Niemand kann helfen: Entzündungsschübe und OP-Schmerzen

    Liebe Community,

    ich schreibe im Namen meiner 54-jährigen Mama, da Sie seit mehreren Jahren und insbesondere nach einer OP unter extremen Schmerzen leidet und einfach nicht mehr weiter weiß. Es kann ihr bisher kein Arzt helfen und ich erhoffe mir über diesen Weg, hilfreiche Tipps und Hinweise zu erhalten, um die Lebensfreude meiner ansonsten sportlich sehr aktiv gewesenen Mama wieder zurückzuholen. Ihr könnt das Schreiben auch gerne an andere Ärzte weiterleiten, wir sind für jede Rückmeldung dankbar.

    Hintergrund

    Seit 12 Jahren leide ich unter rezidivierenden Entzündungen im linken Unterbauch. Die Ärzte sind sich nicht sicher, ob bestehende Darmdivertikel oder Anderes die Ursache dafür sind. Da ich die Idee mancher Ärzte, mir ein Stück des Dickdarms operativ entfernen zu lassen, vermeiden wollte, habe ich mich im April 2018 zu einer diagnostischen Bauchspiegelung durch einen Gynäkologen entschieden. Dabei wurde der Gebärmutterkörper und der rechte Eileiter entfernt. Der linke Eileiter ist mit dem Darm verwachsen, welcher an der linken Beckenwand verwachsen war. Die Verwachsungen an der Beckenwand wurden bei dem Eingriff gelöst.

    Leider habe ich nach der OP nicht nur weiterhin Entzündungsschübe, sondern zudem auch starke Muskelkrämpfe im Unterbauch bis zu reißenden Schmerzen im Bereich des Gebärmutterstumpfes. Dies ist auf die OP zurückzuführen, die Ursache ist jedoch nicht bekannt.


    Beschreibung der OP-Beschwerden

    Selbst 2,5 Jahre nach der OP bin ich körperlich stark eingeschränkt. Ich kann mich nicht strecken, nicht schnell bewegen und nicht anstrengen. Die kleinste Belastung im Bauch oder zu schnelles Bewegen führt zu den starken Muskelkrämpfen im Unterbauch bzw. zu den Schmerzen im Bereich des Gebärmutterstumpfes. Lachen oder Husten in aufgerichtetem Zustand reißt schmerzhaft im Bereich des Gebärmutterstumpfes. Wenn die Unterbauchmuskulatur zu sehr krampft (z.B. beim Stehen in der Küche länger als 2-3 Minuten) kommt es durch die starke Spannung zu ausstrahlenden Nervenschmerzen ins li. Bein bis zu Taubheitsgefühl.

    Ich hatte sofort nach der OP starke Schmerzen im gesamten Bauch, insbesondere im Unterbauch. Ich konnte mich wochen- bis monatelang nicht aufrichten und nur ganz vorsichtig bewegen. Mein Bauch fühlte sich an, als ob durch die OP das Gewebe zerrissen wäre.

    Seitdem wechselt das Gefühl im Bauch und vor allem am Gebärmutterstumpf von Spannung, Reißen, Brennen über Jucken. Je nach aktuellem Zustand. Bei starken reißenden Schmerzen habe ich einen metallischen Geschmack im Mund. Wenn ich das Gefühl habe, die Reizung lässt nach, empfinde ich ein Jucken in dem Bereich.

    Für mich fühlt es sich so an, als ob bei der OP im Unterbauch etwas verletzt wurde und bisher nicht stabil zusammengewachsen ist, bzw. etwas so verwachsen ist, dass eine freie Bewegung nicht mehr möglich ist, ohne dass der Bereich bei der kleinsten Dehnung spannt und/oder reißt. Auch 2,5 Jahre nach der OP kann ich den OP-Verlauf vom Bauchnabel über die Bauchmitte bis zum Gebärmutterstumpf deutlich spüren.

    Das einzige, was keine Schmerzen verursacht, ist nichts zu tun. Das heißt, mich nicht bewegen, nicht sitzen. Lediglich Liegen in angewinkelter Position macht keine Reizung. Bringt jedoch auch keine Besserung, wenn die Schmerzen da sind.


    Beschreibung der Entzündungen

    Hinzu kommt, dass ich weiterhin die ursprünglichen Entzündungen habe. Eventuell resultieren diese auch inzwischen von zu starker Dehnung oder Belastung im Bauch.

    Ein Entzündungsschub baut sich meist beginnend mit einem punktuellen, stechenden bis reißenden Schmerz im linken Unterbauch auf. Je nach Schwere der Entzündung breitet sich der Schmerz entlang dem Darm nach oben oder unten aus. Jede Bewegung, Erschütterung, Lageveränderung der Organe oder Darmbewegung verursachen dann einen sehr starken reißenden Schmerz. Ich kann mich dann nur sehr langsam in gekrümmter Haltung bewegen. Manchmal habe ich auch erhöhte Temperatur, im Labor sind die Entzündungswerte stark erhöht. Ein Entzündungsschub dauert je nach Schwere 2-10 Tage. Danach ist die Entzündung zwar abgeklungen, aber es besteht wochenlang eine stark erhöhte Empfindlichkeit im gesamten Bauchraum. Es fühlt sich an, als ob bei der kleinsten falschen Bewegung wieder etwas reißt. Antibiotikum habe ich nur einmal genommen, ohne Erfolg. Bei einer starken Entzündung nehme ich Ibuprofen gegen die Schmerzen und die Entzündung. Seit der OP habe ich verstärkt Probleme nach einem Entzündungsschub, da sich der OP-Bereich dann über Tage bis Wochen wie frisch operiert anfühlt. Um mich richtig von einer Entzündung zu erholen dauert es Wochen bis Monate (bis zu einem halben Jahr).


    Bisherige Maßnahmen gegen OP-Beschwerden

    Alle Arztbesuche bei Chirurgen, Gynäkologen, Internisten und Neurologen verliefen bisher ohne Ergebnis. Kein Arzt kann mir bisher sagen, woher die Probleme nach der OP kommen. Auch eine weitere diagnostische Bauchspiegelung im Juni 2019 blieb ohne Ergebnis.

    Besuche und Behandlungen bei verschiedenen Osteopathen, Heilpraktikern und Kinesiologen haben keine Verbesserung gebracht.

    Schmerzmittel helfen nicht, Akkupunktur war ohne Erfolg.

    Bei Untersuchungen in Form von CT, MRT, Ultraschall oder Abtasten können die Ärzte nichts Auffälliges feststellen.


    Bisherige Maßnahmen gegen Entzündungen

    Ich habe bisher keine Ursache erkennen können, wodurch sich ein Entzündungsschub aufbaut. Meine Ernährung beobachte ich seit Jahren, kann aber bisher keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und einer Entzündung feststellen. Jedoch bin ich inzwischen sehr vorsichtig geworden und verliere immer mehr an Gewicht.


    Weitere Auffälligkeiten
    Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass ich seit ca. 20 Jahren bei starken Schmerzen im Bauch (Menstruationsbeschwerden) am 2. Tag einen roten Ausschlag am Rumpf bekomme. Dieser Ausschlag juckt nicht, macht keine Pusteln und ist am Rumpf nur einen Tag vorhanden. Bei sehr starken Schmerzen weitet sich dieser Ausschlag bis in die Arme, Beine und Hals aus. Dort hält er sich ca. 2 Tage. Ich habe mit dem Ausschlag ein Gefühl der Hitze auf der Haut, manchmal auch Fieber. Über 2-3 Tage fühlen sich meine Bauchorgane wie wund an, d.h. ich kann jeden Schluck Wasser im Magen spüren. Das alles klingt nach ein paar Tagen ab und ca. 2 Wochen später schält sich meine Haut an den Handballen. Auch hierfür hatte bisher noch niemand eine Erklärung.


    In den letzten Jahren konnte kein Arzt helfen. Wir sind über jeden Hinweis oder Tipp dankbar, der uns hilft, die OP-Schmerzen oder die Entzündungsschube in den Griff zu bekommen.

    Vorab vielen Dank für eure Mühe

    Marco

  • 18 Antworten

    Hallo,


    ich bin Laie und kann zur OP absolut nichts sagen.

    Allerdings leide ich an Morbus Crohn.

    Wurden bei den Entzündungsschüben mal eine Magen-Darm-Spieglung mit Biopsien insb im Dickdarm vorgenommnn?

    Es gibt chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die in Schüben immer mal wieder vorkommt und somit auch die Schmerzen immer wieder schubweise auftreten. Stark erhöhte Entzündungswerte passen auch dazu. Bspw. für den Dickdarm wäre es häufig Colitis Ulcerosa. Oder aber, es gibt auch eine mikroskopische Kolitis. Hier sieht man die Dickdarmentzündung nicht durch die Spiegelung selbst, sondern erst durch Untersuchung der Biopsie-Proben. Wobei diese Erkrankung anscheinend eher im rechten Dickdarm-Abschnitt vorkommt.

    Hier mal ein Link zur Mikroskopischen Kolitis

    https://www.klinik-gastroenter…e/mikroskopische-kolitis/


    Wurden mal für den Schub entzündungshemmende Medikamente für den Dickdarm wie Salofalk (Mesalazin) oder Budenosonid (lokal wirksames Kortison) verschrieben?

    Hallo Marco,


    ich hätte höchstens eine Idee zu den postoperativen Beschwerden. Ich hatte ähnliche Symptome mal nach einer Gallenblasen-OP. Die Symptome sind wahrscheinlich auf Verwachsungen zurückzuführen. Dafür spricht auch, dass Ärzte keine körperliche Ursache finden. Die Ursache bzw. die Verwachsungen, würden erst bei einer OP zum Vorschein kommen. Fakt ist, dass bei OPs (egal wie groß oder minimalinvasiv) Muskeln und Nerven verletzt werden. Viele Menschen neigen dann zu Verwachsungen und manche bekommen in Folge dessen Beschwerden.

    In meinem Fall waren es auch Muskelkrämpfe und Verspannungen im Bauch. Meine Narben haben häufig extrem gejuckt und waren sehr hyperempfindlich. Weiter haben sich die Beschwerden auf das zentrale Nervensystem ausgewirkt. Ich hatte z.B. manchmal Durchfall oder litt unter Übelkeit. Außerdem war ich häufig matt und müde.


    Was hat geholfen? Ich bekam von meinem Hausarzt - der auch Schmerzspezialist ist - in mehreren Sitzungen Procain unter meine Narben gespritzt. Diese Methode kommt aus der Alternativmedizin und wird gerne in der Schmerzbehandlung eingesetzt. Die Spritzen haben mir unglaublich gut geholfen. Die Beschwerden waren nahezu wie weggeblasen! Ich musste diese Spritzenkur nur immer wieder wiederholen. So 1-2x im Jahr. Leider wirkten die Spritzen nach ein paar Jahren gar nicht mehr, so, dass ich mich nach einer Alternative umsehen musste. Lange Rede kurzer Sinn... Ich habe angefangen meine Narben mit sanften Druck und einer banalen fetthaltigen Creme zu massieren (Tipp habe ich aus dem Internet). Nach meiner ersten Behandlung wurden meine Beschwerden erst mal schlimmer. Mein rechter Unterbauch war - das ist echt kein Witz - grün und blau und das, wo ich nur mit sanften Druck gearbeitet habe. Aber das war auch ein Anzeichen dafür, dass da was arbeitet. Ich habe ein paar Tage abgewartet und die Druckmassage wiederholt. Dann traten auch keine Hämatome mehr auf. Ab da habe ich ca. 2-3 Wochen lang täglich für mind. 10 min massiert (nach und nach auch mit stärkeren Druck). Das ist jetzt 2 Jahre her und seitdem sind keine nennenswerten Beschwerden mehr aufgetreten. Ich würde sogar behaupten, dass es besser geholfen hat als die Spritzen.

    Deiner Mutter würde ich beide Methoden empfehlen. Eventuell erst mal nur die Spritzen sofern sie das noch nicht versucht hat.


    Kurz zur Erklärung: Procain ist ein Lokalanästhetikum. Die Therapie selbst nennt sich Neuraltherapie. Das Procain wird hier tief an mehreren Stellen unter die Narbe gespritzt (das kann leider sehr schmerzhaft sein) und soll den fehlgeleiteten Nervenreiz blockieren. Am besten wirkt es wohl, wenn die OP noch nicht so lange her ist. Es gibt leider auch Menschen, bei denen die Behandlung gar nicht anschlägt.


    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiter helfen und wünsche deiner Mutter alles Gute! 🙂

    schmerzfreiundgesund schrieb:

    Schmerzmittel helfen nicht,

    Das kann ich mir nicht so recht vorstellen.


    War sie schon bei einem Schmerztherapeuten?


    Ist sie mit Schmerzmittel gut eingestellt?

    Mich würde mal interessieren, warum wurde die Gebärmutter und der rechte Eileiter entfernt? Wenn man sich bezüglich Diverikulitis einliest finde ich, das so ca. der überwiegende Teil der Symptome denen deiner Mutter zugewiesen werden kann.

    Wurde bei ihr mal der Calcprotectinwert im Stuhl gemessen?
    Da ich so wie Jana1995 Morbus Crohn habe, ist mein Entzündungswert leider immer konstant leicht erhöht (der im Darm wohlgemerkt, auch wenn der Entzündungswert im

    Blut keine Erhöhung aufweist). Ich habe auch oft linksseitig Schmerzen, mein Internist meinte: da ihr Übergang zwischen Dick und Dünndarm vernarbt ist durch die vielen Entzündungen und sich dort oft Stuhl staut, kann es zu Schmerzen auf der linken Seite führen, da der Transport behindert ist. (Könnte bei der Mutter vlt. auch mit den Verwachsungen auf der rechten Seite zu tun haben?)

    Ich hatte auch 9 Monate Hüftschmerzen die meinem entzündeten Darm zugeschrieben werden mussten.

    Entzündungen im Darm zb können leider echt im gesamten Bauchraum zu Schmerzen führen.

    Wann wurden bei deiner Mutter die Divertikulitis diagnostiziert, hat sie irgendwelche Auffälligkeiten bzgl dem Stuhlgang?

    Bzgl Op und Folgeschmerzen, das kenne ich auch wie _Parvati_ nach meiner Gallenblasenop. Das hat sich Monate danach noch wie frisch operiert angefühlt und ich hatte einen Druck, ein Brennen auf und unter der Haut und ein Spannungsgefühl als hätte man mein Fleisch innen drin zu straff gespannt und irgendwo versehentlich dran geheftet.

    Abhilfe hatte ich durch meine Physiotherapeutin die bei mir eine Faszienbehandlung durchgeführt hat. (wo auch wieder der Hinweis von _Parvati_ gut dazu passt bzgl. Der Druckmassage.

    Interessant finde ich dazu die Seite hier, die auch viele Übungen zu diversen Problemen bietet

    https://pohltherapie.de/behand…schmerzen-und-psyche.html
    Ich wünsche deiner Mutter sehr, das sie irgendetwas findet das ihr hilft


    @ TE

    Das andere Forum wo du ebenfalls um Hilfe gefragt hast, scheint nicht sehr seriös zu sein. Die Werbung dort ist jedenfalls alles andere als seriös.

    Für mich hört sich das auch eher nach ständigen Entzündungen der Divertikel an. Ich hatte im August 2017 eine Sigmaresektion (30 cm Darm wurden entfernt) aus genau diesem Grund. Die Entzündungsintervalle wurden immer kürzer, meine Entzündungswerte immer höher, daher dann die Entscheidung, mich operieren zu lassen. Meine Beschwerden und Schmerzen waren ähnlich die Deiner Mutter. Unter den akuten Entzündungen konnte ich auch nicht aufrecht gehen, weil die Schmerzen schier unerträglich waren. Mein gesamter Unterbauch schmerzte und brannt, einschließlich der Blase, obwohl die Entzündung eindeutig aus dem Darm kam.


    Bei mir war ein Divertikel perforiert, was weder im CT noch bei der Darmspiegelung entdeckt wurde, erst unter der OP wurde die Perforation gefunden. Allerdings ist so eine Perforation auch eine tickende Zeitbombe, gelangt Darminhalt durch die Perforation, hat man sich schnell eine Baufellentzündung (evtl bis hin zur Spesis) eingefangen.


    An Stelle Deiner Mutter würde ich mir schnellstens einen guten Gastro-Enterologen suchen und entsprechende Untersuchungen einleiten lassen. Operiert werden kann eh nur, wenn grad keine Entzündung vorliegt.

    Und jetzt bist du weitestgehend schmerzfrei?

    Ich verstehe das einfach nicht, warum manche Menschen lieber Jahrelang Schmerzen ertragen, als sich einmal operieren zu lassen.

    Hallo! Du solltest dich bitte zeitnah an die Schmerzambulanz einer Uniklinik wenden, damit zunächst einmal die Schmerzen gelindert werden. Das kann einige Tage stationären Aufenthalts bedürfen. Die Schmerzen werden nach dem Stufenschema 1 - 3 therapiert und eventuell mit anderen Medikamenten kombiniert. Sind die Schmerzen zumindest erträglich, wird jeder Schmerzmediziner den Patienten zur weiteren diagnostischen und therapeutischen Abklärung auf die entsprechende Station weiterleiten. Uniklinik, alles unter einem Dach. Gute Besserung!

    Hallo zusammen,

    erstmal Danke für das überragende Feedback und eure Mühen!
    Ich gebe die Ideen/Fragen alle weiter und komme mit den Antworten wieder auf euch zu.

    Viele Grüße
    Marco

    Hallo zusammen,

    ich gebe zu den beiden Problemen "Entzündungen" und "OP-Schmerzen" getrennt Rückmeldung.

    Entzündungen

    @Jana1995

    Zitat

    Bspw. für den Dickdarm wäre es häufig Colitis Ulcerosa...
    Wurden mal für den Schub entzündungshemmende Medikamente für den Dickdarm wie Salofalk (Mesalazin) oder Budenosonid (lokal wirksames Kortison) verschrieben?

    Eine Behandlung mit Salofalk über ein halbes Jahr hat leider nicht geholfen.
    Morbus Crohn und colitis ulcerosa konnten durch Gewebeproben bei Darmspiegelungen ausgeschlossen werden. Den Hinweis auf "mikroskopische Kolitis" gehen wir nochmal nach, Danke.


    @Leotie

    Zitat

    Mich würde mal interessieren, warum wurde die Gebärmutter und der rechte Eileiter entfernt?
    Wann wurden bei deiner Mutter die Divertikulitis diagnostiziert, hat sie irgendwelche Auffälligkeiten bzgl dem Stuhlgang?

    Bei den zahlreichen Darmspiegelungen in den letzten Jahren wurden entzündliche Prozesse und Divertikel festgestellt. Die letzte Darmspiegelung war Ende 2018.

    Stuhlgang ist in der Regel normal und regelmäßig.

    Die Gebärmutter und Eileiter wurde entfernt, da dies angeblich auch oft die Ursache für Entzündungen darstellt und man den Eingriff in den Darm verhindern wollte, wenn möglich.

    @HasiX

    Zitat

    An Stelle Deiner Mutter würde ich mir schnellstens einen guten Gastro-Enterologen suchen und entsprechende Untersuchungen einleiten lassen.

    Der Eingriff ist aktuell zeitnah geplant, wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt. Ich denke, da führt kein Weg vorbei, um die Entzündungen hoffentlich so in den Griff zu bekommen.


    Kennt jemand einen guten Gastro-Enterologen, der empfohlen werden kann?


    OP-Schmerzen

    @_Parvati_

    Zitat

    Druckmassage und Procain

    Eine Faszienbehandlung im Bauch hat anfänglich nach der OP etwas geholfen, inzwischen bewirkt nur die sanfteste Fasziendehnung im Unterbauch eine deutlich erhöhte Spannung bis Reißen, evtl. sogar Ursache für weitere Entzündungen. Danke für den Tipp einer Procain-Behandlung.


    @Hyperion/Trastevere

    Zitat

    War sie schon bei einem Schmerztherapeuten?

    Ist sie mit Schmerzmittel gut eingestellt?

    Du solltest dich bitte zeitnah an die Schmerzambulanz einer Uniklinik wenden, damit zunächst einmal die Schmerzen gelindert werden
    Eine professionelle Schmerztherapie wurde noch nicht angegangen. Übliche Schmerzmittel hatten in der Vergangenheit in der Tat keine Wirkung. Das steht auf jeden Fall auch auf der Agenda.






    schmerzfreiundgesund schrieb:

    Eine professionelle Schmerztherapie wurde noch nicht angegangen.

    Das macht mehr Sinn m.M.n. nach als weitere X Untersuchungen.


    Wenn man sich mal anschaut, waren bisher alle Arztbesuche ohne Ergebnis.

    Zitat


    Alle Arztbesuche bei Chirurgen, Gynäkologen, Internisten und Neurologen verliefen bisher ohne Ergebnis



    Bei Untersuchungen in Form von CT, MRT, Ultraschall oder Abtasten können die Ärzte nichts Auffälliges feststellen.

    Zitat

    Besuche und Behandlungen bei verschiedenen Osteopathen, Heilpraktikern und Kinesiologen haben keine Verbesserung gebracht.

    Schmerzmittel helfen nicht, Akkupunktur war ohne Erfolg.

    Wenn man sich das mal anschaut sieht man das schon eine ganze Batterie an Untersuchungen und auch Therapien stattgefunden hat.

    Es macht m.E. also keinen Sinn hier weiter an der Ärzteodysse festzuhalten, sie war ja schon überall.



    schmerzfreiundgesund schrieb:

    Wir sind über jeden Hinweis oder Tipp dankbar,

    Ich denke das Problem ist m.E. das ihr Schmerzgedächtnis hier das Problem ist.


    Chroinsiche Schmerzen können sich dann entwickeln, wenn ein Schmerzreiz langanhaltend bestehend bleibt aufgrund von einer Krankheit oder einer Verletzung nach der Heilung.

    Die Schmerzmechnismen bleiben bestehen, der Körper ist nicht in der Lage den Schmerzmechanismus zu beenden.


    https://schmerzklinik.de/was-i…teht-chronischer-schmerz/



    Zitat


    Ständig andauernder oder in Episoden immer wiederkehrender Schmerz führt zu starken dauerhaften Verhaltensänderungen und Gedächtnisinhalten. Solche Gedächtnisinhalte werden an zahlreichen unterschiedlichen Stellen des Gehirns sehr nachhaltig gespeichert.

    Zitat


    Anstatt Gewöhnung entsteht eine massive Steigerung der Empfindlichkeit, anstatt Habituation wird Sensitivierung bedingt. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses. Der Schmerz unterhält sich selbst.


    Lies hier

    https://www.dasgehirn.info/wah…1zowUOEAAYASAAEgKFMfD_BwE


    Zitat




    Nervenzellen lernen schnell. Wenn sie über einen längeren Zeitraum immer wieder Schmerzimpulsen ausgesetzt sind – nach einer Verletzung, bei mangelhaft behandelten akuten Schmerzen – verändern sie ihre Struktur, ihren Stoffwechsel. Sie bilden vermehrt Rezeptoren aus, die schon bei schwachen Reizen oder sogar ohne jeglichen Reiz Schmerzsignale an das Gehirn weiterleiten. Die Nervenimpulse verselbständigen sich, die Zelle kann nicht mehr abschalten: Sie hat ein so genanntes Schmerzgedächtnis entwickelt. Der Schmerz ist nicht länger ein nützliches Warnsignal – er ist selbst zur Krankheit geworden.



    Daher macht eine weitere Ärzteodysse keinen Sinn, sondern hilfreicher ist eine angepasste Schmerztherapie und auch eine psychlogische Begleitung.


    Zusammenfassend was kann hilfreich sein:

    - Schmerztherapeut

    -Angepasste Schmerztherapie

    - Psychologische Begleitung zur Krankheitsbewältigung

    schmerzfreiundgesund schrieb:

    Manchmal habe ich auch erhöhte Temperatur, im Labor sind die Entzündungswerte stark erhöht.

    Hyperion und TE


    Das klingt für mich NICHT nach einem Schmerzsyndrom, sondern tatsächlich nach Schüben im Rahmen der Divertikulose. Schmerzmittel hatten mir unter akuten Schüben übrigens auch nicht geholfen. Erst die OP brachte nach einigen Wochen eine absolute Schmerzfreiheit.


    @TE

    Mir wurde ein 3/4 Jahr vor der Sigmaresektion auch der Muttermund, die Gebärmutter und die Eileiter raus operiert, weil alle dachten es wäre ein gynäkologisches Problem. Doch die Entzündungsschübe kamen auch wieder, die Abstände immer kürzer. Mir lief durch die Perforation immer infiziertes Wundwasser in den Bauchraum, daher tat auch der gesamte Bauch weh. Als die Entscheidung zur OP fiel, stand ich ganz kurz vor einer Bauchfellentzündung. Dieses wurde mit massiver Antibiotikagabe runtergedrückt (erst i.v. dann noch etwa 4 Wochen bis zur OP mit zwei verschiedenen Antibiotika oral), damit ich überhaupt op-fähig war.

    Ich denke HasiX hat Recht, für mich klingt das hier auch nicht nach einem Schmerzsyndrom.

    Das was Hasix beschreibt klingt doch sehr nach dem was die Mutter berichtet.