Morphiumpflaster

    Hallo!


    Meine Oma hat schon seit langer Zeit starke Schmerzen in den Beinen. Doch in letzter Zeit ist es vor allem im Linken Fuß und Unterschenkel schlimmer geworden.


    Es wird eine Nervenerkrankung vermutet.


    Ich bin fast jeden Abend bei ihr um die Füße einzureiben und nach dem Rechten zu sehen, aber immer öfters finde ich sie weinend in ihrem Sessel vor, weil sie die Schmerzen nicht mehr ertragen kann.


    Der Arzt hatte ihr deswegen schon eine vielzahl an Schmerzmitteln verschrieben. Sie hat jedoch nur noch einen Teil vom Magen und verträgt deshalb so gut wie nichts.


    Unsere letzte Hoffnung war deshalb das Morphiumpflaster.


    Als wir es das erste mal ausprobiert haben ist ihr aber nach 10min "komisch im kopf" geworden. Und sie wollte es wieder runter haben.


    Meine Frage nun: Sind das normale Nebenwirkungen? So ein Pflaster gibt doch nich seinen ganzen Wirkstoff in 10min ab. Wie kann es sein, dass schon nach 10min solche Beschwerden auftauchen?


    Hat sie vielleicht zu viel Angst davor? Wer hat schon Erfahrungen mit solchen Morphiumpflastern?


    Muss ich es vielleicht noch viel kleiner schneiden?


    Vielen Dank schon mal im Voraus...


    :-)

  • 19 Antworten

    Eine ältere Frau kriegt Morphiumpflaster? Wieviel ist denn da drin?


    Morphium ist nicht ohne, unterliegt nicht umsonst dem Betäubungsmittelgesetz.


    Was sagt denn der Arzt dazu, den solltest du ja eigentlich fragen.

    ja, des war ja dem arzt seine idee, weil nix anderes mehr geholfen hat. und dazu dass es ihr so dreckig danach ging hat der gar nich viel gesagt ausser: "weiß au net wo des herkommt."


    das Pflaster gibt 52,5 mikrogramm vom Wirkstoff in der Stunde ab.


    ich weiß nich ob das viel oder wenig ist. aber sie hatte es ja nur 10min drauf.


    Sie sagt mir fast jeden tag, dass se nicht mehr leben will mit solchen schmerzen. und wenn ihr das in irgendeiner weise hilft, dann will ich das schon nochmal ausprobieren

    Also die Dosierung find ich für den Anfang was hoch...Frag doch mal den Arzt nach 12,5 mykrogramm (keine ahnung wies genau geschrieben wird,dieses komische u mit Strich unten dran). Vielleicht is die Dosierung einfach zu hoch.

    hm

    Zitat

    weis au net wo des herkommt

    merkwürdiger arzt den ihr da habt:-/


    verordnet ein starkes betäubungsmittel und kann sich mögliche nebenwirkungen nicht erklären.


    das zeugt meiner meinung nach von unkenntnis. ist dieser arzt überhaubt in der lage betäubungsmittel richtig einzusetzen, sollte man besser fragen.


    am besten lasst ihr euch von einem arzt beraten der sich besser damit auskennt. ich würde einen facharzt für anästhesie zu rate ziehen. betäuben und schmerzunempfindlich machen ist schließlich deren job;-)


    gruss

    Hi Anna-Lena,


    ich habe einen Mailpartner, der schon jahrelang sehr gut mit Morphiumpflaster zurecht kommt.


    Hat Deine Oma evtl. Diabetes und durch eine schlechte Einstellung bedingt eine Polyneuropathie? Dann müßte natürlich diese Krankheit möglichst optimal behandelt werden, am besten durch Insulin. Alkohol unbedingt meiden! Alles Gute!

    Also,


    ich finde den Arzt erstmal klasse, dass er sich an ein Fentanlypflaster rantraut und Deiner Oma versucht zu helfen.


    Ich bin nämlich der Meinung, dass heutzutage niemand mehr dauerhaft unter Schmerzen leiden darf... mein Gott, die Menschheit fliegt zum Mars...


    Mit der Einstellung der Schmerzen muss er allerdings noch bisschen üben oder an jemanden überweisen, der sich damit auskennt.


    Zu Beginn steigt man mit der niedrigsten Dosis ein.. je nach Medikament 25 mykogramm/h oder weniger.


    In der Einschleichphase ist Benommenheit, Übelkeit und Müdigkeit sehr häufig. Bewährt hat sich da die Gabe von 3mal 5 Haldoperidol-Tropfen. Das nimmt die Übelkeit.


    Die Benommenheit und Müdigkeit legt sich nach einigen Tagen. Es tritt dann auch so eine Art Gewöhnung ein.


    Nach paar Tagen kann man dann das nächsthöhere Pflaster wählen, wenn nötig.


    Zusätzlich zum Pflaster kann man noch Schmerzmittel geben (ist auch sinnvoll), die an anderer Stelle den Schmerz bekämpfen.


    Am besten Diclophenac und Novalgin. Das kann man auch ohne weiteres dazu geben.


    LG


    reX

    Zitat

    Am besten Diclophenac und Novalgin. Das kann man auch ohne weiteres dazu geben.

    das sehe ich anders - mittel wie diclofenac und metamizol sollte man nach möglichkeit NICHT älteren menschen geben ( und schon gar nicht regelmässig)!

    Was

    das Morphiumpflaster betrifft, kann ich rex nur zustimmen. Wichtig ist eben, dass man mit sehr niedrigen Dosen einsteigt und dann langsam bis zur optimalen Stärke auftitriert. Nebenwirkungen wie Benommenheit und Übelkeit sind bei Opiaten häufig und normal. Da bleibt oft nur die Entscheidung: Schmerz oder Nebenwirkung.


    NSAR wie Diclofenac sollte man bei älteren Patienten allerdings nur in niedriger Dosierung und nicht dauerhaft geben. Sie sind zwar in der Schmerztherapie effektiv, erhöhen aber das gastointestinale Blutungsrisiko ungemein. Viele Menschen sterben dann eben nicht an ihrer Grunderkrankung, bzw an einem Herzinfarkt (da NSAR, bis auf die Coxibe, durch die COX-I Hemmung antikoagulativ wirken und so Infarkten vorbeugen können), sondern an einer Blutung. Also Vorsicht.


    Opiate sind in dieser Hinsicht wesentlich nebenwirkungsärmer und die Interaktionen halten sich auch in Grenzen. Problematisch ist hier vor allem die Toleranzentwicklung.

    vielen dank für eure ehrlichen antworten!


    wir haben nochmal mit dem arzt gesprochen. zur zeit versuche ich es nur mit einreiben der beine.


    am dienstag haben wir einen termin beim nervenarzt. hoffentlich kann der finden was das ist.


    meine oma hat wegen den nebenwirkungen viel zu sehr angst vor den pflastern. aber sie sagt, wenn der nervenarzt nichts findet und der zustand wie bisher immer schlimmer wird will sie es nocheinmal probieren.


    der arzt meinte jedoch, dass das pflaster sehr niedrig dosiert ist. und wir haben ja nicht das ganze genommen.


    meine oma ist aber ziemlich schmächtig. vielleicht hat sie auch deswegen so stark reagiert.


    Aber ihr habt schon recht :-( dauende schmerzen müssen wirklich schlimm sein. da kann man leicht den lebensmut verlieren....

    das gehört jetzt zwar nicht direkt hierher, aber trotzedem....

    Viele Menschen sterben dann eben nicht an ihrer Grunderkrankung, bzw an einem Herzinfarkt (da NSAR, bis auf die Coxibe, durch die COX-I Hemmung antikoagulativ wirken und so Infarkten vorbeugen können), sondern an einer Blutung. Also Vorsicht.

    Zitat

    das sehe ich anders - mittel wie diclofenac und metamizol sollte man nach möglichkeit NICHT älteren menschen geben (und schon gar nicht regelmässig)!...

    Hab mich da nicht genügend ausgedrückt, ich bezog das jetzt im Besonderen auf die Einstellungsphase, wenn das Pflaster noch nicht die Wirkung haben kann.


    Mit den NSAR-Präparaten und den GI-Nebenwirkungen, das ist natürlich richtig. Außerdem schließen sich Voltaren und Co. auch bei Niereninsuffizienz aus.


    Aber es ist nun mal so, dass Schmerzen mit rheumatischem Charakter sehr gut darauf ansprechen.


    Warum man kein Novalgin regelmäßig dazu geben sollte, weiß ich aber nun wirklich nicht. Es ist absoluter Standard in der Schmerztherapie, dass Schmerzmittel, die an verschiedenen Stellen angreifen, kombiniert gegeben werden. Und am häufigsten Fentanyl-Pflaster und Novalgin.


    lg


    reX

    Zitat

    Es ist absoluter Standard in der Schmerztherapie, dass Schmerzmittel, die an verschiedenen Stellen angreifen, kombiniert gegeben werden.

    hast recht wir geben mit den opiaten zb paracetamol, und manchmal ( je nach schmerzursache) zb amitriptyllin oder ein anderes antidepr. oder zb TENS machine etc.

    Zitat

    Und am häufigsten Fentanyl-Pflaster und Novalgin.

    auch bei sehr alten leuten, oder beiwelchen, die nach MI oder CVA auf aspirin sind? es interessiert mich nur weil


    mit novalgin kenne ich mich nicht so aus das ist bei uns (GB), wie in einigen anderen laendern auch, verboten wegen agranulozytose risiko (meiner meinung nach schwachsinn, da es ein super medikament ist und das risiko etwa 1:1mio ist ?)

    jack.....

    Zitat

    nehmen ASPIRIN zur vorbeugung von herzinfarkt und schlaganfall und die einnahme von anderen NSARs (anscheinend selbst COX-II hemmer) blockiert die wirkung von aspirin.

    Von einer Kombination Aspirin/andere NSAR war aber überhaupt nicht die Rede. Finger weg davon --> Nephropathie

    Zitat

    risiko einer magen-darm blutung wegen geschürsbildung (hat aber mit der blutgerinnung nichts zu tun)

    Die Ulzeration an sich hat nichts mit der Cyclooxygenase Hemmung zu tun, die Blutung an sich kann durchaus dur die antikoagulative Wirkung sehr viel stärker werden.


    Zu Paracetamol würde ich alten Menschen auch nicht uneingeschränkt raten, wenn eine Leberinsuffizienz nicht zuvor ausgeschlossen wurde. Metamizol ist schon ok, Anaphylaxie bzw Agranulozytose habe ich da noch nicht gesehen.

    Kombination Fentanyl-Pflaster 50mg + Oxycodon 20mg

    Hallo ihr!


    Ich leide seit einigen Jahren u.a. an einer systemischen Mastozytose mit begleitender Osteoporose und bereits eingetretenen BWS/LWS-Frakturen.


    Vor einer Woche wurde eine Biopsie an der WS vorgenommen, was noch immer wahnsinnige Schmerzen verursacht.


    Da ich lange Zeit (ca. 2 Jahre lang) Tramadol 200mg zweimal täglich einnahm, wurde vor kurzem meine Medikation von Tramal auf Oxygesic 20 (Oxycodon) dreimal täglich umgestellt, da Tramal + Novamin-Tropfen nicht mehr ausreichend war.


    Nachdem Oxycodon meine Schmerzen noch immer nicht lindern konnte und zudem mein Magen/Darmtrakt das "streiken" anfing, starteten wir einen Versuch mit einem Fentanyl-Pflaster 50. Zur Zeit nehme ich zusätzlich zum Pflaster Ibuprofen 800 einmal täglich ein.


    Leider sind die Schmerzen noch immer unerträglich.


    Jetzt hab ich überlegt, ob ich zusätzlich zum seit 2 Tagen aufgeklebten Fentanyl-Pflaster eine Tablette Oxycodon 20mg einnehmen sollte.


    Weiß von euch jemand, ob man Oxycodon 20mg mit einem Fentanyl-Pflaster 50 kombinieren kann oder heben sich beide Medis gegeneinander auf?


    Liebe Grüße


    Jörg