Problem bei Allen.


    Es erfordert von mir inzwischen eine sehr starke Konzentration beim Sprechen und bei dem was ich sagen möchte.


    Mir ist dieses Problem total peinlich. Allerdings habe ich trotz dieses Problems keine Angst vor Konversationen auch wenn es mir unangenehm ist wenn ich dann wieder anfange zu "poltern".


    Kann ich in meinem Alter überhaupt noch zum Logopäden und ist es sinnvoll? Die arbeiten doch immer mit Kindern? oder kann das Problem auch von der Psyche kommen?


    Kennt jemand das Problem?

  • 20 Antworten

    Hallo Happy Banana! Ich kenne soetwas Ähnliches von mir. Als ich 16/17 war, fing ich auch an, sehr schnell zu sprechen, und konnte die Leute beim Reden nicht ins Gesicht schauen.


    Es war psychisch bedingt, wie ich heute weiß.. Habe mich zu der zeit sehr unwohl gefühlt in meinem Körper, wollte mich verstecken (hatte auch mit meinem Essverhalten zu kämpfen). So habe ich mir wohl unterbewusst eingeredet, wenn ich schneller reden würde, ist die Unterhaltung, Referat etc. auch schneller vorbei. Das ging soweit, dass ich auch zu stottern anfing. Worte, die mit W/V anfingen, gingen mir absolut nicht mehr über die Lippen.


    Es ging mit viel Übung und Aufbau von SElbstbewusstsein wieder weg. Vorträge halte ich immer noch nicht wirklich gern, aber sonst gehts.


    Also könnte ich schon bekräftigen, dass was psychische dahinterstecken KANN.


    Mir war es damals auch tierisch unangenehm. Und wenn ich auf die Idee gekommen wäre, zum Logopäden zu gehen, hätte ich das gemacht! :)^


    Was mir immer viel geholfen hat (besonders bei den Wörtern mit w, z.B. "Wasser" ), vorm aussprechen nochmal tief durchatmen.


    Blöde Story, ich weiss. Ich hoffe, du kriegst es wieder hin @:)

    @ Happy Banana:

    doof gefragt: nimmst du medikamente ein??? wenn ja: schau mal in den beipackzettel! denn manche können leider auch "sprachstörungen" als nebenwirkung haben %-| würde der zeitraum denn wenn ungefähr hinkommen???


    es braucht dir überhaupt nicht peinlich zu sein, jetzt einen logopäden aufzusuchen! siehe es einfach nur so: mir kann dort geholfen werden :)_ und im freundes-/familienkreis musst du es ja nicht an die große glocke hängen :=o


    übrigens ist eine freundin von mir logopädin, die sehr viele erwachsene als patienten hat (die auch als kind noch nie in behandlung waren) :)z ist also normaler als man denkt :-p

    Natürlich kann man in jedem Alter zum Logopäden gehen. Ich war mit Anfang 40 da, weil ich nach einer Schilddrüsen-OP Probleme mit den Stimmbändern hatte. Bei der Therapie kamen noch ganz andere Themen zum Vorschein (z.B. falsche Atemtechnik).


    So eine Therapie hilft wirklich, allerdings muss man auch konsequent üben.

    Mit Poltern geht man zum Logopäden. Das ist korrekt.


    Eventuell brauchst du zunächst mal eine Überweisung vom HNO, der sich dabei deine Stimmbänder anschauen wird.


    Achte darauf, daß du einen Logopäden findest, der auf Erwachsene spezialisiert ist statt auf Stotterkinderchen. Das findest du heraus, indem du googelst nach "fachverband deutscher logopäden logopädensuche" und dort deine Postleitzahl eingibst und dir deren genauen Spezialisierungen genau durchliest.


    Wobei Poltern eigentlich auch die Stotterkinder-Logopäden machen können, aber deren Kindergärtnerinnen-Art kann... uhhm... gewöhnungsbedürftig sein.