Natriummangel?

    Halloo!


    Also ich habe momentan mit ziemlich unangenehmen Absetzerscheinungen zu kämpfen, weil ich leider über das Wochenende kein Antidepressivum mehr hatte und so 3 Tage ohne auskommen musste. Da wurde ich dann quasi von diesen AE überfallen, wenn ich schlafe, fange ich an, so extrem zu schwitzen, dass wirklich alles einfach nur klitschnass ist. Das ist so heftig, dass ich mich nicht in der Lage fühle, mich zu bewegen, wenn ich aufwache. Alles klebt und man kann die Klamotten und die Bettwäsche fast schon auswringen. Es fühlt sich an, als wären es wirklich Liter, also echt massiv! Ich möchte jedes Mal fast weinen, weil ich so verzweifelt bin, in dieser Pfütze zu liegen und mich nicht bewegen zu können, dazu friere ich dann logischerweise auch extrem. Und heute Nacht war es ganz besonders schlimm, ich musste zwischendurch duschen, Klamotten wechseln und die Decke umdrehen. Nun geht es mir heute extrem beschissen, ich bin total wackelig auf den Beinen, bin sehr wehleidig, habe das Gefühl, Fieber zu bekommen, mäßigen Schwindel und immer wieder bekomme ich so leichte, wellenartige "Stromschläge" durch den Körper. Ich kann gar nicht so viel trinken, wie ich schwitze. Und daher hab ich momentan auch echt Angst davor, schlafen zu gehen. Heute konnte ich zwar endlich wieder meine Tabletten abholen, allerdings dauern die Symptome dann ja noch ein paar Tage an, bis sich alles wieder reguliert hat. Und nun frage ich mich, sind das heute (abgesehen vom Schweiß) normale Absetzerscheinungen? Oder "nur" Wassermangel? Oder doch sogar Natriummangel? Ich fühl mich einfach so extrem unwohl. Kennt das jemand? Ich mein, das Ganze wird in ein paar Tagen zwar verschwunden sein, aber mich würd trotzdem interessieren, ob das evtl. nach Natriummangel klingt? Ich hab keine Übelkeit, nur Schwindel und dieses Wackelige. Ich würd mich gern einfach schlafen legen, damit ich davon nichts merke, aber da graust es mir allein beim Gedanken vor :(v Und falls es doch wirklich ein Natriummangel sein sollte, hab ich Angst, dass es die Nacht wieder so schlimm wird und es mir morgen noch dreckiger geht oder durch den Mangel schwere Folgen drohen können. Echt ätzend alles grad, und das so kurz vor Weihnachten :-/


    Naja, ich hoffe, jemand ist da schlauer als ich und ich wünsche ansonsten schon einmal schöne Festtage!

  • 6 Antworten

    Einen schweren Natriummangel wirst Du nicht haben, aber es könnte schon sein, daß Dir durch das Schwitzen etwas die Elektrolyte fehlen (hauptsächlich Natrium, Kalium, Magnesium). Du könntest also für ein paar Tage etwas salziger essen (bringt v.a. Natrium) und auch auf die Ka- und Mg-Zufuhr achten.

    Hm, für mich klingt das schon stark nach Entzugserscheinungen. Ich fühle mich entzugig so ziemlich genau wie du, richtig heftiges Schwitzen in Abwechslung mit Frieren und dicker Gänsehaut. Ich wache dann auch klatschnass auf und friere bei jeder Bewegung. Die Zuckungen im Kopf sprechen für "Brainzaps", das sind typische Absetzerscheinungen (wie kleine Stromstöße im Gehirn). Dazu kommt ganz mieser, unerholter Schlaf.


    Bei mir hört der Spuk allerdings kurz nach der Einnahme wieder auf (ab ca. 1 Stunde geht es mir wieder besser), allerdings habe ich noch keine drei Tage ohne Medis verbracht - höchstens mal einen Tag. Mir hilft es ganz gut, mich dann in die Dusche zu verziehen und gaaaanz lange und ausgiebig heiß zu duschen. Aber bei mir hilft eine heiße Dusche prinzipiell immer gegen fast alles ;-D

    PS: Natürlich kann man auch Läuse und Flöhe gleichzeitig haben ;-) will heißen: du kannst auch entzugig sein und es schleicht sich parallel noch eine Grippe an oder sowas.


    Ich bin übrigens dann stark lichtempfindlich und total überdreht, aber auch wehleidig.


    Ich fühle auf jeden Fall mit dir :)_

    Erstmal Danke euch :-D


    Mein Vater meinte auch schon, soll mal n Glas Salzwasser schlucken {:( Bah!


    Aber ja, ich werd wohl gucken, dass ich mein Essen die Tage mal etwas "versalze" ;-D


    Ich hab überbrückungsweise heute und gestern mal Doxepin genommen, allerdings hatte das keinen sofortigen Effekt wie bei dir, schnecke. Find ich komisch, dass das bei dir so schnell wirkt ":/ Da hast du ja echt Glück, bei mir dauert das 2 bis 3 Tage. Aber generell hab ich das Gefühl, dass die Antis bei mir einfach nicht anschlagen wollen und das trotz Dosiserhöhung und mehrfachem Wechsel (Trimipramin, Citalopram, aktuell Paroxetin).


    Und naja, ich denke, ich hab eine leichte Seitenstrangangina (mein Hausarzt hat wohl nix gesehen, ich sehe es dafür umso deutlicher %-| ), aber die hab ich jetzt auch schon seit etwa 1,5 Wochen ohne wirkliche Symptome, bis auf leichte Halsschmerzen. Bevor ich mit den Tabletten angefangen hab, hab ich echt nicht damit gerechnet, dass so drastische Entzugserscheinungen auftreten würden. Man fühlt sich echt richtig elend.


    Achja, diese Zuckungen finden nicht nur in Hirn statt sondern ziehen durch den ganzen Körper, wie eine leichte Welle eben. Können das trotzdem diese Brainzaps sein?


    Geschlafen hab ich auch echt mies, bin recht früh ins Bett gestern (gg 22:30 Uhr) und bin dann erst heute Nachmittag gegen 15 Uhr so richtig "wach" geworden. Naja, nicht wirklich wach geworden, aber dann bin ich halt endgültig aufgestanden, obwohl ich noch todmüde war. War echt übel. Also lustig ist das alles jedenfalls nicht ":/ Vielleicht sollte ich das mit den Antis doch lassen, wenn sie ja außer diesen Erscheinungen bei Pausen oder plötzlichem Absetzen eh nichts bringen. Hmm

    Zitat

    Bevor ich mit den Tabletten angefangen hab, hab ich echt nicht damit gerechnet, dass so drastische Entzugserscheinungen auftreten würden. Man fühlt sich echt richtig elend.

    Bei mir war / ist es so, dass ich auf unterschiedlichen Präparaten auch unterschiedlich entzugig war / bin. Ganz schlimm war bei mir Venlafaxin, da habe ich echt schon nach ein paar Stunden richtig gravierende Entzugserscheinungen bekommen (laut unterschiedlicher Infos ist das nahezu unmöglich, bei mir war es allerdings sehr wohl möglich), das war dann ganz heftig: Absolute Lichtempfindlichkeit, Schwindel, totale Konzentrationsstörungen, Brainzaps, Durchfall usw.... ganz übel, da war ich dann echt nicht mehr richtig ich selber.

    Zitat

    Aber generell hab ich das Gefühl, dass die Antis bei mir einfach nicht anschlagen wollen und das trotz Dosiserhöhung und mehrfachem Wechsel (Trimipramin, Citalopram, aktuell Paroxetin)

    Ich war zweimal in der Psychiatrie: Einmal akut (Suizidversuch) und einmal "geplant". Da hatte ich gerade eine neue Psychiaterin und bin mit einer Liste von drei oder vier wichtigen Punkten hinmarschiert, was ich von dem stationären Aufenthalt wollte. Auf Nummer 1 stand die Suche nach der endlich richtigen Medikation (Feintuning). Ich habe so ca. 6 wirkungslose oder beschissene Präparate durch und bin damit - im Vergleich zu anderen Patienten - noch gut dran. Mir hat die richtige Medikation sooooooo viel Stabilität gegeben. Erst dann konnte ich die in der Therapie gelernten Mechanismen gut / besser anwenden. Ich habe dafür ca. 3 Jahre gebraucht, nur so als Referenz.


    Das heißt natürlich nicht, dass Medis auch für dich so großes Potenzial bergen, es ist einfach ein Erfahrungsbericht unter vielen.



    Zitat

    Vielleicht sollte ich das mit den Antis doch lassen, wenn sie ja außer diesen Erscheinungen bei Pausen oder plötzlichem Absetzen eh nichts bringen. Hmm

    Auch da kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Das musst du ganz individuell für dich entscheiden. :)_ Ich bin seit 5 Jahren auf meiner aktuellen Medikation.


    Zu Beginn fühlte sich auch diese Medikation ganz falsch an - einfach, weil ich mich so nicht kannte: Ich war einfach plötzlich sehr gelassen und fröhlich. Ich lernte zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl von Traurigkeit kennen - eben als Gefühl, das vergeht, im Gegensatz zur zerstörerischen Depression. Ich habe damals auch in der Psychiatrie bei meinen Ärzten vermeldet, dass ich gerade manisch werde - eben weil sich alles so fremd, neu, leicht und ungewohnt angefühlt hat. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich zum ersten Mal durch die Stadt lief und mich "normal" fühlte (hatte vorher das Haus jahrelang wegen Ängsten kaum verlassen), ohne Angst.


    Langer Rede kurzer Sinn: Ich möchte dir einfach einen ganz dicken Drücker schicken und einen Hoffnungsfunken für deinen Weg. Egal, ob dieser medikamentös oder anderweitig therapeutisch gelenkt sein wird :)_ :)_ :)_ :)* :)* :)*


    Und ich wünsche dir ganz viel Kraft und Geduld für diesen Weg... denn er ist sehr steinig. :°_ :)* :)_